Der Bitcoin Cash Stresstest-Day: So könnt ihr teilnehmen und beobachten

Ein Schwarm roter Fische spammt ein Gewässer. Bild von Martin Fisch via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Morgen findet der große Bitcoin Cash Stresstest statt. Wird es gelungen, 32-Megabyte-Blöcke zu produzieren? Wird das Netzwerk es schaffen, den ganzen Tag über ein hohes Volumen zu verarbeiten? Hier erfahrt ihr, wie ihr beim Stresstest mitmacht und wie ihr ihn beobachten könnt.

Morgen, am 1. September, wird vermutlich viel Betrieb auf der Bitcoin-Cash-Blockchain herrschen. Denn die Bitcoin-Cash-Community feiert den Stresstest-Day. Das Motto wird sein, die Blockchain zu spammen bis der Zeigefinger müde wird, und dann mit dem Daumen weiter zu machen.

“Wir haben vor, in einer 24-Stunden-Periode Millionen von Transaktionen mit einer minimalen Gebühr zu versenden,” verkündet die Webseite. Insgesamt ist das Ziel, fünf Millionen Transaktionen an einem Tag zu schaffen. Dieses riesige Aufkommen soll “Händlern und Unternehmen auf der ganzen Welt und auch uns selbst beweisen, dass das BCH Netzwerk in der Lage ist, onchain zu uskalieren und ein so großes Volumen zu bewältigen.” Darüber hinaus werden die gesammelten Daten wertvoll für Entwickler und Unternehmen sein und diesen zeigen, ob ihr Service ausreichend skaliert.

Die Organisatoren des Stresstests empfehlen einige Anwendungen, um am Stresstest teilzuhaben: Tweetet wie wild auf memo.cash, bezahlt für und liked Artikel auf Yours.org, verschickt verschlüsselte Nachrichten auf der Blockchain mit keyport.cash, oder verausgabt euch im Onchain-Glückspiel auf Bitzillions, Games@Bitcoin.com, Satoshi Dice, mt.betmore, Blockchain Poker oder OddEvenBets. Lasst es raus, bestellt euch jedes Pizzastück einzeln bei lieferando.de, bezahlt eure Domains, VPNs und E-Mail-Provider, mixt eure Coins ohne Ende mit CashShuffle oder Coinmix, schickt jedem Kontakt auf eurem Handy mit Cointext ein wenig Bitcoin Cash per SMS, bezahlt eure Rechnungen mit PiixPay, tippt jeden Reddit-Kommentar und Tweet mit Tippr, ladet euer Telefon mit AlfaTop auf und so weiter. Morgen ist dafür genau der richtige Tag.

Und falls euch all das zuviel ist, ihr eigentlich kein bemerkenswertes Bedürfnis habt, etwas mit Bitcoin Cash zu bezahlen, aber trotzdem am Stresstest teilnehmen wollt, ist das auch kein Problem. Selbst wenn ihr nur mitmachen wollt, um zu beweisen, dass onchain-Scaling eben doch eine blöde Idee ist. Dann könnt ihr einfach mit scale.cash die Blockchain mit zwecklosem Spam fluten. Das ganze funktioniert wunderbar einfach: Ihr generiert eine Adresse, schickt ein wenig Bitcoin Cash dorthin, und das Programm bildet daraus so viele Transaktionen, wie die Bitcoins hergeben. Was übrig bleibt wird an EatBCH gespendet, einer Wohltätigkeitsorganisation, die mit Bitcoin Cash Nahrungsmittel kauft, etwa für Venezuela.

Ich habe das vorhin mit etwa 1,50 Euro (0,0032 Bitcoin Cash) ausprobiert. Laut scale.cash konnte ich damit 1086 Transaktionen bilden. Damit der Stresstest sein Ziel von 5 Millionen Transaktionen erreicht, müssten also lediglich 1000 Leute 7,50 Euro investieren. Das wird doch wohl möglich sein, oder?

Mehr Spaß als den Spam zu verursachen wird es vermutlich machen, ihn anzusehen. Mit TxStreet, BitcoinSubway.Cash, TxHighway und JoHoes MemPool-Visualisierung gibt es ausgezeichnete und lustige Webseiten, um zu beobachten, wie der Spam auf der Bitcoin-Cash-Blockchain einschlägt. Wer einen Full Node hat, sei er auf dem lokalen System oder auf einem VPS, sollte unbedingt kontrollieren, wie es mit dem Ressourcenverbrauch aussieht. Was macht der Stresstest mit der Bandbreite, was mit der CPU, dem Arbeitsspeicher und so weiter?

Was auch immer passiert: Es wird aufregend, und wir werden morgen mehr darüber erfahren, wie gut Bitcoin (Cash) wirklich onchain skaliert. Damit bekommen wir vielleicht eine Antwort auf eine Frage, die seit Jahren im Raum steht, ohne dass es eine Gelegenheit gab, dass sie durch ein Experiment im freien Feld beantwortet wird.

About Christoph Bergmann (1372 Articles)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder, es es seit Mitte 2013 führt. Christoph hat vor kurzem ein Buch geschrieben: Bitcoin: Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes. Das Buch stellt Bitcoin in seiner ganzen Pracht dar. Ihr könnt es direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen - natürlich auch mit Bitcoin - oder auch per Amazon. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden in Bitcoin oder Bitcoin Cash an die folgende Adresse: 1BvayiASVCmGmg4WUJmyRHoNevWWo5snqC. Wer will, kann uns auch Hier mit Lightning spenden. Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Wer dies privat machen möchte, sollte meinen PGP-Schlüssel verwenden.

7 Comments on Der Bitcoin Cash Stresstest-Day: So könnt ihr teilnehmen und beobachten

  1. Ich bin gespannt! Kleine Anmerkung: tippr funktioniert offchain. Nur Ein- und Auszahlungen sind onchain Transaktionen. Es gibt aber onchain Alternativen wie z.B. chaintip.

  2. Hä? Wieso skalieren? Ich denke bei 32MB ist so eine Art Hard Cap… da skaliert doch überhaupt nix, oder? Irgendwo ist Schluss und dann gibts Fee Market.

    Was hat das mit Skalieren zu tun? Skalieren würde bedeuten, dass es eben KEIN Hard Cap gäbe. Ich glaube, viele Casher haben das nicht verstanden.

    • Hm. Viele “Corer” haben ein etwas überidealisiertes Verständnis von “Skalieren.” Wenn man von 1mb auf 32mb geht, ist das imho schon skalieren. Eben kein endloses Skalieren, aber das bekommt man nirgendwo, da es immer irgendeine Grenze gibt. Mathematisch gesehen ist das Universum näher an einem Sandkorn als an der Unendlichkeit …

    • Monero hat z.B. kein Hard-Cap sondern eine fließende Blockgröße, die auf dem Median der letzten 100 Blöcke aufbaut und durch den Miner erweiterbar ist. +10% sind “kostenlos”, darüber hinaus verliert der Miner einen Teil seines Block Rewards.

    • Du machst den selben Fehler wie die meisten Leute, du projizierst die Gegenwart in die Zukunft. Als Deutscher mit oft archaischer Netzverbindung projizierst du sogar die Vergangenheit in die Zukunft. Das ist einfach nur falsch. Glasfaser ist massiv im Vormarsch und selbst mit Kupferkabel lassen sich GB-Blocks locker abwickeln, es sei denn du nutzt als Miningfarm die Blockchain auf einen Aldi-PC 🙂 Und Hey, ein echter Bitcoiner freut sich wie ein kleines Kind auf den Stresstest, was auch immer dabei rauskommt wird Erkenntnis für alle im Kryptospace geben. Du schreibst Casher verstehen die Hard Cap nicht? Also ehrlich…

  3. Die Miner könnten ja mal für 24 Std auf Transaktionsgebühren verzichten, dann könnte man sich die “Spenden” für diesen Zweck sparen… mal schauen ob überhaupt jemand den Minern mitgeteilt hat, dass sie ihre 8MB Softcap erhöhen müssen 😀

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