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Visa hilft Spanischer Großbank dabei, Stablecoin auf Ethereum herauszugeben

In Bilbao, der Hauptstadt des Baskenlandes, ist der Hauptsitz einer der größten Banken Europas. Bild von Metro Centric via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Der Kreditkartendienstleister Visa hat eine Plattform aufgebaut, durch die Banken Stablecoins auf die Blockchain bringen können. Ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung – den die spanische Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) bereits geht. Die CBDC der EZB kann man damit schon jetzt abschreiben.

Es gibt von Visa noch keine offizielle Ankündigung, aber auch kein Dementi. Das Krypot-Magazin blockworks.co brachte einen Bericht über ein Gespräch mit Visas „Head of Crypto“, Guy Sheffield, der mittlerweile zwar gelöscht ist, aber zur Grundlage einer Flut an weiteren Artikeln anderer Magazine wurde. Auf archive.today kann man den Artikel jedoch noch lesen. Zudem behauptet Coindesk, eine inoffizielle Ankündigung zu kennen.

Man darf also annehmen, dass die Geschichte Hand und Fuß hat. Laut dem Bericht von Blockworks arbeiten die BBVA und Visa schon seit einem Jahr in einer Sandbox der „Visa Tokenized Asset Platform“ (VTAP). Diese soll „Real World Assets“ für Finanzinstitutionen tokenisieren, was zunächst einmal vor allem „Fiat-gedeckte Token“ meint, also Stablecoins.

„Wir denken, es ist eine signifikante Gelegenheit für Banken, ihre eigenen fiatgedeckten Token auf Blockchains herauszugeben, und zwar in einer regulierten Weise, die es ihren Kunden erlaubt, an den onchain-Kapitalmärkten teilzunehmen,“ erklärt Sheffield. Es geht also darum, mit regulierten Stablecoins einen Zugang zu DeFi-Märkten für andere tokenisierte Werte zu schaffen.

Visa hatte eigentlich Zentralbanken, etwa in Hongkong oder Brasilien, geholfen, digitales Zentralbankgeld herauszugeben. Dann aber hatten immer mehr Banken, erzählt Sheffield, gefagt, was fiat-gedeckte Token und tokenisierte Einlagen seien und ob sie selbst welche herausgeben sollten. Darauf reagierte Visa offenbar mit der VTAP.

Laut Coindesk und der noch nicht offiziellen Ankündigung sollen diese „fiat-gedeckten Token“ – Visa vermeidet den Begriff der Stablecoins – auf dem Ethereum-Netzwerk durch Smart Contracts herausgegeben werden. Die Ankündigung wiederholt, dass diese Stablecoins kein Selbstzweck sind, sondern dazu dienen sollen, „tokenisierte RWA“ zu kaufen und zu handeln, was „Real World Assets“ meint, etwa Aktien oder Staatsanleihen.

Die BBVA erwarte, so Coindesk, schon im nächsten Jahr mit einem Piloten live zu gehen. Man kann sich darauf freuen. Nicht nur, weil ein Stablecoin auf der Ethereum-Blockchain ein hohes Maß an Interoperabiliät mit bestehenden Wallets und dApps verspricht – sondern auch, weil die private Wirtschaft der Zentralbank EZB um Lichtjahre voraus ist, und deren digitaler Euro (CBDC), der für irgendwann angekündigt ist, schon jetzt Makulatur ist.

 


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