Happy Halving: Heute halbiert sich die Belohnung der Miner

Die Blockchain läuft wie ein Uhrwerk, Block für Block für Block. Bild: Cogs von SomeDriftwood via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Irgendwann heute wird Block 420.000 gefunden. Schätzungen gehen davon aus, dass es  abends gegen 20 Uhr geschehen wird. Damit geht eine Periode des Bitcoins zu Ende. Anstatt wie bisher 25 werden die Miner künftig nur noch 12,5 Bitcoin je Block erhalten.

Tick-Tack. Die Uhr tickt, Block für Block, weil das der Bitcoin-Rhythmus ist, einmal in zehn Minuten. So geht das von Anfang an, seit 2009, Block für Block.

Heute wird irgendein Miner Block 420.000 finden. Danach wird das Bitcoin-Netzwerk niemals wieder so sein wie vorher. Denn alle 210.000 Blöcke findet ein Halving statt: Die Belohnung, die die Miner je Block erhalten, halbiert sich. In den ersten vier Jahren – oder 210.000 Blöcken – gab es je Block noch 50 Bitcoin. Derzeit gibt es 25. Ab heute Abend, vermutlich gegen 20 Uhr, wird es nur noch 12,5 Bitcoin geben. Bis die nächsten 210.000 Blöcke gefunden sind. Dann werden die Miner nur noch 6,25 Bitcoins je Block bekommen. Und so weiter, bis die Bitcoin-Mine im Jahr 2140 endgültig erschöpft ist, nachdem 21 Millionen Bitcoins gefunden wurden.

Der Halving-Algorithmus ersetzt im Bitcoin-System die Zentralbanker, die über die Inflation wachen. Warum auch immer Satoshi Nakamoto die Halbierung der Belohnung in den Code geschrieben hat – sie ist da und gibt die Wirtschaftspolitik des Bitcoins vor. Während die Bitcoin-Inflation in den letzten Jahren noch um die 10 Prozent betrug, wird sie von nun an auf 4-5 Prozent sinken. Unter 2 Prozent geht die Inflation erst nach Ablauf der heute beginnenden Reward-Ära, wenn die Belohnung voraussichtlich 2020 auf 6,25 Bitcoin sinkt. Unter 1 Prozent je Jahr erreicht sie erst in der darauf folgenden Ära, in der es ab 2024 noch 3,125 Bitcoin je Block gibt.

Das Halving ist ein fundamentales, erschütterndes Ereignis in der Bitcoin-Wirtschaft. Es kappt das Angebot an Coins auf den Börsen um die Hälfte, während es gleichzeitig den Ertrag der Miner in Bitcoins halbiert. Wenn es ganz gut läuft, gleich sich dies gegenseitig aus – der durchschnittliche Preis je Ära verdoppelt sich. Ansonsten ist zu erwarten, dass sowohl Miner als auch Trader das wohlbekannte und gut prognostizierbare Ereignis antizipieren und sich darauf vorbereiten: Miner kalkulieren, ob sich Investitionen auch dann noch lohnen, wenn sich der Bitcoin-Ertrag halbiert, und Trader nehmen voraus, dass sich das Angebot verknappt.

Es ist also zu erwarten, dass nach dem Halving … gar nichts passiert. Gespannt sind wir aber dennoch. Happy Halving!

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22 Comments on Happy Halving: Heute halbiert sich die Belohnung der Miner

  1. Nein es sind nicht unter 2 Prozent. Es sind 3,125 Prozent in 6 Stunden. Jetzt sind es noch

    • 6,25% ist doch sehr leicht zu berechnen. 50% nach 4 Jahren = 50:4= 12,5 dann 25% in den nächsten 4 Jahren also 25:4 = 6,25% usw! Zu beachten ist das ist der durchschnittliche wert auf 4 Jahre gemittelt. Es ist viel mehr als 3,125% fürs erste. Mit der Zeit sinkt der wert dann stetig ab auf unter 3,125%. Bitte korrigieren.

      • Hallo Horst,

        können Sie das etwas genauer erklären? Ich habe die Zahlen von hier https://en.bitcoin.it/wiki/Controlled_supply (erste Tabelle) übernommen …

      • Horst // 9. July 2016 at 12:09 //

        Sorry ich habe ihren Text zu schnell über flogen. Ich hatte es zuerst so verstanden das Sie meinen das wir ab heute abend schon bei 2% sind. Klar in 4 Jahren sind es dann 2%! Meine Rechnung ist nur eine pi mal Daumen Rechnung um zu zeigen das 2% auf keine Fall stimmen können. Ich hätte nur den Satz aufmerksamer lesen sollen…. Sorry dafür!

  2. Happy Halving an alle und vielen dank für Ihre Arbeit. Weiter so Herr Bergmann

  3. Block 420.000

    Haha wieder ein Beweis dafür dass Bitcoin der Digitale Hanf ist.

    Satoshi wird mir immer sympathischer, diese Seele wusste was abläuft. Hoffentlich wird sich sein Traum realisieren von einem dezentralen Finanzwesen ohne Mittelmann. Genau wie früher ohne Betrüger und Heuchler die unser hart verdientes Geld stehlen. Mit Bitcoin bezahlen und mit Hanf Häuser bauen. Ach das Leben auf der Welt könnte so schön und günstig sein. Aber manche müssen ihr Ego füttern und unterdrücken solche Innovationen um besser dazustehen. But anyway hard work pays off..

  4. Das “halving” ist irgendwie missverstanden worden, denn die Ausschüttung wurde nicht halbiert. Es wurde von 25 auf 16,666 reduziert, also von 1/4 auf 1/6! Erst in 4 Jahren sind wir bei 12,5, also bei 1/8 und in etwa 8 Jahren bei 1/10, also 10 BTC pro Block…

  5. Happy Halving! 🙂

  6. Nattydraddy // 9. July 2016 at 19:29 // Reply

    Mal wieder eine “News” und um % Uhr hüpft der Kurs (nach unten)
    http://bitcoincharts.com/charts/chart.png?width=940&m=bitfinexUSD&SubmitButton=Draw&r=1&i=1-min&c=0&s=&e=&Prev=&Next=&t=C&b=&a1=&m1=10&a2=&m2=25&x=0&i1=&i2=&i3=&i4=&v=1&cv=0&ps=0&l=0&p=0&

    Die nächsten vier Jahre gibt es erstmal keine “News” mehr. Aber für den Kurs sollen Gerüchte ja besser sein. Den “Terminator” hatten wir schon vor 5 Blogbeiträgen, als nächstes kommt der Satoshi Ropundtable followup im Sillicon Valley.

    Wem Gerüchte nicht reichen, kann es auch mit Technischer Analyse oder mit Zahlenmystik versuchen. Wie kommt man darauf das 420.000 irgendetwas mit Hanf zu tun hat? Da hat vlt. jemand zu tief in den Rauch geschaut.

  7. MartiniBlanco // 9. July 2016 at 23:26 // Reply

    Die Zahl 420 gilt als Synonym oder Codewort für Hanf bzw Cannabis. Hier steht Warum:
    https://en.wikipedia.org/wiki/420_(cannabis_culture)

  8. Waterloo // 10. July 2016 at 11:39 // Reply

    Bleibt die Frage für was die Zahl 630 als Synonym steht. Man muss sich ja bevorraten.

  9. Bleiben wir doch mal bei den Fakten!
    Als die Miner noch 50 BTC für einen gefundenen Block bekommen haben kostete eine Pizza 20.000 Bitcoin. Und wenn Warren Buffett recht hat das ein Bitcoin irgendwann einmal 1 bis 10 Millionen Dollar wert sein kann, dann ist es grober Unfug beim Halving von Inflation zu reden.

    • Ich habe, wie vermutlich die meisten hier, von Wirtschaftswissenschaften keine Ahnung. Keine Ahnung, ob der Begriff Inflation irgendwo eindeutig definiert ist. Es fragt sich, ob man Inflation nur innerhalb einer Währung betrachten sollte oder ob man, wie Sie, Herr Bert, über die Umrechnung in eine andere Währung vorgehen darf. Wahrscheinlich geht es auch um Kaufkraft und irgendwelche Warenkorb-Preise. Dafür wird man beim Bitcoin wahrscheinlich noch ein Weilchen in Fiat-Währung rechnen. Oder gibt es schon Händler, die Waren für Bitcoin-Festpreise anbieten, ohne auf den Fiat-Wechselkurs zu schauen?

    • Stimmt, wenn man Inflation als “Teuerung” definiert, in dem Sinn, dass die Kaufkraft einer Einheit einer Währung nachlässt. In diesem Fall – und ich fürchte, dies ist die offizielle Definition – haben Sie recht und ich war begrifflich ungenau. Meine Perspektive auf Inflation war die Ausweitung der Geldmenge in jährlichen Prozent.

    • das btc irgendwann 1 bis 10 millionen wert sein wird davon gehe ich auch aus. nur wie kommste drauf dass warren buffet sowas behauptet? soviel ich weiß ist er bitcoin gegner!
      https://www.btcgermany.de/warren-buffett-finger-weg-von-bitcoin/

  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Inflation

    Ja ok, das mit Buffett glaubte ich irgendwo gelesen zu haben. Kann sein das ich mich da geirrt habe. Es ist sowieso ein Blick in die Glaskugel. Wenn man allerdings von der Gegenwart in die Vergangenheit schaut, dann bleibt eine extram starke Deflation.

    Meines Erachtens ist Bitcoin ein extrem gutes Wertaufbewahrungsinstrument und ein extrem schlechtes Zahlungsmittel. Wenn man es nicht schafft diese beiden Funktionen des Geldes zu trennen, dann muss man wohl langfristig von einem Misserfolg aus gehen.

    Man stelle sich nur einmal vor das jeder Erdbewohner nur einmal am Tag mit Bitcoin eine Cola kaufen würde. Dann hätten wir vermutlich bald ein Wachstum der Blockchain von einem Terrabyte am Tag. Dabei ist Bitcoin jetzt schon an seine Leistungsgrenze gestoßen, bevor es richtig los geht. Hier muss man ansetzen und eine Lösung finden.

    Meine Gedanken gehen dabei in die Richtung, das man die täglichen Zahlungen mit einer Bitcoingeckten zweiten Währung macht, Deren Zahlungen nicht in die Blockchain eingehen.

    Stellt Euch doch einmal vor, ihr würdet von eurem Arbeitgeber nicht einmal am Ende des Monats bezahlt sondern jede Nanosekunde mit einem Betrag, der aufgrund der kurzen Zeit extrem klein ist. Sobald ihr eine Zahlung erhaltet sorgt ein Computer dafür, das dieser Betrag noch in der selben Nanosekunde an einen von Euch zu bezahlenden Empfänger weiter geleitet wird. Der Zahlungsempfänger macht das dann ebenfalls mit seinen Zahlungsverpflichtungen

    Gebt ihr weniger aus als ihr an Einkommen habt, dann steigt Euer Reichtum und wenn es anders herum ist, dann fällt das Guthaben dieser Bitcoin gedeckten Zweitwährung wieder entsprechend.

    In bestimmten Abständen kann man im ersten Fall die Bitcoingedeckte Währung in echte Bitcoin umwandeln – vielleicht einmal im Monat.

    Wenn man dieses Verfahren computergesteuert nur schnell genug durchführen würde, dann würde für den gesamten Zahlungsverkehr auf der Welt ein einziger Satoshi genügen. Er würde sich wie eine Art Token mit wahnsinniger Geschwindigkeit durch die Wirtschaft bewegen.

    Bei Wirtschaftsleistungen die auf Zeit basieren könnte man das sofort umsetzen. Bei Dingen die man Stückweise kauft muss man umdenken. Würde man sich zum Beispiel eine Cola oder ein Auto kaufen könnte man mit dem Verkäufer eine Zeit vereinbaren, in der die Nanozahlungen laufen werden. Bei einer Cola also 3 Minuten – je nach Verdienst und bei einem Auto 5 Jahre (am Besten im Voraus und nicht wie heute öfter üblich als Krdeit im Nachhinein) Das sollte allerdings von den vertragspartnern Vereinbart werden können.

    Der Vorteil ist das es sich nicht lohnen würde diesen einen im Zahlungsverkehr befindliche Satoshi zu stehlen. Und man hätte sowieso keine Chance ihn zu bekommen, weil man nicht wüsste bei wem er gerade ist. Eine Sicherung durch teure Kryptographie wäre nicht notwendig.

    Letztendlich läuft das darauf hinaus, das die Zahlungen nur gegeneinander verrechnet werden ohne das “Geld” fließt. “Überschüssiges” Geld wird in Form von Bitcoin gebunkert.

    Ich wünsche noch einen schönen Abend!

    • Interessante Ideen. Ich möchte hier nur kurz ein paar Ideen dazu einwerfen … Bitcoin hat ja seinen Wert, zumindest ursprünglich, weil 1.) die Leute erwarten, dass man Bitcoin einmal weitläufig als Zahlungsmittel verwenden wird, und 2.) weil es eine Nachfrage nach Bitcoin gibt, um damit zu bezahlen. Wenn man Bitcoin von der Zahlungsfunktion trennt, um also nur noch ein reines digitales Gold zu haben, fürchte ich, wird es noch viel volatiler und es gibt keinen Boden, der Bitcoin auffängt, wenn es zu Panik unter den Spekulanten kommt.

      Zweitens … Natürlich können wir nicht all die kaffees und Kaugummis und Aktien und Gutscheine und Mikrotransaktionen für Lieder oder Zeitungsartikel auf die Blockchain bringen. Zumindest nicht, solange wir keinen Mechanismus haben, um Knoten zu belohnen. Sehe zumindest ich so. Ob das Problem am Ende aber über das Lightning-Netzwerk, über Sidechains oder andere Kryptowährungen gelöst wird – ich bin zuversichtlich.

      • Die von mir angedachte bitcoingedeckte Währung ist ja nicht wirklich eine zweite Währung sondern ein weiterer Aspekt des Bitcoin. Sinngemäß hat die zweite Währung einen konstanten unumstößlichen Wechselkurs. Panik ist dadurch ausgeschlossen.

        Sidechains und Lightning-Netzwerke verschieben die Probleme nur in die Zukunft.

    • Obwohl ich diese Ideen nicht komplett verstanden habe oder nachvollziehen kann, denke ich doch, es so weit verstanden zu haben, dass diese Phantasien komplett unrealistisch und auch rein physikalisch unmöglich sind.

      Nebenbei kommt mir wieder mal der Gedanke, der schon in einem früheren Beitrag angesprochen wurde, was für ein Energiefresser so eine elektronische Währung doch ist (und der Bitcoin ist da außerdem schlechter als einige andere Kryptowährungen).

      Bei der Trennung von Wertanlage und Zahlungsmittel bin ich Christophs Meinung. Ohne den Glauben und das Versprechen und letztlich die tatsächliche Verwendbarkeit als Zahlungsmittel ist ein Kryptowährung wertlos. Es gibt ja auch da andere, die so etwas schon versucht haben, wie bei Unobtanium z.B. – Der wird vielleicht noch von einer winzigen Anzahl Leute gehalten aufgrund irgendwelchen Glaubens, aber ansonsten ist er doch unnütz, weil es ja auch weitere Altcoins mit interessanteren Funktionen und Aussichten gibt.

      Gold mag auch kein optimales Zahlungsmittel sein, aber selbst wenn man da etwas Phantasie rausnimmt, wird es nie ganz auf Null fallen, weil es als Metall einen technischen Nutzen hat und weil es schön ist und es immer Leute geben wird, die Schmuck oder eben nur ein glänzendes, schweres Stück davon besitzen wollen. Eine Kryptowährung als alleinige Wertanlage dagegen wird eines Tages nicht mehr wert sein als ein nostalgisches Computerspiel.

      • Es ist immer problematisch zu etwas eine Meinung zu haben, das man zugegebenermaßen nicht verstanden hat.

        Physikalisch ist es unmöglich Energie zu fressen. Energie kann man umwandeln. Die Energie, die in Bitcoin hinein gesteckt wird wird nahazu vollständig in Wärme umgewandelt. Es gibt Orte auf der Erde, wo diese Wärme dringend gebraucht wird.

        Außerdem gibt es keine einzige Währung im Universum, die einen intrinsischen Wert hat und mit der man sicher Werte aufbewahren kann. Jede Währung basiert auf “glauben”. Das das öfters schief gegangen ist hat die Praxis schon mehr alsl einmal bewiesen.

        Und was Gold anbetrifft so behält es so lange den Wert, bis man in der Lage ist dieses Element künstlich zu erzeugen. das man Elemente künstlich erzeugen kann hat die Wissenschaft bereits bewiesen. Wann Gold an der Reihe ist ist nur eine Frage der Zeit. Wenn es so weit ist werden Imperien zusammenbrechen.

        Bitcoin hat wenigstens den Wert, das keine Macht der Welt ihn an sich reißen kann – und das auch nur bis wir Quantencomputer haben dann ist auch damit Schluss.

        Hoffenlich haben wir es bis dahin gelernt ohne Geld zu leben, wie jede andere Spezies auf dieser Welt. Nur Menschen sind nicht fähig dazu.

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