Schweizer Kleinstadt akzeptiert Bitcoins für kommunale Leistungen

Zug, ein kleiner Ort in der Schweiz, aber ein großer Ort für die Weltwirtschaft. Bild von Frozenbubble at de.wikipedia. Lizenz: Creative Commons

Das Städtchen Zug im gleichnamigen Kanton der Schweiz ist die Heimat von 15 Firmen, die mit Kryptowährungen oder Blockchains arbeiten. Um ein Zeichen der Willkommenskultur zu setzen, akzeptiert die Stadt ab Juli Bitcoins für kommunale Dienstleistungen.

Zug ist so etwas wie die Schweiz in der Schweiz. Während die Alpen-Eidgenossenschaft für ihre Größe mit einer ungewöhnlich starken Wirtschaft auftrumpft und im weltweiten Vergleich ungewöhnlich gute Standortbedingungen für Unternehmen bietet, lockt der kleine Kanton Zug mit … einer noch stärkeren Wirtschaft und noch bessere Standortbedingungen.

Die Stadt Zug hat knapp 30.000 Einwohner, ist aber dank äußerst großzügiger Steuerregeln Hauptsitz von weltweiten Rohstoffgiganten wie Glencore und Xsatra, von zahlreichen Finanzunternehmen, Briefkasten- und Treuhandfirmen sowie sportlichen Institutionen wie der FIFA oder (ehemaligen) Sportlern wie Boris Becker. Mit 12.000 angemeldeten Unternehmen dürfte Zug eine der weltweit höchsten Dichten an Unternehmen haben.

Auch die Krypto-Branche hat Gefallen an dem Städtchen gefunden, was zur Bildung eines “Crypto-Valleys” geführt hat. “Das Cryptovalley Zug hat einen eigenen, spezialisierten Regulator für Cryptocurrencies und Blockchain-basierte Geschäftsmodelle. Mit hoher Kompetenz und Flexibilität sorgt dieser für Transparenz, Fairness und Stabilität. Alle Firmen können sich – auf freiwilliger Basis – unter diese Regulierung stellen,” schreibt die Webseite der Initiative. Die bekanntesten der mittlerweile 15 Krypto-Firmen und -Organisationen mit Hauptsitz in Zug dürften die Ethereum-Foundation, Monetas, Shapeshift und Xapo sein.

Auch wenn besagte Firmen eher formal denn persönlich vor Ort sind, möchte die Stadtverwaltung Zug nun ein Zeichen der Willkommenskultur setzen. Der Stadtrat hat sich entschieden, ab dem 1. Juli Bitcoins als Zahlungsmittel für kommunale Dienstleistungen zu akzeptieren. Stadtpräsident Dolfi Müller kommentiert: “Wir wollen unsere Offenheit für die neuen Technologien zum Ausdruck bringen und frühzeitig eigene Erfahrungen sammeln.”

Bisher ist allerdings noch keine umfassende Akzeptanz geplant, sondern lediglich ein Pilotprojekt, das auf “gebührenpflichtige Leistungen der Einwohnerkontrolle der Stadt Zug bis zu einer Grenze von 200 Franken” beschränkt ist. Ende des Jahres soll eine Analyse entscheiden, ob Bitcoins künftig für weitere städtische Dienstleistungen akzeptiert werden.

About Christoph Bergmann (959 Articles)
Das Bitcoinblog wird von bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder. Wenn Ihnen das Blog gefällt, freuen wir uns über Spenden an 1BvayiASVCmGmg4WUJmyRHoNevWWo5snqC. Jeder Satoshi wird dazu verwendet, um das Blog besser zu machen. Weitere Infos, wie Sie uns unterstützen können, finden Sie HIER. Gastbeiträge sind ebenfalls willkommen. Meinen öffentlichen PGP-Schlüssel sowie den Bitmessage-Schlüssel finden Sie HIER

3 Comments on Schweizer Kleinstadt akzeptiert Bitcoins für kommunale Leistungen

  1. Nattydraddy // 10. May 2016 at 11:43 // Reply

    “Die bekanntesten der mittlerweile 15 Krypto-Firmen und -Organisationen mit Hauptsitz in Zug dürften die Ethereum-Foundation, Monetas, Shapeshift und Xapo sein.”

    Shapeshift wird wohl nur formal Zug statt Panama als Standort gewält haben. Das hatten wir hier schon:
    https://bitcoinblog.de/2016/04/19/vermutlich-ein-insider-job-shapeshift-wurde-gehackt/#comment-26705

    Aber die Ethereum Foundation sitzt im „Holon 000“ bzw. „Raumschiff Ethereum“:

    Siehe Der digitale Lenin hinter der Blockchain | Capital:
    “eines schicken dunkelgrauen Kastenbaus mit schmalen Fenstern. Könnte auch eine Architektenvilla sein. Es läuft elektronische Musik. Im dritten Stock ist das Office, kein Papier, keine Regale, nur ein endlos langer Tisch, vollgestellt mit PCs und Macs. Auf der Etage darunter wohnen und schlafen ein Dutzend Programmierer.”

  2. Das hat auch andere Gründe, unter anderem die Strafzinsen, die die Gemeinde zahlen muss beim Erhalt in Franken 😉

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s