Medizingerätehersteller Semler Scientific macht Bitcoin zur primären Kapitalreserve und kauft 581 Coins
Nach langer Zeit ist es mal wieder soweit: Ein Unternehmen, das nicht der Krypto-Branche entsprungen ist, stellt seine Kapitalreserve auf Bitcoin um und investiert öffentlichkeitswirksam eine beträchtliche Summe. Aber was ist Semler Scientific für ein Unternehmen – und was sind die Motive?
Seit das Softwareunternehmen MicroStrategy begonnen hat, Bitcoin zum primären Wertspeicher seiner Kapitalreserven zu machen, wartet die Szene gespannt darauf, wer folgt.
Zwar folgte mit Tesla rasch ein Mammut-Konzern. Doch danach blieb es relativ still, manche kleine, wenig bedeutende Unternehmen kauften Bitcoins, die meisten nur in geringem Umfang, eher als symbolische Geste denn als Strategie, und nur wenige gingen damit an die Öffentlichkeit. Daher geschah relativ wenig, außer, dass MicroStreategy-CEO Michael Saylor mit großer Besessenheit Bitcoin bewirbt und mehr und mehr Coins für die Firma kauft.
Nun haben wir mit Semler Scientific wieder ein einigermaßen relevantes Unternehmen, das in bemerkenswertem Umfang in Bitcoin investiert. Der Medizingerätehersteller hat im Prinzip nur ein Produkt, den QuantoFlo PAD: ein Messgerät, das mit angeblich hoher Präzision die Blutzirkulation in den Extremitäten misst. So lassen sich arterielle Erkrankungen wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) frühzeitig erkennen.
Die pAVK ist, sollte man wissen, eine als unterdiagnostiziert geltende Folge von Arterienverkalkungen. Im harmlosen Fall verursacht sie Beinschmerzen, die bekannten „Schaufensterbeine“, im schlimmsten Fall kommt es zum nekrösen Raucherbein, das man im Endstadium nur noch amputieren kann. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen betroffen, allein in Deutschland rund 4,5 Millionen. Da frühe Diagnosen Glieder retten, hat Semler ein international gefragtes Produkt, das relativ mühelos stabile Einnahmen erwirtschaftet.
Ähnlich wie MicroStrategy steht Semler daher vor dem Luxusproblem, hübsche Cash-Reserven zu haben, aber wenig Ideen, was man damit machen kann. Aufsichtsrat und Management haben „eine substanzielle Zeit“ damit verbracht, nach sinnvollen Investments, darunter auch Übernahmen anderer Unternehmen, zu suchen – ohne etwas wirklich attraktives zu finden: „Nachdem wir verschiedene Alternativen studiert haben, haben wir entschieden, dass das Halten von Bitcoin die beste Anwendung für unser überschüssiges Geld ist,“ sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Eric Semler. Also kaufte Semler 581 Bitcoins für insgesamt 40 Millionen Dollar und machte Bitcoin zum primären Asset seiner Kapitalreserven.
Semler ist überzeugt, „dass Bitcoin ein zuverlässiger Wertspeicher und ein überzeugendes Investment ist.“ Er hält Bitcoin für einen „vernünftigen Inflationsschutz und sicheren Hafen bei globaler Instabilität“, der zudem mehr Potenzial für Profite hat als Gold. Ausschlaggebend für diese Überzeugung waren offenbar die ETFs, die Anfang des Jahres zugelassen wurden. Diese zeigten „die wachsende globale Akzeptanz und Institutionalisierung von Bitcoin.“
Anders als bei MicroStrategy, wo die Geschäfte jenseits von Bitcoin weitgehend in den Hintergrund getreten sind, soll der Fokus bei Semler, erklärt CEO Doug Murphy-Chutorian, weiterhin darauf liegen, den Kunden zu dienen und ein wachsendes und profitables Unternehmen der Gesundheitsbranche zu bleiben. Man werde weiterhin danach streben, die Verkäufe von QuantoFlo zu stärken.
Richtig spannend klingt dies aber nicht. Das erste Gerät hat Semler bereits 2011 vertrieben; 2018 feierte es eine Million Tests mit QuantoFlo. Seitdem passiert nicht allzu viel. Die Firma führt einige digitale Produkte ein, etwa SemlerAnalytics, die das Gerät für die Kliniken und Ärzte besser verwendbar machen sollen, bleibt aber insgesamt eine Ein-Produkt-Firma mit wenigen dominanten Großkunden, die den Hauptteil des Umsatzes stellen.
Diese Situation spiegelt sich auch im Verlauf des Aktienkurses wieder, der ein wenig an den Kurs eines typischen Shitcoins erinnert. Die Aktie ging 2014 mit etwa 5 Dollar live, stagnierte bis 2017 und stieg ab da an entschieden an, um Ende 2021 ein Allzeithoch von rund 150 Dollar zu erreichen. Danach ging es wieder abwärts, auf nun knapp 30 Dollar.

Semler-Aktienkurs seit 2014 nach TradingView
Die teilweise heftigen Einbrüche, zuletzt im Januar um rund 30 Prozent, riefen bei manchen Analysten Verwirrung hervor. Denn der Cashflow passt, das Unternehmen konnte im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn deutlich steigern und häufte damit Cashreserven an. Vermutlich fehlte den Anlegern ein Grund, auf einen Anstieg zu hoffen, da Semler wenig Ambitionen zeigt, etwa neue Geräte zu entwickeln.
Die Entscheidung, in Bitcoin einzusteigen, war für manche nun ein Befreiungsschlag. Der Preis sprang um hübsche 40 Prozent in wenigen Tagen, was der schönste Anstieg seit langem ist. Doch im großen Ganzen bleibt er kaum sichtbar, die Aktie hat noch nicht einmal den Wert von Anfang 2024 wieder erreicht und im Vergleich zur Spitze von 2021 noch immer rund 70 Prozent verloren.

Der Semler-Aktienkurs der letzten 5 Tage, ebenfalls nach TradingView.
Der Vergleich des Kurses mit dem von Shitcoins ist vielleicht gar nicht so schlecht. Bei einer Marktkapitulation von etwa 150 Millionen Dollar machen 581 Bitcoin einen signifikanten Anteil des Unternehmens-Vermögens aus, was den Kurs zwangsläufig in Abhängigkeit zu Bitcoin bringt, nicht viel anders als ein Shitcoin, der mit Bitcoin steigt und, in noch stärkerem Ausmaß, fällt. Man könnte schon darüber spekulieren, ob Unternehmen, die ihr Glück und Unglück an Bitcoin binden, eine neue Art von Altcoin bilden.
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Diese Liste von Unternehmen mit Bitcoin-Reserven passt noch gut zum Artikel:
https://bitcointreasuries.com/
Bemerkenswert ist auch die Geschichte von Metaplanet, das in Japan für Wirbel gesorgt hat.
Spannend. Ich wusste gar nicht, dass Blackrocks ETFs mittlerweile mehr Bitcoin halten als MicroStrategy.
Saylor ist zu einem Gambler geworden und selbst zu einem der Hauptgründe vor den ETFs für die Kurssteigerungen geworden, weil er einen großen Teil der verfügbaren Coins aufgekauft hat. Mittlerweile beleiht er den Bestand und kauft weitere Coins auf Kredit, wenn das mal gut geht…
Das Dumme: er Kann sie kaum liquidieren, denn der Markt wird keine 200.000 BTC ohne extremen Kurseinbruch aufsaugen.
Dass weitere öffentlich gehandelte Unternehmen auf diesen Zug aufsteigen, ist abenteuerlich, denn sie müssen sich bei Kursverlusten ggf. bei Anlegern rechtfertigen und wären ggf. sogar juristisch haftbar…
Der hat schon angekündigt, die Bitcoins in jedem Fall zu behalten.
@Eddi
Trotzdem, Saylor ist zu einem Risiko für Bitcoin geworden. Dieses ganze Nachkaufen auf Pump ist nicht gut. Fast schon Too Big To Fail. Das ist doch das, was Bitcoin eigentlich vermeiden wollte.
Der kann viel behaupten, falls der Preis um mehr als 50% nachgeben sollte, werden die Banken die Coins selbst liquidieren, die er beliehen hat und die Preisspirale nach unten treiben.
Gambling halt, bisher hatte er Glück nur kauft er ja immer weiter nach und beleiht die Bestände, sodass er nie aus dem Risiko kommt.
Ich führe zwar kein Buch, aber Aussagen bekannter Persönlichkeiten die am Ende dann das genaue Gegenteil gemacht haben gibts wie Sand am Meer.
Die kommen in den seltensten Fällen in die Position in der sie sich befinden, wenn sie die Wahrheit sagen und auch dementsprechend handeln würden.
Mit anderen Worten: solche Aussagen sind die Luft nicht wert mit der die Stimmbänder in Vibration gebracht wurden.
Saylor ist ein Zocker, der kann gar nicht anders.
Und das was er mit dem beleihen seiner Coins macht um den Preis weiter nach oben zu treiben um dann erneut zu refinanzieren bläht den BTC Preis lediglich künstlich auf.
Das ist nicht Nachhaltig.
Das ist Immobilienblase 2.0.
Mega lustig was du für einen Schrott erzählst.
Das mit den 50 Prozent und Liquidation ist wie das Gequatsche einer 9 Jaehrigen.
Informier dich wirklich erstmal,bevor du dich zum 🤡 machst.
Antwort auf Anonymowitz: In vielen Dingen bin ich ja auch nicht derselben Meinung wie Paul. Aber dass er sich hier aber absolut uninformiert zu Wort meldet, kann man von Paul – hier Forum – mit am wenigsten behaupten.
Daher würde ich vorschlagen, dass Du Deinen hervorragenden Vorschlag mal selbst befolgst.
Oder sag zumindest mal ganz konkret, was „genau“ Du an der Aussage von Paul kritisierst, und was Du stattdessen denkst. Damit könnte man ja was anfangen.
Anonyme Beleidigungen hingegen bringen der Diskussion hier rein gar nix.
Das steht doch gleich im zweiten Satz,erster Teil……kann dir ansonsten nicht weiterhelfen…sorry.
Aber warum ist das Quatsch?
Lass uns doch nicht dumm sterben 😉
Dann frag ihn doch,wie er auf die 50 Prozent und Liquidation kommt….das ist einfach Fake,Humbuck,Quatsch und fertig.
Bei wieviel Prozent würde es denn nach deiner Meinung zu einer beginnenden Liquidation kommen???
Es gibt viele Faktoren die darauf Einfluss nehmen können, z.B. die Dauer die ein Asset unter einen bestimmten Kurs fällt, oder die Möglichkeit Geld nachzuschießen. 50% ist ein nachvollziehbarer Kursverlust, der unter gegebenen Umständen zumindest zu einer teilweisen Liquidation seiner BTC-Bestände führen könnte.
Warum das nun Fake, Humbuck oder Quatsch sein soll, hast du noch immer nicht erklären können. Auch dass du dich über den Klarnamen von Forumsteilnehmern lustig machst, ist ziemlich niedriges Niveau. Vielleicht entsprechen da andere Foren besser deinem Anspruch.
Lol….Popcorn.
Jetzt „könnte“….und blablabla.
Die btc werden nicht bei 50 Prozent zwangsliquidiert,haha,da kannst du jetzt noch soviel rumheulen wie du willst.
Er hat einfach was rausgeblasen und das war eben Quatsch,und jetzt fehlen die Eier( würde Oli Kahn sagen) ,um es zuzugeben.
Einfach Mist raushauen und dann mimimi….und jetzt bitte geh ins Facebook Frisör wenn du noch mit jemanden reden willst.
Deutschland 2024…da kannste behaupten was du willst und musst nix beweisen oder Quellen offen legen.
Und dieses rumgeheule ist echt übel.Wie Wäscheweiber am Fluss,würde meine Oma sagen.@kranisch….bitte…ist echt schlimm….
Die Welt besteht nun mal nicht ausschließlich aus Schwarz und Weiss. Jeder darf andere Ansichten und Meinungen haben. Wenn du der Meinung bist, dass erst bei 80% Kursverlust liquidiert werden könnte, dann schreib es doch, und bleibe sachlich.
Ich möchte gar nicht behaupten, dass deine Aussagen falsch oder dumm sind, sie sind aber definitiv ungezogen formuliert. Sie hören sich eher an, wie von einem verwöhnten, trotzigen Kind. Von deiner Oma hättest du lieber ein paar ordentliche Manieren lernen sollen, als das Geschwätz von den Waschweibern am Fluss.
Es ist ärgerlich, dass man sich vor Dummen rechtfertigen muss. MicroStrategy hat einen Net Loss von -180%. Die Schuldenquote liegt bei 150% des Unternehmenswertes. Klar werden die Bitcoinbestände nicht zu 100% verrechnet, da Banken und Wirtschaftsprüfern die Volatilität zu hoch ist, aber selbst bei 100% Einpreisung war Saylor bereits zu 80% beliehen und kurz vor der Liqidierung. Heute schätze ich eher die besagten 50% und halte das für konservativ, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren…
https://de.finance.yahoo.com/quote/MSTR/key-statistics/?guccounter=1&guce_referrer=aHR0cHM6Ly93d3cuZ29vZ2xlLmNvbS8&guce_referrer_sig=AQAAAHE3TWaaVTPnJn-JU62fsXrw17WZlKmBJjpBBNN347Bq190NiIO-bJyqcG_Pn7SqE7eKMyWPYm41CKIK-pYxMJEWjPutxuXhpvfwVPP4m4i3NVrUu0KP-XADk-ezaVtr6odtBo9e1hhOmlwKxmNYXEV4NP2fvBy46fVNyrDQHzZc
Egal wie viel Dünnpfiff noch kommt,es wird nichts automatisch liquidiert falls der btc um 50 Prozent fällt.
Aber gebt weiter Gas,ist amüsant.
Doch doch.Microstrategy ist pleite weil die 200.000 Bitcoin ja nix wert sind.
Und wenn von null weitere 50 Prozent fallen,dann wird Michael Saylor liquidiert.
Das war doch bei Tik Tok und Happy Weekend neulich.
Ja, wenn die ein Darlehen nicht bezahlen können, müssen sie Bitcoins dumpen. Denke ich auch. Aber haben die überhaupt so viele Darlehen?
Christoph, die Schuldenquote findest du in meinem Link zu Yahoo Finance, aber falls Du Lust hast, Dich durch Quartalsberichte durchzuarbeiten, wäre ich auf die Analyse gespannt!
@pauljanowitz
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Microstrategy schlägt ein Angebot von 500 Mio. $ an wandelbaren Senior-Anleihen vor, um zusätzliches Bitcoin zu erwerben
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Thu Jun 13 7:45:47 EST 2024
Microstrategy hat angekündigt, in einem privaten Angebot, vorbehaltlich der Marktbedingungen, Wandelanleihen im Wert von 500 Millionen US-Dollar mit Fälligkeit im Jahr 2032 anzubieten. Das Unternehmen rechnet außerdem damit, den Erstkäufern eine Option zum Kauf von bis zu zusätzlichen 75 Millionen US-Dollar dieser Anleihen innerhalb eines Zeitraums von 13 Tagen ab dem Ausgabedatum zu gewähren. Die Anleihen werden unbesicherte, nachrangige Verbindlichkeiten von Microstrategy sein, halbjährliche Zinsen tragen und am 15. Juni 2032 fällig werden. Der Erlös aus dem Verkauf der Anleihen wird zur Akquisition weiterer Bitcoins und für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden.“
Dieser Saylor muss irre sein.Aber wer borgt ihm das ganze Geld?
Der bringt noch die ganze Wirtschaft zum Einsturz und das Pyramidensystem Bitcoin sowieso mit seiner Spekulation .