Top-Banker Anthony Jenkins nun im Vorstand von blockchain.info

Antony Jenkins, Group Chief Executive der Barclays Bank, auf der One Young World Konferenz in Dublin, Irland. Bild von Stefan Schäfer, Lizenz: Creative Commons

Einer der ehemals wichtigsten Banker der Welt macht nun auch etwas mit Bitcoin. Der Ex-Direktor von der Großbank Barclays möchte mit Blockchain.info und einem anderen Startup die Infrastruktur für Geld neu erfinden.

Dinge passieren. Die ARD stellt fest, dass Bitcoin wieder da ist, obwohl er “nach dem gewaltigen Absturz vor drei Jahren” schon als tot galt und fragt, beinah empört, wie das denn möglich ist. Die Antwort findet die ARD irgendwie in Donald Trump, chinesischen Kapitalkontrollen und der Vermutung, dass “Bitcoin-Transaktionen deutlich sicherer sind als reguläre Zahlungen.”

Der jüngste Beitrag der ARD über Bitcoin ist bemerkenswert. Keine Drogen, kein Darknet, nur ein Nebensatz Volatilität. Ansonsten scheint in der Redaktion jene Erkenntnis einzusetzen, die so gut wie jeden einmal im Leben überrollt: Dieses unmögliche Geld, dieser verrückte Bitcoin – das existiert ja immer noch! Und es ist sogar noch stärker als jemals zuvor!

Auch bei den Banken scheint es langsam zu dämmern. Die vergangenen zwei Jahre hatte die Branche nur “Blockchain Blockchain” im Kopf und hat sich in die Idee hineingesteigert, dass Bitcoin an sich Unsinn sei, aber die Blockchain alles verändere. Nachdem die Finanzbranche fieberhaft einige Zeit nach der Killer-App der “Blockchain” gesucht hat, reift die Erkenntnis, dass es diese bereits gibt: Ein dezentrales Geld. Bitcoin eben.

Auch Anthony Jenkins scheint zu dieser Erkenntnis gekommen zu sein. Der Londoner war bis Mitte 2016 “Group Chief Executive” von Barclays, einer der größten Banken der Welt. Seit seinem Abschied von Barclays widmet sich Jenkins der Revolution des Bankenwesens durch Fintechs, indem er etwa das Startup 10x Banking gegründet hat. Das Startup arbeitet an einem Cloud-basierten Kernsystem für die Transaktionsprozesse von Banken, um damit eine buntere und vielfältigere Ökologie der Banken zu ermöglichen. Schaffe einen Standard und gebe den Akteuren mehr Handlungsfreiheit, indem du sie davon befreist, ihr eigenes System zusammenwursteln zu müssen.

Nun hat Jenkins auch seinen Fuß in die Bitcoin-Welt gesetzt. Der 55-jährige Banker ist nun im Aufsichtsrat von Blockchain, jener als blockchain.info bekannten Plattform für Bitcoin-Statistiken und eine Bitcoin-Wallet. MyWallet von Blockchain ist mit mehr als 8 Millionen Wallets die beliebteste Online-Wallet der Welt und hat bereits mehr als 60 Millionen Transaktionen prozessiert.

Jenkins erklärt die Gründe für diesen Karriereschritt: “Blockchain Technologie hat das Potenzial, die Weise neu zu erfinden, wie wir Geld benutzen und zu einem Finanzsystem beitragen, das hohe Qualität für geringe Kosten bietet und zugleich sicher, fair und transparent ist.” Dass sich Jenkings sowohl mit 10x Banking als auch Blockchain.info auf Projekte stürzt, die an der Basis der Technologie ansetzen und grundlegende Infrastruktur-Dienstleistungen für das Benutzen von Geld erbringen, lässt darauf schließen, dass er weiß, was er tut – und dass sowohl Fiat-Geld als auch Bitcoin Teil seiner Pläne ist.

Für Blockchain.info ist die Ernennung von Jenkins zum Aufsichtsrat eine Art weiterer Ritterschlag. Das Startup begann damit, dass Nicolas Cary, Peter Smith und Ben Reeves eine Plattform mit Statistiken zur Bitcoin-Blockchain gegründet haben. Daher der Name, Blockchain.info. Bald darauf folgte die Online-Wallet MyWallet, die bequem, relativ sicher und einfach zu bedienen ist, auch wenn die Privacy teilweise unter der Wiederverwendung von Adressen leidet. Vor kurzem hat Blockchain.info Thunder vorgestellt, einen Prototypen für seine Variante des Lightning-Netzwerks. Nachdem das Startups eine Kapitalspritze von 30 Millionen Dollar erhalten hat, hat es Personal rekrutiert; mittlerweile beschäftigt es mehr als 30 Mitarbeiter.

 

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3 Comments on Top-Banker Anthony Jenkins nun im Vorstand von blockchain.info

  1. 1 Million pro Mitarbeiter. Für die würde ich auch gerne arbeiten! xD

  2. Einerseits schön, dass sich Bitcoin immer mehr etabliert. Andererseits aber auch sehr schade, war irgendwie auch cool etwas zu haben, was sonst kaum einer hat.

  3. Bitcoin hätte nun aber leider keinen Wert, wenn nur du und einige wenige Bitcoin besitzen würden… In sofern sollten wird doch froh sein! “happiness is only real when shared” 😉

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