Die Gewinner der 50.000 Silk Road Coins

"USMS Rita Crundwell Auction 085" von Office of Public Affairs via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Die US-Marshalls haben 50.000 Bitcoins versteigert, die bei der Festnahme von Silk Road Admin Ross Ulricht im Spätsommer 2013 konfisziert worden sind. Es gab 14 Bieter für 20 Pakete und nur drei Gewinner.

Die Silk Road Coins als Ganzes sind insgesamt 177.341 Bitcoin, die das FBI im Sommer 2013 bei der Festnahme von Ross Ulbricht konfisziert hat. Ulbricht hatte als Dread Pirate Roberts den Deepweb-Marktplatz Silk Road geleitet. Die konfiszierten Bitcoin werden seit dem Frühjahr 2014 von den FBI-Marshalls versteigert. Nachdem bereits 80.000 Bitcoin unter den Hammer gegangen sind, folgte in dieser Woche ein weiteres Paket mit 50.000 Bitcoin (derzeit etwa 12 Mio. Euro).

Die Marshalls haben das Paket in 20 kleinere Pakete á 2.000 oder 3.000 Bitcoin versteigert. Nun haben sie bekannt gegeben, dass es drei Gewinner gibt, die Pakete von jeweils 3.000, 20.000 oder 27.000 Bitcoin ersteigert haben. Der Transfer, sagte eine Sprecherin der Marshalls, sei bereits abgeschlossen.

Korrekt. Das wusste die Bitcoin-Szene schon vorher. Da die Adresse der Silk Road Coins in der Blockchain wohlbekannt ist, kann man ihnen zu jener Adresse folgen, in welcher die 50.000 Coins lagen, die für die dritte Auktion reserviert waren. Und diese Bitcoins spalten sich nun tatsächlich in drei Adressen mit 27.000, 20.000 und 3.000 Bitcoins. Damit wäre bestätigt, was die Mashalls gesagt haben. Vermutlich gab es noch keine staatliche Finanztransaktion, die so gut von der Öffentlichkeit kontrolliert werden kann wie die Versteigerung der Silk Road Coins.

Wer hat aber nun gewonnen? Die Marshalls sind diskret und sagen dazu nichts. Infos gibt es dennoch:

Die Hongkonger Börse ItBit hat coindesk gesteckt, dass man 3.000 Bitcoin ersteigert habe. Weshalb sagte ItBit aber nicht. Es gibt zwei spekulative Theorien, weshalb eine Börse Bitcoin kauft: Sie vertritt als Broker ein privates Käufersyndicat, wie Barry Silbert (dessen Angebot auf ein Paket gescheitert ist). Oder sie will die Coins auf der eigenen Börse verkaufen, um diese in Schwung zu bringen.

Wie auch immer. Geheimnisvoller ist der Gewinner des größten Pakets, das mit 27.000 Bitcoin knapp 7 Millionen Euro wert ist. Denn wenn man die Adresse, auf die sie überwiesen wurde, googelt, landet man irrsinnigerweise bei diesem tweet:

Der tweet ist von Cumberland Mining. Er ist vom 8. Januar 2015, und er ist der einzige tweet, den dieser twitter-Account jemals abgegeben hat. Fast so, als habe jemand diesen Account nur eröffnet, um eine Spur für die Zukunft zu legen.

Cumberland Minings hat eine Webseite, aber die ist eher aussagelos. Man sieht einen Minenschacht mit einer Lore sowie den Schriftzug “Solutions for Bitcoiners”. Laut bloomberg ist die Firma aus Tennessee und im Kohle-Bergbau-Geschäft, während bizpedia meint, das Unternehmen sitze in Delaware. Fraglich ist auch, was einen Ausrüster von Kohlebergwerken dazu qualifizieren soll, Bitcoin-Miner herzustellen.Eine weitere Spur findet Qntra im Bild des twitter-Accounts: Dieses ist ein Screenshot aus der Folge “Children’s Revolution” der Comedysendung “Upright Citizens Brigade“. Ich wäre da niemals draufgekommen, kann es aber dank google-Bildersuche bestätigen. Die “Upright Citizens Brigade” ist eine Untergrund-Organisation “ohne Verbindung zur Regierung aber mit unbegrenzten Ressourcen”. Ihr Ziel ist es, von ihrer sicheren Basis im Untergrund aus Chaos zu verbreiten. Die Sketche zeigen chaotische und bizarre Ereignisse, die von der Upright Citizens Brigade verursacht werden.

Verrückt, oder?

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1 Comment on Die Gewinner der 50.000 Silk Road Coins

  1. Vielen Dank für die Info. Echt verrückt. Soll ich auch mal meine Adresse veröffentlichen? Eventuell kommen da auch paar Tausend Bitcoin drauf!

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