“Ein globales Netzwerk des digitalen Bargelds.”

Abra möchte ein globales Netzwerk des Geldwechsels mit dem Smartphone aufbauen. Das Startup aus dem Silicon Valley startet bald und erhält nun noch eine Finanzspritz von American Express.

Für eine amerikanische Finanzfirma von Rang und Namen scheint ein Investment in ein Bitcoin- oder Blockchain-Startup mittlerweile zum guten Ton zu gehören. Es ist wohl so ähnlich wie mit der Werbung: Man weiß nicht, ob es etwas bringt, aber wer es lässt, verliert den Anschluss. Nach Nasdaq, VISA, Goldman Sachs und der New Yorker Börse hat sich nun auch American Express in ein Bitcoin-Startup eingekauft. Das Kreditkartenunternehmen gehört zu einer Reihe von Investoren, die 12 Millionen Dollar in das Remittance-Startup Abra investiert haben. Man könnte sagen: American Express verleibt sich die kommende Konkurrenz ein.

Denn Abra visiert den globalen Geldsendemarkt an. Das Startup benutzt zwar den Bitcoin, irgendwie, macht das aber heimlich. Auf der Webseite findet man das B-Wort nirgendwo. Hier ist lediglich zu erfahren, dass Abra “Cash” mobil macht. Die Abra-App soll es den Usern ermöglichen, Geld digital auf dem Smartphone zu speichern und an eine beliebige Nummer in der Welt zu versenden. Dabei nutzt Abra ein Netzwerk von Kassierern rund um die Welt sowie Bank-Verbindungen, um das digitale Geld in Bargeld zu tauschen. Da das Geld direkt auf dem Smartphone gespeichert wird, berührt Abra es nie.

Im Backend rumort jedoch die Bitcoin-Blockchain. Zum einen speichert Abra die Telefonnummern der User in der Blockchain. Zum anderen finden auch die Geldtransfers über die Bitcoin-Blockchain statt. Transferiert werden wohl allerdings nicht Bitcoins, sondern Fiat-Geld, vermutlich als Smart Contract oder Colored Coin in die Blockchain eingeschrieben. Über die Details erfährt man weder auf der Webseite von Abra noch in den einschlägigen Presseberichten etwas.

In den kommenden Wochen wird die Abra-App für User in den USA und auf den Philippinen freigeschaltet. Gerade die Philippinen scheinen aufgrund der geringen Banken- aber hohen Smartphonedichte ein idealer Ort zu sein, um mit alternativen Geldsendeverfahren zu experimenten. Weitere Märkte sollen in den kommenden Wochen folgen. Zugleich eröffnet Abra einen Händlerservice, der es Shops ermöglicht, über Abra digitales Bargeld zu empfangen.

“Milliarden von Konsumenten haben keinen leichten Zugang zu Debit- und Kreditkarten, um Geld zu überweisen. Sie haben kein Bankkonto, können mit ihren Bankkonten keine internationale Transaktionen ausführen oder reisen an einen Ort, wo sie das lokale Bankennetzwerk nicht nutzen können … Abra verschmelzt die Zahlung und den Geldtransfer für diese Konsumenten in ein einziges, globales Cash-Netzwerk, das alle diese Probleme angeht,” kommentiert Abra-Gründer Bill Barhydt.

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