Erfolgsmodelle der Bitcoin-Akzeptanz

Keegan Berry: Make Payment. Von flickr.com. Nach Creative Commons

Soll ich, soll ich nicht? Viele Unternehmen denken derzeit darüber nach, ob sie Bitcoins akzeptieren sollten oder nicht. Während in Deutschland oft Bedenken, welche umsatzsteuerlichen Konsequenzen dies haben könnte, überwiegen, lassen in anderen Ländern immer mehr Unternehmen die Bezahlung per Bitcoin zu. Die Frage ist allerdings: lohnt es sich überhaupt? Unser Gastautor Felix Vögele hat recherchiert und stellt vier Unternehmen vor, die den Bitcoin annehmen.

von Felix Vögele

1. Parfuemerie.de:
Parfuemerie.de ist einer der größten Onlineshops für Parfum, Pflegeprodukte und Kosmetik in Deutschland. Seit Februar 2014 wird der Bitcoin hier als E- Payment Variante akzeptiert. In dieser recht kurzen Zeit macht der Bitcoin bereits einen Anteil von gut 5% aus. Allerdings kann man auch festhalten, dass das Transaktionsvolumen stark vom Kurs und von Pressemeldungen abhängt.

Die Zahlart funktioniert nach Angaben von Philipp Klusmeier, einem Mitarbeiter von Parfuemerie.de, bisher ohne große Probleme. Die Abwicklung übernimmt mit BitPay einer der größten Zahlungsabwickler weltweit, die eingenommenen Bitcoins werden als Euro ausbezahlt.
Sehr erfreulich scheint die sehr geringe Anzahl an Retouren zu sein.

2. Lieferservice.de:
Lieferservice.de gehört zu Takeaway.com, das in mehreren Ländern Europas aktiv ist und nach Angaben mit mehr als 25.000 Lieferdiensten zusammenarbeitet. Der Bitcoin wurde von dem Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden bereits im November 2013 integriert. Seit diesem Zeitpunkt ist man sehr zufrieden.

Die Gründe für die Einführung liegen auf der Hand: „Bei uns bezahlt jeder zweite Kunde online. Im Moment stellen wir fest, dass die meisten PayPal oder Sofortüberweisung.de nutzen“, erklärt Barbara Wagner von der Pressestelle von Lieferservice.de. „Wir bieten Bitcoins als Zahlmethode an, um unseren Kunden noch mehr entgegenzukommen. Hiermit möchten wir besonders eingefleischte Internetuser ansprechen.“

In Deutschland werden derzeit 3-5% aller Bestellungen mit Bitcoins bezahlt, was mehreren hundert Bestellungen pro Tag entspricht. Die Bezahlung läuft problemlos über eine Bezahlprovider. Vor allem nach Einführung haben die Verantwortlichen von Lieferservice.de viel positives Feedback von den Kunden bekommen.

3. Glücksspiel: 1)
Nicht nur Geschäfte des täglichen Lebens werden mit Bitcoin getätigt. Durch das BitCasino.io und SatoshiDice.io wird den Bitcoinern die Möglichkeit gegeben, mit ihren Bitcoins zu zocken. Wer auf den Faktor Glück setzen möchte, kann dies bei den ersten Glücksspielanbietern nur für Bitcoinnutzer machen.

Seit der Einführung vor drei Monaten wurden laut Angaben des Gründers von BitCasino.io, Tauri Tiitsaar, 3.000 Bitcoin umgesetzt, was einem Wert von ca. 1. 400.000 $ entspricht. Er erwartet für das nächste halbe Jahr eine weitere Steigerung von 1000 %. In Zukunft wird es neben traditionellen Tischspielen und Slots auch Sportwetten geben.

Das bei den Bitcoinern eine große Nachfrage an Glücksspielen herrscht, wurde auch schon letztes Jahr deutlich, als SatoshiDice für 26.315 Bitcoins (12,4 Millionen Dollar) den Eigentümer wechselte. Im Januar 2013 berichtete Techweek Europe über Einnahmen in Höhe von $50.000 im Monat. Satoshi Dice, „das beliebteste Bitcoin-Glücksspiel des Universums“, hat seit 2012 5,3 Millionen Wetten verarbeitet und 3,9 Millionen Gewinner verkündet“. Die Freude des ehemaligen Besitzers Eric Vorhees wird allerdings dadurch getrübt, dass derzeit in den USA gegen ihn wegen der illegalen Ausgabe von Aktien ermittelt wird.

4. Overstock.com:
Und auch Overstock.com, der kleine Bruder von Amazon, kann der Einführung des Bitcoin nur Positives abgewinnen. Das US- amerikanische Online-Warenhaus hatte seit Januar 2014 einen Umsatz von 1. 600.000 $ verzeichnen können, der allein durch die Zahlungen mit Bitcoin entstanden ist. Zwar ist das monatliche Volumen nach den ersten zwei Monaten von einer Millionen Dollar auf ca. 600.000 Dollar zurückgegangen, zufrieden ist man bei Overstock.com trotzdem. Dies hängt wohl auch damit zusammen, dass 10 % der umgesetzten Bitcoins nicht in Dollar getauscht werden, sondern gehalten werden.

Fazit: Die Bitcoin-Akzeptanz mag nicht für jede Branche eine Rolle spielen, doch die hier vorgestellten Beispiele sind im höchsten Maße zufrieden mit den Ergebnissen. Die Integration von Bitcoins ist in der Regel sehr leicht und bereitet kaum Aufwand; ob sich allerdings der Aufwand, die umsatzsteuerlichen Umstände zu ermitteln lohnt, hängt davon ab, ob Bitcoin-Zahlungen bei der Kundschaft in ausreichendem Maße verbreitet sind.

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1) Hier noch eine Warnung von einem Leser: Bei den Glücksspielen ist noch eine Warnung angebracht. Für Deutsche nicht zu empfehlen, solange sie einen Wohnsitz in Deutschland haben und nicht mit der Staatsanwaltschaft Bekanntschaft machen wollen. Hier gibt es sehr strenge Gesetze. Bitte informieren Sie sich also!

Über Christoph Bergmann (1547 Beiträge)
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6 Kommentare zu Erfolgsmodelle der Bitcoin-Akzeptanz

  1. Maik Durr // 4. Juni 2014 um 17:25 // Antwort

    Der Titel lässt auf mehr hoffen. Lieferservice.de und Parfuemerie.de? Mehr gibt es in Deutschland nicht? Ganz sicher?

  2. Korrektor // 4. Juni 2014 um 18:01 // Antwort

    Bitte (wieder mal) die Zahlendarstellung überprüfen. Hier im Artikel werden erneut Kommata und Punkte wild durcheinander geworfen und willkürlich Leerzeichen eingefügt, was auch zu einer besonders dämlichen automatischen Worttrennung führt. Die deutsche Schreibweise ist xxx.xxx.xxx,xx und die angloamerikanische xxx,xxx,xxx.xx

    Also bitte korrigieren. Danke.

  3. Frankfurter Würstchen // 4. Juni 2014 um 18:33 // Antwort

    Bei den Glücksspielen ist noch eine Warnung angebracht. Für Deutsche nicht zu empfehlen, solange sie einen Wohnsitz in Deutschland haben und nicht mit der Staatsanwaltschaft Bekanntschaft machen wollen. Hier gibt es sehr strenge Gesetze.

  4. Waterloo // 5. Juni 2014 um 0:53 // Antwort

    Noch hinderlicher als die (hoffentlich noch) mangelnde Akzeptanz des Bitcoin ist die Tatsache,
    dass der Marktplatz mal wieder nicht erreichbar ist. Bin bei vier Versuchen (05.06.14, 01:00) immer wieder rausgeworfen worden, musste mich jedes mal neu anmelden und kann nun trotzdem nicht handeln.
    Ob mal jemand über dieses traurige Kapitel einen Blog schreibt ?

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