Optimismus, Technikmuffel und ein Wallet-Implantat

Die News der Woche

"Felicidad , Optimismo y Colores!" Bild von Camdiluv ♥ via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

In dieser Woche hatten wir eine Stimmung, die während der vergangenen Monate selten war: Optimismus. Der Preis hat um rund 15 Prozent zugelegt und ein 50-Tages-Hoch erreicht. Außerdem haben wir in den News der Woche einige Leute mit Rang und Namen, die den Bitcoin kommentieren, und das zum Teil auch positiver als erwartet. Für die Medien interessanter war jedoch ein Niederländer, der sich eine Bitcoin-Wallet unter die Haut implantiert hat. Und schließlich akzeptiert nun auch die deutschsprachige Wikipedia Spenden in Bitcoin.

Nun, der Preis. Der hat sich in dieser Woche erfreulich positiv entwickelt und um rund 15 Prozent zugelegt. Er hat bei etwa 280 Euro gestartet und steht nun bei 320 Euro. Zwischenzeitlich hat er mit 350 Euro ein 50-Tages-Hoch erreicht. Gezündet hat die Rakete jedoch noch nicht; nach einem kurzen, fast schon überschwänglichen Start ging der Treibstoff aus. Womöglich wird sich aber der zaghafte Aufwärtstrend der ersten  Tage fortsetzen.

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Allerdings steht für die kommende Woche ein entscheidender Termin an: der 18. November. Sollte der Kurs bis zu diesem Tag dort verharren, wo er derzeit steht, hat der Preis im Verlauf eines ganzen Jahres nachgegeben.

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Aber das werden wir nächste Woche sehen. Hier wenden wir uns den Ereignissen in dieser Woche zu.

“Die wichtigste Innovation in der Geschichte des Geldes”

Von der BNP Paribas und ihrem Bitcoin-begeisterten Analysten haben wir bereits geschrieben. Dies war die mit Abstand wichtigste Stimme , aber nicht die einzige, die es wert ist, Erwähnung zu finden. Etwa Brian Kelly, Autor für Yahoo Finance und Händler von CNBC, einem Wirtschaftssender, der weltweit rund 390 Millionen Menschen erreicht. Er hat unter dem Titel “Bitcoin – die wichtigste Innovation in der Geschichte des Geldes” einen enthusiastischen Artikel auf yahoo veröffentlicht.

Kelly schlägt ganz großes Holz. Er meint es ernst mit seinem Titel: Mehr als 5.000 Jahre lang habe das Geldsystem einen Mittelsmann benötigt – eine vertrauenswürdige dritte Partei. Von den Tempeln von Babylon über die Medici bis zu den Bankdynastien. Mit 31.000 Zeilen Code hat der Bitcoin den Mittelsmann überflüssig gemacht, er bedeutet für Geld dasselbe wie die Email für den Brief. Darüber hinaus ist der Bitcoin programmierbares, womöglich schlaues Geld. Bitcoin, so Kelly, ist eine transformative Technologie. So, wie das Auto oder das Internet.

Nicht ganz so optimistisch ist Charles Scharf, der Boss des Kreditkartengiganten VISA. Er hat sich auf einem Vortrag eher am Rande auch zu Bitcoin geäußert. Zum einen meinte er, Bitcoin sei zwei Dinge: die Währung und eine Art, ein Netzwerk zu schaffen. Die beiden seien nicht verbunden. Auf die Frage, ob VISA Bitcoin akzeptieren werde, sagte er: “Wir denken darüber nach, wenn unsere Kunden es wirklich wollen.” Bis dahin sei es eher eine theoretische Frage. Das ist noch zaghaft, aber man stelle sich vor, wie die Antwort vor einem Jahr ausgesehen hätte.

Statistiken: US-Unternehmen wollen Bitcoin akzeptieren und die Deutschen sind Technikmuffel

In dieser Woche sind auch zwei neue statistische Erhebungen zu Zahlungsmitteln erschienen. Zum einen hat HP, jene amerikanische Firma, die man hierzulande vor allem für ihre Drucker kennt, eine Untersuchung über Trends im elektronischen Zahlungsverkehr veröffentlicht. Dieser zufolge nehmen virtuelle Währungen wie Bitcoin für die elektronische Zahlungsstrategie von 61 Prozent der befragten Firmen eine wichtige Rolle ein. Das klingt nicht so, als würde die Welle der Bitcoin-Akzeptanz so bald verebben.

In Deutschland scheinen die Firmen damit aber nicht eben Kunden anzulocken. Laut TNS Infratest sind Cloud Computing, Bitcoin und Near-Field-Communication (NFC) in der deutschen Bevölkerung noch weitgehend unbekannt. Der Bitcoin wird nur von 1 Prozent der Befragten benutzt. Immerhin 6 Prozent kennen ihn und halten eine Nutzung für denkbar, während 26 Prozent davon gehört haben, aber eine Nutzung ausschließen. Bei Smartphone-Nutzern liegt die Quote etwas höher. Mobiles Payment, also das Bezahlen mit dem Smartphone, ist bekannter, wird mit 3 Prozent etwas häufiger genutzt, aber von satten 58 Prozent als “nicht denkbar” eingeschätzt. Alles in allem verspricht das keine guten Aussichten für die FinTech-Branche.

Diese Wallet geht unter die Haut

Darüber hat sogar die BILD berichtet. Da es der Springer-Verlag nicht so gerne sieht, wenn man auf ihn verlinkt, verweise ich auf die 29 Berichte, die google-news anzeigt. Also: Der niederländischer Internetunternehmer Martijn Wismeijer hat sich in beide Hände jeweils einen Mikrochip implantieren lassen. In 12 Millimeter langen und zwei Millimeter dicken Implantaten steckt ein Funkchip mit 111 Byte Speicherplatz. Mit einem Near-Field-Communication (NFC) Signal – Sie haben den letzten Absatz gelesen! – kann Wismeijer mit seinem Smartphone Bitcoins mehr oder weniger von den Chips abbuchen. D.h. der private Schlüssel dürfte auf den Chips gespeichert sein. Die Sache ist nicht zwingend notwendig, aber sie demonstriert einmal mehr, was man mit der Bitcoin-Technologie alles machen kann.

Deutsche Wikipedia: Bitcoin als Spende (endlich) erwünscht

Die Bitcoin-Community musste lange betteln, bis die englischsprachige Wikimedia bereit war, ihre Bitcoins anzunehmen. Bzw. ihre Dollar, da Wikimedia die empfangenen Bitcoins durch Coinbase sofort wechselt. Nun zieht auch die deutsche Wikipedia nach: Wer auf die deutsche Spendenseite geht, darf dort auch seine Bitcoin herschenken, um das wunderbare Online-Lexikon zu unterstützen.

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1 Comment on Optimismus, Technikmuffel und ein Wallet-Implantat

  1. “Da es der Springer-Verlag nicht so gerne sieht, wenn man auf ihn verlinkt, verweise ich auf die 29 Berichte, die google-news anzeigt. ”

    Dafür einen ganz ganz dicken Daumen hoch.

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