Wallets im Vergleich

Bildquelle: ulifunke.com / bitcoin.de

Die Wallet ist Ihre digitale Geldbörse. Sie verwaltet die privaten Schlüssel der Adressen, auf denen Ihre Bitcoins gespeichert sind. Wir präsentieren eine Auswahl der am häufigsten verwendeten Wallets.

Es gibt eine Sache, in der jede Wallet gleich ist: Sie beherrschen die folgenden sechs Funktionen:

  • Bitcoins senden
  • Adressen als Zeichenfolge oder QR-Code anzeigen, um Bitcoins zu empfangen
  • eine Nachricht signieren, um zu beweisen, dass man der Besitzer einer Adresse ist
  • die Wallet mit einem Passwort verschlüsseln
  • die privaten Schlüssel sichern
  • Adressen in einem Adressbuch speichern

Dennoch hat jede Wallet ihre eigenen Funktionen und auch ihren eigenen Stil. Welche davon für Sie wichtig sind, hängt davon ab, was Sie mit der Wallet machen: Wollen Sie darauf Ihre Ersparnisse speichern? Oder wollen Sie lediglich kleine Beträge beim Online-Shopping ausgeben?

Bei jeder Wallet sollte man die angebotenen Möglichkeiten nutzen, die Schlüssel zu sichern. Falls es zu Probleme mit der Wallet kommt, lohnt sich ein Blick ins Subforum von Bitcointalk, wo oft die Entwickler selbst mit Rat bereitstehen.

Bitcoin-QT – der Original-Client

Bitcoin-Qt, auch Satoshi-Client oder schlicht der Original-Client genannt, ist das graphische Interface des Bitcoin-Protokolls. Nur diese Wallet bildet einen vollständigen Node im Netzwerk. Der Client speichert die komplette Blockchain, was bedeutet, dass er, bevor er zum ersten Mal einsatzfähig ist, derzeit gut 17 Gigabyte herunterladen muss. Es kann also gut eine Woche dauern, bis es soweit ist. Dafür unterstützt man mit QT jedoch das Netzwerk und verwendet den am intensivsten entwickelten Clienten.

Das Design des Original-Clienten ist spartanisch. Die üblichen Funktionen sind übersichtlich angeordnet und auch für Anfänger problemlos zu bedienen. Anders als bei den meisten Wallets bestimmt man im Clienten selbst, ob und wie hohe Transaktionsgebühren man bezahlt. Um die zahlreichen weiteren Funktionen des Clienten zu verwenden, muss man die Konsole im Debug-Fenster aufrufen und manuell Befehle eingeben. So gibt es etwa die Möglichkeit, die Blockchain in einem anderen Ordner zu speichern, private Schlüssel zu importieren und mehr.

Etwas kompliziert ist die Sicherung der Wallet. Dazu müssen Sie die Datei wallet.dat kopieren. Diese befindet sich standardmäßig in folgendem Ordner: C:UsersPrivatAppDataRoamingBitcoin – falls Sie ihn nicht finden, müssen Sie in Ihren Ordneroptionen die Anzeige versteckter Dateien aktivieren.

Update: Mittlerweile gibt es die Version 0.9.0 und 0.9.1 genannt Bitcoin Core mit einigen neuen Funktionen und Updates wie etwa die Senkung der Transaktionsgebühr für Dust auf 0,00001 BTC.

Armory – maximale Sicherheit

Armory gilt als sicherste Wallet und wartet mit einer Fülle von Sicherheits-Optionen auf. So kann man etwa ein Paperwallet ausdrucken, ein digitales Backup erstellen oder die Privaten Schlüssel anzeigen lassen, um sie abzuspeichern.

Da aber selbst die sicherste Wallet nur so sicher ist wie das System, auf dem sie läuft, unterstützt Armory die Option, Transaktionen offline zu signieren. Das bedeutet, dass die Transaktion auf einem mit dem Internet verbundenen PC erstellt und gesendet, aber auf einem anderen, nicht ans Netz angeschlossenen PC, signiert wird. Der private Schlüssel hat so also keinen Kontakt zum Internet.

Man muss jedoch einräumen, dass Armory etwas schwerfällig ist. Empfohlen wird ein Arbeitsspeicher von mindestens 4 Gigabyte, besser noch 8. Zudem benötigt Armory den QT-Clienten, um überhaupt zu funktionieren, da er über diesen die Blockchain lädt. Wenn man Armory startet, befindet sich die Wallet zunächst im Offline-Modus. Etwa 5-10 Minuten später hat sie synchronisiert, wodurch die Bestände sichtbar werden. Anders als QT kann Armory mehrere Wallets speichern.

Um die Wallet zu sichern, sollten Sie eine Paperwallet erstellen. Diese hat auch den Vorteil, dass sie nicht passwortverschlüsselt ist und Sie mit ihr die Wallet auch dann bergen können, wenn Sie Ihr Passwort verloren haben.

Electrum – ein leichtes Wallet mit Seed

Eines der beliebtesten Wallets ist Electrum. Es lädt nicht die komplette Blockchain herunter, sondern synchronisiert mit einem Server. Das Design ist spartanisch, die Wallet besticht durch einige spezielle Optionen. So zeigt es eine Seed – eine Phrase aus einigen willkürlichen Wörtern – an, wenn Sie eine Wallet anlegen. Mit ihr können Sie die Wallet bergen und jederzeit auf einem anderen Rechner anlegen.

Neben den üblichen Funktionen lässt auch Electrum Offline-Transaktionen zu, wofür es einen Master Public Key verwendet. Zudem bietet die Wallet eine Read-Only-Version und einen auf das Wesentlichste reduzierten Lite-Modus. Darüber hinaus zeigt Electrum die Bestände des Wallets in jeder beliebigen Währung an.

Der Lite-Modus von Electrum

MultiBit – ein weiteres leichtes Wallet

Ein weiteres beliebtes Light-Wallet ist MultiBit. Wie Electrum synchronisiert es mit einer extern gespeicherten Blockchain, was wenige Sekunden bis Minuten dauert. Man kann mehrere Wallets anlegen, Transaktionen speichern und offline signieren, private Schlüssel ex- und importieren.

MultiBit überzeugt darüber hinaus mit einigen kleinen weiteren Optionen: Man kann empfangene, signierte Nachrichten prüfen, das Design geringfügig anpassen und einen Währungsticker mit den aktuellen Preisen von zwei Marktplätzen anzeigen lassen. MultiBit ist übersichtlich und bestens geeignet, um zum Beispiel Zahlungseingänge auf verschiedene Adressen zu verwalten. Allerdings gibt es einige Berichte über kleine Bugs, die zum Verlust von Bitcoins führen können.

Kryptokit – die Wallet für den Browser

Die wohl benutzerfreundlichste Wallet ist jedoch das Kryptokit. Dieses bemerkenswerte Plugin von Google Chrome bringt in übersichtlichstem Design eine Fülle von Optionen unter. Wie die anderen Wallets kann es  Bitcoins senden und empfangen, den Betrag auf der Wallet in einer beliebigen Währung anzeigen und den privaten Schlüssel als Brainwallet exportieren. Wie sicher es ist, Bitcoins in Chrome zu speichern, ist eine andere Frage. Wer jedoch mit einem geringen Betrag durchs Internet surfen will, findet im Kryptokit eine ungeschlagen komfortable Lösung.

Über diese Standardfunktionen hinaus bietet das Plugin einige weitere bemerkenswerte Funktionen: Zum einen kann es GPG-Schlüssel erzeugen und verwalten und verschlüsselte Nachrichten versenden. Zum anderen spielt es einen Nachrichtenticker zum Bitcoin ab und hat eine eine integrierte Liste mit Webshops, die den Bitcoin akzeptieren.

Bitcoin Wallet für Android von Andreas Schildbach

Während Apple Bitcoin-Apps blockt, fährt google eine offenere Politik. Im Google-Playstore gibt es daher auch mehrere Android-Wallets, von denen die “Bitcoin Wallet für Android” vom deutschen Entwickler Andreas Schildbach der Klassiker ist. Wie gut die Wallet geschrieben ist, zeigt sich auch daran, dass sie zur Grundlage der mobilen Dogecoin-Wallet wurde.


Weitgehend ohne Schnickschnack, mit der Möglichkeit, den privaten Schlüssel zu exportieren, der fortlaufenden Implementierung neuer Entwicklungen sowie einem herausragenden Support durch den Entwickler ist die Wallet eine gute Lösung für mobile Systeme.

Mycelium – die schicke Wallet für Android

Falls es eine Bitcoin-Wallet gibt, die so so etwas wie ein Design hat, dann ist es Mycelium. Die App für Android ist eine schlanke Wallet, die augenblicklich mit dem Server verbunden ist. Neben dem einfachen Senden und Empfangen mit QR-Codes oder manueller Adress-Eingabe gibt es einige weitere spezielle Funktionen: So kann man etwa die Adressen von anderen Wallets zur Beobachtung einspielen, die Referenzwährung mitsamt Marktplatz bestimmen, wählen, ob Bitcoins, Millibitcoins oder Mikrobitcoins angezeigt werden und die Operationen über spezielle Server oder TOR leiten.

Um die Wallet zu sichern, kann man den privaten Schlüssel exportieren und eine PIN bestimmen. Für Android-Nutzer ist Mycelium ohne Zweifel eine angenehm zu verwendende Option.

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17 Comments on Wallets im Vergleich

  1. Cryptonit // 5. March 2014 at 20:29 // Reply

    Schöne Übersicht.

    Blockchain ist noch relativ beliebt, da sie nicht die Private Keys haben.

    Bei Mycelium müsste es glaub ich statt Pikobitcoins Mikrobitcoins lauten.

  2. Irgendwie fehlt hier blockchain.com ? Ist doch quasi das online wallet

  3. Bitcoin User // 5. March 2014 at 20:35 // Reply

    Sehr schöner Artikel, vielen Dank!

    Unklar ist mir nur warum die Android-Wallet von Andreas Schildbach, die sehr zuverlässig ist, guten Support hat und auch die neusten Innovationen meist zügig umsetzt (z.B. das neue Payment Protocol BIP 070)

  4. Bitcoin User // 5. March 2014 at 20:35 // Reply

    Sehr schöner Artikel, vielen Dank!

    Unklar ist mir nur warum die Android-Wallet von Andreas Schildbach, die sehr zuverlässig ist, guten Support hat und auch die neusten Innovationen meist zügig umsetzt (z.B. das neue Payment Protocol BIP 070) fehlt! Die ist doch sogar “Made in Germany” 🙂

  5. Nureinbeitrag // 5. March 2014 at 21:46 // Reply

    Ein Riesen Plus für Mycelium ist auch noch, dass man Private Keys (von z.B Cold Wallets) Einscannen kann, Bitcoins ausgeben kann. Der Private Key wird danach aus dem System Gelöscht. Super Bequem! Eine der Sichersten Methoden um von Cold Wallets, ohne größere Umstände, Bitcoins auszugeben.

  6. BauerJup // 5. March 2014 at 23:13 // Reply

    In der zusammenstellung fehlt noch ganz klar der “original” Android Client, von Andreas Schildbach!

    Der da treffender weise heißt : “Bitcoin Wallet”

    Kein schick schnak aber alles was es braucht, der Beste Klient für den Tagesbedarf Bitcoins to Go.

    Ganz nebenbei legt die app noch viel wert auf Sicherheit.

    https://play.google.com/store/apps/details?id=de.schildbach.wallet

  7. maxmuster // 6. March 2014 at 12:21 // Reply

    Super Thema. Danke.
    Die/das? blockchain online wallet würde mich auch noch interessieren.
    Und auch etwas mehr Grundlagen bitte.
    ZB. ist coldwallet = paperwallet?
    Was ist Brainwllet?
    Wie sicher ist es mit einem W-Lan Gerät z.B. wenn man wie im Text erwähnt, eine Hardware nur für Bitcoin und onlineBanking verwenden will?
    z.B. gefällt mir Lenovo IdeaPad A10 ab 179,– frei Haus.
    Oder besser einen Thread im Forum dafür eröffnen?

  8. Eine willkürliche, aber spannende Ergänzung: Mycelium entwickelt derzeit eine Funktion, um über die App lokal Bitcoins zu handeln, also im Prinzip eine verteilte Bitcoin-Tauschbörse. Zum Testen der Funktion kann die Testnet-Wallet von Mycelium heruntergeladen werden: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.mycelium.testnetwallet&hl=de

  9. Was passiert eigentlich wenn die Blockchain mal 100 GB oder 1000GB groß ist?

    In einem Jahr hat sich diese fast verdoppelt, soweit ich das abschätzen kann. Und so wie die Bekanntheit von Bitcoin exponentielles wachstum erlebt, unterstelle ich mal das es die Blockchain auch tut.

    Irgendwann sind wir ale auf Online-walets angewiesen oder solche wie Electrum. Ob diese wirklich sicher sind, wird hier im Artikel nicht wirklich aufschlussreich behandelt.

    Ich behaupte mal dass die es nicht sind. Solange man etwas anonym stehlen kann, wird man es auch tun. Und so auch das Guthaben auf irgendeinem Online-wallet etc.

    Der Fall der großen (Mt.Gox usw.) zeigt es, niemand ist sicher…

  10. Thomas Brandtstaetter // 8. March 2014 at 1:01 // Reply

    Auch interessant:

    http://www.bitcointrezor.com

  11. Hallo,

    verdient man denn mit dem Betreiben des Bitcoin core Geld ? Also bekommt man da die Transaktionsgebühr, da man Teil des Netzwerkes ist oder wer bekommt die Transaktionsgebühr ?

    besten Gruss,
    Roman

  12. Charly Imsel // 6. March 2017 at 14:52 // Reply

    habt ihr Erfahrung mit Coinbase?

  13. Toll geschrieben!

    Evt. findest du ja unsere neue Bitcoin online Wallet https://bitbeutel.com auch interessant.

    Deutsche Wallet, schnell und sicher.

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