Copay – die erste Wallet fürs WindowsPhone

Die Copay-Wallet. Bild von copay.io

In meiner Wunschliste für 2015 habe ich mir ja eine Wallet fürs Windowsphone gewünscht. Ein Wunsch, den wir nun abhaken können: Mit Copay ist vor einigen Tagen eine Wallet im Microsoft App Store gelandet. Was copay hergibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Wallet Copay wurde von BitPay entwickelt, der dahinter stehende Code ist open source. Während die Bitcoin Wallet fürs Windows-Phone bislang nur das Testnet unterstützt, lassen sich mit Copay nun auch echte Bitcoins von einem Windows-Phone aus überweisen. Allerdings ist die Software, wie Bitpay auf dem Blog schreibt, noch im Beta-Modus und sollte nicht für größere Transaktionen genutzt werden. Bitpay meint, dass die App – die es auch für Android und iOS gibt, nur die erste Anwendung des Copay-Codes ist und hofft, dass noch weitere folgen.

Nachdem man sich die Wallet heruntergeladen hat, fällt einem gleich unangenehm auf, dass sie nach einer Anmeldung verlangt. Immerhin gibt es zwei Möglichkeiten, sich anzumelden: entweder mit oder ohne E-Mail-Adresse. Wer sich ohne anmeldet, speichert seine privaten Schlüssel nur auf dem Phone, wer sich mit anmeldet, speichert die Schlüssel auf einem zentralen Server. Möglich, dass man so eine Chance hat, die Bitcoins im Fall eines Handyverlustes bergen zu können.

Damit man nicht bei jedem Start das Passwort eingeben muss, kann man eine PIN festlegen. Dies macht die Handhabung etwas einfacher. Die große Besonderheit von copay ist, dass alle Adressen als Multi-Sig erstellt werden. Das bedeutet, dass der private Schlüssel in mehrere Teile zerlegt wird, was verschiedene Modelle der Sicherheit oder der gemeinsamen Kontoverwaltung ermöglicht. Die 2-von-3-Variante bedeutet zum Beispiel, dass ein Teil beim User, ein zweiter auf dem Server, und ein dritter bei einer vertrauenswürdigen Stelle – etwa einem Notar – hinterlegt wird. Um eine Transaktion zu zeichnen, benötigt man 2 von 3 Schlüsseln. So kann weder ein Hack des Servers noch der Verlust des Gerätes des Users zum Verlust von Bitcoins führen. Oder man kann die Signierung einer Transaktion von der Zustimmung von zwei Parteien abhängig machen.

Bei der copay-Wallet gibt es allerdings (noch) keine Möglichkeit, mehr mit den Multi-Sig-Adressen anzufangen, als sie wie normale Adressen zu benutzen. So sinnvoll Multi-Sig sein mag, wenn Bitcoins zentral gespeichert werden – wiewohl sie vermutlich wenig über Cold Wallets hinausgehende Sicherheit bieten – so fragwürdig ist ihr Nutzen bei einer lokalen Wallet.

Ansonsten ist copay eine recht gewöhnliche Wallet mit bescheidenem Funktionsumfang. Für mein Empfinden läuft sie etwas langsam und weniger empfehlenswert als Mycelium für Android. Wenn man die QR-Code-Kamera betätigt, aber keinen QR-Code einscannt, gibt es keinen anderen Weg zurück, als die App neu zu starten. Andere Nutzer berichten darüber, dass die App gelegentlich abstürzt und sogar während der Synchronisierung die Wallet löschen kann.

Auf der Pro-Seite steht, dass CoPay die Bitcoins in verschiedenen Währungen anzeigt, mit einem klaren Interface und einem gelungenen Design aufwartet. Hoffen wir darauf, dass die Entwicklung fortschreitet. Bis dahin ist copay eine gute Anlaufstelle, um Bitcoins mit dem Windows-Phone zu benutzen – aber eher keine Software, um größere Bitcoin-Beträge zu speichern.

P.S.: der coinspondent hat sich ebenfalls copay vorgeknöpft.

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2 Comments on Copay – die erste Wallet fürs WindowsPhone

  1. Open Source (*1998) ist defacto eine Einschränkung von Freier Software (*1983). Hier liegt demnach zwar schwache weil ohne Copyleft aber immernoch Freie Software (MIT license) vor. Bis auf den kleinen Schnitzer im Vokabular möchten wir natürlich die Neuigkeit sehr begrüßen. Etwas mehr Freiheit für die eingehegten Smatphone-Nutzer.

  2. Copay bietet auch Hardware Wallet Support zum Beispiel mit der Digital Bitbox. Finde ich eine sehr interessante Kombination!

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