Craig Wright: Ich kann das nicht, sorry und Tschüss!

Der selbsternannte Satoshi, Dr. Craig Wright, wird doch keinen kryptographischen Beweis liefern. Er hat seine komplette Webseite gelöscht und nur eine einzige, etwas deprimiert klingende Nachricht hinterlassen.

Craig Wright hat die Bitcoin-Community für eine Woche bewegt und in Spannung versetzt. Ist er Satoshi, oder ist er es nicht? Nachdem Wright noch vor wenigen Tagen versprochen hatte, “außerordentliche Beweise” zu präsentieren, macht er nun einen Rückzieher. Damit ist es nicht länger möglich, denen zu widersprechen, die von Anfang an wussten, dass Wright nicht Satoshi sein kann (oder darf).

Wright schreibt:

Es tut mir leid

Ich dachte, ich könnte dies tun. ich dachte, ich könnte die Jahre der Anonymität und des Versteckens hinter mir lassen. Als sich die Ereignisse dieser Woche aber entfalteten und ich mich darauf vorbereitet habe, meinen Zugang zu den frühesten Schlüsseln zu präsentieren, bin ich zusammengebrochen. Ich habe nicht die Courage. Ich kann es nicht.

Als die Gerüchte begannen, wurden meine Qualifikationen und mein Charakter angegriffen. Nachdem bewiesen wurde, dass diese Vorwürfe falsch sind, wurden bereits die nächsten Vorwürfe erhoben. Ich weiß nun, dass ich dafür nicht die Kraft habe.

Ich weiß, dass meine Schwäche einen großen Schaden unter denen anrichtet, die mich unterstützt haben, im speziellen Jon Matonis und Gavin Andresen. Ich kann nur hoffen, dass ihre Ehre und ihre Glaubwürdigkeit durch mein Handeln nicht irreparabel beschädigt worden sind. Sie wurden nicht betrogen, aber ich weiß, dass die Welt dies niemals glauben wird. Ich kann nur sagen, dass es mir leid tun.

Und tschüss.

Mit dieser Nachricht geht überraschend ein großes Drama zu Ende. Craig Wright verlässt die Bühne, und wir, die Zuschauer, bleiben ratlos zurück. Auch wenn die einfachste und naheliegendste Antwort ist, dass Wright ein Hochstapler war, gibt es viele Fragen: Wir konnte er John Matonis und Gavin Andresen überzeugen? Warum votieren Ian Grigg und Joseph Vaughn für ihn? Was hat es mit dem Tulip Trust auf sich? Welche Rolle spielte der verstorbene Dave Kleimann? Welche Absichten hat Craig Wright verfolgt? Warum hat er seine Webseite nicht mit eigenem Namen, sondern einem Service eingerichtet? Weshalb hat er anscheinend eine Agentur damit beauftragt? Warum hat er zuvor Partei für die Big-Blocker ergriffen? Warum hat sich der echte Satoshi nicht wie damals, als Dorian Nakamoto im Verdacht stand, zu Wort gemeldet?

Wir bleiben, wie gesagt, ratlos und verblüfft zurück, wie nach einem Film, bei dem man am Ende nicht weiß, ob die Hauptdarsteller sterben oder leben werden. Man kann nur hoffen, dass die kommenden Wochen noch ein Stück Aufklärung bringen werden.

 

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33 Comments on Craig Wright: Ich kann das nicht, sorry und Tschüss!

  1. “Warum hat sich der echte Satoshi nicht wie damals, als Dorian Nakamoto im Verdacht stand, zu Wort gemeldet?”

    Ich dachte, es sei unsicher, ob das damals wirklich Satoshi war.

  2. David Lynch // 6. May 2016 at 18:59 // Reply

    An wen kann sich Hollywood zweckts Erwerb der Filmrechte jetzt wenden?

  3. Wie auch immer….ob er nun Satoshi ist oder nicht…
    Hingegen die Art und Weise der Diskussion über ihn hat mich mehr davon überzeugt, dass die Bitcoin Communitiy die aktuellen zukunftsweisenden Aufgaben und Probleme um Bitcoin wohl nicht lösen können. (siehe Entzug des Entwicklungszugriff von Gavin)
    Die gute Nachricht ist, Bitcoin ist nicht technisch gescheitert. Die schlechte ist, dass man berechtigte Zweifel an basisdemokratischen Modellen bekommen kann.

    • MartiniBlanco // 6. May 2016 at 20:50 // Reply

      Zweifel kann man bekommen.
      Letztendlich empfinde ich diese Prozesse auf dem Weg dorthin als notwendig und natürlich.
      Wir lernen. ..

  4. Jemand, der so ein geniales System, wie Bitcoin (mit-) entwickelt hat, muss nicht auch in allem Anderen gut sein. Auch Satoshi könnte Schlüssel verlieren oder Probleme bei Sozialen Interaktionen haben. Auch Satoshi kann Angst bekommen haben. Ich hoffe zu seiner eigenen Sicherheit, dass Keiner ihm glaubt, kann mir andererseits sehr gut vorstellen, dass Craig Wright die Wahrheit sagt.

  5. Ich kann den Herrn jedenfalls gut verstehen, dass er nun abgebrochen hat, weil er wohl gemerkt hat wie sehr für viele Bitcoiner Satoshi eine Art Gottheit darstellt, die ist wie Viele gerne wären, sie selbst aber nicht sind. Diese Erwartungshaltung erfüllen zu können gleicht der Quadratur des Kreises. Etwas das der gute Herr leider nicht liefern kann, was er wohl nun verstanden hat.

    Wahrlich ein Armutszeugnis was die Bitcoin-Community da liefert, darunter leider ein Haufen erbärmlicher Bitcoiner, welche so bekloppt sind und in Satoshi scheinbar Jemanden brauchen den sie anbeten und huldigen können, so wie viele Menschen eben ihren Gott brauchen, den sie täglich anbeten können. Der Mensch ist und bleibt primitiv in seiner Art, das hat die ganze Sache auf jeden Fall wiedermal gezeigt.

    Für mich jedenfalls spricht mehr für Craig Wright als gegen ihn, weil er die nötigen Voraussetzungen sehr gut erfüllt, er seit Beginn des Bitcoin dabei ist und zu den frühen Bitcoinern zählt. Es gibt auch keinen Grund, weshalb er lügen sollte, denn schließlich wurde er durch Recherchen in Ende 2015 als Satoshi von entlarvt und ist nicht einfach empor gestiegen und hat behauptet Satoshi zu sein.

    Für mich ein Grund mehr mich langsam aber sicher vom Bitcoin zu verabschieden.

  6. bye bye tony und tschö mit ö

    für mich ist das ein weiteres zeichen dass bitcoin stabil ist. die bitcoin-community ist hellwach und man kann sie nicht verarschen. jeder betrugsversuch wird schnellstens entlarvt. das ist schwarmintelligenz.

    für mich ein weiterer grund stolz teil einer revolution zu sein. .

    • Ein Schwarm (Horde trifft es besser) geistiger Nullen ergibt demnach eine Superintelligenz? Glückwunsch! /s

    • Was aus Ihnen herausdröhnt ist eher der Verlust von Anstand und Moral im Schwarm. Ich will das hier nicht ausbauen, weil ich sonst anfange, zu erklären, wie der ganze Mist mit den Nazis zustandekam, sondern weise Sie einfach darauf hin, dass in Zukunft jeder derart gelagerte Kommentar von Ihnen gelöscht wird. Bis dahin soll er als Beweisstück dienen, wie 1-2 Jahre von Zensur, Manipulation und Streit zu einer Verrohung von Geisteshaltungen führen können.

      • wen meinste damit..mich oder den ninja

      • Eigentlich Sie. Die Reaktion war an dieser Stelle vielleicht zu heftig, erklärt sich aber durch Ihr letztes Auftreten gegen Tony.

      • Lieber Herr Bergmann,

        vor “Zensur, Manipulation und Streit” sind wir leider alle nicht gefeilt. Ohne Wertung ein paar Beispiele:

        “ein Haufen erbärmlicher Bitcoiner”
        “Der Mensch ist und bleibt primitiv in seiner Art”
        “bye bye tony und tschö mit ö”
        “Ein Schwarm (Horde trifft es besser) geistiger Nullen ”
        “dass in Zukunft jeder derart gelagerte Kommentar von Ihnen gelöscht wird”
        “Verrohung von Geisteshaltungen”

      • Ja, definitiv. Davon ist niemand gefeit, leider.

        Aber dass ich hier damit drohe, Beleidigungen gegen einen Langzeit-Kommentator zukünftig zu löschen, sollte mit Zensur nichts zu tun haben. Hier sind alle Meinungen erlaubt, sofern diese keine Mitmenschen verletzen oder beleidigen (oder zu kriminellen Aktionen motivieren).

      • Verstehe, Tony Ford darf beleidigen, weil er Langzeit Kommentator ist.

      • Doch, weil er Schutz genommen wird, wenn jemand hämisch (“bye bye tony und tschö mit ö”) auf seine Beleidigungen (“erbärmlich”, “bekloppt”, “primitiv”) reagiert.

      • Tony hat hier niemanden persönlich beleidigt, wurde aber persönlich beleidigt.

        Grundsätzlich achte ich hier darauf, dass nicht beleidigt wird. Da Tonys Interpretation der Ereignisse aber relativ nahe bei meiner Interpretation liegt, kann es sein, dass ich hier auf einem Auge blind war / bin.

  7. “Auch wenn die einfachste und naheliegendste Antwort ist, dass Wright ein Hochstapler war”

    Einfach? Sicher.
    Naheliegend? Nein.

    Es sind mittlerweile zu viele Details bekannt *und belegt* als dass man “einfach” die Geschichte als Hochstaplerei abtun könnte.

    Satoshi handelt so wie er, vermutlich aus juristischen Gründen, handeln muss.

    Der Lynchmob in der Community ist tatsächlich kaum zu ertragen, schon wenn man lediglich nur Zuschauer/Leser ist. Für Team Satoshi und Satoshi selbst muss es unerträglich und eine herbe Enttäuschung sein, ansehen zu müssen welch geistige Einfaltspinsel sich da als sein Richter aufspielen. Und damit meine ich ausdrücklich nicht nur den Mob auf reddit sondern auch selbsternannte Bitcoin- und InfoSec-Experten.

    • Netcube // 7. May 2016 at 11:57 // Reply

      Welche Details sind denn sowohl bekannt als auch klare Indizien dafür, dass CSW Satoshi ist? Und bezüglich des vermeintlichen “Lynchmobs”: Es ist sicherlich so, dass es viele unschöne Beiträge gibt, aber das macht m.A.n. nicht die Mehrzahl aus. Dazu kommt das es auch sehr viele wirklich gute Posts gibt. Und während es m.A.n. keine klaren Indizien für CSW gibt, gibt es Beweise dafür dass die Community insgesamt ein sehr gutes Bullshit-Immunsystem hat. Denn CSW’s Täuschungsversuch wurde extrem schnell durchschaut, von mehreren Crypto-Experten (nahezu) gleichzeitig. Und damit kommen wir dann wieder zu den eher unschönen Attacken: Ist es nicht zumindest irgendwie naheliegend das wenn jemand so eine Nummer abzieht, er eher nicht damit rechnen kann mit “Welcome Back, Satoshi! – Rufen” begrüßt zu werden? CSW’s genialster Streich ist ja, dass er zuerst mal alle verarschen will – um dann Angriffe gegen ihn als Begründung für seinen wehleidigen Rückzug zu benutzen. Er ist es der die Show gestartet hat, niemand sonst. Sogar ne PR-Agentur hat er angeheuert, übrigens jene von David Bowie. Er ist es der Gavin Andresen, und nicht nur den, als Kollateralschaden zurücklässt. Er ist es der mehrfach nicht tat was er angekündigt hatte. Und nein, nichts ist da mit juristischen Gründen. Denn er hat ja zuerst mal nen “Fake-Beweis” zusammengeschraubt, als das aufflog hat er sich sogar Bitcoins (kleine Beträge natürlich) schicken lassen – auf eine Satoshi-Adresse – um die dann zurückzusenden. Dann haben jene die es schickten (u.a. Gavin Andresen und der BBC-Typ) darauf gewartet das er es tut. Aber nein… dieser arme verkannte Mann kann das nicht. Daraus jetzt eine Nummer zu basteln im Sinne von “Aber eigentlich ist er doch Satoshi, er wurde eben nur sehr mies behandelt und ist moralisch und intellektuell eben überlegen”, …bleibt natürlich jedem selbst überlassen, aber das hat schon auch etwas verdammt Überhebliches wenn es doch gleichzeitig mit Richtersprüchen über einen vermeintlichen Lynchmob und Einfaltspinsel etc. einhergeht.

      • Es gibt keinen kryptographischen Beweis. Es mag sein, dass ein solcher notwendig ist, um Satoshis Identität definitiv zu beweisen (“Extraordinairy claims require extraordinairy proofs”), aber abgesehen davon, dass wir keinen definitiven Beweis haben, sagt dies absolut gar nichts aus.

        Die Fälschungsversuche hingegen sind rätselhaft. Sie sind eventuell ein Hinweis, dass CSW nicht Satoshi ist (warum sollte er das nötig haben?) und ein starker Hinweis, dass CSW nic0ht der Mann ist, den die Community gerne als Satoshi hätte.

        Hingegen haben wir mit den Aussagen von Gavin und Jon (“er hat das nötige technische Verständnis und konnte viele Rätsel aus den frühen Tagen plausibel erklären”) sowie von Ian Grigg und Joseph Vaughn-Perlin sehr starke soziale Hinweise, dass CSW Satoshi ist.

        d.h. wir haben
        – starke soziale Bestätigungen
        – mittelstarke persönliche Gegenhinweise
        – und keinen ultrastarken kryptographischen Beweis

        Ist für mich noch weit davon entfernt, CSW und die dahinterstehende Story abzuschreiben. Aber mir ist klar, dass diese Position nach dem Post von CSW leider nicht mehr haltbar ist.

      • Netcube // 7. May 2016 at 15:08 //

        Man kann ja jede Position vertreten. Ich kann Argumente für jede finden und grundlegend neige ich nicht dazu mich total festzulegen. Es gibt für mich aber ein paar Punkte die ich als Fakten bezeichne:

        1. CSW hat unbestreitbar eine hohe Motivations-Intensität gezeigt sich als Satoshi zu outen. Er hat den Zeitpunkt gewählt. Er hat die Art gewählt. Er hat auch sehr viel kontrolliert.
        2. Unbestreitbar ist: Es scheint(!) als habe er G. Andresen und J. Matonis privat bewiesen das er im Besitz der Satoshi-Schlüssel ist. Dann hat er unbestreitbar einen fehlerhaften und gewollt irreführenden öffentlichen Beweis angetreten der letztlich Betrug ist. Um das gradezubiegen hat er dann Bitcoins auf eine Satoshi-Adresse schicken lassen um diese Bitcoins zurückzusenden. Das geschah nicht, sondern er hat seinen “Sorry & Goodbye – Rückzieher” gemacht. Nehmen wir kurz an er hat tatsächlich diese Schlüssel: Dann hätte sich diese hohe Intensität seiner Motivation sich als Satoshi zu outen, um Scamvorwürfen des letzten Jahres auszuräumen, im Grunde ins Gegenteil verkehrt. Prägnanter: Obwohl er sein Ziel unglaublich leicht hätte erreichen können macht er ja nicht nur einen Rückzieher, sondern er macht es noch schlimmer. Er steht nicht nur im Rampenlicht, was er nicht zu wollen vorgibt, aber selbst gewählt hat. Er steht auch noch als Betrüger dar, genau das was doch seine ursprüngliche Motivation für diese Show war. Das ist für mich etwas was es mir nahezu unmöglich macht noch anzunehmen er könne Satoshi sein. Hätte er nie behauptet die Schlüssel zu besitzen und benutzen zu können würde ich es eher glauben.
        3. Ich kenne keine starken sozialen Beweise. Man kann sich entscheiden seinen Fürsprechern zu glauben oder eher zu misstrauen. Ich persönlich misstraue da ihrer Urteilskraft, denn ich weiß zu was Manipulations-Talente fähig sind. Und keiner weiß ob er nicht auch verdammt viel über Satoshi weiß weil er auf düsteren Wegen an Material kam. Was seine Fürsprecher betrifft: Ich bin sicher das G. Andresen vertrauenswürdig ist. Ich bin nicht sicher ob er sich nicht einwickeln ließ. JVP betreffend sehe ich unglaublich viele Fragezeichen. Der Typ primed nen Journalisten mit einer wirklich seltsamen Tulip-Trust-Message, will das die veröffentlicht wird, ohne das erklärbar wäre warum dieser seltsame Trust eine Message an CSW zuerst an JVP schicken sollte… für mich ist das sogar ein Hinweis dafür dass es nicht nur Fake ist sondern JVP Teil eines Fakes ist – oder ein naives Werkzeug im Satoshi-Wahn. Ich traue dem nicht.
        4. Was die nicht ultrastarken kryptographischen Beweise betrifft: Wir haben gar keine Beweise. Man kann Andresen und Matonis vertrauen oder auch nicht. Ich persönlich neige dazu ihnen soweit zu vertrauen dass sie überzeugt sind, dass sie nicht lügen. Aber CSW hat auch das kontrolliert. Es gibt unbestreitbar Lücken und unbestreitbar Anzeichen dafür das etwas nicht stimmt (etwa die Electrum-Message es gäbe keinen Download an dem Tag aus London während aber Hotel-Wlan benutzt wurde).
        5. Das nötige technische Verständnis wiederum haben vermutlich hunderte.

        Womit man m.A.n. vorsichtig sein muss ist etwas das ich eine Psychofalle nenne. Die kann darin bestehen, dass sogar gerade das was eigentlich gegen jemanden spricht, als Argument für Authentizität herangezogen wird. Darauf basiert die CSW-Story nämlich sowieso schon. Das beginnt mit der Satoshi-Legende in der Anonymität, aus der der arme CSW aufgescheucht wurde. Und gerade seine Fehler und Irrationalitäten, seine unbestreitbare Eitelkeit und sein Geltungsbedürfnis, seine seltsame Vergangenheit, die Brüche zwischen CSW und dem wie man sich Satoshi eher vorstellt (präzise z.B., uneitel etc.) werden dann umgekehrt in: Wow, auf diese Art ist der Mann eigentlich sogar noch authentischer. Dabei wird aber übersehen, dass dieser ganze Psychokram von sehr wesentlichen Aspekten ablenkt. Damit meine ich nicht nur objektive Beweise, sondern auch etwas das ich psychologische Algorithmik nenne. Die hohe Intensität seiner ursprünglichen Motivation hat sich in ihr Gegenteil verkehrt, inklusive totaler Idiotie zwischendurch. Solche Moves machen normalerweise nicht mal Psychopathen… die neigen eher dazu ein Ziel rücksichtslos zu verfolgen. Interessanterweise hat er genau das getan. Bis zum ultimativen Scheitern – weil man zwar vorgeben kann Satoshis Schlüssel zu haben, man es aber eben nicht beweisen kann wenn das eine Lüge ist. Damit will ich sagen: Er ist bis zum letzten gegangen. Es gibt nicht wirklich einen Bruch in der hohen Intensität der Motivation. Man wird vermutlich noch von ihm hören. Aber er steht vor einer Wand in die er zuerst mal selbst gerannt ist.

    • Vollkommen richtig. Die größte Dummheit ist meiner Meinung nach, dass es als intelligent gilt, das Fehlen eines kryptographischen Beweises für einen Beweis dafür zu halten, dass starke soziale Indikatoren falsch sind.

      Bei mir hinterlässt die affäre CSW einerseis ein Jubelgefühl, weil einmal mehr demonstriert wurde, dass kein Roman so spannend und verrückt ist wie Bitcoin, aber es bleibt auch ein sehr schales Nachgeschmack über Anstand und Vernunft der sogenannten Schwarmintelligenz.

  8. die community ist meiner meinung nach gesünder als ein blick auf reddit vermuteten lässt, denn reddit ist nicht die community, der grössere teil beobachtet nur, ohne trollige posts.

  9. Fakt ist …

    1. dass Craig alle nötigen Kompetenzen und Rahmenbedingungen mitbringt um einen solchen Bitcoins ins Leben rufen zu können.

    2. dass er anderen Early Adopters und frühen Kernentwicklern bekannt ist, sie ihn als Satoshi identifizieren bzw. eine hohe Wahrscheinlichkeit geben.

    3. dass Craig nicht selbst zur Presse gerannt und sich den Satoshi an die Brust geheftet hat, sondern er durch Enthüllungsjournalismus als Satoshi entlarvt wurde

    4. dass Craig von der Bekennung als Satoshi keinen Mehrwert erfährt. D.h. er kassiert dafür nix, kein Mehrwert, kein Geld sondern höchstens Anerkennung für die er letztendlich sein Privatleben opfert.

    Aus Sicht eines Kriminologen würde ich mir die Frage stellen, welches Motiv ihn bewegt? Es gibt kein plausibles Motiv.
    Mal ausgehend er wollte Ruhm und Ehre ernten und sich in die Geschichtsbücher eintragen, dann müsste man sich die Frage stellen, warum er nicht selbst zur Presse gegangen ist, sondern es erst Jahre des Enthüllungsjournalismus brauchte um ihn zum Satoshi zu machen.
    Der der wirklich Ruhm ernten wollte, der würde sich doch selbst zum Satoshi erklären und nach Möglichkeit auch nicht erst so viele Jahre später sondern bereits als das Ding erstmals richtig durch die Decke ging und die Community händeringend einen Satoshi suchte.

    Des Weiteren müsste man sich fragen was diverse Bitcoin-VIPs wie u.a. Gavin davon haben ein solch klares Statement abzugeben und Craig als Satoshi zu bestätigen.

    Warum sollten sie es tun?

    Warum sollten sie einem möglichen Hochstapler in die Karten spielen und dabei ihren Ruf riskieren?

    Es gibt keinen Grund Craig als Satoshi mit Händen und Füßen anzuzweifeln.

    Andererseits gibt es auch keinen Grund diesen Mann deshalb zu einem Godfather empor zu heben.

    Meiner Meinung nach gebietet es den Respekt im Zweifelsfalle FÜR den Angeklagten zu votieren, denn sollte tatsächlich ein weiterer handfester Beweis Craig als Satoshi bestätigen so müsste sich die halbe Bitcoin-Community zu tiefst schämen und im Boden versinken, wie respektlos und menschenverachtend sie mit dem Satoshi umgegangen ist.

    Es gebietet einfach der Respekt und Anstand, dass solange kein entgültiger Beweis erbracht ist man Menschen eben nicht einfach als Hochstapler oder Betrüger abstempelt.

    Deshalb finde ich es umso witziger, wenn man sich über meine Wortwahl beschwert und respektlos behandelt fühlt, denn man kann keinen Respekt verlangen, wenn man selbst keinen Respekt vor anderen Menschen besitzt und sie vorschnell vorverurteilt.

    Satoshi ist da nur ein Ding welches den vielen Respektlosigkeiten gegenüber BitcoinClassic und allen die Bitcoin eben nicht so sehen wie Core, stattfinden. Wobei da gebe ich Recht, dieser respektlose Umgang sicherlich auf beiden Seiten beruht.

    Also einfach mal den guten Craig sowie auch einen Gavin in Ruhe lassen und mit den Respektlosigkeiten aufhören dann werde ich auch gern günstigere Worte wählen.

    • Netcube // 7. May 2016 at 23:47 // Reply

      @Tony Ford:

      Du zählst da Fakten auf die m.A.n. keine sind bzw. wo wir schlicht nicht wissen können ob es welche sind.

      1. Kompetenzen und Rahmenbedingungen bringen unglaublich viele mit. Nach wie vor wird Nick Szabo als Satoshi gehandelt. Es wurden und werden viele andere Namen gehandelt. Auf alle trifft es zu, dass Kompetenzen und Rahmenbedingungen passen. Dazu kommt, dass sobald genug Kenntnisse da sind, das ein genau so gutes Argument dafür ist, dass er in der Lage war Gavin Andresen etc. zu täuschen. Beispiel: http://bitcoinist.net/craig-wright-possesses-technical-knowledge-to-dupe-gavin-andresen/

      2. Man kann schwerlich eine so bedeutende Frage daran knüpfen, Menschen einfach mal zu vertrauen die man nicht kennt, deren Intentionen man nicht kennt, die ihrerseits betrogen worden sein können usw. Das kann jeder für sich selbst entscheiden, aber inwiefern es vertrauenswürdig ist, dass JVP ne “Tulip-Trust-Message” für CSW extra an einen Journalisten gibt… das ist so eine Soap-Opera das ich es nur noch lachhaft finde. Gavin Andresen sagt mittlerweile das er unsicher ist, seinem eigenen Urteil momentan nicht vertraut. Ian Grigg hat einfach nur Behauptungen aufgestellt ohne zu erklären wessen Story er da erzählt und Jon Matonis sagt sowieso nicht sehr viel. Das ist alles etwas sehr wenig, v.a. weil auch Computer-Experten technisch getäuscht werden können. Noch mehr weil auch Computer-Experten menschlich genau so getäuscht werden können wie der Durchschnitt.

      3. Er hat ne Menge dafür getan gefunden zu werden. Christoph Bergmann hat darüber sogar im Dezember geschrieben. Editierte Blogbeiträge etc. Außerdem gibts massenhaft Hinweise darauf dass er ziemlich vielen von seiner vermeintlichen Satoshi-Identität erzählt hat.

      4. Das er keine finanziellen Interessen hat muss nicht stimmen. Interessanterweise gab es eine erstaunlich präzise Vorhersage dessen was passieren wird: https://www.reddit.com/r/Bitcoin/comments/4cdsna/craig_wright_nigerian_prince_and_other_unlikely/ Lies Dir das mal durch und dann frag Dich was davon nicht eingetroffen ist. Und dann ging es um Vorschussbetrug, bzw. hat auf die Art angefangen. Eine Theorie auf deutsch, die darauf Bezug nimmt, findest Du hier: https://www.coinforum.de/topic/4826-craig-wright-satoshi-story/

      Abgesehen davon: Er hat eine unglaubliche Eitelkeit bewiesen, ein sehr hohes Geltungsbedürfnis, eine hohe Motivation seine Außendarstellung zu kontrollieren. PR-Firma, schicke Fotos (mein Favorit: https://i.guim.co.uk/img/media/5e754634d68931ac0ba3ae191be4dba3a14c20b9/0_293_3500_2100/master/3500.jpg?w=620&q=55&auto=format&usm=12&fit=max&s=c68731fe5e5ce9efe0401a084b8cfa51), TV-Auftritt usw. Will sagen: Manchen geht es vor allem darum. Hochstapler gibt es sowieso sehr viele. Und Satoshi wiederum eignet sich perfekt als Projektionsfläche für Hochstapler, gerade weil nicht viel über ihn bekannt ist.

      Und wenn Du sagst: “Meiner Meinung nach gebietet es den Respekt im Zweifelsfalle FÜR den Angeklagten zu votieren, denn sollte tatsächlich ein weiterer handfester Beweis Craig als Satoshi bestätigen so müsste sich die halbe Bitcoin-Community zu tiefst schämen und im Boden versinken, wie respektlos und menschenverachtend sie mit dem Satoshi umgegangen ist.”

      Er muss beweisen das er es ist, sonst kann es doch jeder behaupten. Wie will man denn beweisen das es jemand nicht ist? Das geht nicht. Und “ein weiterer handfester Beweis” ist irgendwie seltsam. Denn es gibt gar keinen Beweis, schon gar keinen handfesten. Sollte er dennoch beweisen können Satoshi zu sein wird er den verdienten Respekt schon bekommen. Seine derzeitige Situation ist das Resultat eigener Fehler. Denk an den ersten Blog-Post. Das war klarer Betrug. Dann hat er sich Bitcoin schicken lassen, bzw. nicht sich – Satoshi. Und dann wieder einen Rückzieher gemacht. Ich weiß nicht welche Theorien es braucht damit man dann noch glaubt das er Satoshi ist.

      Und wie gesagt… siehe oben: Die Aktion wurde sogar von jemandem angekündigt und präzise vorhergesagt und advanced fee fraud genannt. Da bleibt für mich nicht mehr viel.

      • Danke Netcube für deinen sachlichen wirklich guten Beitrag. Mir persönlich geht einfach die Art und Weise wie man mit Menschen generell umgeht, gegen den Strich. Mag sein, dass der Herr ein Hochstapler ist, doch solange nicht bewiesen ist, dass er nicht Satoshi ist, sollte man entsprechend mit gesundem Respekt umgehen.

        Solange Niemand den Beweis erbracht hat, sollte man entsprechend sachlich und vor allem nüchtern mit Bekenntnissen umgehen.

        Wie du bereits geschrieben hast, gibt es viele Informatiker mit den entsprechenden Fähigkeiten und irgend ein Informatiker davon macht eben den ersten Schritt, den Andere letztendlich hätten auch gemacht bzw. wahrscheinlich selbst auch schon gemacht nur eben nicht entsprechend an die Öffentlichkeit gebracht. Daher braucht es keinen Satoshi als Vaterfigur oder Schlimmeres.

        Mir missfällt auch der Umgang mit Dingen wie BitcoinClassic, Gavin Andresen, Mike Hearn, usw.

        Mehr Freiheit kann nicht darin bestehen alle Anderen zu mobben die einen nicht in den Kram passen oder den Bitcoin etwas anders definieren.

        Daher ist auch mein Unmut entsprechend groß was diese und auch manch andere Thematik angeht, weil ich in der langen Zeit der ich der Bitcoingemeinde angehöre, mich noch nie so wenig damit identifizieren konnte, ich mich dafür noch nie so sehr dafür geschämt habe.

        Kritisch finde ich diese ganzen Debatten vor allem auch im Hinblick von Investoren, denn meiner Meinung nach sind solch Kriegsschaubplätze alles Andere als förderlich. Meiner Meinung nach hat der Bitcoin nicht ohne Grund die letzten Quartale underperformt und zu Ethereum getrieben.

  10. Ich hätte da grundsätzlich mal eine Frage:
    Was mich ja wundert, warum suchen so viele Leute, die eigentlich gegen die Innovation Bitcoin sind, ein solches Forum im Internet auf? Was ist da die Motivation?

  11. forexlegend // 9. May 2016 at 16:20 // Reply

    Für mich wird Satoshi der Mystiker des Internets bleiben.
    Das was er uns schenkte unglaublich wertvoll bleiben.

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