Das Ying und Yang von Bitcoin

"Ying Yang/Coffee Sugar" von Jonas Hösler via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Die Frage nach den Rollen von Minern und Nodes im Bitcoin-Netzwerk wird derzeit kontrovers diskutiert. Wer hat die Hosen an? Wer ist entscheidend für das Netzwerk – und, vor allem: Wer kann entscheiden, was Bitcoin ist – und damit auch Bitcoin ändern? Wir versuchen, diese Fragen zu beantworten.

An sich wäre die Antwort relativ einfach. Die Miner erzeugen Bitcoins und sie pressen Transaktionen in die Blockchain. Miner sind die einzigen, die sich den Schreib-Zugriff auf die Blockchain erarbeiten. Dafür investieren sie eine unvorstellbare Menge an Computerkraft, indem sie die kryptographischen Rätsel lösen, mit denen sie Blöcke finden. Dafür erhalten sie eine Belohnung in Bitcoins.

Wer sonst außer den Minern, die Bitcoins erzeugen und die Blockchain schreiben, sollte der Herr im Hause Bitcoin sein?

Im ursprünglichen Design von Satoshi waren Miner, Nodes und User noch dasselbe. Wer Bitcoin benutzen wollte, musste einen Node aufsetzen. Einen Node aufsetzen bedeutet, sowohl die gesamte Blockchain mit allen Transaktionen herunterladen und zu speichern, als auch Transaktionen und Blöcke zu verifizieren und im Netzwerk zu propagieren. Wenn ein Node nun das “Mining” aktiviert, kann er seinen Computer nach einer “Hash” suchen lassen, die ihm für einen Block den Schreibzugriff auf die Blockchain gibt. Wenn dies gelingt, erhält der Node den Block-Reward und wird damit für seine Arbeit belohnt: Für das Minen, das Schreiben in die Blockchain, das Speichern der Blockchain, der Verifizierung von Transaktionen.

Die Trennung von Miner, Node und User

Ziemlich bald haben sich jedoch Miner, Node und User voneinander getrennt. Der erste Schritt war das Entstehen von Mining-Pools: Indem ein zentraler Pool die Bedingungen für die Gewinner-Hash ausgibt und mit dieser, wenn sie von den Mitgliedern gefunden wird, einen Block bildet, konnten die Miner den Node abschütteln. Um zu minen, muss man keine Blockchain runterladen oder Transaktionen verifizieren. Man muss lediglich den Computer Hashes erzeugen lassen und diese an einen Pool senden.

Der zweite Schritt kam mit dem GPU-, spätestens mit dem FPGA-Mining: Indem Miner immer spezialisiertere Hardware verwendeten, um zu hashen, verloren CPUs und sogar anständige Grafikkarten bald die Wettbewerbsfähigkeit. Ein “normaler” Node auf einem normalen Rechner wurde nicht mehr fähig, profitabel zu minen. Die Belohnung, die Nodes dafür erhalten sollten, dass sie die Blockchain speichern und Transaktionen und Blöcke verifizieren und verbreiten, verschwand.

Im dritten Schritt kamen immer mehr und immer bessere Light-Wallets auf den Markt. Diese kommunizieren entweder direkt mit Nodes im Netzwerk oder mit einem zentralen Server. Wallets speichern nicht die Blockchain und verbreiten in der Regel auch keine Blöcke oder Transaktionen. Damit lösen sich die User vom Node.

Nodes – selbstlose Arbeit der Community?

Was bleibt nun? Nodes sind wichtig. Sie replizieren die Blockchain. Sie sind das Backup der validierten Historie von Transaktionen. Sie kontrollieren, ob die anderen Mitglieder im Netzwerk alle Regeln beachten und sie versorgen Light-Wallets mit Informationen. Sie stellen das eigentliche P2P-Netzwerk dar, das Transaktionen sicher prozessiert. Nodes schmeissen den Laden, während die Miner nur Hashes für die Pools suchen.

Wer aber betreibt Nodes? Und warum? Wer nimmt es auf sich, die immer weiter wachsende Blockchain, die mittlerweile etwa 120 Gigabyte groß ist, herunterzuladen und zu speichern, und einen immer weiter wachsenden Strom von Transaktionen zu prüfen und zu verbreiten?

Die einzige Belohnung, die man für einen Node bekommt, ist es, vollkommen frei von Vertrauen zu wissen, ob man bezahlt wurde. Allerdings gibt es mit leichteren Wallets genügend Möglichkeiten, mit einer für die meisten Zwecke ausreichenden Sicherheit zu wissen, ob eine Transaktion gültig ist oder nicht, so dass dies nur für wenige Zwecke einen Node rechtfertigt.

Dennoch unterhalten Hunderte oder Tausende von Menschen auf der ganzen Welt einen Node, ohne dass sie dafür etwas bekommen. Wenn es etwas gibt, das für die “Community” steht, dann die Gemeinschaft der Nodes. Sie ziehen alle an derselben Blockchain.

Wer hat die Hosen an?

Im Streit um die Blocksize haben sich in den vergangenen Jahren Nodes und Miner immer weiter voneinander getrennt. Während die meisten Miner schon seit Ende 2015 sagen, dass sie gerne größere Blöcke bilden wollen, lehnen die Nodes dies noch ab. Ist klar: Die Miner müssen die Blöcke ja nicht selbst tragen, aber bekommen eventuell mehr Einnahmen durch die Gebühren und steigende Bitcoin-Preise. Die Nodes hingegen sind es, die die noch größeren Blöcke speichern und verbreiten müssen.

Und während ein recht großer Teil der Miner sich entschieden hat, mit Bitcoin Unlimited zu minen und ein Zeichen für eine Blocksize-Erhöhung zu setzen, benutzt ein überwältigend großer Teil der Nodes weiterhin Core, die mit SegWit konservativer an der Blocksize-Schraube drehen wollen. Auch klar: Viele Nodes sind Teil der Infrastruktur von Bitcoin-Unternehmen, welche die Referenz-Software verwenden, weil sie am sichersten anzeigt, ob man Geld erhalten hat. Aber es ist auch klar, dass ein großer Teil der Idealisten, derjenigen, die einen Node altruistisch betreiben, wenig davon hält, dass die Miner mit Bitcoin Unlimited den Takt zur Blocksize vorgeben.

Die große Frage, die seitdem im Raum steht, ist: Wer darf das entscheiden? Können die Miner eine größere Blocksize gegen die Nodes beschließen und durchsetzen – oder können vielmehr die Nodes mit UASF SegWit gegen den Willen der Miner aktivieren?

Es ist ziemlich leicht, in dieser Frage extreme Antworten zu finden. So gibt es einen berühmten Tweet von Roger Ver, der mit Bitcoin.com Unlimited fürs Mining benutzt: “Nur ein Node, der Mining betreibt, ist ein echter Full Node. Der Rest verlangsamt nur den Austausch von Blöcken zwischen den echten Full Nodes.”

Auf der anderen Seite, im Umfeld von Core, zirkuliert die Ansicht, dass Miner nicht entscheiden, sondern lediglich Dienstleister sind, die dafür bezahlt werden, die Blockchain zu sichern.

Roger Ver meint, dass die Miner allein alles entscheiden können. Nodes sind nur schmückendes Beiwerk, haben aber eigentlich keine echte Rolle im Netzwerk mehr. Core und die Verfechter einer UASF hingegen meinen, dass Miner gar nichts zu entscheiden, sondern nur ihren Dienst zu tun haben – nämlich Blöcke zu produzieren, die den Regeln gehorchen, die die Nodes setzen.

Ist es mal wieder die langweilige Mitte?

Wir haben also Miner, die unbedingt gebraucht werden, um Blöcke und – zumindst derzeit noch: Bitcoins – zu produzieren. Es ist egal, welche Regeln die Nodes aufstellen – solange kein Miner einen dementsprechenden Block mined, funktioniert die Währung nicht. Ohne die Arbeit der Miner sind Regeln nur Theorie.

Natürlich könnte jeder diese Arbeit machen. Allerdings haben die Miner, speziell bei Bitcoin, ein Netzwerk hochgezogen, das das größte Computernetzwerk der Welt ist. Zehntausende von Asics, an allen möglichen Orten der Welt, produzieren Hashes, und es gibt keinen Supercomputer von keiner Regierung und keinem Geheimdienst, der dagegen anstinken kann. Indem die Miner den einen Hash finden, der einen Block mit Transaktionen gültig macht, und indem sie die Schwierigkeit, diese Hash zu finden, immer weiter in die Höhe treiben, brennen sie Bitcoin-Transaktionen immer tiefer in die Mathematik großer Zahlen ein. Die Miner verewigen Arbeit in der Blockchain.

Auf der anderen Seite brauchen die Miner auch jemanden, der ihre Blöcke nimmt und ihnen die Bitcoins abkauft, die sie produzieren. Wenn die Nodes einen Block zurückweisen, weil er die Regeln verletzt – etwa weil er zu groß ist – dann wird der Miner umsonst gearbeitet haben. Eine gültige Hash reicht nicht aus, um einen Bitcoin-Block im Netzwerk zu verbreiten – der Miner braucht auch die Zustimmung der Nodes. Ohne diese ist ein Block, und wenn noch so viel Hashrate in ihm steckt, wertlos.

Darum sagen viele Leute, dass eine einseitig von den Minern durchgesetzte Hardfork scheitern wird. Wenn die Miner beschließen, Blöcke bis zu 2 MB zu produzieren, aber die Nodes bei den alten Regeln bleiben, die maximal 1 MB erlauben, wird die Hardfork scheitern. Kein Node, keine Börse, kein Payment-Provider nimmt die neuen Blöcke an. Miner sind Dienstleister, und wenn sie ihren Job nicht richtig machen, gibt es keinen Lohn und jemand anderes macht die Arbeit.

Geht nicht mit, geht nicht ohne …

Daher sagen viele sogar, dass es in Wahrheit nicht die Miner sind, sondern die Nodes, die die Regeln des Netzwerks ändern können. Die Miner können nur die Aufgabe erfüllen, die ihnen die Nodes geben. An dieser Stelle setzt auch die “User Activated Soft Fork” an, die UASF, die SegWit mithilfe der “economic nodes” durchsetzen will, zur Not auch gegen den Widerstand der Miner.

Allerdings ist auch das nicht so einfach. Denn wenn die Miner sich einer Änderung verweigern, wird es keine Blöcke mit SegWit geben, egal was die User machen. Und aufgrund der hohen Hashrate können die User nicht einfach selbst ihre Blockchain betreiben, da ihnen die dafür notwendige Hardware fehlt. Ohnehin wäre eine Minderheiten-Blockchain zwar theoretisch möglich, aber sie wäre nicht mehr, wie Bitcoin heute, vom stärksten Computernetzwerk der Welt gesichert und kann von den Minern der Mehrheits-Blockchain auf vielfältige Weise angegriffen werden.

So wie es für die Miner schwer ist, eine Blockchain gegen den Widerstand der Nodes zu bauen, können auch die Nodes nur schwer gegen den Widerstand der Miner eine Änderung erzwingen. Enden wir also damit, dass sowohl Nodes als auch Miners zusammen eine Art Veto-Macht haben? Vielleicht. Klar ist aber, dass beide Seiten die Leistung der anderen brauchen, um weiterzumachen. Es wird keinen Sieg im Konflikt zwischen Minern und Nodes geben. Nur Kompromisse.

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28 Comments on Das Ying und Yang von Bitcoin

  1. TauNeutrino // 11. May 2017 at 12:54 // Reply

    Was gitbs da groß zu diskutieren?

    Im Grunde läuft mal wieder alles auf BU vs Segwit hinaus. Segwit wird blockiert, weil die Miner sich gegen jede Transaktion, welche nicht am L1 passiert, sträuben. Hier kapieren manche einfach nicht, dass der steigende Bitcoin Preis welcher durch die enorme Kapazitätserhöhung von SW+LN möglich ist die fehlenden Fees mehr als wegmachen würde.
    Dafür wird aus Protest auf eine unfertige Lösung wie BU gevoted nur um noch ein paar Monate zeit zu schinden und möglichst viel macht an einem Punkt zu vereinen (dezentralisation bye bye).

    Ohne Nodes läuft absolut nichts im BTC Netzwerk. Steigen allerdings die Miner aus, wird halt auch die Difficulty wieder sinken.
    Die Situation jetzt ist allerdings absolut indiskutabel.

    • Tony Ford // 12. May 2017 at 6:06 // Reply

      Man könnte vielleicht auch mal die Brille der Einseitigkeit absetzen und darüber nachdenken, weshalb Miner sich gegen etwas sträuben, wovon sie eigentlich profitieren könnten.

      Ebenfalls nach wie vor ein großes Märchen, dass durch die Höhe der Gebühren die Miner irgendeinen Vorteil erreichen würden. Die Gebühren spielen für die Margen KEINE Rolle.
      Die Gebühren sind wie auch der Reward eine mehr oder minder kalkulierbare Größe, d.h. kalkulierbare Einnahmen.

      Läge der Reward bei 1 BTC statt 12,5 BTC so läge auch die Schwierigkeit deutlich niedriger, weil schlichtweg die Miner keinen solch großen Aufwand betreiben würden wie aktuell, weil sich der Aufwand nicht lohnen würde.
      Und so verhält es sich auch mit den Gebühren, wenn diese steigen, steigt in der Summe letztendlich die Belohnung die es für jeden Block im Mittel gibt, somit lohnt sich dann auch ein höherer Aufwand, womit die Schwierigkeit steigt und sich Aufwand und zu erwartende Einnahmen in etwa wieder ausbalancieren.

      Unterm Strich ist Mining nur lukrativ wenn der Kurs stetig steigt, weil sich daraus in den Phasen zwischen den Anpassungen der Schwierigkeiten erhöhte Margen ergeben.

      Bei diesem Streit geht es eben nicht um irgendwelche Einnahmen oder Margen, sondern rein um Politik. Ich finde es ziemlich fragwürdig, wenn Bitcoin Core oder manch andere Leute der Meinung sind, man müsse keine Politik betreiben, sondern einfach nur Entscheidungen erzwingen.
      Dass was Bitcoin Core und jene Seite betreibt ist nix Anderes als der Versuch einer Diktatur.
      Jene die Bitcoin Core kritisch sehen und BU für eine mögliche Alternative halten, werden wie “Verräter” behandelt die den Bitcoin quasi zerstören wollen. Und damit nicht genug, unterliegt BU sowie dessen Nodes permanenten Hackerangriffen. Auch hier versucht man BU einzuschüchtern.

      Für mich unbegreiflich wie wenig man Grundwerte der Freiheit und Demokratie achtet, wie man mit “Andersdenkenden” umgeht. Solange dies nicht in den Schädel geht, wird Bitcoin über kurz oder lang an seiner eigenen Arroganz scheitern.

      • Rakete4 // 12. May 2017 at 8:52 //

        Ich finde es ziemlich fragwürdig, wenn Bitcoin Unlimited oder die Miner der Meinung sind, man müsse keine Politik betreiben, sondern einfach nur Entscheidungen erzwingen.
        Dass was jene Seite betreibt ist nix Anderes als der Versuch einer Diktatur.
        Jene, die Bitcoin Unlimited kritisch sehen, und zunächst Segwit aktivieren möchten, werden wie “Verräter” behandelt, die den Bitcoin quasi zerstören wollen. Und damit nicht genug, wenn Bitcoin Core nicht so sicher wäre, würde es permanenten Hackerangriffen unterliegen.

        Für mich unbegreiflich wie wenig man Grundwerte der Freiheit und Demokratie achtet, wie man mit “Andersdenkenden” umgeht. Solange dies nicht in den Schädel geht, wird Bitcoin über kurz oder lang an seiner eigenen Arroganz scheitern.

      • Nichts gegen deine Ansicht zu Blocksize, BU, SW oder UASF … aber das hier:

        “Jene, die Bitcoin Unlimited kritisch sehen, und zunächst Segwit aktivieren möchten, werden wie “Verräter” behandelt, die den Bitcoin quasi zerstören wollen.”

        und das

        “Für mich unbegreiflich wie wenig man Grundwerte der Freiheit und Demokratie achtet, wie man mit “Andersdenkenden” umgeht. Solange dies nicht in den Schädel geht, wird Bitcoin über kurz oder lang an seiner eigenen Arroganz scheitern.”

        Erscheint mir sehr wie Projektion. Wer wird hier wegen abweichender Meinungen “Feind des Bitcoins” genannt? Wäre interessant, wenn es nicht Projektion wäre, sondern eine Frage der Perspektive …

      • Rakete4 // 12. May 2017 at 12:39 //

        Ich habe nur die Argumente von Tony Ford umgedreht.

      • Ah, sorry, soviel zur Perspektive 😉

        Perspektiven umdrehen ist interessant.

      • Tony Ford // 12. May 2017 at 20:32 //

        BU letztendlich die Folge des kompromisslosen Handelns seitens Bitcoin Core ist. Ohne die Kompromisslosigkeit gäbe es kein BU bzw. würde BU gar keine Aufmerksamkeit erreichen können. Deshalb ist diese “andere Perspektive” keine andere Perspektive, sondern eine von vielen Versuchen Jene die einen Kompromiss suchen, mundtot machen zu wollen.

        Auch gibt es unter den Befürwortern von BU wesentlich mehr Kompromissbereitschaft. So wären Miner und auch der Großteil der Core Kritiker damit zufrieden, wenn man die Blocksize auf 2MB anheben und SegWit aktivieren würde. Dann würde der Großteil der Miner und Kritiker Abstand von BU nehmen.

        Übrigens hierbei zu erwähnen, dass es die MINER waren, die zu Beginn der Blocksize-Debatte Core den Rücken gestärkt haben, obwohl es damals seitens der Community so manche Kritik gab. D.h. lange Zeit waren die Miner ziemlich gut mit Core gefahren.

  2. Danke! +1

  3. crosshopper // 11. May 2017 at 13:38 // Reply

    @TauNeutrino … bin ganz deiner Meinung.
    Es war doch ein Treffen Miner/Core geplant im Mai, weiß jemand nähere Infos dazu?

  4. Bitcoinblogfan // 11. May 2017 at 14:12 // Reply

    Das Difficulty Adjustment in Bitcoin ist genial definiert, gibt den Minern sehr viel macht und verhindert das überleben einer minority Chain. Das wird in diesem Artikel nicht erwähnt und fällt meistens unter den Tisch.

    Das Difficulty Adjustment passiert in Bitcoin nur alle 2016 Blöcke (14 Tage).

    Nehmen wir an es kommt zu einer BU Hardfork mit 80% Hashrate Minerunterstützung für BU, dann ist die chance dass die Bitcoin Core 20% Hashrate minority chain überlebt sehr gering. Es wird keine “Ethereum Classic” Situation in Bitcoin geben.

    20% Mining Power für die Minority Chain würde bedeuten:
    – 50 Minuten Blocktime
    => 20% des Transaktionsvolumens
    – Das nächste Difficulty Adjustment wäre dann in 14 Tagen / 20% = 70 Tagen

    Die minorty chain überlebt keine 70 Tage mit einer 50 Minuten Blocktime.

    • Hallo,
      Man kann ja auch kurz vor der Anpassung der Schwierigkeit gabeln, dann gäbe es dieses Problem nicht.
      Peter

      • Nein, kann man nicht. Selbst wenn die HF z.B. 200 Blöcke vor der Anpassung der Schwierigkeit eintreten würde, würde das beim von Bitcoinblogfan genannten 80:20 Beispiel bedeuten:
        – 200 Blöcke “verbleibende” Blöcke alle 50 Minuten -> ca. 7 Tage
        – neue Difficulty wird anhand des Durchschnitts der letzten 2016 Blöcke berechnet
        – 1816 100% Blöcke + 200 20% Blöcke = 92% der bisherigen Schwierigkeit
        – die nächsten 2016 Blöcke benötigen mit 20% der Hashpower jeweils 46 Minuten -> ca. 64 Tage

        Eine Minority Chain unter 30% der Hashpower ist ohne einen manuellen Eingriff in den Algo nicht überlebensfähig, zumal sie noch anfällig für Replay Attacken wäre, die auf der Mehrheitschain deutlich schneller bestätigt werden würden (was sich durch größere Blöcke noch verstärken würde). Der Mempool auf der Minority Chain könnte sich dann locker auf das zig-Fache des aktuellen Stands füllen.

        Und es ist keineswegs so, dass alle Bitcoin Nodes SegWit unterstützen, lediglich knapp 65% aller aktiven Nodes im Netzwerk unterstützen SegWit (Core 0.13.1 oder später) [1]. Das Verhältnis ist also gar nicht so verschieden zu den Minern, denn von den letzten 1000 Blöcken wurden 55% durch Core gemined, jedoch nur ca. 30% wollen SegWit [2].

        Fazit: Die größere Hashpower wird sich durchsetzen, die kleinere könnte den Fork lediglich durch eine Konsensänderung auffangen. Die großen Akteure, die bereits jetzt für einen Großteil der Transaktionen zuständig sind (Börsen, Walletanbieter, Payment Dienstleister) werden sich im Falle einer Fork mit einer deutlichen Mehrheit auf die Seite dieser stellen, ob dies nun Core oder eine andere Lösung ist… Aktuell ist BU allerdings auch noch weit davon entfernt und vereint 44% der Hashpower.

        1. https://bitnodes.21.co/nodes/
        2. https://coin.dance/blocks

    • Tony Ford // 12. May 2017 at 6:08 // Reply

      Die Anpassung der Schwierigkeit ist in vielen anderen Coins wesentlich besser gelöst, hier erfolgt eine regelmäßigere Anpassung, womit solch Probleme gar nicht erst entstehen können.
      Das ist eines von vielen Dingen die Bitcoin schlechter gelöst hat als die Konkurrenz.

      • Rakete4 // 12. May 2017 at 8:44 //

        Jein, das ist ein zweischneidiges Schwert. Es verhindert möglicherweise Forks wie bei Ethereum. Ob das gut oder schlecht ist, hängt vom philosophischen Standpunkt ab.

  5. Bitcoinblogfan // 11. May 2017 at 18:07 // Reply

    1) Es wäre ja kein “Problem” für die 80% Fork, sondern der gewünschte Effekt, dass die 20% Chain nicht überlebt. D.h. Die Fork würde mit Absicht direkt nach der Difficulty Anpassung erfolgen.
    2) Das Difficulty Adjustment richtet sich nach der durschnittlichen Blocktime über den ganzen Anpassungszyklus, d.h. wenn in der mitte des Anpassungszyklus geforkt wird, wäre die difficulty nach der ersten Anpassung für die minority chain immernoch zu hoch => dann 25 min. Blocktime nach der ersten Anpassung. Erst nach der 2. Anpassung wäre es in diesem Fall wieder bei einer 10 min. Blocktime.

  6. “Wir haben also Miner, die unbedingt gebraucht werden, um Blöcke und – zumindest derzeit noch: Bitcoins – zu produzieren.”

    Was passiert wenn alle Bitcoins abgebaut wurden?
    Miner müsste es wohl weiter geben um Blöcke zu generieren.
    Doch wie sähe dann der Reiz bzw. die Belohnung aus?

    • Naja, dauert noch ein Weilchen, bis es soweit ist. Vor 2030 müssen wir uns darüber noch kaum Gedanken machen, ab 2060-70 dürfte es entscheidend werden. Die übliche Vermutung ist, dass sich die Miner durch Gebühren finanzieren. Aber sie können auch, wie etwa BitFury, sich durch weitere Dienstleistungen finanzieren wie das Einprägen spezieller Informationen in die Blockchain oder Lightning-Hubs mit garantierter Schließung der Channels etc …

  7. Stehe ich auf dem Schlauch? Die Miner sollten doch eigentlich auch die Ressourcen haben problemlos eine Mehrheit der (sich doch dezentral autonom zusammenschließenden?) Nodes zu betreiben, wenn es sein muss, oder? Hier ein Terrabyte Speicher und Traffic mehr oder weniger kostet doch jetzt nicht die Welt. Mit meinem Halbwissen komme ich nur zum Schluss dass im Moment kein Interesse daran besteht die Mehrheit der Nodes unter Kontrolle zu haben (keine Angst vor plötzlichem UASF?).

  8. Rakete4 // 12. May 2017 at 8:34 // Reply

    Es gibt noch andere Gründe, einen Full Node zu betreiben. Mit gefällt das Wallet von Bitcoin Core, dort kann man die Fee sehr genau einstellen, in Inputs manuell auswählen, Nachrichten signieren etc. Und es ist der mit Abstand sicherste Client. Da ich sowieso einen PC 24/7 laufen haben zum Staken einiger Altcoins, lasse ich dort auch nebenher Bitcoin Core laufen mit einem Kommentar in der Config-Datei, dass ich UASF BIP 149 überstütze. Da der Rechner ohnehin ständig läuft, betragen die Stromkosten für die zusätzliche CPU-Last nur ca. 5-10 Euro im Jahr.

  9. BIP 149 ist der Weg vorwärts.

    • … und führt wahrscheinlich zu einem Chain Split oder Hard Fork genannt. Aber abwarten, die Inflation der BIPs hierzu ist aktuell inflationär, BIP148, BIP149, in ein paar Wochen ist dann vllt. BIP150 oder BIP151 die Lösung.

  10. https://github.com/bitcoin/bips

    ..wenn ihr runterscrollt, könnt ihr die Erklärung zu jedem BIP lesen, wenn ihr mögt.

  11. Falls jemand das BIP148 aktiv unterstützen möchte, hier ein von mir compilierter BitcoinCore14.1-UASF0.3 client- Bitte unbedingt selbst auf Viren oder sonstige schadsoftware überprüfen, wie hoffentlich immer und wenn ihr mir nicht vertraut(warum solltet ihr?), keine Bitcoin transfers mit dem clienten vornehmen!

    -Aber der vollständigkeit halber, ich habe einfach die sources vom github genommen und die exe compiliert, voila, i run it myself:

    https://mega.nz/#!fwBmlDzJ!2w3obhwhkuCOJWh0uWQCOvvL710khYB6oNFXYtspBoY


    Auf das segwit endlich aktiviert wird…und falls nicht, dann halt bip149.
    Habt keine Angst, es kann nichts schlimmes passieren(meinGELD!),wer euch angst macht, hat selber angst und will nur den Zustand festhalten,
    von dem er gerade profitiert…

    Macht eure Stimme hörbar.

  12. Followup:
    UASF: User Driven Protocol Development

    View story at Medium.com

  13. BIP148-Uasf0.3 BitcoinCore14.1clients für alle unterstützten Betriebssysteme:

    https://uasf.bitcoinreminder.com/

    stay sharp.

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