Die 1-Billionen-Dollar-Wallet

Banktresor. Bild von Teresa via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Die Großbank Goldman Sachs investiert einige Millionen Dollar in den weltweit größten Wallet-Provider BitGo. Die Pläne von BitGo sind gigantisch.

BitGo, ein im Sillicon Valley sitzender Provider von Wallets für Unternehmen, hat ein Investment von interessanter Seite erhalten. Die Großbank Goldman Sachs hat gemeinsam mit Bitcoin-Bulle Michael Novogratz 15 Millionen Dollar zum Funding des Startups zugesteuert, das damit schon beinah 60 Millionen Dollar erhalten hat.

Das Investment soll BitGo helfen, seine „1-Billionen-Dollar-Wallet“ zu entwickeln. Der Slogan passt gut zu den Plänen der Firma. So kommentiert der CEO Mike Belshe: „Niemand ist besser aufgestellt als BitGo, um institutionellen Investoren dabei zu helfen, Kryptowährungen und digitale Assets zu verwahren. Daher fokusieren wir uns darauf, herauszubekommen, was notwendig ist, um eine Billion Dollar zu sichern. Der Markt ist noch nicht da, aber unser Job ist es, bereit zu sein.“

Einen wichtigen Schritt zu diesem großen Ziel hat BitGo vor kurzem erreicht: Die Firma hat eine Lizenz zur Vermögensverwaltung bekommen, was es ihr erlaubt, das Vermögen von Großinvestoren in ihren Wallets aufzubewahren. Erst im September hat BitGo die „BitGo Trust Company“ gegründet, „der erste qualifizierte Vermögensverwalter, der dafür gemacht ist, um digitale Assets zu speichern.“ Belshe verspricht sich davon, dass dies die seit langem erwünschten institutionellen Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen in den Markt bringen wird. BitGo Custody bietet an, digitale Assets wie Kryptowährungen oder Token zu 100 Prozent auf Cold Wallets in Tresoren zu speichern, mehr als 75 Coins und Token sowie Multi-User-Accounts zu unterstützen und einen 24-Stunden-Support bereitzustellen.

Interessant ist dies vor allem, weil sich diese neue Geschäftssäule fast zu gut mit den Plänen von Goldman Sachs trifft. Die Großbank hat nämlich im August angekündigt, darüber nachzudenken, den Kunden die Verwahrung von Krypto-Guthaben anzubieten. Das Interesse sei da, nun gehe es darum, so ein Sprecher der Bank, zu erkunden, wie man ihm am besten dient. Das Investment in BitGo könnte so gesehen ein wichtiger Schritt sein, um den Kunden eine sichere Verwahrung digitaler Vermögenswerte anzubieten – und eine Andeutung, wen Goldman Sachs mit der Sicherung der Assets beauftragen wird.

BitGo ist eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Branche. Der Wallet-Provider hat zunächst damit begonnen, Bitcoin-Multisig-Wallets für Börsen bereitzustellen. Im Lauf der letzten Jahre hat BitGo dann acht weitere Coins aufgenommen – unter anderem Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash, Litecoin und Dash – sowie mehr als 80 ERC20-Token, darunter DAI, 0x, REP, OMG und viele mehr. Die Firma ist sehr an Lightning interessiert und arbeitet an einer Integration des Offchain-Netzwerkes. Wann das soweit ist, ist derzeit aber nicht zu sagen.

BitGo hat mittlerweile etwa 100 Mitarbeiter und sucht aktiv nach neuen Mitarbeitern, gut 20 Stellen sind unbesetzt. Die Firma prozessiert laut eigenen Angaben mittlerweile 15 Prozent aller Onchain-Transaktionen – oder 15 Milliarden Dollar im Monat – für seine Kunden, zu denen die größten Börsen der Welt gehören.​ Gute Voraussetzungen also, um auch für Goldman Sachs und andere Großkunden die digitalen Werte zu sichern.

Über Christoph Bergmann (1522 Beiträge)
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Ein Kommentar zu Die 1-Billionen-Dollar-Wallet

  1. name required // 24. Oktober 2018 um 14:37 // Antwort

    musste die Quelle im Original nochmal lesen, da steht wirklich „1 trillion $“.
    Das ist eine Menge Geld auf das sie sich einstellen…
    Haftet die Bank dann auch für die Einlagen?

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