Warum der hohe Stromverbrauch von Bitcoin vermutlich kein Problem für die Umwelt ist

PRO ThinkGeoEnergy Kalina Geothermal Power Plant, Húsavík, Iceland. Bild von ThinkGeoEnergy via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Ja, Bitcoin verbraucht sehr viel Strom. Aber dies bedeutet nicht, dass die Kryptowährung das Klima kaputtmacht. Denn der ökologische Fußabdruck von Bitcoin dürfte sehr viel kleiner sein, als man auf den ersten Blick denkt.

Vor kurzem hat der Ökonom Alex de Vries ein Paper über “Bitcoins wachsendes Energieproblem” in der wissenschaftlichen Zeitschrift Joule veröffentlicht. Vries, der bei der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers arbeitet, beschäftigt sich schon länger mit dem Stromverbrauch von Bitcoin. Auf seiner Webseite Digiconomist stellt er diesen mit dem Bitcoin-Stromindex dar.

Laut Vries Paper verbrauchen die Bitcoin-Miner derzeit mindestens 2,55 Gigawatt, aber wahrscheinlich eher etwa 7,67 Gigawatt. Damit könnte Bitcoin fast so viel Strom verbrauchen wie Österreich (8,2 Gigawatt). Dieser Wert ist natürlich ein Skandal, der ein Echo in den deutschen Medien findet. So haben etwa T3N, die Zeit oder die  Süddeutschen Zeitung über das Paper berichtet. Spiegel Online bringt ein Interview mit de Vries, in dem dieser sogar fordert, “ein internationales Übereinkommen, am besten unter Führung der Uno” zu schaffen, um dem Energieverbrauch des Minings Herr zu werden.

Ist es wirklich so schlimm mit dem Mining? Wie zuverlässig sind die Werte von de Vries? Droht Bitcoin die Erfolge der Energiewende zunichte zu machen, wie der Spiegel schon Ende 2017 fragte? Oder ist die Wirklichkeit doch mal wieder etwas komplizierter?

Wir werden im folgenden versuchen, ein wenig Klarheit in diese Fragen zu bringen.

Egal wie man es rechnet – es ist viel

Beginnen wir damit, wie man den Stromverbrauch von Bitcoin misst. Der allergrößte Teil des Stromverbrauchs geht auf die Miner zurück, die darum konkurrieren, einen neuen Block an die Blockchain anzuhängen. Wie viel sie verbrauchen, ist schwer herauszufinden.

Wir wissen zwar, wie hoch die Hashrate von Bitcoin ist – etwa 35 Millionen Terahash, was bedeutet, dass alle Miner zusammen etwa 35 Trillionen Hashoperationen je Sekunde durchführen. Doch wir wissen nicht, mit welchen Geräten sie erzeugt werden. Sind es die modernen, energieeffizienten Antminer S9? Welchen Anteil machen Miner der älteren Generation aus? Sind gar noch Grafikkarten angeschlossen? Der Stromverbrauch hängt in extremer Weise davon ab, welche Geräte benutzt werden. Und dies wissen wir nicht.

Wenn man bei der Hashrate anfängt, kann man allenfalls einen Mindestwert ausrechnen: Man nimmt einen aktuellen Miner – den Antminer S9 – und tut so, als bestünde das gesamte Mining-Netzwerk ausschließlich aus ihm. Ein S9 erzeugt 13 Terahash mit einer Leistungsaufnahme von 1300 Watt. Damit bräuchte man rund 2,7 Millionen Antminer S9, um die Hashrate von Bitcoin aufzubringen, womit wir einen Stromverbrauch von 3,5 Gigawatt hätten. Dies wäre, wie gesagt, eine Untergrenze, die man mit einem beliebigen Schätzwert multiplizieren kann (x1,5; x2; …).

De Vries beginnt seine Schätzung dagegen am anderen Ende: Bei den Einnahmen. Er geht davon aus, dass die Miner Hashpower produzieren werden, bis sie nur noch einen marginalen Gewinn machen. Dann schätzt er, wie viel Geld sie ins Mining investieren, welcher Teil davon in Strom fließt und welche Preise die Miner bezahlen. Dabei geht er von einem Stromanteil von 60 Prozent und einem Strompreis von 5 US-Cent je Kilowattstunde aus.

Mit diesen Werten kommt de Vries zum Ergebnis, dass Bitcoin mindestens 2,55, aber vermutlich eher 7,67 Gigawatt verbraucht. Der Bitcoin Energy Consumption Index auf seiner Webseite übersetzt diesen Wert (7,67 Gigawatt) in einen jährlichen Verbrauch von 69 Terawattstunden. Das ist etwa so viel, wie sechs bis acht ordentliche Atomkraftwerke produzieren und mehr als das Land Tschechien verbraucht.

Natürlich kann man de Vries’ Methode anzweifeln. Doch wie wir gesehen haben, landet selbst eine optimistische Minimal-Schätzung aufgrund des Stromverbrauchs der Antminer S9 bei 3,5 Gigawatt. Dies macht es relativ wahrscheinlich, dass de Vries’ Werte relativ richtig liegt. Was hingegen oft radikal falsch ist, ist die Interpretation dieses Ergebnisses.

Günstiger Strom ist meistens grüner Strom

Auf den ersten Blick hört sich das gar nicht gut an. Wir ersetzen Glühbirnen mit LED-Leuchten, bauen Kühlschränke und Waschmaschinen, die immer weniger Strom verbrauchen, und stellen tausende von Windrädern auf – und dann kommt Bitcoin, und verbraucht auf einmal 69 Terawattstunden im Jahr. Macht die Kryptowährung damit alles kaputt? War die Energiewende und all das Stromsparen umsonst?

Solche Fragen liegen nahe, sind aber falsch, da sie Dinge vergleichen, die man nicht vergleichen kann. Denn es gibt keine direkte Beziehung zwischen der Menge an produziertem Strom und dem ökologischen Fußabdruck.

Ein einfacher Vergleich: Wenn jemand in der Nähe von Kohlekraftwerken wohnt, etwa im Rheinland, wird er mit jeder verbrauchten Kilowattstunde die Umwelt belasten. Wenn er eine Stunde am Tag mit einer LED-Lampe leuchtet, richtet er mehr Umweltschäden an, als wenn jemand erneuerbare Energien verschwendet, etwa wenn die isländische Hauptstadt Reykjavik ihre Gehsteige im Winter mit Energie aus der Geothermie beheizt. Es kommt nicht auf das wieviel an, sondern auf das woher. Es ist besser, Strom aus erneuerbaren Quellen zu vergeuden, als Strom aus Kohlekraft zu sparen.

Natürlich wissen wir bei Bitcoin nicht, wo die Miner sitzen und welchen Strom sie verbrauchen. Das einzige, was wir wissen, ist, dass die Miner dorthin gehen, wo der Strom günstig ist. Während andere Industrien stärker an den Standort gebunden und von einem Mix aus Kostenfaktoren abhängig sind, sind Miner hochmobil und verstehen die Stromkosten als mit Abstand wichtigsten Wettbewerbsfaktor. Es dürfte keine Branche geben, die in so starkem Ausmaß von niedrigen Strompreisen angezogen wird.

Länder mit schlagend geringen Stromkosten sind laut Statista etwa Schweden, Finnland und Kanada. Diese drei Ländern haben gemein, dass sie einen relativ hohen Anteil von erneuerbaren Energien aufweisen, vorrangig Wasserkraft. In Kanada, so eine Studie des Fraunhofer-Instituts, sind die Strompreise in der Provinz Quebec am tiefsten. Quebec hat einen der weltweit höchsten Anteile an Strom aus Wasserkraft – und gilt als Paradies der Miner.

Ähnlich ist es in Schweden, Norwegen, Finnland, den USA und, vor allem, Island: Strom ist dort am günstigsten, wo er am einfachsten und mit einem Überschuss erzeugt werden kann. Dies bedeutet in der Regel nicht, ein Kohle- oder Atomkraftwerk aufzubauen – die beide meist nur mit Subventionen der Regierung konkurrenzfähig sind, wenn man die Folgekosten hinzurechnet – sondern die natürlichen Voraussetzungen zu nutzen, um Energie abzugreifen. Dies gilt selbst für Deutschland, wo die Windkraft mittlerweile die günstigste Methode ist, um neue Stromkapazitäten zu schaffen. International sind natürlich Wasserkraft und Geothermie noch sehr viel günstiger, weshalb anzunehmen ist, dass ein Großteil der Hashrate von Bitcoin durch diese umweltfreundlichen Energiearten entsteht.

Man könnte an dieser Stelle eine nicht ganz abwegige Vermutung äußern: dass der biologische Fußabdruck von Bitcoin, trotz des riesigen Energieverbrauchs, besser ausfällt als der eines rheinischen Industriegebiets. Denn der deutsche Strom ist oft nicht nur teuer, sondern auch schmutzig.

Günstige Kohlekraft als Resultat der falschen Politik

Wir bleiben bei diesem Argument, lassen es aber in eine etwa andere Richtung abstreifen.

Die Bitcoin-Miner siedeln sich unvermeidbar an den Standorten an, an denen Strom günstig ist. Jede Art von Strom, die zu Preisen unter 5 oder 6 Dollar-Cent verkauft wird, kommt für Miner in Frage. In den meisten Fällen kommt ein solcher Strom aus Wasserkraft oder Geothermie, da man diese Energie auf relativ einfache und günstige Weise erzeugen und skalieren kann, wenn die natürlichen Voraussetzungen erfüllt sind. In vielen nördlichen Ländern bzw. Provinzen gibt es einen Überschuss an sauberer Energie, der von den Minern abgesahnt wird. Der ökologische Fußabdruck solcher Mining-Farmen liegt bei Null. Eine LED-Leuchte in einem süddeutschen Haushalt verursacht mehr Schaden.

Das Braunkohlekraftwerk bei Weisweiler: So schön kann Umweltverschmutzung sein. Bild von Lars Döbler via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Wenn sich Mining lohnt, bedeutet dies, dass in einer Region ein Überangebot an Strom besteht: dass ein Erzeuger willens und in der Lage ist, mehr Strom zu produzieren, als die Bürger und Unternehmen verbrauchen. Es bedeutet, dass eine Region entweder extrem viel Strom produziert, aber keine Gewerbe hat, die diesen konsumieren – wie etwa in Island oder Quebec in Kanada – , oder dass die Industrie in dieser Gegend brachliegt, etwa im sogenannten Rust Belt im Nordosten der USA, aber die energietechnische Infrastruktur noch nicht ausreichend zurückgebaut wurde.

In den meisten Fällen findet die Verschwendung statt, bevor sich die Miner niederlassen. Sollte es irgendwo tatsächlich ein Atomkraftwerk oder Kohlekraftwerk geben, das läuft, ohne dass ein Bedarf vorliegt, der die Strompreise auf ein für Mining prohibitives Level treibt, dürfte dies an sich ein ökologischer Skandal sein. Wenn eine Regierung heutzutage nicht-erneuerbare Energieerzeuger in einem Umfang ausbaut oder erhält, für den der Markt keinen Bedarf hat, dann setzt sie gravierende ökonomisch-ökologische Fehlanreize. Diese werden von Minern ausgenutzt, aber meist auch relativ rasch korrigiert.

So hat etwa Venezuela die Stromerzeugung so weit subventioniert, dass das Land mit die günstigsten Tarife der Welt hatte. Dies zog scharenweise Miner an, die teilweise mit alten – also extrem ineffizienten – Geräten Bitcoins profitabel erzeugt haben. In der Folge wurde der Strom immer öfter lokal knapp, und als eine Mining-Farm einmal sogar einen Blackout in einem ganzen Stadtviertel verursachte, griff die Regierung ein und ließ die Farm schließen.

Ähnlich in China, wo die Miner sich überall dorthin ausgebreitet hatten, wo die Planwirtschaft der Regierung üppig Strom für neue Industriestandorte bereitstellte. Teilweise sahnten die Miner die Früchte von Planungsfehlern ab, etwa wenn sie in Geisterstädten mit großen Kraftwerken ihre Asic-Farmen aufstellten, teilweise zogen sie jedoch auch Strom ab, der von anderen Industrien benötigt wird. Sobald die Miner mit dem Stromhunger der “echten” Industrie in Konflikt kommen, greift auch hier die Regierung ein. Die Folge ist, dass mehr und mehr chinesische Miner ihre Maschinen an Orte bringen, an denen der Strom aus erneuerbaren Quellen günstig und in großen Mengen überschüssig ist.

Unter normalen Umständen korrigieren sich Fehlanreize also meist von selbst. Manchmal kommt es aber wohl dennoch vor, dass eine Region oder Regierung Überkapazitäten aus Kohle- oder Atomkraft schafft oder erhält. In diesem Fall verhindern die Miner im allerschlimmsten Fall, dass eine solche Überkapazität mangels Nachfrage wieder zurückgebaut wird.

Ein solcher Missstand ist ziemlich einfach aus der Welt zu schaffen. Die Regierung muss nur das tun, was sich für eine zeitgemäße, ökologisch orientierte Energiepolitik eigentlich von selbst versteht: Dafür sorgen, dass Strom aus nicht-nachhaltiger Produktion teurer ist als erneuerbare Energien. Wenn dies der Standard wäre, könnte Bitcoin-Mining überhaupt nicht umweltschädlich sein.

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40 Comments on Warum der hohe Stromverbrauch von Bitcoin vermutlich kein Problem für die Umwelt ist

  1. Diese ganze “Eine Bitcoin-Transaktion benötigt so viel Strom wie ein Haushalt in einem ganzen Monat” ist sowas von dermaßener Bullshit, das iman kotzen könnte.

    Man stelle sich mal vor, wie viel CO2 wir einsparen könnten, wenn es keine Banken gäbe. In die CO2-Bilanz einer SEPA-Überweisung sollte man ggf. auch die ganzen Banker selbst einrechnen, die den ganzen Tag CO2 in ihre Sessel furzen. Und die ja auch Lebensmittel und weitere Güter konsumieren, die ihrerseits wiederum in Herstellung und Transport CO2 freisetzen.

    • Das Argument fand ich nie so gut, weil Bitcoin ja genauso wie der Euro seine “Banken” braucht: Börsen, Wallets, Blockexplorer, Lightning-Hubs. Und die Nahrungsmittel von Bankern einzurechnen, ist etwas morbide …

      • Ich find das ganze Argument der Verschwendung etwas fadenscheinig … der Mensch verschwendet soviel Energie zur reinen Unterhaltung, dort könnte man auch hinterfragen ob das wirklich sinnvoll und notwendig ist

      • Name required // 30. May 2018 at 17:50 //

        Sobald man anfängt über irgendein Problem hinsichtlich “Ressourcenverschwendung” nachzudenken und ohne Denkverbote, also rein rational und wissenschaftlich vorgeht, landet man dabei, dass man statt “Klein Klein”, am Ende die Ausbreitung des Menschen begrenzen sollte. Also weltweite Zweikind-Politik. Wer wirklich zu Ende denkt, kommt um diesen Schluß nicht umhin. Irgendwann ist die natürlich Grenze einer jeden population erreicht und dann ist es auch egal, ob nun der Bitcoin noch ein paar Terawattstündchen zieht oder nicht. Wenn ganz Indien und China sowie Afrika auf den Stand der westlichen Industrienationen hinsichlich des Ressourcenverbrauchs kommen, dann ist der Bitcoin ganz sicher das kleinste Problem. Und von daher muß man früher oder später die Bevölkerungsexplosion auf dem Planeten bremsen, es traut sich nur noch keiner auszusprechen. Stattdessen wird lieber am “Klimawandel” herumgedoktert, indem man Windräder aufstellt. Was letztlich nicht die Lösung ist, denn das Problem ist die exponentielle Bevölkerungsentwicklung. Und jeder, der sich in Populationsbiologie auch nur ein bißchen auskennt, weiß, dass diese eine natürliche Grenze hat. Die Klimaveränderungen sind da nur Vorboten und ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt.

  2. In dem Artikel fehlen Titten, weinende Babies und geschlachtete Robben. So wie er jetzt ist interessiert er das bildzeitungslesende Mastvieh nicht.

  3. Hannes Leidenroth // 28. May 2018 at 15:39 // Reply

    Ein wichtiger (Haupt-)Grund für den hohen Energiebedarf ist auch das PoW, was ein Höchstmaß an Sicherheit schafft. Und diese extreme Sicherheit gibt es eben nicht zum Nulltarif.

  4. “In vielen nördlichen Ländern bzw. Provinzen gibt es einen Überschuss an sauberer Energie, der von den Minern abgesahnt wird. Der ökologische Fußabdruck solcher Mining-Farmen liegt bei Null.”

    das ist falsch den auch “sauberer Energie” erzeugt z.B. CO2. Zwar nicht im Betrieb aber in der Herstellung und damit ist der Fußabdruck der Mining Farmen nicht null. Außerdem was ist mit der Herstellung und dem Transport der Miner?! Das sollte doch auch berücksichtigt werden.

    Gruß
    Andreas

    • Ja, ohne Zweifel. Das habe ich verkürzt dargestellt, weil dieser Verbrauch in der Stromrechnung noch gar nicht drin ist. Ganz sauber ist Mining wohl niemals …

      • Name required // 30. May 2018 at 18:08 //

        Sobald ein Mensch geboren wird, ist er eine Bedrohung für das Klima, ob er nun BTC benutzt, oder nicht. Simple as that.

        Wer z.B. mit Bargeld allein in einem Auto in die Innenstadt fährt, um einen Artikel zu kaufen, ist klimaschädlich. Wer in Urlaub fliegt, ist klimaschädlich, Wer am Wochenende Fußball sieht und dafür ins Stadion fährt, ist klimaschädlich. Und das sogar für Dinge, die nicht nötig sind. Oder doch?

        Worauf will ich hinaus? Es ist eine philosophische Frage, was den Menschen antreibt und was er ist, was er macht und was er individuell für gut und wichtig erachtet. In diesem Zusammenhang wurde wohl auch das Wort Freiheit erfunden. Ergo: bevor man BTC über den Energieverbrauch in Frage stellt, muß der Mensch sich selbst erstmal in Frage stellen und versuchen, das große Ganze zu erfassen und zu verstehen, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Irgendwann wird die Sonne (der Ursprung der terrestrischen Energie) die Erde sowieso verschlingen, von daher ist eigentlich Alles egal. Denn: Die Erde braucht den Menschen nicht, aber der Mensch braucht die Erde. Und wieso sollte es die Erde kratzen, wenn die Menschheit ausstirbt? Insofern ist es einfach nur relevant, wie wichtig sich der Mensch oder bzw. “die Menschheit” nimmt. Daraus ergeben sich viele Fragen. Wie z.B. brauchen wir Autos? Brauchen wir Geld? Brauchen wir Mobilität an sich? Heißt Urlaub, immer durch die Gegend zu jagen, nur um irgendwelchen anderen Menschen wichtig davon erzählen zu können, und das auch noch über das energiefressende Internet mittels Facebook mit seinen riesigen Serverfarmen, die ohne Ende Strom ziehen? Können wir nicht auch alle mit dem ökologischen Fußabdruck der damaligen Indianer oder der hiesigen Urbevölkerung leben? Wieso müssen wir 80 und älter werden?
        Diese Fragen sind letztlich weitaus wichtiger, als die Frage nach dem Stromverbrauch der Miner.

  5. pebwindkraft // 28. May 2018 at 15:54 // Reply

    *zustimm* – btw: in Deutschland ist der Windstrom an der Strombörse in Leipzig für unter 4 Cent/kwh zu haben (April 2018: Grund- und Spitzenlaststrom in Deutschland bei etwa 3,2 Cent / kWh), und wenn es stürmisch wird, auch darunter. Inzwischen sind die Aktivitäten dabei, überschüssigen Strom in Batteriespeichern unterzubringen (sinnvoll), oder wie schon immer in Wärme zu verbraten (damit das Netz stabilisiert ist). Insofern könnten Miner sogar helfen, das Netz zu stabilisieren – wär noch nett, wenn’s dafür einen Zusatz Obolus gibt 🙂
    Empörung über den Stromverbrauch lässt sich ja immer schnell verkaufen, ohne auf Grundlagen einzugehen. Würde durch das EEG nicht die Industrie Subventioniert werden (Kohle und Atom werden in D stark subventioniert), hätte der Verbraucher auch nicht so hohe Preise für die kWh zu zahlen. Mit eigener Solaranlage oder WKA wäre Mining schon möglich…

    Mein Lieblingsvergleich wegen der CO2 ist ja der mit den Motorrädern: tragen weitestgehend nix zur Produktivität in der Welt bei, sind reine “just for fun” Produkte (ok, die Post …), verpesten die Umwelt mit Gestank und Lärm (besonders an Ampeln am Gashahn drehend), mit einem Spritverbrauch den jede 1,5 Tonnen Limousine unterbietet, veranlassen die Fahrer der Krafträder ihren Minderwertigkeitskomplex durch rücksichtsloses Verkehrsverhalten (Vordrängeln, oder eher “Schnäppchen gemacht”?) zu kompensieren, und in der Menge um den Globus herum werden soviel Kilowatt Stunden sinnlos in Wärme und CO2 gewandelt. Rechnet man 1,36 PS in 1 kWh um, kommen einige Gigawatt zustande. Aber: in den kalten Monaten kann das Motorrad dann eine wunderbare Energiebilanz vorweisen – da stehen sie meist in der Garage 🙂 Ich bin mir fast sicher, Alex de Vries fährt Motorrad…

    • Kann man den Windstrom in Leipzig denn auch direkt beziehen, oder sind die Preise nur für Versorger?

      Ich glaube ja, dass die Energiewende nicht in weniger, sondern mehr und günstigeren Strom enden wird bzw. muss …

      • stromexperte // 30. May 2018 at 0:13 //

        Dein Stromlieferant macht da eine Mischkalkulation. Da ist der günstige Strom an sonnigen und windigen Tagen genauso eingepreist wie negative Strompreise an Weihnachten oder hohe Preise an einem kalten dunklen Wintermorgen. Mit der StromDAO (Lieferant auf Blockchainbasis), kannste auch als Endverbraucher näher am echten Markt sein.

    • Danke. 100% Zustimmung
      Etwas Fakten und Vernunft im Meer des Schwachsinns tun echt gut.

      Also auch auf ihren Artikel bezogen, Herr Bergmann.

  6. Marius Göcke // 28. May 2018 at 15:57 // Reply

    “Natürlich wissen wir bei Bitcoin nicht, wo die Miner sitzen und welchen Strom sie verbrauchen. Das einzige, was wir wissen, ist, dass die Miner dorthin gehen, wo der Strom günstig ist.”
    Die Frage, _wo_ die Mining-Geräte konkret stehen, ist die interessante Stelle, wo man Information braucht, um die Umweltauswirkungen realistisch grob einschätzen zu können. Ich denke solange es da keine einigermaßen seriöse Untersuchung gibt, ist das alles (egal welche Ansicht man zur Umweltbelastung von Bitcoin nun vertritt) letzendlich Spekulation.

    “De Vries beginnt seine Schätzung dagegen am anderen Ende: Bei den Einnahmen. Er geht davon aus, dass die Miner Hashpower produzieren werden, bis sie nur noch einen marginalen Gewinn machen.”
    Das kann so sein. Die Aussage geht denke ich auch grob in die richtige Richtung. Aber ganz so einfach ist das nicht. Ein Miner kann auch Minen und dabei Verlust machen, weil er spekuliert: Wenn er genug Geld hat, um seine gegenwärtigen Stromkosten zu bezahlen, ohne (alle) geschürfte Bitcoins zu verkaufen, schürft er erstmal Bitcoins mit Verlust und verkauft die Bitcoins später, wenn der Bitcoin-Preis wieder höher ist. In dem Fall wäre die Umweltbelastung von Bitcoin gegenwärtig höher als nach De Vries’ Rechnung.
    So eine Spekulation/Kalkulation muss bei Minern jedoch sogar vorhanden sein, wenn man tatsächlich Hashpower bis zu einem “marginalen Gewinn” produziert. Die Strompreise schwanken nicht zum Bitcoin-Preis korrelierend. Darüber hinaus fällt der Strompreis nicht ansatzweise so stark wie der Bitcoin-Preis in den letzten Monaten. Die Mining-Einnahmen sind ja, wenn man die 12,5Btc/Block sofort verkauft, gegenwärtig pi mal Daumen halb so viel Wert wie im Dezember 2017. Wenn die Miner-Konkurrenz so groß ist, dass der Mining-Gewinn gegenwärtig marginal ist, haben die Miner im Dezember entweder alle viel (und nicht marginalen) Gewinn mit dem Verkauf der Mining-Rewards gemacht oder es machen derzeit alle Miner monatelang nur Verlust.
    Und wie man https://blockchain.info/de/charts/hash-rate entnehmen kann, korreliert die Hash-Power auch nicht mit dem Bitcoin-Preis. Das heißt, Miner schalten ihre Geräte nicht aus, selbst wenn der Bitcoin-Preis stark fällt.
    So ganz plausibel ist mir die Aussage von De Vries im Detail nicht.

    • McAfee meinte mal, dass seine Miningfarm einen BTC zu ca. 4000$ erzeugen kann. Es ist also mit günstigem Strom noch profitabel.

      Spekulation auf steigende BTC Kurse und somit Verlustmining ist kommerziell allerdings Quatsch. Da täten die Miningfarmen besser daran, BTC direkt vom Markt zu kaufen. Ein Geschäft ist kein Hobby.

  7. Toller Artikel und gute Kommentare!

  8. Bitcoin verbraucht überhaupt keinen Strom weil Bitcoin keine Energieform ist.
    Was ist damit gemeint? Wenn man in eine Mininganlage sagen wir mal 10 KWh an elektrischen Stom hinein schickt müssen nach dem Energieerhaltungsgesetz 10 KWh Wärme heraus kommen – also genau die Menge an Energie die man hinein steckt.

    Die Aufgabe der Gesellschaft ist es nun diese Wärmeenergie zu nutzen anstatt sie ungenuntzt in die Umwelt zu entlassen.

    Das ist schon lange kein technisches Problem mehr. Alle die Geräte die Wärme benötigen muss man dazu nur von einem Glühdraht auf Miningchips umrüsten. Bei einigen Geräten ist das etwas problematisch aber bei Blockheizkraftwerken, Fußbodenheizungen, Schwimmbad Beheizungen und tausenden anderen Anwendungen schreit diese Lösung gerade danach umgesetzt zu werden.

    So lange der Mensch Wärme erzeugen muss kann er das mit Mininghardware machen. Und sobald er das tut ist Bitcoin Energieneutral. Außerden steckt da ein weltweites Milliardengeschäft für Produzenten solcher Heizungen dahinter. Das das noch niemand macht ist eine Schande. Nur ganz wenige der Miner haben das bereits erkannt und nutzen die Wärme bereits für sich. Prinzipiell kann das aber jeder machen weil sich die Geräte quasi selber bezahlen. Außerdem würde das Mining auf diese Weise wirklich dezentralisiert. Eine 51% Atacke würde so definitiv ausgeschlossen.

    Um die Wärme aus der ASIC Chips heraus zu bekommen könnte man sie in die 3M Submerge Flüssigkeit tauchen https://www.youtube.com/watch?v=a6ErbZtpL88

    Man muss es nur umsetzen.

    • 80°C bzw. idealerweise 60°C sind aber für die meisten Heizaufgaben leider unzureichend.

      Große Mengen an Wärme werden auch nur seltenst mit Strom hergestellt, weil es um den Faktor 3 effizienter ist, Erdgas / Heizöl / Holz direkt zu verheizen.

      • Das das nicht so ist beweisen die realen Zahlen. Eine Fußbodenheizung benötigt 40°C ein Schwimmbad dürfte nicht viel mehr benötigen. Eine Warmwasseranlage für ein Mehrfamilienhaus dürfte mit 60°C auskommen – genau so eine normale Zentralheizung wenn sie dafür ausgelegt ist.

        Du willst also Öl und Gas verbrennen um zu heizen damit Du die die kostenlose Wärme wegwerfen kannst? Das ist doch sicher nicht Dein Ernst?

        Irgendie verstehe ich diese Argumentation nicht.

        Mit Wärmepumpen kann man fast jede beliebige Temperatur erzeugen. Zur Not könnte man sogad ei Wärme wieder in Strom umwandeln und so teilweise mit Verlusten den Strom mehrfach benutzen.

      • Gregg // 30. May 2018 at 0:07 //

        Das macht alles nur Sinn, wenn der Strom nicht aus eben Öl, Gas, Holz, Uran hergestellt wird.

        Wirkungsgrad einer Heizung: 95%+
        Wirkungsgrad eines Elektroheizers: 98%+, aber:
        Wirkungsgrad modernes Kraftwerk: 50-60%, Leitungsverluste: 6%, Transformationsverluste: 400 kV -> 50 kV (2%) -> 20 kV (2%) -> 230V(2%) (und für Computerhardware) -> 12V / 5V (12%)

        Somit hat der Elektroheizer einen realen Wirkungsgrad von 45,8%. Nehmen wir an, sie können auch die Wärme am Netzteil nutzen, kämen wir auf den gleichen Wirkungsgrad wie ein normaler Elektroheizer: 52%.

        Außer, Sie können aufgrund ihres Anwendungsfalles nicht mit etwas anderem außer Strom heizen, macht es in den meisten Gegenden keinen Sinn. Außerdem brauchen Großverbraucher von Wärme (Gießereien, Schwimmbäder, Wohngebäude im Winter) die Wärme entweder kontinuierlich und/oder zu Zeiten, in denen erneuerbare Energien nicht bedarfsdeckend zur Verfügung stehen.

        Dazu kommt noch, dass ein Heizdraht einen Bruchteil eines Computerchips kostet. Und obendrauf kommt noch, dass ein Großteil der von ihnen angedachten Einsatzfälle nur temporärer Natur sind. Es macht ökonomisch keinen Sinn, sämtliche Heizungen auf Mininghardware umzustellen.

        Der wirklich einzige aus meiner Sicht sinnvolle Anwendungsfall wäre ein Schwimmbad in der Nähe eines recht aktiven Windparks.

        p.S.: Auf die Idee mit dem Fluid von 3M bin ich vor ein paar Jahren auch gekommen, habe eine Anfrage gestellt und als Antwort bekommen, dass ich doch meine Firma und das zugehörige Projekt vorstellen soll. Ich schätze mal, dass das nicht so atmosphärenfreundlich und damit ungeeignet für den großflächigen Gebrauch ist.

      • Name required // 30. May 2018 at 18:18 //

        @Gregg:
        Dass der Strom idealerweise aus erneuerbaren kommen sollte, versteht sich von selbst – vorausgesetzt man will das Klima nicht weiter aufheizen.

        Es geht aber doch hier in erster Linie darum, einen Zusatznutzen zu haben. Und der ist in jedem Fall da, wenn man PoW mit seinem Stromverbrauch als Grundlage nimmt. Egal, ob konventioneller Strom oder nicht. Wenn soweiso gemint wird, ist es in beiden Fällen Unsinn, die Abwärme nicht zu nutzen. Insofern hat der Vorposter vollkommen recht. Die Alternative wäre ja nur, auf Mining als Sicherung des Netzwerkes zu verzichten. Aber PoS ist auch nicht der Weisheit letzter Schluß. Es ist nur eine andere Krypto-Sicherungsmethode, mit weniger Stromverbrauch, aber dafür anderen Nachteilen.

      • Gregg // 30. May 2018 at 20:29 //

        _Wenn_ man mined, macht es Sinn, die Abwärme zu nutzen. Was allerdings keinen Sinn macht, ist es, Elektroheizer überall anstelle von normalen Erdgasheizungen zu betreiben.

    • stromexperte // 30. May 2018 at 0:17 // Reply

      vor ein paar Jahren geisterte irgendeine Firma mit “21” im Namen durch den /r/Bitcoin subreddit die genau das gemacht hat. Mining-Hardware in Alltagsgegenstände gebaut. Sie haben wohl selbst festgestellt dass es Quatsch war und mischen jetzt in der ICO-Branche mit …😕

  9. Das Argument ist also, grob heruntergebrochen, bitcoin verbraucht nur den strom, der günstig + grün hergestellt wurde und den sonst niemand braucht? Tritt das in konkurrenz mit konventionellen verbrauchern, regelt das entweder Markt oder Regulierung. Das mag vielleicht stimmen(auch wenn ich glaube dass ein signifikanter teil unökologisch ist). Das halte ich allerdings für kein Nachhaltiges Konzept. Und da wir uns langsam im Bereich der Leistung von ganzen Ländern bewegen wäre es u.U auch (ökologisch) lohenswert Stromleitungen vom sauberen Finnland ins dreckige Ruhrgebiet zu führen, um dort Kern/KohleKW abzuschalten.

    • Was der Trassenbau aber wieder an CO2 produzieren würde.. heieieiei..

    • Das das nicht so ist beweisen die realen Zahlen. Eine Fußbodenheizung benötigt 40°C ein Schwimmbad dürfte nicht viel mehr benötigen. Eine Warmwasseranlage für ein Mehrfamilienhaus dürfte mit 60°C auskommen – genau so eine normale Zentralheizung wenn sie dafür ausgelegt ist.

      Du willst also Öl und Gas verbrennen um zu heizen damit Du die die kostenlose Wärme wegwerfen kannst? Das ist doch sicher nicht Dein Ernst?

      Irgendie verstehe ich diese Argumentation nicht.

      • Skinner // 29. May 2018 at 18:44 //

        Es gibt anwendungen, da ist heizen per strom sinnvoll, z.B. ein heizlüfter im sonst ungenutzen bad. Diese haben aber 3KW und niemand wird sich für 3k euro nen miningHeizlüfter dieser leistungsklasse holen, der 90% der zeit stillsteht. Da wo eine nutzung der abwärme sinn macht (schwimmbad, fußbodenheizung) muss man nicht extra einen abwärmelieferant mit strom befeuern und das als begründung hernehmen, warum man ein 30KW Antminerfarm im keller laufen hat. Da gibt es sehr viel sinnvollere Primärnutzungen (z.b. blockgaskraftwerk mit kraftwärmekopplung), das dann strom erzeugt, sogar recht gut regelbar, und die abwärme noch genutzt wird. Soo groß ist der nutze von BitcoinMiningPower nich.
        Und auch sonst sollte man damit anfangen, dort die abwärme zu nutzen wo der verbrauch sowieso ansteht, bspw. OfficePcs, Fernseher, server… Und nicht ein NiceToHave wie ein bitcoinschürfer als großartigen zusätzlichen Nutzen beim verheizen von Strom zuzusprechen…

      • Name required // 30. May 2018 at 18:22 //

        @Skinner:
        Bei Office-PC’s und Fernsehern reicht die Abwärme bei Weitem nicht aus, um einen Raum im Winter vernünftig zu heizen. Es sei denn, man hat ein Passivhaus o.ä.
        Da muß man dann aber wieder überlgen, ob man für die Dämmung nicht auch wieder die CO2-Bilanz verschlechtert.
        Wer einen Miner hat, kann jedenfalls im Winter einen guten Teil zu seiner Heizung beitragen und damit andere Primärenergie einsparen, soviel steht fest.

      • Skinner // 30. May 2018 at 21:01 //

        @nameReqired
        “Wer einen Miner hat, kann jedenfalls im Winter einen guten Teil zu seiner Heizung beitragen und damit andere Primärenergie einsparen, soviel steht fest.”

        Einsparen wird schwierig. Entweder der Strom kommt aus konventionellen Kraftwerken, dann wäre es effizienter das Gas direkt im Haus zu verfeuern. Ider der Strom ist regenerativ, dann bräuchte man genauso viel strom um einen Heizlüfter laufen oder einen Antminer rechnen zu lassen. Es wird also genausoviel 100% regenerativer Strom ohne Fußabdruck verbraucht. Aber WENN der Strom eh 100% regenerativ ist UND der überschüssige Strom nicht anderswo konventionellen Strom ersetzen kann, DANN ist der umweltaspekt von bitcoin natürlich kein problem, weil alles “neutral” ist. Aber “einsparen” ist nicht.

  10. Dieser Strom ist auch nicht verschwendet. Er erkauft die Sicherheit des Netzwerks. Die Mainstreammedien teilen leider nicht die Auffassung, dass Bitcoin für die Gesellschaft extrem wertvoll werden wird. Daher sieht man hier keinen Gegenwert sondern versucht die Artikel in Richtung “Bitcoin ist Wahnsinn” zu drehen, damit sie gelesen werden.

    Es ist auch wert, festzuhalten, dass der Stromverbrauch nicht mit der Anzahl der Transaktionen steigt. In er Vergangenheit gab es Argumente, dass Bitcoin in Zukunft ja mehr Strom als der ganze Planet verbrauchen müsste, wenn es wächst. Ist falsch.

    Ich frage mich, wie viel die Sicherheit des Netzwerkes in 10 Jahren wert sein wird, wenn die halbe Welt Bitcoin benutzt. Das könnten dann ja 100 Milliarden € im Jahr sein oder mehr. Das sind atemberaubende Summen.

    • Stimmt, man erkauft sich die Sicherheit des Netzwerks. Aber mit sehr hohen Kosten und seehr ineffizient, das ist ja das was eben zurecht kritisiert wird. Und das ist eben Systembedingt. Das klassische ServerClient Prinzip braucht das nicht, ist dafür halt nicht “dezentral”. Und wenn für dezentralität die Lösung ‘blockchain’ sein soll, die vertrauen dadurch herstellt dass niemand soviel Geld in strom verpulvert um die Miningmehrheitzu bekommen, ist ja wohl klar zu was das führt. Je mehr Werte übertragen werden, desto höher muss die hürde und damit der “Grundstromverbrauch” sein..
      Erschwerend kommt hinzu: um ein netzwerk ernstahft zu stören brauche ich nur kurz 50+1. Die barriere muss aber 24/7 aufrecht erhalten werden.. Da sind asics doch ehr gut, weil man sich dadurch nicht mal eben eine riesige serverfarm anmieten kann um für eine stunde über 50% zu kommen…

  11. stromexperte // 30. May 2018 at 0:23 // Reply

    Stromverbrauch hin oder her, muss man lobend anerkennen, dass der Autor im Gegensatz zu früheren Artikeln diesmal Energie und Leistung sinnvoll auseinander gehalten hat. Einzig die genannten Terrahash meinen glaube ich bis auf eine einzige Stelle eigentlich immer Terrahash PRO SEKUNDE, also wie Watt auch eine intensive Größe. Da wo man von Watt spricht Hash pro Sekunde, wo man von Wattstunden spricht das extensive Äquivalent, eben nur Hash. Dann machen die Relationen auch mehr Sinn.

  12. Man kann da sehr viel argumentieren… aber auch wenn man eine große Zahl durch 2 oder 3 teilt, bleibt es eine große Zahl.
    Sollte der Preis/BTC nochmal um den Faktor 10 steigen, wird die Investition in Mining-Hardware mittelfristig auch um diesen Faktor steigen und damit auch der Stromverbrauch. Dadurch steigen die Stromkosten in den betroffenen Gebieten und in jedem Fall auch der ökologische Fußabdruck, denn den hat jede Energieform, mal mehr und mal weniger.
    Dauerhaft wird das System PoW auch für DIE Leit-Kryptowährung für Store-of-Value nicht akzeptiert werden. Sollten sich alternative Konsens-Formen beweisen, muss sich BTC bewegen oder wird ersetzt.

    Man kann versuchen, sich die Welt rosarot zu malen und sich rauszureden, aber meiner Meinung nach ist das nicht zielführend.

    • Jup, schätze den Blog hier ebenfalls sehr, aber die Argumentation lässt imho grundlegende Marktmechanismen ausser acht. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass BTC sehr viel Strom verbraucht. Damit wird die Nachfrage nach Strom erhöht,ergo steigt der Preis, ergo steigt auch der Anreiz mehr Strom zu produzieren, ergo mehr CO2. It’s that simple. Sämtliche Argumente à la “BTC verbraucht nur grünen Strom” ändern an diesem grundsätzlichen Zusammenhang nichts. Steht irgendwo ein Wasserkraftwerk, das zuviel Strom erzeugt, also abseits vom Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage operiert, wird sich dies langfristig ändern, entweder, indem das Angebot reduziert wird (Kraftwerk wird abgebaut), oder indem die Nachfrage erhöht wird (Strom wird woanders hingeleitet). Das kann man auf beliebige Beispiele anwenden.

      Conclusio: solang Stromerzeugung CO2 Emissionen zur Folge hat (beachte: Strom ist recht gut transportierbar ;), erhöht die Nachfrage nach Strom CO2 Emissionen. Die Frage ist schlichtweg, ob der Nutzen, den Bitcoin erzeugt, die Kosten wert ist, die damit einhergehen. Alles andere ist Augenwischerei.

      Und an dieser Stelle weise ich auf Proof-of-Capacity als Alternative zu PoW hin, mit der Bitte, dass mir jemand Nachteile von Proof-of-Capacity nennt.

      • Gregg // 11. June 2018 at 0:25 //

        PoC: Wieviel ungenutzten Festplattenspeicher hast du; Wieviel ungenutzten Festplattenspeicher hat amazon, google, Apple, …

        Da mit Festplatten die Stromkosten deutlich geringer sind, ist der Hang zur Zentralisierung umso größer.

  13. Das ganze Energiegequatsche ist schwachsinn. Wenn die Politik was ändern wolle würde sie morgen Cannabis (Hanf legalisieren). Mit der Zellulose könnte man rund um die Uhr wasser erhitzen und eine Turbine antreiben.

    Aber nein, lieber hässliche Windräder die den Tieren auf die Nüsse gehen und Silizium Photovoltaik Anlagen, weil genau das ja auch so viel besser als Kohle, Gas, Erdöl und Atomenergie ist.

    Wir schreiben das Jahr 2018 und alle Regierungen in der Weltnutzen immer noch Nuklear Energie um Wasser zu erhitzen. Hut ab und solche Leute labern dann am Ende noch über Bitcoin. Aber der Steuerzahler zahlt alles schon, vor allem die teure Demontage und Entsorgung. Tut mir Leid für dich liebe Umwelt.

    Lest euch bitte in diese Thematik ein, thank me later

    alles gute

  14. Hallo Christoph,

    leider hast du wieder (ich hatte schon beim letzten Artikel drauf hingewiesen) die Einheiten falsch durcheinander geworfen. Insgesamt liest man (bzw. lese ich) aus diesem Artikel außerdem den starken Willen heraus, Bitcoin um Gottes Willen nicht zu schlecht dastehen zu lassen. Die energiewirtschaftliche Erklärung spare ich mir jetzt bzw. die wurde von anderen ja teilweise schon aufgegriffen. Insgesamt aber eine sehr lobbyistische Interpretation.

    Falls das eine Option ist, biete ich mich gerne an, bzgl. der Einheiten deine Artikel das nächste Mal Probe zu lesen.

    Gruß,
    Gumbo

  15. Toller Artikel

  16. tut mir leid, aber der Artikel ist greenwashing von bitcoin.
    Regenerativer Strom (z.B. Wasserkraft in Schweden, Finnland oder Kanada) wird schon längst über ein Verbundnetz in andere Länder transportiert. Da ist nichts übrig oder umsonst.

    Was hier beschrieben wird funktioniert nur, wenn nachts kaum Stromverbrauch herrscht und die Windräder bei Starkwind abgeregelt werden.
    Das heißt aber die Miner laufen äußerst unregelmäßig – nur wenn Ökostrom mal zuviel da ist,
    nicht gerade sinnvoll für ein Netzwerk mit hoher Verfügbarkeit.
    Und Wasserkraftwerke zerstören auch Natur und funktionieren auch nur wenn der Stausee voll ist.

  17. Allein die Überschrift 😀 Sehr gut.
    “Warum der hohe Stromverbrauch von Bitcoin ___vermutlich____ kein Problem für die Umwelt ist”
    Man kann drum rum reden, wie man will. Bitcoin ist tatsächlich eine Perversion unserer Gesellschaft. Kaum eine andere zeigt schöner, was Kapitalismus ist, wo er uns hinführt, und was aus uns geworden ist. Eine spekulative Währung, die weder Hand noch Fuß hat und die auch kein Mensch braucht (außer die Großen, die die Kohle machen), mit umweltvernichteten Energiemassen zu füttern… Aber who cares, bei mir läuft der Computer noch und “Eigenverantwortung”, was soll das überhaupt sein. Wenn ihr diese Welt so sehr hasst, überlegt halt mal, ob es vielleicht an dem System liegt, das ihr hier selbst stärkt und aufbaut.

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