Blockchain soll Dubai zur Stadt der Zukunft machen

Sieht schon nett aus: Die Burj al Arab vor dem Sonnenuntergang. Bild von mattharvey1 via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Der Blockchain-Bug ist offenbar auch in Dubai angekommen. Neben einem Bonuspunkte-Programm für Touristen arbeitet der „Blockchain Council“ an sechs weiteren Pilotprojekten, die wie ein Rundumschlag um derzeit gängige Blockchain-Anwendungen wirken.

Dubai bleibt nicht bei Ölreichtum und Wolkenkratzer-Verrücktheiten stehen. Der arabische Stadtstaat plant bis 2035 zur „Smart City“ zu werden. Das „Museum of the future“ soll als Inkubator futuristische Technologie- und Architekturprojekte fördern und bündeln. Der Direktor des „Museums“, Saif Al Aleeli, hat bereits im März den „Global Blockchain Council“ ins Leben gerufen, eine 32-köpfige Initiative, die sich speziell um Blockchain-Projekte kümmert.

Nun hat die Initiative in der Burj Al Arab sieben Pilotprojekte vorgestellt. Coindesk berichtet über die Veranstaltung. Die Piloten sind ein netter Querschnit durch die gängigen Ideen der „Blockchain-Technologie“ und zeigen, wie engagiert Dubai der Blockchain-Innovation entgegentritt.

Gesundheitsdokumente

du, ein großer Telekommunikationsanbieter in den Emiraten, stellte ein Projekt vor, an dem seine Firme bereits arbeitet: Die Digitalisierung von Dokumenten im Gesundheitswesen wie Röntgenbilder durch die Blockchain. Während eine „normale“ Digitalisierung solche Dokumente ebenso verfügbar machen würde wie eine „Blockchain-Digitalisierung“, kann die Blockchain gewährleisten, dass die Daten unverändert bleiben.

Diamanten

Auch die DMCC, Dubais Freihandelszone für den internationalen Güterhandel, beschäftigt sich mit einem Blockchain-Projekt: Die Blockchain soll genutzt werden, um sogenannte Kimberley Zertifikate zu authentifizieren und zu überweisen. Diese von der UN eingeführten Dokumente sollen verhindern, dass „Blutdiamanten“ aus Konfliktzonen auf den Welthandel kommen. Indem die Blockchain die Authentizität und Einzigartigkeit dieser Dokumente garantiert, sollen sie digitalisiert werden können.

Anreche auf illiquide Güter

Illiquide Güter wie Gebäude oder Antiquitäten sind nicht leicht zu veräußern oder sonst wie zu Geld zu machen. Indem man solche Güter – bzw. die Anrechte auf sie – digitalisiert und auf digitale Märkte bringt, kann sich ihre Liquidität verbessern. Ein Konsortium von Firmen aus Dubai und Singapur arbeitet daran, die Titel für solche illiquiden Güter auf der Blockchain zu digitalisieren.

Unternehmensregistrierung

BitOasis, eine Art Coinbase in den Emiraten, plant ein Projekt, das es Unternehmen einfacher machen soll, sich bei der Freihandelszone DMCC zu registrieren. Bisher erfordert eine Registrierung noch eine Menge Papierkram. Indem man den ID-Verifizierung-Prozess auf die Blockchain bringt, könnte man ihn erheblich beschleunigen.

Testamente

Die Finanz-Freihandelszone Dubais – das Dubai International Financial Centre (DIFC) – arbeitet gemeinsam mit DigitUs daran, Testamente auf die Blockchain zu laden. Der Grund ist, dass laut einem Experten des DIFC 75% der familiengeführen Unternehmen scheitern, wenn es zu einem Generationenwechsel kommt. Die Blockchain ist natürlich keine Lösung für unwillige oder unfähige Erben – aber sie kann helfen, den regulatorischen und organisatorischen Übergang zu vereinfachen.

Bonuspunkte für Touristen

Das Startup Loyyal möchte die Blockchain nutzen, um das Sammeln und Verwenden von Bonuspunkten zu vereinfachen. Die Dubai Points sind Bonuspunkte auf der Blockchain für Touristen. Im Gegensatz zu zentral geführten Datenbanken können Bonuspunkte auf der Blockchain unabhängig von Mittelsmännern bei einer Vielzahl von Akzeptanzstellen genutzt werden.

Lieferungen

IBM schließlich arbeitet daran, die Finanzierung von Warenlieferungen mit einer Blockchain zu verbessern. Ein Pilotprojekt bringt einen Hafen, eine Bank aus Dubai, Logistikfirmen und weitere Unternehmen zusammen. Mithilfe der Blockchain soll der Prozess des Güteraustausches sowie der Bezahlung derselben effektiver gemacht werden.

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5 Kommentare zu Blockchain soll Dubai zur Stadt der Zukunft machen

  1. Leider weder aus Ihrem Artikel, noch aus dem von Coindesk geht hervor, ob hier mit der Bitcoin-Blockchain gearbeitet werden soll oder nicht?!

  2. Nattydraddy // 1. Juni 2016 um 23:42 // Antwort

    Wenn IBM dabei ist, wohl nicht mit Bitcoins. Auch für die anderen Projekte erscheint mir Bitcoin höchstens in Zusammenhang mit Counterparty/Rootstock einsetztbar.

  3. Mal wieder eine sinnlose Konferenz mit dem typischen Blockchain blabla…. zum kotzen! Blockchain hui Bitcoin pfui… einfach albern. Die Leute die Bitcoin nicht verstehen oder versehen wollen werden noch ein böses erwachen haben.

    • Hm, ich bin mir da nicht mehr sicher. Natürlich ist ein freies Geld die größte „Blockchain-Anwendung“; aber deswegen würde ich alles andere nicht unterschätzen … von „Bitcoin pfui“ stand in dem Artikel übrigens kein Wort 🙂

  4. Ist schon erstaunlich, wie alle Angst habe ja nichts zu verpassen und von Anfang an dabei sind. Die Banke wundern sich doch selber, dass so lange ihr System konkurrenzlos war und erst jetzt endlich eine Innovation im Zahlungsverkehr gekommen ist durch Bitcoin. Natürlich wollen sie jetzt nichts verpassen und machen ihre eigene Währung, was ich aber ethisch schon niemals kaufen würde, denn dies ist nicht ihre Erfindung und jetzt wollen sie die Früchte eines anderen pflücken. Blockchain werden schlussendlich bestimmen, welche Firmen überleben werden. Wieso? Schaut auf meiner Seite.

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