O weh! Bitcoin-Preis stürzt ab!

Der Flashcrash auf Bitfinex hat den Preis kurzzeitig auf 162 Dollar gedrückt. Kurz darauf normalisierte sich der Kurs aber wieder. Quelle: bitcoinity.org

… und fällt bei BitFinex auf etwas mehr als 160 Dollar (144 Euro). Mittlerweile hat sich der Preis wieder erholt, ist aber bei etwa 220 Euro auf einem 30-Tages-Tief.

Zu sagen, warum es einen Crash gab, ist nicht ganz so schwer, wie die Zukunft zu prognostizieren, aber ebenfalls reine Spekulation. Lag es daran, dass gestern Nacht zum ersten Mal ein Miner mit Bitcoin XT einen Block veröffentlicht hat und damit die beängstigende HardFork etwas realer wird? Oder war der Grund mal wieder der Preis, der schon seit Wochen einen Abwärtskurs fährt, der unvermeidlicherweise mit einem Flashcrash zu krönen war? Oder hat schlichterdings ein Early Adopter einen großen Haufen Bitcoins verkauft?

Wie auch immer – es geschah gestern Nacht um etwa 1:30 Uhr auf BitFinex, der umsatzstärksten Dollar-Börse mit Sitz in HongKong. Der Preis stürzte von gut 250 Dollar ab, durchbrach alle Mauern und erreichte für einen kurzen Moment 162 Dollar. Von dort aus prallte er wieder nach oben ab, und bereits um 2:00 Uhr stand der Preis wieder bei 220 Dollar, von wo aus er langsam wieder auf 235 Dollar hochkroch. Auf den anderen Dollar-Börsen setzte der Crash etwas später ein und fand bereits bei 220 Dollar den Boden.

Laut vielen Tradern gab es einen Fehler im Orderbook von BitFinex. Phil Plotter von der Börse bestätigte, dass es Probleme mit der Integration der Börsensoftware Alphapoint gebe und möglicherweise ein Bug dahinterstecke, der die API und damit Kauf-Order behindert habe, die den Absturz bereits wesentlich höher hätten aufhalten können. Möglicherweise hat auch das Margin Trading mit seinen Margin Calls eine Kaskade ausgelöst, die den Absturz multipliziert hat.

Am Ende spielt aber der kurze Flashcrash auf BitFinex kaum eine Rolle. Manche, die zu Preisen bei 180 Dollar verkauft haben, haben verloren, andere, die zu 162 Dollar gekauft haben, haben gewonnen. Die neue Realität an diesem Tag, die auf allen Bitcoin-Börsen weltweit gilt, ist dagegen ein Bitcoin-Preis von 220 Euro oder 235 Dollar.

 

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5 Comments on O weh! Bitcoin-Preis stürzt ab!

  1. Vielen Dank an Gavin Andresen und Mike Hearn für den BTC-Preissturz! Viele mögen begeistert sein, dass endlich Bewegung in die Debatte der Blockgrösse kommt, viele feiern förmlich diesen Akt der Demokrartie! Was passiert morgen? Ein grosser Mining-Betrieb bringt einen Bitcoin-Client welcher den Reward nächsten Sommer verhindert und alle Miner sagen ja, macht Sinn? Mit Bitcoin XT wurde nun eine neue Phase des Verständnisses zur “Demokratie des Geldes” eingeleitet. Dazu brauchte es lediglich 2 Personen, welche sich als “Wächter des richtigen Weges” von Bitcoin erklären. Ob die Nachricht von Satoshi nun echt wahr oder nicht, ist eigentlich irrelevant, aber die Botschaft sollte ernst genommen werden. Wenn eine kleine Gruppe von Menschen nicht fähig ist zu einem Konsens zu kommen, wie soll es denn sonst wer können? Jeder der diesen Text gerade liest sollte sich im Klaren darüber sein, dass er keinerlei Einfluss über die Zukunft von Bitcoin hat (ausser ihn rege zu benutzen). Jagen wir einem Irrglauben einer besseren Welt hinterher? Werden es nicht einfach knallharte ökonomische Fakten sein, die den weiteren Verlauf über Leben und Tod dieser Währung bestimmen werden? … ich bin seit ein paar Jahren dabei, lese alles was ich in die Finger kriege, aber nun kommen mir Zweifel auf…

    • Der Sinn und Zweck eines open-source-Projektes ist es, dass JEDER Entwickler dieser Welt Vorschläge unterbreiten kann. Genau dies wurde mit BitcoinXT getan und man kann davon ausgehen, dass zukünftig auch weitere Vorschläge in ähnlicher Art und Weise folgen werden.
      Es gibt kein Prinzip, welches demokratischer ist.
      Es zeigt zudem auch, dass die Kernentwickler nicht beliebig schalten und walten können und sich permanent am Bedarf orientieren müssen, andernfalls ein Anderer kommt und den Bedarf mit einem entsprechenden Vorschlag deutlich besser erfüllt.

      Der angebliche Post von Satoshi ist schlichtweg ein Fake, vermutlich von Teilen der Kernentwickler selbst gestreut, denn damit widerspricht er ja sich selbst, weil er hätte den Bitcoin genausogut auch als geschlossenen Quellcode veröffentlichen und dementsprechend solche Wettbewerbssituationen vermeiden können. Doch er hat es eben nicht getan, weil er auf genau dieses Prinzip gesetzt hat, nämlich dass eben kein Kernentwicklerteam wie eine zentrale Instanz schalten und walten kann.

      Fakt ist, dass eine deutliche Mehrheit der Bitcoiner eine Blockerweiterung wünscht.
      Fakt ist auch, dass ein großer Teil der Entwickler im Kernteam diesem Wunsch ausdrücklich NICHT entsprechen möchte, d.h. im Klartext, dass eine Mehrheit des Kernteams GEGEN die Bedürfnisse der Bitcoiner arbeitet.

      Daher geht mein Plädoyer ganz klar zur Verwendung des BitcoinXT Client um FÜR eine BALDIGE Blockgrößenerweiterung zu plädieren und damit ZEITNAH die Unsicherheiten aus den Märkten zu nehmen.
      Es gibt meiner Meinung nach aktuell nichts Ungünstigeres als die Unsicherheiten nach hinten ins Jahr 2017 zu schieben und zwei Jahre weiterhin im Ungewissen verharren zu müssen.

      Wie sollen da Investoren Vertrauen fassen?

      Man sollte nicht vergessen, dass es neben Bitcoin auch Altcoins wie Litecoin gibt, welche nur darauf warten, dass der Bitcoin im eigenen Saft vor sich hin stagniert.
      Irgendwann kann der Punkt X kommen, an denen neue große Investitionen eben nicht mehr primär an den Bitcoin gebunden werden, sondern Investoren sich Beispielsweise einem Litecoin zuwenden, weil das Kernentwicklerteam dort die Belange der Coiner und Investoren eben deutlich zeitnäher erfüllt.

      Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Investoren Kapital aus Bitcoin abziehen und in z.B. Litecoin wechseln. Daher sollten wir lieber den Vorschlag von BitcoinXT forcieren und endlich die Blockgrößenproblematik damit lösen und die Unsicherheiten nehmen.

  2. Die Alternative zu Bitcoin ist nicht Litecoin (wo ist da die Innovation?) sondern Ethereum.

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