Die erfolgreichste Woche des Bitcoins im Rückblick

Der Newsrückblick der Woche erklärt, warum diese Woche die bisher erfolgreichste in der Geschichte des Bitcoins war und was es mit der ChangeTip-Manie auf reddit auf sich hat. Außerdem stellt Google mehr oder weniger persönlich einen Bitcoin-Geldautomaten auf und ein französischer Bitcoin-Zahlungsdienstleister hat eine Kooperation mit einem Anbieter von Micropayment angeleiert. Darüber hinaus haben wir Neuigkeiten von BitPay, eine neue Börse in Japan und einige weitere kleine Meldungen. Viel Spaß mit den News der Woche!

Warum diese Woche die bisher erfolgreichste in der Geschichte des Bitcoins war

Wenn wir vom Bitcoin als einem Spekulationsgutes sprechen, dann ist die erfolgreichste Woche natürlich die, in welcher der Preis am höchsten war. Sprechen wir dagegen von einer neuen Währung oder von einer neuen Technologie für Geld, dann ist die Woche am erfolgreichsten, in welcher der Bitcoin am häufigsten genutzt wird. Und genau diese Woche haben wir nun hinter uns: Im 7-Tages-Schnitt der täglich getätigten Transaktionen hat der Bitcoin ein Allzeithoch erreicht. Täglich sind mehr als 85.000 Transaktionen in die Blockchain eingegangen. Im 1-Jahres-Chart sieht das so aus:

 

Anzahl der täglichen Transaktionen im wöchentlichen Durchschnitt. Quelle: blockchain.info

Anzahl der täglichen Transaktionen im wöchentlichen Durchschnitt. Quelle: blockchain.info

Auch wenn wir diese Kurve durch andere ersetzen, relativiert sich das Bild nur ganz leicht: Bei der täglichen Anzahl der Transaktionen ohne Durchschnitt überragen lediglich zwei einsame Spitzen Ende November / Anfang Dezember die Höchstwerte in dieser Woche. Und wenn wir die Anzahl täglich benutzter Adressen betrachten, hatten wir in dieser Woche mit gut 236.000 einen absoluten Rekord. Man kann also wahrheitsgemäß sagen: der Bitcoin wurde noch nie so viel benutzt wie in dieser Woche.

Falls Sie sich nun fragen, wie es möglich ist, dass gut 80.000 Transaktionen 236.000 Adressen beanspruchen, sollten Sie wissen, dass eine Bitcoin-Transaktion beliebig viele Empfänger haben kann. Schauen Sie mal diese Transaktion an, sie hat mehr als 100 Empfänger. Eine Firma könnte also mit einer einzigen Transaktion sämtliche Angestellte bezahlen. Das ist eine jener Dinge, die mit dem Bitcoin funktionieren und mit dem Bankkonto nicht.

Die ChangeTip-Manie

Eine andere Sache, die mit dem Bitcoin besser geht als mit gewöhnlichem Geld ist das Mikropayment. Auf reddit probieren gerade so viele Leute damit herum, dass es eine regelrechte Manie ist. Der Trend der Woche ist ohne Zweifel ChangeTip. Vielleicht erinnern Sie sich ja – ich habe bereits im April und im Juli darüber geschrieben. Beide Artikel waren sehr begeistert, da ich ChangeTip für eine der hübschesten Bitcoin-Anwendungen halte.

Es geht so: man meldet sich bei ChangeTip mit Twitter / Google / Reddit oder einem Account eines anderen sozialen Netzwerkes an. Anschließend kann man mit einfachen Befehlen in diesen Netzwerken Bitcoins verschenken. Die Beträge können beliebig klein sein – auch ein Satoshi – und knudeligerweise kann man auch einen Kaffee, ein Schnitzel oder vieles mehr “tippen”. Auch wenn ChangeTip seit gut einem halben Jahr da ist und auch recht rege benutzt wird, schaffte es erst in dieser Woche den Durchbruch. Der Bitcoin-Subred bei Reddit hat bis zum Abwinken getippt und auch auf Youtube einen Mikropayment-Geldregen entfacht. Ob ChangeTip, wie r/bitcoin in der üblichen Übertreibung postulierte, dem Bitcoin zum Durchbruch verhilft, ist natürlich eine Sache, die ich nicht beurteilen will. Aber es schadet ganz bestimmt nichts, wenn die Bitcoin-Szene kleine Beträge über soziale Netzwerke verteilt. Teilweise haben die vielen tips angeblich genervt, aber im Großen und Ganzen halte ich ChangeTip für die Anwendung, die auch die Mütter lieben würden – wenn es ChangeTip gelingt, Facebook zu integrieren.

Ich konnte bei der ChangeTip-Manie nicht mitmachen, da mein ChangeTip-Account leider nicht zugänglich ist. Ich erhalte die Fehlermeldung, dass mein Land ausgeschlossen ist. Das kam wohl schon öfters vor und ist angeblich ein lösbares Problem, aber mein Support-Ticket wurde bislang nicht beantwortet. Aber ich habe dafür Verständnis, da bei ChangeTip aufgrund des aktuellen Hypes wohl ein wenig Hektik herrschen wird. Interessieren würde es mich aber, ob es Ihnen genauso geht.

Nun kommen wir zu einigen kleinen Meldungen. Sie werden sehen, dass diese den Eindruck der erfolgreichen Bitcoin-Woche durchaus bestätigen.

BitPay integriert Near-Field-Communication im neuen Check-Out und kooperiert mit SumUp

BitPay, der notorisch umtriebige Bitcoin-Zahlungsdienstleister, ist auch in dieser Woche für Nachrichten gut. Zum einen hat die Firma den neuen Check-out für mobile Systeme vorgestellt. Mit der Point-of-Sale-App können Händler extrem einfach Bitcoins aufs Handy akzeptieren. Der Check-Out unterstützt auch Near-Field-Communication (NFC), obwohl mir noch keine NFC-fähige Wallet bekannt ist.

Größer ist die zweite BitPay-Meldung: SumUp, der führende europäische Anbieter von mobilen POS (point of sales), hat auf der Money 2020 die Kooperation mit BitPay bekanntgegeben. Damit kann jeder Einzelhändler spielend leicht Bitcoins neben anderen Zahlungsmitteln akzeptieren. Der Vorteil ist unter anderem, dass Zahlungen vollständig gebührenfrei sind.

Da SumUp in 14 Ländern, darunter Deutschland, die POS stellt, stehen die Chancen gut, dass es bald viele Gelegenheiten geben könnte, im Einzelhandel mit Bitcoin zu bezahlen.

Paymium kooperiert mit Optelo

Dass BitPay der mit Abstand größte Bitcoin-Zahlungsdienstleister ist, steht außer Frage. In Europa macht der französische Dienst Paymium dem Platzhirsch aus Amerika immerhin ein wenig Konkurrenz. Bei den Kunden, so scheint es, rennt Paymium offene Türen ein. Nachdem bereits der Versandhändler Showroomprive über Paymium Bitcoins akzeptiert hat, zieht nun der Micropayment-Dienst Optelo nach. Optelo ist einer der führenden französischen Micropayment-Dienste und wickelt für seine Kunden bereits Millionen von Zahlungen je Monat ab. Nun also auch bald mit Bitcoins.

Bitcoin-ATM auf Google Campus in London installiert

Auf dem Londoner Google-Campus wurde in der vergangenen Woche ein Bitcoin-Geldautomat (Bitcoin ATM) installiert. Dieser ist nun der sechste in der britischen Hauptstadt. Er ist in der Cafeteria des Campus aufgestellt und ermöglicht es den 35.000 Mitgliedern des Campus sowie 100.000 jährlichen Besuchern, mit Bargeld oder Kreditkarte Bitcoins zu kaufen – um damit in der Cafeteria bezahlen zu können. Eventuell ist dies als weiterer Schritt des Internet-Giganten auf Bitcoin zu werten.

Trisquel Gnu Linux in neuer Version mit Electrum-Vorinstallation

Die Entwickler von Trisquel Gnu Linux haben bei ihrer neuesten Version eine gute Wahl getroffen, als sie die Bitcoin-Wallet Electrum zur vorinstallierten Standardausstattung des Freeware-Betriebssystems auf Linux-Basis gemacht haben. Ich weiß nicht, wie verbreitet Trisquel ist, aber die Software wurde immerhin schon 335.000 Mal heruntergeladen. Und, mal ehrlich: warum sollte eine Bitcoin-Wallet nicht ebenso zur Standardausstattung eines jeden Betriebssystems gehören wie ein Mediaplayer?

Neue Bitcoin-Wechselstube in Japan eröffnet

Langsam scheint der Bitcoin auch in Japan Fuß zu fassen. Nachdem die Regierung erklärt hat, sich in Sachen Regulierung zurückzuhalten, hat nun die Sofort-Kauf-Seite coincheck eröffnet. Damit können Japaner per Banküberweisung leicht und schnell Bitcoins kaufen.

Mit dem Bitcoin Taxifahrten in Malaysia bezahlen

Auch die letzte Meldung dieses Newsrückblicks ist aus Fernasien: Wer zum nächsten Mal in Malaysia ein Taxi buchen will, sollte die Smartphone-App Taximonger herunterladen. Laut Bitcoin-Malaysia erlaubt es die Taxi-Buchungs-App den Taxifahrern künftig, auch Bitcoins zu akzeptieren. Bisher haben wohl 1.400 Taxifahrer die Bitcoin-Option in der App freigeschalten. Eventuell hat man ja Glück und erwischt einen davon …

 

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3 Comments on Die erfolgreichste Woche des Bitcoins im Rückblick

  1. BitPay integriert Near-Field-Communication im neuen Check-Out und kooperiert mit SumUp

    Equal goes it loose!

    You are ganz schön heavy on the wire!

  2. schöner artikel, danke. aber als notorischer klugscheißer muss ich sagen, dass es nicht “freigeschalten” sondern “freigeschaltet” heisst. ich akteptiere change tip. danke.

  3. “… obwohl mir noch keine NFC-fähige Wallet bekannt ist”

    Bitcoin Wallet von Andreas Schildbach. Seit Jahr und Tag.

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  1. Die dunkle Seite des Bitcoin: das Geld der Kryptoanarchie | BitcoinBlog.de - das Blog für Bitcoin und andere virtuelle Währungen

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