Eclair: Die erste Lightning-Wallet für Android

Das französische Startup Acinq hat mit Eclair die erste leichte Wallet für das Lightning-Netzwerk entwickelt. Seit gestern ist die Wallet offiziell für Android veröffentlicht.

Bisher war es relativ aufwändig, das Lightning Netzwerk zu benutzen: Man musste erst einen Bitcoin-Node synchronisieren und dann eine Variante des Lightning-Nodes, lnd, c-lightning oder Eclair, installieren, was für Laien nicht ganz einfach ist. Dafür, um mal schnell einen Gutschein bei Bitrefill oder einen Sticker bei Blockstream zu kaufen, ist das eine Menge Arbeit.

Seit gestern geht es nun einfacher. Acinq, ein Pariser Startup, hat nämlich die Android-Version der Lightning-Wallet Eclair veröffentlicht. Die Light-Wallet von Eclair funktioniert augenscheinlich wie eine normale Bitcoin-Wallet für Android – hat aber die Option, auch einen Channel für das Lightning-Netzwerk zu bilden. Eclair, so der Anspruch, ist eine Wallet für on- und offchain-Zahlungen. Wenn es eine Route durch das Lightning-Netzwerk gibt, bezahlt der User über diese, wenn nicht, benutzt er normale Bitcoin-Transaktionen.

Technisch benutzt Eclair Electrum als Basis, um sich mit der Bitcoin-Blockchain zu verbinden. Um in das Lightning-Netzwerk einzutreten, dockt Eclair an den Knoten von Asinq an. Doch es ist auch möglich, einen anderen Eclair-Knoten zu verwenden. Auch wenn die Wallet einen neuen Payment-Channel bildet, wählt sie standardmäßig einen Knoten von Asinq an, doch es ist auch möglich, die Adresse eines anderen Nodes einzugeben.

Mit den Channels kann man bisher nur bezahlen, aber keine Bitcoins empfangen oder Zahlungen weiterleiten. Dies macht es unnötig, dass die Wallet einen permanenten Node betreibt. Sie muss nur online sein, wenn sie Geld versendet, und es macht keinen Sinn, einen Channel auszurauben, indem man ihn mit einer alten Transaktion schließt, wenn der Channel niemals Geld empfängt, sondern nur sendet. Ob und wie es möglich sein wird, einen vollwertigen Payment-Channel mit einer leichten Wallet zu verwalten, ist derzeit schwierig zu sagen.

Bitcoin-User können nun mit einer einzigen Transaktion Bitcoins in einen Payment-Channel einschließen, und mit diesem beliebig viele weitere Transaktionen bilden, ohne dass diese auf die Blockchain gehen. Bislang ist die Anzahl an Shops, bei denen man mit Lightning bezahlen kann, noch äußerst überschaubar. Doch man darf erwarten, dass sich das in nächster Zeit ändern wird.

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16 Comments on Eclair: Die erste Lightning-Wallet für Android

  1. Schwer zu sagen ob dies eine brauchbare Lösung ist. Klar, “nur Senden” macht vieles einfacher, da ja auch eine Android App nicht immer online sein kann. Aber es bedeutet, dass für jeden Channel zwei Transaktionen anfallen (zum Öffnen und zum Schliessen) und es keine Möglichkeit gibt, den Channel zu rebalancieren. Wirklich die Blockchain entlasten wird das also nur bei einer Vielzahl an kleinen Transaktionen, die man sonst hätte einzeln überweisen müssen.
    Also eine Art Prepaid Guthaben, nur eben trustless und damit besser. Aber die vollen Möglichkeiten des LN werden so nicht ausgeschöpft.

  2. Peter Neuer // 5. April 2018 at 16:01 // Reply

    Warum sollte ich den Channel wieder schließen? Der Sinn ergibt sich mir nicht ganz.
    Ich eröffne ihn ja um damit zu zahlen.

    • Wenn der gesamte Betrag ausgegeben ist, kann der Kanal nicht mehr benutzt werden. Normalerweise könnte man ihn rebalancieren, aber das geht nur wenn Eclair auch empfangen kann. Also stecken die Coins fest, bis eine Seite den Kanal schliesst.

      • Peter Neuer // 5. April 2018 at 22:33 //

        Welche Coins stecken denn fest, wenn alle Coins ausgegeben sind?

      • Der Empfänger der Coins möchte ja sicherlich mit diesen etwas anderes machen als sie ewig im Channel zu lassen, wenn er sie sowieso nicht zuruecksenden kann.

      • Peter Neuer // 5. April 2018 at 23:49 //

        Der Empfänger nutzt ja garkein Eclair, wie auch, er kann ja nicht empfangen damit, wie du schon fest gestellt hast.
        Und ich , ich öffne einfach einen neuen Kanal.
        Davon abgesehen, wird man in Zukunft wohl auch mit Eclair empfangen können, aber das spielt erst einmal nicht so eine große Rolle.

  3. Elcair in der Überschrift. Just saying…

  4. Mir ist es hier darum zu tun, eine provokankte These zu Lightening aufzustellen:

    Die Notwendigkeit ein Guthaben an Bitcoins in einen Payment Channel zu stellen, ist die Einladung an Banken und FinTechs nicht schmollend abseits zu stehen und Nebelkerzen zu werfen, oder über Insolvenzverwalter Kurse zu manipulieren sondern statt dessen einen wichtigen Teil der neuen Kryptogeld-Welt zu bilden!

    Ist das nicht das Böse schlechthin: Banken als Nodes im Netzwerk der Payment-Channel?

    Es ist hier wichtig zu verstehen um welche Art. von Banken oder FinTechs es geht: diese müssen nämlich die Bitcoins tatsächlich einzahlen. Inwieweit dies pfändungssicher erfolgt (Mt Gox läßt grüßen) kann ich nicht überblicken. U.u. ist hier ein Problem.

    Es ist für mich jedenfalls klar, dass hier österreichische Theorie der Nationalökonomie realisiert wird, die Mark Banco läßt grüssen: Dat Silber moeht da sin (Das [hinterlegte] Silber muss vorhanden sein). Diese neoliberalen Konzepte sind in der Bitcoin-Welt nichts neues, man denke an das neoliberale Paradies, das Kryptocoin-Milliardäre in Puerto Rico aufbauen. Ganz ohne wird es nicht gehen, schaun wir mal,

    M.Comes

  5. Stephan Rudlof // 7. April 2018 at 6:27 // Reply

    Was haltet Ihr davon, wenn sich Börsen (für BTC Fiat Konversion) als Channel-Provider betätigen würden?
    – Fast alle haben schon einen Account bei irgendeiner Börse, ein Zugang zu Channels wäre dann also schon vorhanden.
    – Zwischen Börsen – Kooperation vorausgesetzt – könnten große Channels (mit viel Liquidität) geöffnet werden.
    – Börsen könnten Channels als kostenlose Bonus-Dienstleistung – neben dem Konversionsgeschäft für Gebühren – oder für eine kleine Gebühr anbieten.
    – Unseriöse Börsen würden schon durch Marktmechanismen von diesem verschwinden.

    Also Börsen als Liquiditätsprovider für Channels; ähnlich wie Banken dies heute mit Fiat tun; nur mit “echtem” – im Sinne von 100%-gedecktem – Bitcoin-Geld (ähnlich Vollgeld).

  6. also ich hab das direkt ausprobiert. funktioniert wunderbar. hab bei hodlmonkey nen channel eröffnet. anschließend mit lightning für 0 sat n tshirt bestellt. lief reibunglos und instant. als nächstes dann über bitrefill ebenfalls mit lightning für 28 sat n google play guthaben code bestellt. mit bitrefill musste ich dann keinen channel mehr eröffnen, ich nehme an der hodlmonkey channel hat dafür gereicht.

    es funktioniert alles wunderbar und super schnell. ich hoffe in zukunft werden noch mehr stores LN akzeptieren. dann werde ich auch wieder mehr mit btc bezahlen!! falls jemand noch andere gute stores kennt, die LN akzeptieren nur her damit!

  7. Also ich habe einen Channel zu Eclair geöffnet und versucht beim Blockstream Store zu zahlen. Funktioniert nach 4 Versuche immer noch nicht. Naja werde dann wohl den Channel schließen und einen neuen zu nem anderen Knoten öffnen. Onchain Gebühren sind ja eh momentan super günstig

  8. Für die Leute die gerne einen Lightning Node + BTC Full Node einrichten wollen 🙂

    https://github.com/Stadicus/guides/blob/master/raspibolt/README.md

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