Zur US-Wahl und Bitcoin und Krypto
Donald Trump, 2013. Bild von Gage Skidmore via flickr.com. Lizenz: Creative Commons
Ja, es ist, wie es ist, und daran kommt man weder heute noch morgen vorbei. Aber was bedeutet die Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten — für Bitcoin, für andere Kryptowährungen und für das Ökosystem an sich? Ist es „gut für Bitcoin“? Einige Anmerkungen dazu – und ein Stück darüber hinaus.
Für den Anfang, sozusagen als Präambel, muss man eines vermerken: Die Prediction Markets – vor allem Polymarket – haben den Test bestanden. Nicht nur das: Sie stellen die etablierten Mittel und Umfragen weit in den Schatten. Während Umfragen ein Kopf-an-Kopf rennen prognostizierten oder Kamala Harris sogar nach vorne setzte, hat Polymarket eine bestürzend klare Mehrheit für Trump vorhergesagt — den Erdrutschsieg, den keiner sehen wollte.
Das ist nicht nur ein bißchen besser, sondern ein ganz anderer Maßstab, wie Elle gegen Zentimeter, und das wird auch seine Folgen haben: Es wird das Instrumentarium der sozialen Prognostik – und damit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft – nachhaltig verändern. Wir haben ein neues, starkes Instrument. Das sollte man feiern, aber auch mit Skepsis beobachten.
Daneben gibt der große Prediction-Market, DER Markt, für Bitcoin und Kryptowährungen, grünes Licht für Donald Trump. Bitcoin steigt, macht mit mehr als 75.000 Dollar und 70.000 Euro ein definitives Allzeithoch, die anderen Coins ziehen nach. Der Markt mag das Ergebnis der Wahl. Auch der US-Aktienindex Dow Jones klettert auf ein Allzeithoch, der deutsche Dax fällt, aber auch nicht so stark.
Nun aber ans Eingemachte: Ein paar Bemerkungen zum Wahlausgang, vornehmlich aus der Perspektive von Bitcoin und Krypto.
1. Generell gilt Trump als kryptofreundlich. Alles andere außer vor gelassen ist das eine gute Nachricht für die Branche. Selbst wenn er nur die Hälfte von dem umsetzt, was er versprochen hat. Auch der neue Kongress ist kryptofreundlicher als jemals zuvor. Die Lobbyarbeit der Branche hat nicht nur für Trump, sondern über die Parteigrenzen hinaus die Stimmung verändert, sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat. Mit Robert F. Kennedy Jr. und Elon Musk bringt Trump mindestens zwei Personen ins Weiße Haus, die Bitcoin und Krypto nahe stehen, David Balley, der Herausgeber des Bitcoin Magazines, ist zudem sein Krypto-Berater.
2. Trump ist, erstens, pro Bitcoin. Er will beschlagnahmte Bitcoins einer nationalen Reserve zuführen, was vermutlich manche Governeure, wie in Florida oder Wyoming, ermutigen wird, schon lange gehegte Pläne, Bitcoins für die Staatskasse anzuhäufen, umzusetzen. Trump hat ebenfalls versprochen, die USA zum wichtigsten Mining-Standort machen oder als solchen zu erhalten, Silk Road Gründer Ross Ulbrich zu begnadigen und die Regulierung lax zu halten. Bei der Börsenaufsicht SEC wird voraussichtlich Heister Pierce die Führung übernehmen, die nicht ohne Grund den Spitznamen „Crypto Mom“ trägt.
3. Trumps Familienunternehmen, geführt von Donald Junior, hat kürzlich ein DeFi-Projekt enthüllt: World Liberty Finance. Dahinter steht auch die Erkenntnis, dass Stablecoins das beste sind, was dem Dollar je geschehen konnte. Die DeFi-Plattform soll US-Bürgern den Zugang zu Stablecoins vereinfachen und diese generell fördern.
4. Wenn man das eine und das andere zusammenzählt, landet man, ein paar Stufen höher, bei einer globalen Hyberdollarisierung durch Stablecoins, gedeckt durch Bitcoin. Von allen bullischen Langzeitszenarien für Bitcoin ist das vermutlich das zweitgrößte. Nichts ist garantiert, aber es rückt in Sichtweite.
5. Und wir? Europa, Deutschland, Bayern sollten sich darauf einstellen. Wenn auch nur der Hauch einer Chance besteht, dass dieses Szenario sich verwirklicht, dass Bitcoin den Dollar und damit jede andere Währung der Welt deckt, wird es zur monetären Staatsräson, Bitcoins anzuhäufen. Das Versäumnis von Sachsen, das nur das ins Nest gefallene Ei hätte ganz oder teilweise behalten müssen, anstatt es einer Regel gemäß zu verkaufen, zeigt sich nun als katastrophaler Fehler, der sich nicht wiederholen darf. Aber selbst bei einer durchgreifenden Einsicht, selbst wenn Friedrich Merz morgen verkündet, eine nationale Bitcoin-Reserve aufzubauen – selbst dann kann man sicher sein, dass die Golfstaaten, einige südamerikanische, asiatische und auch afrikanische Länder uns hier weit voraus sein werden.
6. Dasselbe bei Stablecoins. Wenn Dollar-Token in den USA eine größere Rolle spielen werden – und das ist ziemlich interessant – tut sich Europa gut daran, die Kompatibilität zu diesen zu wahren. Eine Regulierung, die wie MiCA den Umlauf privater Stablecoins erschwert, ist hier ebenso ein Fehler, wie darauf warten zu wollen, bis die EZB irgendwann Ende des Jahrzehnts eventuell einen digitalen Euro herausgibt. Wenn die USA das ausspielt, was Stablecoins für den Dollar tun könnten, bleibt Europa keine andere Wahl, als für maximale Kompatibilität zu sorgen.
An der Stelle gehen wir zu einigen allgemeineren Gedanken zur Wahl über.
6. Trumps Wahl muss auch über Krypto hinaus ein Weckruf sein. Das hört man gerade ja von allen Seiten. Das interessanteste an Trump ist, personell betrachtet, nicht Trump selbst, sondern Elon Musk. Der reichste Mann der Welt. Musk hat E-Autos cool gemacht, ein globales Satelliten-Internet gebaut, Raketen ins All geschossen und wieder aufgefangen und Fabriken für humanoide Roboter errichtet; nachdem er Twitter gekauft hatte, entließ er 80 Prozent des Personals oder so – und Twitter läuft weiter. Wenn er, als Trumps Innovationsminister (oder so) mit demselben Geist regiert, wird etwas auf uns zu kommen: Roboterarmeen, Laserpanzer, bemannte Raumflüge, Solarfelder von der Größe von Hessen, eine öffentliche Verwaltung, die mit einem Fünftel des Personals effizienter denn je arbeitet, weil sie großflächig KIs und Roboter einsetzt … Musk liebt es, Techik-Träume der letzten Jahrzehnte umzusetzen, und er hatte noch niemals bessere Voraussetzungen für einen großen Wurf.
8. Ob im Guten wie im Schlechten: Europa muss sich ranhalten, nicht abgehängt zu werden, nicht in der eigenen Bürokratie und Regelgebundenheit zu ersticken. Die Zeit tickt, und die EU muss in der Lage sein, mit China und den USA mitzuhalten, wenn es nicht als ganzes in die zweite Welt zurückfallen will.
9. Passend dazu, und nur in Kürze: In Israel dürfte man Trump feiern, da er damit geworben hat, Israel zu unterstützen. Der Iran wird es sich vielleicht zwei mal überlegen, den angekündigten Gegenschlag abzugeben, die Houtis im Jemen haben vorsorglich ihren Krieg gegen Israel für beendet erklärt.
10. Weniger schön sieht es für die Ukraine aus. Wenn sie wirklich Pech hat, wird Trump – oder Elon Musk oder sein Vize J. D. Vance – von Russland erpresst. In dem Fall würde es wirklich bitter werden. Aber auch sonst. Trump hat versprochen, rasch Frieden zu schaffen, was gut sein kann, aber, nach allem, was man von ihm und seinen Mitstreitern hört, eher ziemlich schlecht ist.
11. In jedem Fall ist Europa auf sich alleine gestellt. Zumindest stärker als bisher. Das wird Kosten verursachen, umstritten sein, für Streit und endlose Diskussionen sorgen, zwischen Interessensgruppen, Parteien, Ländern. Man könnte in der Lage gut die 850 Millionen Euro brauchen, die Sachsen durch den Panikverkauf der 50.000 Bitcoins verloren hat, die dem Bundesland wie die Jungfrau dem Kind in den Schoss gefallen war. Vor allem aber wird es, um das zu wiederholen, mit dem Geist, der hinter dem Verkauf steht, und der es noch nicht einmal vermag, ihn rückwirkend einen Fehler zu nennen oder das Problem daran zu erkennen, dass eine geldstrategisch für die Zukunft hochrelevante Frage nach einer Regel entschieden wurde, um ja nichts falsch zu machen – mit diesem Geist wird es schwierig werden, irgendetwas zu erreichen.
12. Aber ich will nicht in die Spatzen auf den Dächern einfallen. Man wird darüber viel lesen, hören, reden. „Interessant“ wird auch, was der Impfgegner Robert Kennedy als Gesundheitsminister machen wird.
13. Ansonsten kann man nicht viel prophezeien. Der Erfolg des Trumpismus – Lüge statt Argumente, Hetze statt Anstand -, die Verachtung der Demokratie, die Trump bei der letzten Wahl demonstriert hat, die Zentralisierung der Macht, die ein Elon Musk erhält, die Nähe zu Autokraten, die Leugnung des Klimawandels — all das ist über jedes Maß beunruhigend, es wird unschöne Konsequenzen haben, fürs Klima, sowohl das ökologische, als auch das soziale. Aber das muss ich euch nicht sagen.
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Das mit der Verwaltung die mit einem Fünftel an Mitarbeitern gleich gut arbeiten kann ist wohl ein schlechter Scherz? Was mit Startups funktioniert haben schon viele Grosskonzerne feststellen müssen funktioniert bei eingewachsenen Prozessen.
Kommt noch dazu, dass die Millionen an Menschen danach einen anderen Job oder Sozialhilfe haben müssten. Ich verstehe den Fokus der Liberalen auf eine Personalfokussierte Verschlankung beim Staat wirklich nicht. Das geht nicht so auf wie gewünscht.
„Das geht nicht.“
Wird sich zeigen.
Naja, ab einem gewissen Grad der Ineffizienz macht mehr Personal die Dinge nicht effizienter, sondern noch ineffizienter.
Twitter ist ja auch kein Startup mehr, sondern eine langjährig gewachsene Firma. Dass das Ding weiterhin genauso gut funktioniert ist schon beeindruckend.
Was heisst Funktionieren? Klar. Die Server laufen. Aber finanziell gesehen läuft es schlechter als vorher.
Ja, vorher haben sie auch kein Geld verdient, aber weniger verbrannt. Jetzt sind die Einnahmen halt drastisch gesunken. Vorher hat man viel in Weiterentwicklungen investiert, jetzt passiert da kaum noch was.
Twitter war schon immer ein digitales Unternehmen, im Gegensatz zur Verwaltung oder alten Unternehmen. Alte Unternehmen haben den Schritt ins digitale Zeitalter dann geschafft, wenn sie viel Geld in die Hand genommen haben. In der Verwaltung wird das ja gar nicht investiert. Deshalb dauert es ja ewig. Einfach von Null auf hundert viele Leute rausschmeissen macht nichts besser.
Über die Einnahmen habe ich keine Einsicht / Meinung. Was die Funktionen angeht, hat sich Twitter seit Musk eher schneller als langsamer entwickelt. Ordner für Lesezeichen, Community Notes, Ansicht der Anzahl Views, Abos, lange Posts … nicht unbedingt alles gut, aber man kann echt nicht sage, es werde nichts mehr in Weiterentwicklung investiert.
Dass die Verwaltung nicht besser wird, wenn man über Nacht 80 von 100 Leuten rauswirft, ist klar. Solange die ganzen Regeln weiterhin bestehen, ist es dann nur noch eine nicht funktionale Verwaltung. Aber ich bin auch sicher, sie wird nicht um 80% schlechter werden, und ich wage zu behaupten, ein Drittel mehr Personal würde die Verwaltung nicht effizienter, sondern ineffizienter machen, während die Entlassung eines Drittels, per Loswurf, sie effizienter machen würde.
Dass der öffentliche Dienst nach 30 Jahren Internet und Digitalisierung eher mehr als weniger Persona braucht, um im Kern dieselbe Leistung zu erbringen, ist schon bezeichnend, oder?
Also die meisten Entwicklungen hat Twitter vor Musk gemacht, sie wurden aber nie Produktiv gestellt. Das meiste was jetzt eingeführt wurde, lag schon bereit in der Ablage. Die vorherige Führung war einfach sehr konservativ was das tatsächliche Ändern am Produk betraf. Wirklich neu entwickelt und eingeführt wurde jetzt kaum mehr was.
Was Kündigungen in der Verwaltung betrifft, also wie gesehen, abgesehen vom Nutzen her den ich gesamtgesellschaftlich nicht sehe (die Leute brauchen ja trotzdem Geld), wo genau willst du denn kürzen, was erhoffst du dir davon?
Polizei, Forschung&Wissenschaft, Geheimdienst, Einwohnermeldeamt, Bildung?
Wo entstehen überhaupt die grössten Kosten?
Dass die Digitalisierung bisher nicht zu weniger Personal führt ist klar, denn es ist ja noch viel zu wenig digitalisiert was wie gesagt an mangelnden Investitionen liegt.
Ein Riesenteil der Verwaltung macht übrigens der Teil aus, der nur dank Neoliberalismus entstanden ist. Denn der Einsatz der ganzen Lobbyisten aus der Wirtschaft hat ja nie darauf abgezielt, Gesetze abzuschaffen sondern komplexe Regularien zu schaffen innerhalb deren sich die Firmen „frei“ bewegen können. Das Ziel davon ist klar, grosse bestehende Firmen haben einen Vorteil, sie können sich die Fachpersonen leisten die schauen, dass das Produkt diesen Regularien entspricht.
Den ganze Verwaltungsapparat dahinter (erstellen und überprüfen der Gesetze) kann man jetzt auch nicht wieder so leicht loswerden.
Noch eine kleine Anmerkung. Personal macht in den USA 15% des Budgets des Staatshaushalts aus.
Eigentlich hat Elon Musk nicht einfach Leute rausgeschmissen, um mal Leute rauszuschmeissen, sondern das Unternehmen entwoked. Das machen zur Zeit viele Unternehmen. Die nun „fehlenden“ Leute hatten nämlich nichts weiter getan als anderen Leuten auf die Nerven zu gehen und beim arbeiten zu stören.
Haha, ja, falls es so ist, klassischer Fall von „Weniger Effizienz durch mehr Personal“, weil das Personal, das man reinholt, sich damit beschäftigt, den anderen die Arbeit zu erschweren. Wild geschätzt trifft das gewiss auf mindestens ein Drittel des deutschen Verwaltungspersonals zu. Vielleicht auch zum Teil auf ganze Behörden.
Digitalisierung macht die Arbeitsabläufe transparenter und damit effizienter. Man muss sich nur einmal anschauen welchen gigantischen Rechenkapazitäten Musk mit xAI gerade in wenigen Wochen aus dem Boden gestampf hat. Das übersteigt jede Vorstellung. Das ist größer als die Landung auf dem Mond. Und wie damals begreift die USA gerade, dass sie dem Rest der Welt meileneit voraus sind und machen kann was sie will. Wenn das so weitergeht wird in wenigen Monaten Musks DOGE-Ministerium die Verwaltung komplett neu denken. Pun intended. Und dann ist die USA plötzlich noch effizienter. Oder bezweifelt jemand, dass Musk das hinbekommt?
Wir müssen JETZT proaktiv werden und unser Haus in Ordnung bringen oder wir sind schlicht nicht schlagkräftig. Dazu muss man sich erst einen Überblick verschaffen welche Arbeitsabläufe man überhaupt hat um dann zu sehen wo man beginnt. Wo beginnt man? Wie bei einer unordentlichen Haus auch. Raum für Raum – und ist der erste Raum aufgeräumt spürt man es schon im ganzen Haus und alles wird leichter. Doch der Wille fehlt. Das ist in Ordnung. Man kann von einer Verwaltung nicht verlangen, dass sie sich selbst radikal in Frage stellt.
Zumindest war das früher so. Heute ist mehr Bewusstsein erforderlich – oder jemand kommt auf die Idee eine KI auf alle die vielen Formulare, Anträge, Förderungen etc. anzusetzen und wegzuanalysieren was keine Funktion mehr erfüllt die den Bürgern nützt. Da fände ich es schon besser wenn Menschen aus der Verwaltung den ersten Schritt von innen heraus täten. Es gibt letztlich keinen Grund sich zu fürchten.
Denn die Zukunft ist IMMER eine Herausforderung. Folglich gibt es nur einen Weg, nämlich ihr mit Vertrauen und Mut zu begegnen. Das ist auch die Essenz aus all den vielen Geschichten die wir uns seit Jahrtausenden erzählen.
Noch ein Aspekt für uns Europäer: Wie schon gesagt, wird Europa mehr Ausgaben haben – für Rüstung, für Wirtschaftsförderung, für Sozialausgaben, um den Populismus nicht weiter anwachsen zu lassen. Und es wird weniger Einnahmen haben, weil es technologisch nicht mehr mithält.
Also brauchen die Staaten Geld – und das werden sie auch bei den (neu-) reichen Cryptobesitzern suchen. Italien will den Steuersatz auf 42% heben, Dänemark denkt an Besteuerung von unrealisierten Gewinnen, in Deutschland werden die Stimmen auch lauter, die mehr abschöpfen möchten.
1. Befürworter von digitalem Gold verweisen oft auf das Ende der Goldbindung. Man hofft, dass man jetzt das Finanzsystem neu aufbaut, aber mit BTC gedeckt. Weshalb wurde aber Bretton-Woods beendet? Weshalb sollte eine ähnliche Situation nicht auch mit digitalen Gold möglich sein?
2. Man bezeichnet den Verkauf der BTC durch Sachsen als Fehler. Woher will man wissen, was falsch ist, wenn man die Zukunft nicht kennt? Zumindest kennt man die Vergangenheit sowie die Gesetze und Handlungsanleitungen. Es mag hier zwar welche gegeben haben, die damals schon wussten, dass Trump der neue Präsident werden würde (obwohl mir unklar ist, wie man das Überleben des Attentats hätte vorhersehen können 😉 ). Aber selbst mit Trump ist nicht ganz klar, was wann wie passiert und welche Folgen das für BTC oder was auch immer hat. Ja, die Wahrscheinlichkeit steigt für eine Steigerung des Preises. Aber sicher ist das nicht. Zu selten werden eigene Positionen nicht kritisch hinterfragt. Es geht nicht darum, den Standpunkt zu wechseln, sondern die Sicht darauf zu schärfen, wo potenzielle Risiken liegen könnten, was ggf auch das Ergreifen von Gegenmaßnahmen ermöglicht.
Es ist noch nicht so lange her, dass man sich nicht vorstellen könnte, dass es jemals einen Ersatz für Gold geben würde, der dessen Rolle übernehmen könnte und damit Gold entwerten könnte. Abgesehen davon, dass dies noch nicht ausgemachte Sache ist, woher will man wissen, dass dies nicht auch ähnlich mal für BTC erfolgen kann?
Es fehlt der heutigen Generation manchmal etwas Demut vor den Grenzen des eigenen Wissens und der eigenen Vorstellungskraft. Das soll ja das Streben nicht bremsen.
Gerade weil man nicht in die Zukunft sehen kann, sollte man sich Neuerungen nicht gänzlich verschließen. Man weiß ja nie, wie sich die Dinge entwickeln werden und vielleicht verschläft man sonst einen Trend oder setzt dabei auf das falsche Pferd. Deshalb täten unsere Politik und unsere Währungshüter gut daran, auch gegenüber Krypto aufgeschlossen zu sein, und gegebenenfalls „Kompromisse“ einzugehen. Genau so wenig wie man sein ganzes Vermögen in Krypto investieren sollte, wäre es auch denkbar gewesen die beschlagnahmten sächsischen BTCs als kleinen Grundstock für eine Art „Staatsfond“ vorzusehen. Alleine aus Diversifikationsgründen ist es sinnvoll, zumindest 3-5% des Vermögens in BTC anzulegen. Auch falls BTC irgendwann in der Bedeutungslosigkeit verschwinden sollte, einen Vermögensverlust von 3-5% bedeutet nicht das Ende und eine Gesellschaft könnte dies durch BIP-Steigerungen innerhalb von 2-3 Jahren locker wieder ausgleichen. Die gleichen Überlegungen gelten ebenso für den privaten Vermögensaufbau.
Wer vorsichtig sein möchte investiert 1-3% in BTC und alles wird gut 😉
Lieber Kranich, Du beschreibst und argumentierst unideologisch/ undogmatisches ein abgewogenes Vorgehen. Das ist eine ganz andere (viel bessere) Diskussionsgrundlage als die oft (in sozialen Medien) in diesem Kontext gebrachten Argumente.
Ich kritisiere oft Extrempositionen oder die Methode, mit der manche zu ihren Ergebnissen kommen und die dann den Eindruck erwecken, diese zur absoluten Wahrheit zu erheben. Generell scheint es in Deutschland leichter zu sein, von einem Extrem ins andere zu kippen.
PS: Danke für Deinen sehr angenehmen Diskussionsstil hier im Forum.
Lieber Wolfgang, danke für Deine netten Worte. Ich verfolge das allgemeine Börsengeschehen nun auch schon etwas länger und muss leider aus eigener Erfahrung berichten, dass meine Investments meistens dann schief gingen, wenn man meinte den Börsenmarkt aufgrund persönlicher Präferenzen oder prinzipieller Überzeugungen, kurz- und mittelfristig, vorhersehen zu müssen. Ungeduld und Wunschdenken sind bei funktionierenden Märkten i.d.R. die schlechtesten aller Ratgeber. Aber das muss ich Dir ja nicht erzählen. Ich nehme mir auch deshalb die Zeit für den einen oder anderen Kommentar, um die etwas unerfahreneren Anleger (die es schaffen sich durch meine oftmals etwas längeren Ausführungen zu „quälen“ ;-)) etwas mehr für Deine sehr schön beschriebene Demut zu sensibilisieren. 🙂
Dass der Diskussionsstil hier im Forum vergleichsweise angenehm ist, sehe ich ebenfalls so. Das ist bestimmt auch dem sachlichen Schreibstil von Christoph zu verdanken, der, wie ich finde, sich ebenfalls sehr viel Mühe dafür gibt, keine all zu große Polarisierung aufkommen zu lassen. Deshalb an dieser Stelle von mir ein großes Dankeschön an Christoph, dass Du uns schon so viele Jahr mit den vielfältigsten Hintergrundinformationen zum Thema Bitcoin und Krypto versorgst. Vielen Dank @Christoph, mach bitte noch lange weiter so 🙂
In der Tat, Kommentare werden meist für entgegengesetzte Meinungen oder Kritik genutzt.
Man könnte Christoph hin und wieder Anerkennung auch explizit zukommen lassen, viel Gegenwind kann emotional schon ganz schön zerren. 🙂
Danke Christoph!
Oh, vielen Dank Wolfgang! Aber an sich finde ich die Kommentare hier verglichen mit dem Rest des Internets zivilisiert und hilfreich und sachlich.
Vielen Dank, sehr nett, das zu hören!
Wichtig wird sein:
Was passiert mit Gary Gensler ab Mitte Januar ? Gibt es dann eindeutige Regulierungsvorschriften ?
Das world Liberty Finance Projekt hat mich nicht überzeugt.
Und werden auf aave auch Euro stable coins angeboten.
Und kommt real world assets in die Gänge, also kann man Aktienteile über eine Blockchain besitzen und handeln.
Alles richtig, nur läuft bisher schon eh mehr in Dollar-Stables, viel mehr, und Trump wird das sehr wahrscheinlich antreiben, während die EU nicht anders kann, als zu bremsen.
Warum freut sich die deutsche Kryptoszene über die neue US-Regierung? Warum treten ethische Fragen zunehmend in den Hintergrund? Ich denke nicht, dass die aktuelle US-Regierung im Sinne Satoshi Nakamotos ist.