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Venture Kapital, bunte Coins und neue Akzeptanzstellen

Ripples by Scott Cresswell on flickr.com - Creative Commons 2.0

Und wir kommen wieder zu den Bitcoin News der Woche. Eigentlich gibt es diesmal nur gute Nachrichten: BitPay bekommt Venture Kapital, der Geschäftsführer von Ebay spricht über Bitcoin, und in den Niederlanden nimmt einer der wichtigsten Bezahldienstleister Bitcoins ins Angebot auf. Außerdem kommen Ripple und Colored Coins ins Spiel, weshalb dieser Newsrückblick zwar bunt, aber auch etwas vertrackst wird.

Wie immer beginnen die News der Woche aber mit einer Übersicht über die Bitcoin-Kursentwicklung. Die war in dieser Woche vorsichtig optimistisch: Der Preis startete bei etwa 320 Euro und ist jetzt bei 325. Es gab kleine Turbulenzen, aber verglichen mit den vergangenen Monate war es ruhig. Das könnte ein Zeichen sein, dass wir den langersehnten Boden erreicht haben. Aber verlassen Sie sich nicht darauf.

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Die Nachrichten, die kleinen Brötchen, beginnen mit einem großen Berg Geld.

BitPay erhält 30 Millionen Venture Kapital

Money from Nick Ares by flickr.com (Creative Commons 2.0

Money from Nick Ares by flickr.com (Creative Commons 2.0

Mittlerweile lockt es kaum noch einen Hund hinter dem Ofen hervor, wenn ein amerikanisches Bitcoin-Unternehmen amerikanisches Venture Kapital bekommt. Damit daraus eine Nachricht wird, müssen die Investoren schon Summen loseisen, die zuvor in der Bitcoin-Sphäre nicht gegeben wurden. Zum Beispiel die 30 Millionen, mit denen eine Investorengruppe, zu der unter anderem der Vorsitzende der Virgin Group, Richard Branson, Yahoos Mitgründer Jerry Yang und PayPal Gründer Peter Thiel gehören, den Zahlungsdienstleister BitPay nun unterstützt. BitPay hat bereits angekündigt, mit diesen Mitteln unter anderem 70 neue Mitarbeiter einzustellen, um mit dem explosiven Wachstum des Geschäfts zurande zu kommen. Als Grund für das hohe Investment erklärte Richard Branson, bekannt als exzentrischer Milliardär mit einer Vorliebe für Wassersport und leicht bekleidete Frauen: „Banking, wie wir es kennen, ist mitten in einem enormen Wandel und einer enormen Innovation.“ BitPay sei ein Service, der „fortlaufend Vertrauen, Legitimität und ein Momentum für diese aufregende Währungsrevolution erzeugt.“ Bransons Firma Virgin Galactic akzeptiert bereits Bitcoins, um Ausflüge in den Weltraum zu bezahlen.

Ebay-Chef: „Wir denken aktiv darüber nach, wie wir Bitcoin nutzen können.“

John Donahoe, Chef des Internetgiganten Ebay, sagte, er denke darüber nach, Bitcoin mit seinem Zahlungsdienstleister PayPal zu benutzen. In einer Frage-Antwort-Session der jährlichen Aktionärsversammlung am 13. Mai erklärte Donahoe: „Bitcoin ist eine neue, aufregende und aufstrebende Technologie mit einem großen Potenzial … wir denken, Bitcoin wird künftig eine sehr wichtige Rolle spielen. Welche es genau sei wird, und wie wir am besten einen Vorteil daraus schlagen und wie wir es in PayPal integrieren können, das ist etwas, über das wir aktiv nachdenken. Es ist auf unserem Radar.“ Donahoe hatte sich bereits in der Vergangenheit unerwartet positiv zum Bitcoin geäußert, und Ebay hat schon im April gezeigt, dass es gewillt ist, Bitcoins entgegenzukommen, als es virtuelle Währungen als Handelskategorie zugelassen hat.

Fidor Bank möchte Ripple verwenden

Ripple, das Zahlungsnetzwerk, das mit seiner virtuellen Währung XRP manchmal als Bitcoin-Konkurrent gesehen wird, ist unglaublich kompliziert, genießt aber bei manchen Experten einen besseren Ruf als Bitcoins. Es möchte sozusagen der Saubermann der virtuellen Währungen sein und ist viel weniger Währung als Zahlungsnetzwerk oder, gründlicher beschrieben, ein dezentrales Netzwerk zur Prozession von Schuldguthaben. Nun kam während einer Konferenz ans Licht, dass die Fidor Bank, Partner von bitcoin.de, darüber nachdenkt, Ripple für internationale Transaktionen zu nutzen. Was zunächst nur ein Gerücht war, wurde von einem Fidor-Mitarbeiter bestätigt. Allerdings stehe die Sache noch so sehr in den Kinderschuhen, dass man keine weitere Angaben machen könne. Das Thema sei aber heiß und spannend. Wir gratulieren einmal mehr zu so viel Innovationsbereitschaft.

Wallet für Colored Coins

Nicht minder kompliziert als ripple, aber ganz anders – Colored Coins sind eine weitere Entwicklung der Kryptowährungen, mit denen man sich einen Knoten ins Gehirn denken kann. Kurz gesagt geht es bei Colored Coins darum, über eine Blockchain nicht Währungseinheiten, sondern Anrechte auf andere Dinge – auf Gold, Aktien, Immobilien oder weiß-der-Teufel-was – zu speichern und zu tauschen. Nun ist mit CoinPrism das erste Wallet für Colored Coins erschienen: Man kann eigene Colored Coins ausgeben, indem man Bitcoins zerstört. An sich eine zukunftsweisende Idee – aber es bleiben viele Fragen offen. Etwa: Wer garantiert einem, dass das, was in der Blockchain steht, auch in Wirklichkeit eingelöst wird? Der Bitcoin hat virtuelle Währungen aus dem Dilemma enthoben, rechtliche Schützenhilfe zu benötigen. Colored Coins bringen dieses Problem wieder zurück.

(cc) Dennis Jarvis / flickr.com Creatice Commons 2.0

Niederländer lieben Bitcoins. (cc) Dennis Jarvis / flickr.com Creatice Commons 2.0

Neue Bitcoin-Akzeptanzstellen

Es ist lange her, dass ich eine neue Akzeptanzstelle aus Deutschland zu berichten hatte. Leider. In dieser Woche hat, immerhin, Massage-Gel.de Bitcoins akzeptiert. Für den Anfang bietet die Firma 10 Prozent Rabatt auf Bitcoin-Zahler. Ebenfalls mit der virtuellen Währung zu bezahlen sind Schokoladenbitcoins bei Chocobit. Die Jungs aus Kiel prägen einfach Bitcoins in Schokolade.

Ein größeres Kaliber sind freilich die neuesten Akzeptanzstellen aus anderen europäischen Ländern. Vorne mit dabei sind, einmal mehr, die Niederlande: Mollie, einer der wichtigsten niederländischer Zahlungsanbieter, hat den Bitcoin als Zahlungsoption eingeführt. Damit können, obacht!, ungefähr 20.000 niederländische Shops kinderleicht Bitcoins akzeptieren – darunter Heineken, Facebook, Ajax und mehr. Angeblich haben bereits etwa 150 Shops dieses Angebot wahrgenommen. Diese Meldung ist so groß, dass wir darüber später mehr berichten.

In Schweden machte dagegen Webbhallen von sich reden: Einer der größten Onlineshops für Konsumelektronik hat bereits im Lauf des Aprils den Bitcoin akzeptiert. Wir freuen uns, wenn auch Saturn, oder, zumindest, der Arlt in Deutschland Bitcoins akzeptieren würden. Für uns wäre das auf jeden Fall ein Argument, dort einzukaufen.

 

 

 

Über Christoph Bergmann (2073 Artikel)
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