Japan und Europa, Classic und Core, Ethereum und Maidsafecoin

In den Bitcoin News der Woche stellen wir die wichtigsten Bitcoin-Nachrichten noch mal vor. Diesmal: Japan findet, dass Bitcoin eine Währung ist und auch wie eine solche behandelt werden sollte, das Europaparlament möchte eine Kryptowährungs-Taskforce, und Electrum bringt Version 2.6 raus. Das beherrschende Thema bleibt aber die Blocksize-Debatte: F2Pool bekommt einen DDoS-Angriff ab, das Classic-Team legt eine Roadmap vor und der Satoshi Roundtable am Wochenende soll, endlich und einmal mehr, Klarheit bringen. Für Altcoins ist die Krise des Bitcoins einmal mehr ein Fest: Ethereum und Maidsafecoin steigen im Wert, während Kryptokit mit Jaxx eine Kombiwallet für Ethereum und Bitcoin rausbringt.

Der Preis …

… war nicht allzu aufregend. Vergangenen Sonntag, kurz nach der Einigung auf dem ersten Roundtable, stieg der Preis ein wenig, erreichte gut 390 Euro, sank danach aber wieder, nachdem klar wurde, dass wir, leider, doch noch keinen Konsens haben.

 

Der 7-Tages Euro-Kurs des Bitcoins. Quelle: Bitcoin.de

Der 7-Tages Euro-Kurs des Bitcoins. Quelle: Bitcoin.de

Japan möchte virtuelle Währungen wie Geld regulieren

Das Spiel mit der Definition, was ein Bitcoin ist, geht weiter. Die Finanzaufsicht Japans hat vor, virtuelle Währungen als Zahlungsmittel äquivalent zu anderen Währungen zu handhaben. Wie Nikkei Asia berichtet, ist die Aufsicht der Ansicht, dass Bitcoin und andere virtuelle Währungen die Anforderungen an eine Währung erfüllen: mit ihnen kann man Dinge und Dienstleistungen kaufen und sie können gegen Einheiten gesetzlicher Zahlungsmittel getauscht werden. Diese Definition soll den künftigen Umgang der Aufsicht mit virtuellen Währungen prägen. So müssen sich Börsen und andere Institute, die mit virtuellen Währungen handeln, in Zkunft bei der Aufsicht registrieren. Bisher gelten Bitcoins in Japan als “Objekt” und unterliegen keiner Regulierung.

Die Anerkennung als Zahlungsmittel geht einmal mehr mit aufsichtsrechtlichen Herausforderungen und Beschränkungen einher. Sie ist jedoch ein weiterer Schritt zu einer rechtlichen Anerkennung virtueller Währungen und ihrer Gleichstellung mit konventionellen Währungen.

Europaparlament möchte Taskforce für virtuelle Währungen einrichten

Nachdem die Europäische Kommission Bitcoins und andere virtuelle Währungen eher als Nebenschauplatz im Kampf gegen Geldwäsche betrachtet, hat das Europaparlament nun einen kurzen Bericht zu virtuellen Währungen und der Blockchain verfasst. Darin denken die Parlamentarier unter Federführung des SPD-Politikers Jakob von Weizsäcker darüber nach, eine Task Force zu bilden, die digitale Währungen beobachtet und die Europäische Union berät. Wie die Kommission möchten die Parlamantarier Börsen und auch Wallet-Betreiber strenger bzw. einheitlicher überwachen. Allerdings meinen sie – anders als bislang die Kommission – auch, dass die Technologie digitaler Währungen ein großes Potenzial für Wirtschaft und Konsument habe. Im April wird das Komittee für “Economic and Monetary Affairs” über den Report abstimmen. Im Falle der Zustimmung wird danach das ganze Parlament darüber abstimmen, ob der Bericht der Kommission vorgelegt wird.

Electrum 2.6

Electrum ist eines der beliebtesten Lightwallets, weil es, um es etwas abgelutscht, aber wahr zu formulieren, einfache Bedienbarkeit mit hoher Funktionalität und geringen Systemanforderungen verbindet. Electrum ist super. Nun gibt es Electrum Version 2.6. Die wohl signifikantesten Updates sind die Implementierung von Mini-Keys, wie sie Cascadius-Münzen benutzen, sowie eine deutlich verbesserte Unterstützung von Hardware-Wallets wie Trezor und Keepkey

Der Blocksize-Streit

Das beherrschende Thema war auch in dieser Woche der Blocksize-Streit. Nachdem Core und die chinesischen Miner eine erste Einigung auf dem Roundtable am Wochenende getroffen haben, ist F2Pool einige Tage später ausgeschert. Kurz nachdem der Pool es den Minern erlaubt hatte, Classic-Blöcke zu erzeugen, wurde er durch eine DdoS-Attacke angegriffen. Zufall oder die Rache eines fanatischen Gegners einer Hardfork?

Wie auch immer. In der Zwischenzeit hat das Team um Classic endlich eine Roadmap vorgelegt, die über das schnöde Erhöhen der Blocksize auf 2 MB hinausgeht. Ich werde darüber wohl noch ausführlicher berichten, aber hier der Spoiler:

  • Die Entwickler sind der Ansicht, dass on-chain scaling existenziell wichtig ist für die langfristige Gesundheit des Bitcoins.
  • In der ersten Phase (Q1-2) möchte Classic mit einer Hardfork auf 2 MB skalieren
  • In der zweiten Phase (Q2-3) soll Classic die Voraussetzungen für die weitere Skalierung schaffen. Unter anderem soll die Block-Propagierung verbessert und die Anforderungen an die Bandbreite der Nodes reduziert werden. Hierfür gibt es mehrere Ansätze, die die Entwickler diskutieren, um die besten auszuwählen und umzusetzen
  • In der dritten Phase (Q3-4) möchte Classic ein dynamisches Blocklimit einführen, was eine erneute Hardfork bedeuten würde. Dies wird erst geschehen, wenn die Miner bestätigen, dass die Schritte aus Phase zwei ausreichend sind. Geplant ist dann, BitPays Vorschlag anzunehmen, dem zufolge sich das Blocklimit in bestimmten Interwallen an die durchschnittliche Größe der vorhergegangenen Blöcke anpasst. Zudem soll, falls verfügbar, eine vereinfachte Version von Segregated Witness implementiert werden.

Ob die Pläne von Classic wahr werden ist natürlich noch ungewiss. An diesem Wochenende wird es eine weitere Chance auf einen Konsens geben. Denn der Satoshi Roundtable, eine Generalversammlung erlesener Mitglieder der Bitcoin-Community, wird in der Karibik tagen. Mit dabei sind Vertreter von Wirtschaft, Mining und Entwicklung, sowohl aus dem Core- als auch aus dem Classic-Lager. Vielleicht wird dies helfen, die Differenzen zu überbrücken und eine gemeinsame Lösung zu finden.

Ethereum und Maidsafecoin im Höhenflug

Wie schon erwähnt nützt die ganze Blocksize-Krise vor allem den Altcoins. Der große Hoffnungsträger Ethereum wird am kräftigsten gepumpt, steht hinsichtlich des Gesamtwertes an zweiter Stelle nach dem Bitcoin und hat eine Marktkapitalisierung von rund 460 Millionen Dollar.

Der 7-Tages-Kurs von Ethereum. Quelle: Coinmarketcap

Der 7-Tages-Kurs von Ethereum. Quelle: Coinmarketcap

Auf die Frage, warum ausgerechnet Ethereum, gibt es zahlreiche Antworten. Eine davon könnte sein, dass die Ethereum-Entwickler Hardforks nicht fürchten, sondern ins Protokoll einplanen. Eine “Difficulty-Bomb” lässt die Schwierigkeit, einen Block zu finden, ab einer bestimmten Blockhöhe ins Unermessliche steigen, so dass eine Hardfork Pflicht wird. Das passt natürlich zum Nimbus von Ethereum als flexibleren Kryptowährung.

Neben Ethereum ist der Maidsafecoin der große Gewinner der Blocksize-Krise. Der Coin hat im Lauf des vergangenen Monats seinen Preis mehr als verdreifacht und auch in den letzten 7 Tagen noch einmal kräft zugelegt.

Der 7-Tages-Kurs der Maidsafecoins. Quelle: Coinmarketcap

Der 7-Tages-Kurs der Maidsafecoins. Quelle: Coinmarketcap

Damit notiert der Maidsafecoin in der Rangliste der Kryptowährungen auf dem fünften Platz. Was genau für den Maidsafecoin spricht, ist schwer zu sagen. Der Coin soll Teil eines blockchain-basierten “safe net” werden, eines anderen Internets. Genaueres kann ich dazu allerdings nicht sagen. Vielleicht ein andermal – oder informiert euch selbst.

Jaxx – die Wallet für Bitcoin und Ether für alle Systeme

Kryptokit, die ursprünglich von Ethereum-Mastermind Vitalik Buterin entwickelte Bitcoin-Wallet für den Browser, wird nun zu Jaxx, einer systemübergreifenden Wallet für sowohl Bitcoin als auch Ether. Bisher gibt es die Wallet für Firefox und Chrome, Android und iOS (sowohl Smartphone als auch Tablet) sowie Windows, Linux und iOS (Macbook). Damit hat man einen Wallet-Standard für alle Systeme, der zudem noch die beiden derzeit beliebtesten Kryptowährungen fasst. Das Projekt ist allerding noch beta und es fehlt auch noch eine ordentliche Dokumentation.

 

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3 Comments on Japan und Europa, Classic und Core, Ethereum und Maidsafecoin

  1. Maidsafecoin ist technisch gesehen eine tolle Sache, ich selbst halte aber gar nichts davon meine prsönlichen Dokumente in einer Cloud oder auf anderen PC’s zu speichern, verschlüsselt hin oder her. Speicherplatz ist je länger kein Thema mehr (8 TB HDD’s ist aktuell glaube ich das höchste), wiso sollte ich dies tun? Weil ich zu faul bin ein BackUp zu erstellen? Weil ich mit meinem Phone Zugriff von überall auf meine Daten habe? Brauche ich nicht… Mag sein das ich etwas altbacken bin aber sorry, die meisten Menschen schnallen nicht mal dass Google (fast) mehr über sie weiss als sie selbst… und ist ihnen egal.

    • Jeanette // 1. March 2016 at 0:38 // Reply

      > die meisten Menschen schnallen nicht mal dass Google (fast) mehr über sie weiss als sie selbst…
      Ja, genau da ist das Problem: Wenn die Leute wüssten, was Google alles über sie weiß und was Google daraus für Schlüsse zeiht, dann wäre ihnen das nicht mehr so egal…

1 Trackback / Pingback

  1. Japanische Online-Entertainment Seite mit 19 Millionen Kunden akzeptiert Bitcoin – BitcoinBlog.de – das Blog für Bitcoin und andere virtuelle Währungen

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