Verbraucht Coinbase mehr als die Hälfte der Bitcoin-Blöcke – und will die Firma Bitcoin etwa absichtlich schaden, indem sie Optimierungen verzögert?

Am Wochenende entlud sich die Wut der Bitcoin-Community voll und ganz auf Coinbase. Bild von Saurabh Vyas via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Letzte Woche hat Coinbase für eine kurze Zeit die Auszahlungen von Bitcoin gestoppt. Im MemPool war dieser Stopp so deutlich sichtbar, dass vermutet wurde, der größte Bitcoin-Wechsler der USA verbrauche mehr als die Hälfte der Bitcoin-Kapazitäten. Dies führt natürlich zu der Frage, weshalb Coinbase diese Prozesse nicht optimiert. Etwa durch das Batching von Transaktionen oder die Implementierung von SegWit. Aus Böswilligkeit – oder gibt es andere Gründe?

Oh, es ist gewiss kein Zuckerschlecken, wie Coinbase das größte Bitcoin-Unternehmen in den USA zu sein. Die Aufmerksamkeit ist bei jedem Schritt gewaltig, und wie beim Fußball-Nationaltrainer scheint jeder besser zu wissen, wie CEO Brian Armstrong seinen Job machen sollte.

Ende letzter Woche war es wieder soweit: Nachdem ein Aussetzer der Auszahlungen bei Coinbase enthüllt hatte, wie viel von der knappen Kapazität der Bitcoin-Blockchain Coinbase wirklich verbraucht, setzte ein Aufruhr in der Community ein. Warum packt Coinbase seine Transaktionen nicht in Pakete? Weshalb senkt die Firma die Gebühren nicht durch SegWit? Will das Unternehmen Bitcoin schaden, wie manche meinen? Wird es schlichterdings schlecht geführt – oder gibt es ganz andere Gründe?

Die öffentliche Diskussion war sehr stark von den mittlerweile leider typisch gewordenen Emotionen, Anschuldigungen und Verschwörungstheorien geprägt. Man wird eben sehr leicht zum Feind in Bitcoin-Land. Auch die technische Diskussion scheint den Karren vor den Esel zu spannen und vor allem der Rechtfertigung der erwähnten Anschuldigungen zu dienen. Dennoch ist das ganze Thema viel zu interessant, um es nicht etwas ausführlicher zu erklären.

Braucht Coinbase mehr als die Hälfe der Kapazität von Bitcoin?

Am Freitag, den 11. Januar, gab Coinbase einen verräterischen Hinweis, der womöglich zeigt, wie viel Transaktionen auf das Konto von Coinbase gehen.

Die Firma veröffentlichte auf Ihrer Status-Seite die Meldung, dass Auszahlungen seit rund einem Tag offline sind. Beobachter haben diese Zeiten mit dem MemPool abgeglichen und fanden eine direkte Korrelation. Angeblich hatte die Anzahl der Transaktionen vor dem Ausfall 2,66 je Sekunde betragen – und war auf 1,11 gefallen, als Coinbase die Auszahlungen einstellte. Mit anderen Worten: Coinbase ist demnach für 58 Prozent aller Transaktionen verantwortlich.

Natürlich sind diese Daten mit extremer Vorsicht zu genießen. Ich selbst konnte die eindeutige Korrelation zwischen dem Zeitpunkt von Aussetzen und Wiederaufnahme der Auszahlungen nicht im MemPool nachvollziehen. Die Anzahl unbestätigter Transaktionen stieg vorübergehend auch zwischen dem 10. und 11. Januar an, während sie auch nach dem 12., als Coinbase also wieder voll da war, vorübergehend sank.

Der Anteil, den Coinbase an den Bitcoin-Transaktionen hat, dürfte deutlich schwanken. So ist die Kapazität des Netzwerks nicht konstant, sondern hängt von Hashrate und Mining-Difficulty ab. Ebenso gibt es zeitliche Fluktuation des Transaktionsaufkommens, sowohl bei Coinbase als auch beim Rest des Netzwerkes.

Die behaupteten 58 Prozent aller Transaktionen dürfte eine haltlose Übertreibung sein. Doch allein der Fakt, dass ein Aussetzen von Auszahlungen durch Coinbase deutlich zu bemerken ist, zeigt, wie groß die Rolle von Coinbase ist. Die große Börse in den USA verbraucht einen signifikanten Anteil an Transaktions-Kapazitäten von Bitcoin. Es wurde auch schon gemutmaßt, dass Coinbase bei Ethereum zwischenzeitlich gar für 70 Prozent aller Transaktionen verantwortlich war.

Man sollte annehmen, dass Coinbase bei dieser Stellung alles tut, um möglichst sparsam mit dem Platz umzugehen, den die Firma auf der Blockchain braucht. Dass dem nicht so ist, hat am Wochenende für Entrüstung in der Community gesorgt.

SegWit

Anders als viele andere Firmen hat Coinbase noch nicht SegWit implementiert. Das Protokoll-Upgrade SegWit erlaubt es, die Signaturen in Transaktionen anders zu verbuchen. Da die Signaturen 1/3 bis 3/4 an Platz in der Transaktion einnehmen, lässt sich durch SegWit die Kapazität des Netzwerks um 50-80 Prozent erhöhen. Wenn Coinbase SegWit benutzen würde, könnte die Firma die Transaktionsgebühren deutlich senken.

Die Bitcoin-Community fordert Coinbase schon seit einiger Zeit auf, endlich SegWit zu benutzen. Dafür wurde sogar schon eine Petition auf change.org eingereicht, die mittlerweile von mehr als 10.000 Personen unterzeichnet wurde. Coinbase jedoch hat vor kurzem erklärt, dass SegWit unter den Kundenwünschen nur einen sehr kleinen Anteil einnimmt, und dass sich die Firma zunächst darauf konzentrieren wird, Bitcoin Cash auf die Handelsplattform zu bringen. Aber im Lauf des Jahres werde SegWit kommen.

Batching

Neben SegWit fordert die Community von Coinbase, Transaktionen zu “batchen”. Das bedeutet, nicht jede Transaktion einzeln zu versenden, sondern sie in Pakete zu packen, die beispielsweise alle 5 Minuten versendet werden. Laut einem Post von David Harding kann man damit bis zu 80 Prozent an Platz (und damit Gebühren) sparen, was aber sehr optimistisch anmutet.

Um zu verstehen, was Batching bedeutet, muss man sich vergegenwärtigen, aus welchen Bestandteilen eine Transaktion besteht: Sie hat (1) einen oder mehrere Inputs, bildet daraus (2) einen oder mehrere Outputs und legt (3) darum einen Rahmen mit dem Header, der ID und weiteren kleinen Bestandteilen. Den größten Anteil am Platz einer Transaktion nimmt der Input ein.

Wenn eine Börse nun nicht mehr viele Transaktionen mit je einem Input und einem Output bildet, sondern eine einzige mit einem Input und vielen Outputs, spart sie massiv Platz. Das Problem ist aber, dass eine Börse durch die Einzahlung der Kunden unvermeidbar sehr viele “noch nicht ausgegebene Outputs” (UTXO) besitzt, die sie so oder so ausgeben, also zu Inputs von Transaktionen machen muss. Daher könnte man sagen, dass sich die Ersparnis auf (3), den Rahmen mit Header und so weiter beschränkt, was im besten Fall 10 Prozent des Platzes ausmachen würde.

Aber das wäre zu pessimistisch. Denn wir müssen noch das Wechselgeld in unsere Rechnung integrieren. Wenn der Input, den die Börse aus ihrer Wallet nimmt, nicht dem vom Kunden gewünschten Output entspricht, geht ein Teil als Wechselgeld an die Börse zurück. Sie können sich das exakt so vorstellen wie an der Kasse im Supermarkt, wo Sie mit Münzen oder Scheinen bezahlen. Bei normalen Transaktionen gibt es in der Regel einen Output für den Empfänger und einen Output, der als Wechselgeld zurück in die eigene Wallet fließt.

Ergo: Wenn Coinbase Transaktionen in Pakete packen würde – sagen wir, je 10 Transaktionen – bildet die Firma weniger neue “unausgegebene Outputs” in der eigenen Wallet. Dies wiederum erhöht das Batching von Transaktionen und spart massiv Gebühren.

Warum macht Coinbase all das nicht?

Nach all dem Gesagten und dem ärgerlichen Engpass an Platz auf der Blockchain stellt sich die Frage, warum Coinbase all das noch nicht macht. Warum bezahlt die Firma unnötigerweise hohe Gebühren, wenn es mit SegWit und Batching probate Mittel gibt, um sie zu senken? Warum lässt Coinbase zu, dass Bitcoin für kleine Transaktionen unbrauchbar wird, während die Firma im Alleingang dafür sorgen könnte, dass sich der MemPool beruhigt und die Gebühren netzwerkweit drastisch sinken?

Für einen Teil der Community ist die Antwort klar: Coinbase “will den Narrativ erschaffen, dass Bitcoin unbrauchbar geworden ist“. Die Firma wurde “von chinesischen Minern bestochen“, um Bitcoin Cash zu bewerben, und ihr CEO Brian Armstrong wurde “zum totalen Bcash Vollidioten“, der zusammen mit Roger Ver und Jihan Wu “all das repräsentiert, was mit obrigkeitshörigen Menschen nicht stimmt”, und “von der Regierung bezahlt wurde” und so weiter. Wer einen neuen Tiefpunkt der Diskussionskultur der sozialen Bitcoin-Medien gesucht hat, wird ihn am Wochenende gefunden haben.

Aber warum hat Coinbase weder Batching noch SegWit integriert? Eine genaue Antwort kann ich hier nicht geben, da ich sie nicht kenne. Man kann jedoch Vermutungen ausgehen, die nicht damit beginnen, dass Brian Armstrong gegen Bitcoin arbeitet, sondern von der Unschuldsvermutung ausgehen.

Erstens sind sowohl Batching als auch SegWit tiefe Eingriffe in das Transaktionssystem von Coinbase. SegWit ändert die Weise, wie Adressen gebildet und Transaktionen signiert werden, während Batching die Komposition von Transaktionen sowie die Abwicklung von Auszahlungen grundlegend verändert. Es mag für kleine Börsen leicht sein, beides zu implementieren – doch für eine Börse wie Coinbase, die seit 2012 Marktführer in den USA ist und, wie ja eben erst festgestellt, für einen signifikanten Teil des gesamten Transaktionsvolumens von Bitcoin verantwortlich ist, sieht die Sache schon ganz anders aus. Es kann sehr viel Arbeit sein und auch sensible, sicherheitsrelevante Bereiche berühren.

Zweitens versprechen weder Batching noch SegWit eine sofortige Erleichterung. Coinbase hat ja weiterhin die alten UTXO (Münzen) in der Wallet. Erst wenn diese durch SegWit-UTXO ersetzt und durch Batching reduziert sind, werden die Kosten für die Firma deutlich sinken. Zudem scheinen SegWit und Batching widersprüchliche Ziele zu erreichen: Batching reduziert die Anzahl der Inputs, während SegWit die Kosten je Input senkt. Schnellere Erfolge verspricht es dagegen, Transaktionen auf andere Coins wie Bitcoin Cash auszulagern.

Drittens sind die Gewinne durch Batching und SegWit überschaubar – während die Gewinne durch die Einführung neuer Währungspaare immens sind.

Viertens dürfte Coinbase bis Mitte November gehofft haben, dass die von SegWit2x versprochene Erhöhung der Blocksize doch noch kommt, was beispielsweise eine Konsolidierung der UTXO-Bestände günstig gemacht hätte. Da die Erhöhung ausblieb, sitzt Coinbase nun auf einem Stoß UTXO, von denen ein gewisser Anteil faktisch nicht mehr ausgegeben werden kann, da die Gebühren den Wert übersteigen.

Fünftens schließlich stellt sich die Frage, weshalb Coinbase überhaupt dafür sorgen sollte, dass die Gebühren von Bitcoin sinken. Sowohl die Core-Entwickler als auch Teile der Community haben klipp und klar gemacht, dass günstige Transaktionen eine in keinster Weise wichtige Eigenschaft von Bitcoin sind. Ganz im Gegenteil. Warum also sollte Coinbase Ressourcen investieren, um die Bitcoin-Gebühren für eine Zeitlang günstiger zu machen, wenn sie mittelfristig ohnehin wieder steigen sollen – anstatt das Problem der teuren Transaktionen durch andere Coins zu lösen?

All dies sind mögliche Erklärungen, die ohne die üblichen Verschwörungstheorien auskommen. Brian Armstrong hat mittlerweile getweetet, dass Coinbase bereits sowohl an Batching als auch an SegWit arbeitet. Das Verhältnis zur Community konnte er damit aber auch nicht beheben.

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16 Comments on Verbraucht Coinbase mehr als die Hälfte der Bitcoin-Blöcke – und will die Firma Bitcoin etwa absichtlich schaden, indem sie Optimierungen verzögert?

  1. wird zeit das Lightning kommt..

  2. Das Argument, Bitcoin Firmen und User, die tatsächlich Bitcoin nutzen, sollen ihre Gewohnheiten ändern, die komplett dem Konsens und dem eigentlichen Use Case entsprechen, ist absurd. Solange man keinen Hard Fork möchte, der bisher genutzte Transaktionsformate ungültig macht, muss man es als normale Nutzung betiteln. Adam Back hat dieses in der Bitcoin Gruppe auf Telegram eingebracht, aber auf Nachfragen leider nicht mehr reagiert…

    Es erinnert mich stark an Apple’s sinngemäßes “you’re holding it wrong” beim Antennagate. Allerdings war davon eben “nur” der einzelne Nutzer selbst betroffen, bei Bitcoin betrifft es immer das gesamte Netzwerk.

    Wenn man weiterhin unbedingt alle Legacy Versionen unterstützen möchte (deswegen Softfork), dann muss man damit rechnen, dass diese auch genutzt werden, wenn die Anreize für ein Upgrade zu gering für einzelne Akteure sind.

  3. Lightning hilft leider in diesem traurigen Fall nicht weiter, weil Lightning nur mit Segwit funktioniert (zumindest für den Nicht-Fachmann). Aber coinbase lässt sich mit Segwit Zeit
    und teilt lediglich mit, dass es noch in 2018 kommen würde.

  4. Ich verstehe die Aufregung nicht. Legacy ist Bitcoin und teuer, SegWit ist Bitcoin und billiger.
    Wenn CoinBase gerne viel bezahlt, dann ist das CoinBase’ gutes Recht. Sollten lieber dankbar sein, dass CoinBase scheinbar das Bitcoinnetzwerk zu 20-30% subventioniert.

  5. Wenn ich zur Bank gehe (als Privatkunde) und 100000 1 Cent Münze abgebe erhalte ich da 1000 Euro ausbezahlt und das sofort ? Oder aber ich möchte die Bankangestellte beschäftigen, dann überhäufe ich die mit noch mehr 1 Cent Münzen …

  6. Ist eigentlich sehr einfach, Gebühren zahlt der Kunde, nicht Coinbase. D.h. es gibt keinen Anreiz hier zu investieren. Wie groß wäre der Aufschrei wenn Coinbase sagte, sie beteiligen sich an der Ersparnis? Genau das ist der Grund warum Hardforks gut sein können. Bei Monero und Ethereum funktioniert das, weil es einen bekannten und gelebten Prozess für diese Änderungen gibt. Bei Bitcoin brechen stattdessen Glaubenskriege aus. Das gleiche Problem werden wir mit Lightning auch haben. Wallets und Börsen brauchen wie alle Akteure genug Anreize – das ist eine der grundlegenden Innovationen die Bitcoin mitgebracht hat.

  7. Lucky Hans // 16. January 2018 at 10:33 // Reply

    Das Sehe ich wie Hansi.

    Das Problem ist, dass Coinbase zu wenig Konkurrenz hat. Wenn es eine zweite große Börse in den USA geben würde, die durch die Nutzung von Batching und Segwit weniger Kosten für den Nutzer erzeugen könnte, hätte Coinbase einen Annreiz nachzuziehen.

    Es ist nur eine Frage der Zeit bis das passiert. Wir als Nutzer können nur Geduld mitbringen und mit gutem Beispiel voran gehen und selbst auf Segwit umsteigen.

  8. Regierungen=Kopf+Tisch // 16. January 2018 at 11:19 // Reply

    ” Schnellere Erfolge verspricht es dagegen, Transaktionen auf andere Coins wie Bitcoin Cash auszulagern.”

    Was redest du da ? Alter genauso schlimm wie Roger bist du schon. Dafür gibt es weit aus bessere Coins, als ein scam Fork der keine Innovation bereit hält.

    “Aber warum hat Coinbase weder Batching noch SegWit integriert? Eine genaue Antwort kann ich hier nicht geben, da ich sie nicht kenne. Man kann jedoch Vermutungen ausgehen, die nicht damit beginnen, dass Brian Armstrong gegen Bitcoin arbeitet, sondern von der Unschuldsvermutung ausgehen.”

    Wenn er wirklich am Erfolg von Bitcoin interesse hätte würde er Segwit aktivieren alleine schon wegen LN.

    Hör mal auf Btrash supporter zu spielen, das geht langsam auf den Senkel.

    Bitcoincashblog.de

    • Er kann es auch auf Ethereum oder Litecoin auslagern. Wobei Ethereum für Transaktionen derzeit nicht so perfekt ist, und Litecoin – nun, ich mag Bitcoin Cash mehr und sehe da mehr Innovationspotenzial, aber das ist Ansichtssache.

      Wie auch immer: Es bringt für Coinbase nun mal eine schnellere Reduktion der Gebührenkosten, wenn Kunden Bitcoin Cash benutzen als wenn die Börse SegWit + Batching verwendet. Warum, habe ich im Artikel erklärt.

      Du solltest mal versuchen, die Sache weniger emotional-verbissen zu sehen. Coinbase ist ein Unternehmen und folgt darum einer unternehmerischen Logik. Dass ich über diese nachdenke, hat nichts mit “Btrash supporter” zu tun. Ich finde es bedenklich, wenn wirtschaftliches Handeln für einen Angriff gehalten wird. Historisch kennen wir das, und es ging noch in keinem Fall gut aus.

      • Regierungen=Kopf+Tisch // 16. January 2018 at 11:49 //

        “Wobei Ethereum für Transaktionen derzeit nicht so perfekt ist, und Litecoin”

        Naja gibt auch noch Stellar etc. (low fees high tx/s)

        zum thema litecoin: https://twitter.com/SatoshiLite/status/949597754543583232

        das hat für mich mehr Innovation als Bcash..

      • Klar, es gibt Dutzende von Kryptowährungen mit schnellen Bestätigungen und geringen Gebühren.

        Ich kann nur sagen, erneut wirtschaftlicher Standpunkt, dass sich Bitcoin Cash für Börsen anbietet, weil die Coins ja bereits in den Wallets liegen. Das war z. B. bei Bitcoin.de der schlagende Punkt (anders als bei mir gibt es bei Bitcoin.de nicht soo viel Sympathie für BCH). Dasselbe wird auch etwa auf meine Freundin zutreffen, deren Mycelium-Wallet derzeit für ihre Zwecke unbrauchbar ist, aber mit dem BCH-Update wieder brauchbar wird. Die alternative wäre, mit teuren BTC-Transaktionen in LTC zu wechseln und sich dann eine neue Wallet für Android runterladen. Erscheint mir als Migration fürs Payment komplexer.

        Andererseits scheint Litecoin mehr Transaktionen zu haben als BCH, vielleicht irre ich mich daher ja auch.

        Das Senken der Relay-Fees ist keine echte Innovation. Bei BCH wird eben an einer neuen Transaktions-Ordnung gearbeitet (für Graphene), es wurde ein neues Adress-Format eingeführt, es gibt mehrere Clients, es gibt Pläne für UTXO-Commitments / Snapshots, für neue OP-Codes für Colored Coins, es gibt CashShuffle, etc. Hier ist für mich mehr los als bei Litecoin.

        Aber man wird es sehen, und wer weiß, vielleicht profitiert Litecoin ja mehr von SegWit, durch Atomic Swaps, Schnorr, Mast, Lightning etc.

        Erstmal müssen wir voraussichtlich sowieso durch einen Bärenmarkt.

        Ich kann wirklich nur raten, das ganze etwas weniger verbissen zu sehen. Das ist sowohl fürs eigene Urteilvermögen als auch die Nerven nicht gut.

  9. Man kann in meinen Augen nicht erwarten, dass die User des Bitcoin-Netzwerks sich alle kooperativ verhalten. Bitcoin ist ja gerade so bedeutend für die Welt, weil keine Kooperation erforderlich ist. In meinen Augen trifft Coinbase keine Verpflichtung, irgend etwas zu tun. Die können das Netzwerk genauso frei und beliebig nutzen, wie jeder andere auch.

    Wie immer ist das wahre Problem, dass Bitcoin technisch nicht für Endanwender-Transaktionen geeignet ist wegen der begrenzten Kapazität. Da hilft dann auch kein Optimierungsfaktor in der Größenordnung 2-5. Das ist bestenfalls eine Erleichterung für einige Monate. Danach ist wieder alles unbenutzbar.

  10. Wie du dir jetzt vielleicht selber ausrechnen kannst, sorgt Coinbase für einen Schaden der in die Milliarden Dollar an Netzwerk Gebühren für Coinbase und Bitcoin Nutzer geht zugunsten der Miner.

    • DochNaiv? Coinbase nutzt das Bitcoin Netzwerk wie vorgesehen und wie es der Konsens vorsieht. Da der Konsens verschiedene Arten an Transaktionen erlaubt, kann sich jeder beliebig aussuchen, ob er lieber günstigere Transaktionen möchte oder weniger Aufwand zur Implementierung.
      Wenn es einen Konsens darüber gibt, dass “Legacy” Transaktionen nicht mehr akzeptiert werden und u.A. Coinbase mit ihrer aktuellen Praxis dadurch ausgeschlossen werden sollte, müsste man einen Hard Fork wagen, der das neue Format SegWit erzwingt. Solange man dem nicht gewollt ist, macht Coinbase alles richtig wie auch alle anderen, deren Transaktionen auf der Blockchain landen (egal ob mit oder ohne SegWit).

  11. Wenn ich das hier lese zweifle ich wirklich an der deutschen Bitcoin-Szene …
    Die Nachfrage von @murchandamus auf Twitter scheint berechtigt.

    Es gibt nur wenig gute Quellen für deutschsprachige Bitcoin-Interessierte. Ihr habt eine Verantwortung, eure Leser sollten die Grundsätze vom Bitcoin-Netzwerk verstehen und das Zusammenspiel der Incentive Modelle…
    Nur durch das Verständnis kann sich das Netzwerk gesund entwickeln, FUD bringt da niemanden weiter. Ein mündiger Kunde ist ein kritischer aber auch nachhaltiger Kunde!
    Zeigt lieber auf was andere Exchange besser machen (auch Bitcoin.de)… Der Markt muss sich entwickeln und diversifizieren. Kurzatmige Lösungen und Erklärungen bringen niemanden weiter.

    Für fundiertere Recherche solltet ihr @murch als Gastautor hinzu ziehen, das driftet hier stark in eine Altcoin/BCash Promotion ab…

    Alternativ gibts im deutschen Raum nur Crypto Facebook Gruppen und Youtube Videos von Julian Hosp oder solchen Pappnasen 😛

    Also toi toi toi 😉

    PS: Der Mempool spricht für sich… Unfair günstig. https://dedi.jochen-hoenicke.de/queue/more/#2w

    • 1. Ich habe Murch schon um ein Interview gebeten und würde ihn jederzeit als Gastautor nehmen

      2. Wenn der Artikel hier Zweifel zu irgendetwas anregt, dann bitte, bitte: Woran? Warum? Was ist falsch? Ich bekomme hier ständig Kommentare, die meine Kompetenz beklagen, ganz pauschal, aber das nicht begründen. In der Regel kommt das nach einem Artikel, der gegen ihre Meinung geht, weshalb ich mittlerweile denke, dass es eine Meinungssache ist. Wenn jemand mich auf einen Fehler hinweist, korrigiere ich ihn und, wenn er doof ist, schäme mich auch. Aber sorry, ich werde hier nicht ins allgegenwärtige Coinbase-Dissen einfallen. Mit der Meute zu heulen war noch nie mein Ding.

      3. Grundsätze von Bitcoin verstehen, Zusammenspiel der Anreize: Genau das ist meine Mission hier. Daher habe ich auch erklärt, was Batching ist und was es bringt. Wenn etwas daran falsch ist oder du etwas vermisst, bitte verraten, anstatt mir pauschal etwas zu unterstellen. Es ist aber, um das nochmal zu sagen, nicht meine Aufgabe, pauschal die Schuld bei den Akteuren zu suchen, die derzeit als Sündenböcke kursieren.

      4. Was Börsen besser machen können: Das zeige ich doch auf – SegWit und Batching. Nur weil ich auch versuche, zu erklären, weshalb sie es nicht machen, ist das doch nicht ungültig. Ich habe echt den Eindruck, du suchst nicht kompetente Information, sondern Bestätigung deiner Meinung, dass Coinbase bäh. Das wirst du hier nicht kriegen.

      5. Altcoin/BCash Promotion: Altcoins und Bitcoin Cash nehmen hier einen relativ geringen Raum ein. Aber jeder Artikel ist zuviel, gell? Und seit neuestem gilt es auch als Bcash-Promotion, wenn man etwas schlechtes über Bitcoin sagt, gell? Auch das wird hier nicht laufen. Hier wird man auch von Dingen lesen, die bei Bitcoin nicht so gut laufen – wie etwa die hohen Gebühren – und wenn dich das als “BCash-Promotion” ärgert, solltest du dir wohl ein neues Blog suchen. Das Netz ist voll mit Webseiten, die deine Meinung bestätigen. Dafür brauchst du mich nicht.

      6. MemPool: Ja, das habe ich schon in der ersten Januar-Woche vorausgesagt, dass es so kommen wird. Es hat eine Vielzahl von Gründen, und einer davon ist, dass Bitcoin einfach weniger benutzt wird. Ein Sieg fühlt sich für mich anders an, aber ist vermutlich immer eine Sache der Perspektive …

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