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Der Bitcoin-Swap

Eine Neuheit: Die Tera Gruppe bietet nun Swaps für Bitcoins an. Damit können sich Marktteilnehmer gegen die Volatilität des Bitcoin-Preises absichern. Für Händler könnte dies die Möglichkeit eröffnen, Bitcoins in großem Stil anzunehmen – ohne sie direkt gegen Dollar oder Euro zu tauschen.

Die Tera Group hat am Montag, den 24. März, einen Bilateralen Bitcoin Swap angekündigt. Dieses Finanzinstrument erlaubt zwei Parteien, auf den künftigen Bitcoin-Preis zu setzen und sich damit gegen das Risiko durch die berüchtigte Volatilität des Bitcoin-Kurses abzusichern. Für die Bitcoin-Wirtschaft, die zum Teil sehr unten schwankenden Preises leidet, ist dies ein Meilenstein. Bisher stand es für Händler aus berechtigten betriebswirtschaftlichen Gründen schlicht nicht zur Debatte, in großem Stil Bitcoins zu akzeptieren, da die Risiken durch Kurseinbrüche unberechenbar sind. Nun können sie sich mit Swaps gegen solchen Verluste hedgen. Tera hat bereits einen Multi-Millionen-Dollar Swap konstruiert, der es ermöglicht, den Wert des Bitcoins gegen US-Dollars zu hedgen.

„Bitcoin Swaps sind ein Wendepunkt in der Evolution von Kryptowährungen“, sagte Tera-Geschäftsführer und Mitgründer Christian Martin. „Hinter dieser alternativen globalen Währung steht eine unglaubliche Kraft. Aber trotz dieser ganzen Begeisterung ist es entscheidend, dass die Marktteilnehmer Instrumente haben, mit denen sie ihr Preisrisiko hedgen können.“

Gemäß eines Swap-Vertrags können die Parteien eine Transaktion zu einem bestimmten Preis abschließen und sich diesen Wechselpreis für einen bestimmten Zeitabschnitt sichern. Geplant sind derzeit 25 Tage. Auch wenn diese Art des Derivates unreguliert ist, sucht Tera aktiv nach der Erlaubnis der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), um ein ähnliches Swap-Instrument auf regulierten Marktplätzen anzubieten.

Die Teragruppe, die aus TeraExchange und Tera Advanced Technologies besteht, ist ein globaler Pionier in der Entwicklung von Derivaten. TeraExchange ist ein Marktplatz für Interest Rate Swaps, Credit Default Swaps und weitere Finanzprodukte. Swaps sind Finanzderivate und damit hochspekulative Anlagen. Sie sind sozusagen Wetten auf den künftigen Preis eines Finanzproduktes oder ein anderes künftiges Ereignis – zum Beispiel das Wetter. Wiewohl umstritten, spielen Swaps als Absicherung für riskante Anlagen und Geschäfte eine große und konstruktive Rolle.

 

 

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3 Kommentare zu Der Bitcoin-Swap

  1. Wiedermal ein sehr informativer Beitrag.

    5 mal erwähnt das Bitcoin-Swap eine Art Hedgeing ist
    – und kein Mal erklärt wie das funktionieren soll…

    Wetten da dann zwei Parteien gegen einander?
    -Ok dann wird mindestens einer Verlieren.
    Wettet man da gegen den Betreiber der Plattform?
    -Dann wird er die Gebühren so hoch setzen oder sich anderer Tricks bedienen, dass man auf dauer als Kunde nur verlieren kann. (also ist es ein Casino???)

    Wie sollen nun bitte Verkäufer von einer Wette auf einem nicht regulierten Markt mit einer nicht regulierten Währung profitieren?

    genau so gut kann man als Verkäufer im Casino seiner Wahl, bei jedem Verkauf alles auf schwarz setzen. Die gewinnchancen sind ähnlich hoch, die Chance das man den Gewinn auch jemals ausgezahlt bekommt aber um einiges höher!

  2. muss man die Fehler die das jetzige Geldsystem beinhaltet sofort wieder machen?

  3. SWAPs sind absolut üblich in der Finanzwelt und zunächst nichts Verwerfliches.

    Genauso,
    – wie ein Reiseanbieter außerhalb des Euroraumes ein Währungsrisiko hat
    – wie ein Landwirt ein Marktpreisrisiko für seine Getreideproduktion hat,
    – hat ein Händler der Bitcoins akkzeptiert ein Kursrisiko solange, er seinen Einkauf und seinen
    Lohn in (z.B.) Euros akkzeptiert.

    Um dieses Risiko zu begrenzen bietet die Finanzwelt diverse Produkte (Futures, Forwards, Optionen usw.) und eben auch Swaps (=Sicherungsinstrument).

    Das besondere eines Swaps ist, dass i.d.R. nur die Preisänderung zwischen den Swappartnern ausgeglichen wird. Vielfältige individuelle Nebenabreden sind möglich.

    Das tückische daran ist, dass es eben auch rein ohne Grundgeschäft rein spekulativ in Swaps(=Wette) Positionen eingegangen werden können und sich die Geschichte im Extremfall verselbständigt, siehe Diskussionen zu Rohstoff- und Agrarinvestments.

    Aber ich denke auch so sind jede Menge Spekulanten auf dem BitcoinZug aufgesprungen,
    so dass es für die Realwirtschaft wichtig ist, Kursrisiken abzusichern.

    Ob die Tera Gruppe nun das richtige Produkt wird sich zeigen. Sollte sich der Bitcoin weiter durchsetzen, werden auch die normalen Geschäftsbanken ihren Firmenkunden entsprechendes bieten müssen.

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