Süddeutsche Zeitung: Bitcoin is klinisch tot – Community soll aufhören, sich selbst zu betrügen

Kleiner Engel auf Friedhof. Bild von gspx.de via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Wenn man fragt, wann der Bärenmarkt endlich seinen Boden erreicht, findet man im Tonfall der üblichen Bitcoin-Todeserklärungen der Presse gute Hinweise. Ein besonders aggressives Beispiel hat nun die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht. 

Oh, diese Mainstreampresse. Ich bin absolut kein Fan von der modischen Journalistenkritik, die viel zu oft daher kommt, dass Menschen das, was die Presse schreibt, nicht hören wollen. Im Gegenteil: Ich habe den allerhöchsten Respekt vor den Kollegen, die Tag für Tag eine extrem große Leistung bringen, und das bei einer vergleichsweise geringen Bezahlung, während sie immer öfter von ihrem Publikum angefeindet werden. Wer außer ihnen ist in der Lage, den Mächtigen auf die Finger zu schauen? Neunmalkluge Blogger wie ich ganz bestimmt nicht.

Aber manchmal kommt man nicht darum herum. Ich habe mich schon geärgert, dass die großen Medien vor einem Jahr, als Bitcoin mehr als 10.000 Euro wert war, überschwängliche Artikel geschrieben haben, obwohl die Blase bereits sichtbar war. Ein Jahr später ist der Preis bei knapp 3.500 Euro, und die Medien übertrumpfen sich beim Schwarzmalen – obwohl es seit einem Jahr keinen besseren Zeitpunkt gegeben hat, um in Bitcoin einzusteigen. Zumindest wenn man nach dem Preis geht ist das eine objektiv messbare Tatsache.

Die Süddeutschen Zeitung meistert die Kunst der Todeserklärung nun mit einem stilistisch bemerkenswert aggressiv-polemischen Stück. Unter dem schlagenden Titel “Bitcoin ist klinisch tot” wirft der Autor der Bitcoin-Szene vor, einem “kollektiven Selbstbetrug” zum Opfer gefallen zu sein und fordert sie auf, “anzuerkennen, dass ihr Projekt wohl keine große Zukunft mehr hat.”

Nachdem Bitcoin von 20.000 Dollar auf kaum mehr als 4.000 Dollar gefallen ist, finde die Bitcoin-Szene immer andere “faule Ausreden” für das “Siechtum” ihrer Lieblingswährung. Der Autor zeigt an fünf Beispielen auf, wie wir Bitcoiner uns in die eigene Tasche lügen:

(1) Bitcoin ist ein schlechtes Zahlungsmittel

“Ihren Aufschlag machten die Bitcoinjünger mit keinem geringeren Versprechen, als Dollar, Euro und Yen als internationales Zahlungsmittel zu ersetzen,” so der Artikel,  “Egal ob Auto, Kaffee oder Büroregal, alles sollte man weltweit mit Bitcoin bezahlen können. Bald jedoch fand die Öffentlichkeit heraus, wie schleichend lahm das Netzwerk ist … Im besten Fall kann man es tragisch nennen, wie weit Anspruch und Realität auseinanderklaffen.”

(2) Bitcoin ist nicht sicher

Und weiter: “Kaum war der erste Zweck enttarnt, servierte die Kryptogemeinde die nächste Geschichte,” so die Süddeutsche. Diese Geschichte sei nun, dass Überweisungen im System sicher sind, was der Autor “grob irreführend” nennt. Denn “wider besseres Wissen” würden die “Experten” – er setzt dieses Wort in Gänsefüßchen – verschweigen, dass es Hackern immer wieder gelingt, Börsen und andere Dienstleister auszuräumen. Immerhin erkennt er an, dass das System Bitcoin an sich sehr wohl sicher ist.

(3) Kein stabiler Wert

Nachdem die Hacks das Vertrauen untergraben hatten, so der Artikel, “hatten Bitcoinjünger schon die nächste schöne Erzählung parat.” Bitcoin sei ein digitales, wertstabiles Gold. Diese Story zu kritisieren ist bei den derzeitigen Preisen natürlich ein Heimspiel.

(4) Ideologisch gescheitert

Auch die “ideologischen Hoffnungen der Bitcoinenthusiasten” seien “zerschellt”. Eigentlich sollte “kein Staat, keine Zentralbank, keine Bank, kein Kreditkartenunternehmen” das Sagen haben. Der “Sound der Anhänger” versprach “Anarchie, Gleichheit und Gerechtigkeit”. Dieses Ziel sei gescheitert, weil die Vermögensverteilung bei Bitcoin sehr ungleich ist. “97 Prozent aller Bitcoin-Einheiten befinden sich in den Händen von nur vier Prozent der Nutzer.”

(5) Kein ETF

“Als letzten Strohhalm klammern” sich die Bitcoiner nun an die Finanzaufsicht der USA, indem sie darauf hoffen, dass ein Bitcoin-ETF an die Börse geht. Doch dies sei, so der Autor, unwahrscheinlich.

Was soll man dazu sagen …

Ehrlich gesagt irritiert mich der Artikel. Die Sprache ist unglaublich polemisch. Wir sind die “Bitcoin-Jünger”, die sich “Heilsversprechen” hingeben, “kollektiven Selbstbetrug” begehen oder sich mit “faulen Ausreden belügen”. Nach jedem “enttarnten” Versprechen “serviert” die Szene die nächste “Geschichte.” Und so weiter. Kaum ein Satz, der nicht mit einer verächtlich-polemischen Rhetorik brilliert.

Aber hat der Artikel in der Sache recht? Schauen wir uns mal die fünf Punkte an.

(1) Bitcoin als Zahlungsmittel

Es stimmt: Die Qualität von Bitcoin als Zahlungsmittel hat gelitten, als die Kapazität Ende letztes Jahr an ein Limit gestoßen ist, und es stimmt auch, dass 7 Transaktionen je Sekunde nicht für ein Zahlungsmittel für die ganze Welt reichen. Wenn man allerdings “Bitcoin” nicht als singuläre Währung, sondern als ein Ökosystem von Kryptowährungen betrachtet, zeigt sich, dass es weiterhin eine enorme Überkapazität für Transaktionen gibt. Allein die beiden Bitcoin-Forks Bitcoin SV und Bitcoin ABC haben eine freie Kapazität von mehreren hundert Transaktionen je Sekunde.

Auch bei Bitcoin sieht die Lage nicht so verheerend aus wie es die Süddeutsche darstellt. Die Anzahl der täglichen Transaktionen steigt seit April wieder konstant an und hat mittlerweile stabile 270.000 erreicht. Das Bitcoin-Netzwerk prozessiert dabei Schätzungen zufolge jeden Tag Coins im Wert von einer Milliarde Dollar. Bei einer durchschnittlichen Blockgröße von etwa 1,1 Megabyte dürfte es hier noch ein wenig Spielraum nach oben geben. Klinisch tot sieht anders aus.

Auch der Vorwurf, Bitcoin sei “schleichend lahm” ist ungerechtfertigt. Für sehr viele Anwendungen kann man mit unbestätigten Transaktionen arbeiten. Ich akzeptiere sie beispielsweise für Zahlungen für mein Buch, wodurch eine Zahlung in weniger als einer Sekunde stattfindet. Auch EC- und Kreditkarten-Transaktionen sind im Prinzip “unbestätigt”.

Schließlich macht das Lightning Netzwerk rapide Fortschritte. Auch wenn es noch relativ weit davon entfernt ist, als ein Zahlungsmittel für jedermann dienen zu können, zeigt es doch eine Option, um Bitcoin weit genug zu skalieren, damit die ganze Welt die Kryptowährung benutzen kann.

(2) Bitcoin ist sicher

Der Autor erkennt an, dass das System Bitcoin an sich sicher ist. Zu sagen, dies sei “grob irreführend”, weil Börsen gehackt werden, ist … grob irreführend. Man sagt ja auch nicht, dass das Bankwesen unsicher ist, weil Taschendiebe einem die EC-Karte oder die Geldscheine stehlen können. Bitcoin ist die sicherste Methode, um finanzielle Transaktionen auszuführen, und es gibt zahlreiche Möglichkeiten für User und Firmen, von dieser Sicherheit zu profitieren.

(3) Bitcoin als Wertspeicher

Ja, die Bitcoin-Kurse steigen und explodieren und purzeln und fallen. Ohne Zweifel. Aber wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es gar nicht anders möglich, eine mengenmäßig begrenzte, freie Währung zu gründen, ohne dass dies passiert. Irgendeiner muss eben anfangen. Langfristig kann sich der Kurs jedoch ebenso stabilisieren wie der von herkömmlichen Währungen – wenn Bitcoin nur genügend benutzt wird.

Im Vergleich mit herkömmlichen Währungen schneidet Bitcoin dabei aber nicht nur schlecht ab. Denn deren Wert kennt in der Regel nur eine Richtung – abwärts. Mal langsamer, wie beim Euro, mal schneller, wie beim venezuelanischen Bolivar oder der türkischen Lira. Und wenn man sich den Bitcoin-Preis im Zwei-Jahres-Verlauf anschaut, ist Bitcoin ein deutlich besserer Wertspeicher als der Euro. Dies macht den Vorwurf ein wenig seltsam.

(4) Bitcoin als Ideologie

Bitcoin ist ein dezentrales System. Wie gewünscht hat keine Zentralbank, keine Regierung und kein Unternehmen die Macht. Dies ist ein Fakt, ebenso wie dass Bitcoin den Usern eine finanzielle Autonomie bringt, die bei herkömmlichen Zahlungsmitteln nicht im Ansatz erreicht wird.

Die Süddeutsche Zeitung konstruiert in die Bitcoin-Ideologie jedoch das Element von “Gleichheit und Gerechtigkeit” hinein, so als sei Bitcoin ein sozialistisches Experiment. Das ist es nicht. Bitcoin ist eher liberal bis libertär, und wer schon einmal eine halbe Minute mit einem Liberalen geredet hat, weiß, dass diese das Konzept der Gleichheit verabscheuen. Nur wenn man Gleichheit verlangt, ist Bitcoin ideologisch gescheitert. Ansonsten liefert Bitcoin hier genau das, was es soll: Es ist ein dezentrales Geld, das seinen Usern die maximale Autonomie gewährt.

(5) Die traditionellen Finanzmärkte

Ich würde vehement widersprechen, dass der Eingang in traditionelle Finanzinstrumente wie ein ETF der “letzte Strohhalm ist”, an den sich die Bitcoin-Szene klammert. Als “Bitcoin-Jünger” würde ich sogar sagen, dass es andersherum ist – dass ein Bitcoin-ETF der letzte Strohhalm der traditionellen Finanzszene ist. Aber selbst wenn – erst vor kurzem ging in der Schweiz ein weiteres traditionell aufgebautes Finanzprodukt an den Start, und die Börse von New York hat angekündigt, bald Futures auf den Bitcoin-Preis einzuführen. Gescheitert sieht anders aus.

Insgesamt sind die in dem Artikel dargestellten Punkte also sachlich relativ dünn und längst nicht so eindeutig, wie der Autor es formuliert. Argumente, um mit dem “kollektiven Selbstbetrug” aufzuhören, werden die “Bitcoin-Jünger” in ihnen vermutlich eher nicht finden.

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Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder, es es seit Mitte 2013 führt. Christoph hat vor kurzem ein Buch geschrieben: Bitcoin: Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes. Das Buch stellt Bitcoin in seiner ganzen Pracht dar. Ihr könnt es direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen - natürlich auch mit Bitcoin - oder auch per Amazon. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden in Bitcoin oder Bitcoin Cash an die folgende Adresse: 1BvayiASVCmGmg4WUJmyRHoNevWWo5snqC. Wer will, kann uns auch Hier mit Lightning spenden. Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Wer dies privat machen möchte, sollte meinen PGP-Schlüssel verwenden.

33 Comments on Süddeutsche Zeitung: Bitcoin is klinisch tot – Community soll aufhören, sich selbst zu betrügen

  1. Die Presse schreibt was Auflage bringt und auf dem Bitcoin rumzuprügeln in momentan in.

    Viel schlimmer wäre es, wenn die Entwicklung stagnieren oder zurückgehen würde, dass wäre für mich ein Zeichen mich zu vearbschieden.

    Also lass sie schreiben…

  2. So funktioniert Presse heutzutage. Es gibt keinen Selbstanspruch an die Wahrheit (mehr).

    Es ist genau dasselbe bei politischen und gesellschaftlichen Themen.

    Offenbar durchschauen das viele Leser nicht. Viele Menschen, mit denen ich mich über sowas unterhalte, sind der Meinung, dass Journalisten im Wesentlichen richtiges schreiben und ethisch handeln. Man versteht das Geschäftsmodell nicht und hat eine verträumte Vorstellung.

  3. Der Autor der SZ meinte vielleicht nur Bitcoin BTC und nicht gesamtes Krypto. Der Satz mit Netscape deutet darauf hin. Aber sebst dann stimmt vieles nicht.

  4. Vielleicht hat er einfach nur recht?
    Schon mal die andere Perspektive eingenommen?

    • >Vielleicht hat er einfach nur recht?
      Also in meine Augen hat er nicht recht. Am Bitcoin wird an allen Fronten gearbeitet, klinisch tot sieht für mich anderst aus.
      Für Leute die nur auf den Preis schauen mag es so wohl stimmen.

      • kollektive Verblendung // 6. December 2018 at 6:58 //

        meinst du Lightning? da muss wahrscheinlich selbst Christoph eingestehen dass das ein großer völlig unbenutzbarer Flop ist.

      • Daniel Böhler // 6. December 2018 at 7:28 //

        >meinst du Lightning? da muss wahrscheinlich selbst Christoph eingestehen dass das ein großer völlig unbenutzbarer Flop ist.

        Hast du den Lightning überhaupt mal probiert?
        Ich habe schon mehrere Käufe über Lightning getätigt und jede war innerhalb 3s bestätigt.

      • Naja, ich bin aus mehreren Gründen skeptisch, ob sich LN wirklich durchsetzen kann, aber das ist einer der Fälle, bei denen ich sehr froh sein werde, nicht recht zu haben 🙂

    • Coinschaer // 5. December 2018 at 18:09 // Reply

      Sieh Dir einfach die Artikel an als die 2013er Blase geplatzt ist. Man könnte denken es ist copy paste. Immer wenn die Mainstreammedien sowas berichten ist Zeit zum Kaufen. Und wenn sie BTC bejubeln zum verkaufen.

  5. Artikel in der SZ entspricht zu 100% der Wahrheit. Wie lange wollt Ihr euch noch in die eigene Tasche lügen ?

  6. der nächste Run steht an 🙂

  7. Bobby Lee Swagger // 6. December 2018 at 1:37 // Reply

    “97 Prozent aller Bitcoin-Einheiten befinden sich in den Händen von nur vier Prozent der Nutzer.” Diese Aussage ist auch irreführend, denn hinter den 4 Prozent stecken sicherlich einige Krypto-Börsen und Fonds.

    • kollektive Verblendung // 6. December 2018 at 6:56 // Reply

      und genau an der Stelle lügen sich Bitcoiner wieder in die eigene Tasche. War nicht die Idee ein dezentrales Währungssystem zu schaffen? Und anstatt staatlich wenigstens halbwegs kontrollierter FIAT-Banken verwalten bei Bitcoin zentralisierte, korrupte, intranspanrente, fractional reserve betreibende Börsen das Vermögen.

  8. Peter Neuer // 6. December 2018 at 2:26 // Reply

    Ich hatte nochmal bei der Redaktion nachgefragt. Nach kurzem Gespräch kam raus, er meinte Bitcoin Cash, den wahren Bitcoin.

  9. Die großen Medienhäuser sind keine Kritiker der Eliten, sondern deren Steigbügelhalter. Wer glaubt, dass Medien in der Demokratie eine Rolle spielen, glaubt auch, dass das Volk etwas maßgeblich zu melden hätte. Wir haben eine Parlamentarische Demokratie, das ist auch Absicht so.

    • kollektive Verblendung // 6. December 2018 at 7:00 // Reply

      Na Christoph, da hast du sie schon angelockt, die besorgten Bürger…

      • Ich versteh dein Frust ja, kein Lambo zum Nikolaus, keine Insel zu Weihnachten.
        Nimm es wie ein Mann und schlucks runter.

  10. Überall besorgte Bürger, die besorgte Bürger suchen…

  11. Wenn Journalisten der Süddeutschen Zeitungen auf diese Art Sprachgebrauch zurückgreifen, ist das schlicht und ergreifend: Clickbait. Wenn Bitcoin Jünger und Blogger das im Netz “zerfetzen”, hat die SZ ihr Ziel erreicht.

  12. indefinido // 6. December 2018 at 11:44 // Reply

    Der Parasit hat panische Angst, dass der Wirt unabhängig wird und dass er und seine Methoden offen zu Tage treten. Er hat Angst, dass der Wirt endlich versteht, dass er ihn nicht braucht, er sogar schlecht für ihn ist. Der Parasit muss daher alles tun, damit der Wirt weiter an seine eigene Unmündigkeit, Sklaverei,… einen Herrscher glaubt. Dies tut er mit der Ablenkung der Aufmerksamkeit auf Nebenkriegsschauplätzen (das Reich der Symptome) und der Verbreitung von Angst. Er hat Macht nur dann, wenn der Wirt unwissend und er selbst unerkannt bleibt. Daher hat er ein großes Interesse an Kontrolle über den Wirt. Er wird niemals die wirkliche Ursache von Problemen benennen, egal wie kooperativ, oberflächlich logisch und ehrlich er zu sein scheint. Ein Krokodil bleibt ein Krokodil, auch dann, wenn es in einem Schafskostüm steckt. Er ist ein Meister der Lügen, Illusionen, Zaubertricks und (ganz wichtig) ein Psychopath. Für die maximal mögliche Manipulation bedient er sich unter anderem der Massenmedien (z.B. der Süddeutschen Zeitung), die er nur mit einem von ihm kontrollierten Geldsystem auf Kosten des Wirtes (Stichwort Inflation) finanzieren kann. Ein unabhängiges Geldsystem nimmt ihm diese Macht und gibt dem Wirt die Freiheit zurück. Brandgefährlich. Dies hat aber nur Erfolg, wenn der Wirt sich endlich entschließt erwachsen zu werden. Mit allen Gefahren und Konsequenzen, die das Leben nun mal ausmachen. Er sich nicht mehr durch Angst leiten und verleiten lässt. Der Parasit hasst die Aufklärung und damit das Internet. Für ihn geht es immer mehr um Leben und Tod. Deshalb wird er auch zunehmend aggressiver, was ihn grotesker Weise aber auch leichter und schneller enttarnt. Der Artikel zeigt das ganz deutlich. Ein gutes Zeichen, wie ich finde.

    • naja, das gilt nicht für alle Wirte – wenn ich mir da Deutschland anschaue, dann wollen (in deinem Wortlaut) viele Wirte mit dem Parasit sein, sie wollen gar keine Freiheit, denn das käme mit Eigenverantwortung, und da steckt das Wort Verantwortung so tief drin, dass es den meisten kalt den Rücken runter läuft. Das Wort Unmündigkeit trifft den Nagel auf den Kopf (man lese mal bei 200 Jahren alten Text von Immanuel Kant nach: “Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen” oder “Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.”) – wollen die Leute das? Nein, sicher nicht. Sie tragen gerne die T-Shirts der Krokodile, die Fussballschuhe von Adidas, die Brillen von Porsche (damit sie schneller sehen können?) oder die Handtaschen von LVM – auch wenn die Dinge nachgemacht sind. Egal. Und der Staat ist dann an allem Schuld (oder die Ausländer, genauso dämlich). Die Mehrheit will garnicht frei sein… Einige wenige wollen nun aber genau diese Freiheit und Autonomie (sic! hier scheint übrigens der Süddeutsche Meister der Polemik übers Ziel geschossen, Autonomie ist was anderes als Anarchie), und ich bin dabei. Der Staat weiss das sehr genau, und muss sich nicht in die Hosen machen, dass alle das jetzt wollten. Die sind mit ihren Bausparverträgen, Versicherungen und Renten so tief in ihr Netz verwebt, die kommen da so schnell sowieso nicht wieder raus …
      Eigentlich müsste doch der Artikel eine gewisse Schadenfreude zu Tage bringen: 97% der Bitcoins sind in 4% der Hände, also sind es weitestgehend die Superreichen, die jetzt Geld verlieren? Das ist doch die übliche Masche von Aufmerksamkeit erzeugendem Geschreibsel? Alles gut, oder ? 🙂
      btw: man kann auch mal bei der Krypto Währung der FSF vorbei schauen, da sind ganz gute Ansätze für ein nicht-libertäres Krypto Modell drin. Dieser libertäre Scheiss ist nämlich einer der grösste Nachteil am gegenwärtigen Bitcoin & Co. – nur meine Meinung…

      • AMEN!
        nach 2 jahrzehnten bin ich irgendwann zu dem schluss gekommen, dass die affen2.0 viel zu viel angst vor ihren ängsten haben und es zu 100% zutreffend ist:
        die erbittertsten feinde der freiheit sind die (vermeidlich) glücklichen sklaven!
        es wird sich ununterbrochen in die tasche gelogen woraus auch diese überall vorzufindende doppelmoral her rühert. die kinder werden mit irgendwelchen werte, mroal, anstandsschwachsinn genervt, aber spätestens beim anschaffen gelten wieder andere, passendere regeln….ich mach ja nur meinen job, was kann ich alleine schon blablabla.
        da ist es natürlich immer gut, wenn man es auf das naheliegenste abwälzen kann und bei den ach so libertären verfechtern von cryptos, ist es natürlich das geldsystem. natürlich entsteht dadurch massivsten leid, aber jeder der nur einen funken verstand besitzt und staatsmachtkonzepte im inneren verstanden hat, wird wissen, dass über irgendwelche cryptos keine veränderung zu erreichen ist, denn es geht natürlich um die bewaffneten zwingherren, welche von den ganzen sklaven grösstenteils legitimiert werden, die logischerweise niemals das geldmonopol ohne gewalt abgeben werden, denn dies ist es, worauf jegliches machtkonzept aufbaut…

      • >die logischerweise niemals das geldmonopol ohne gewalt abgeben werden, denn dies ist es, worauf jegliches machtkonzept aufbaut…

        Genau deswegen ist Crypto der Weg, den die Schwachen gehen können, um die Starken in ihrer Macht zu beschneiden.

      • ja, solange es geduldet wird und keinen moment länger.
        das btc&co nichtmal ansatzweise was mit währung zu tun haben, ist ja eh offensichtlich, auch wenn alle gierigen holder davon faseln 😉

  13. Hallo in dei Runde!

    Bisher habe ich nur still mitgelesen, habe aber nun doch/endlich eine Frage.
    Vielleicht habe ich hier bei den Profis ja Glück, eine Antwort zu bekommen:

    Ich würde gerne BTCs kaufen und habe mir zur Speicherung einen Ledger Nano S gekauft.
    Was muss ich denn jetzt machen, um die BTCs auf den Ledger zu bekommen?
    1. Wenn ich diese privat gegen Cash kaufe
    2. Wenn ich diese ganz offiziell online erwerben möchte.
    Bei diesem Wege (2.) wüsste ich jetzt auch gar nicht wo ich diese idealerweise kaufen solle!? Dabei geht es ja zum einen um Sicherheit bzw. Seriosität, als auch um die Kosten und die zur Verfügung stehenden Bezahlmöglichkeiten (Überweisung, Kredikarte, Paypal).

    Eine Antwort im “Dummies” Stil wäre sehr hilfreich, falls sich jemand meiner Erbarmen sollte 😉

    Vielen, vielen Dank im Voraus!!!

    • Hi, ich denke Deine Antwort passt besser in das Forum (siehe oben der Button “COINFORUM”), dort findest Du bessere Hilfe. Und ganz klar zu Punkt 2: auf bitcoin.de kann man wunderbar erste Gehversuche unternehmen, empfehlenswert.

    • Für Anfänger dürfte Electrum gut geeignet sein. Bitte tun Sie sich den Gefallen und machen Sie sich mit GPG Signaturen vertraut und überprüfen Sie die Signaturen. Es geht hier um ihr Geld!

      Das geht am einfachsten, indem Sie sich mit “Kleopatra” beschäftigen.

      Links:

      Electrum Guide:
      https://support.ledgerwallet.com/hc/en-us/articles/115005161925-Set-up-and-use-Electrum

      Electrum Download:
      https://download.electrum.org/3.2.3/electrum-3.2.3-portable.exe

      Kleopatra:
      https://www.gpg4win.org

      Ich habe für Sie die Signatur überprüft und wenn Sie möchten, können Sie mir vertrauen (was aber nicht der Sinn der Sache sein sollte):

      “electrum-3.2.3-portable.exe” mit “electrum-3.2.3-portable.exe.asc” geprüft:
      Gültige Signatur von thomasv@electrum.org

      Signatur erstellt am Dienstag, 4. September 2018 18:01:57
      Mit dem Zertifikat:
      6694 D8DE 7BE8 EE56 31BE D950 2BD5 824B 7F94 70E6
      Die Signatur ist gültig und es besteht volles Vertrauen in die Gültigkeit des Zertifikats.

      Vergleichen Sie ihren Download mit folgenden Daten:

      electrum-3.2.3-portable.exe – Größe: 22,3 MB (23.486.128 Bytes)

      Ein alleiniger Größenvergleich ist aber nur eine grobe Behelfung und muss nicht unbedingt heißen, dass die Dateien identisch sind.

  14. sehr schöner Artikel, im Gegensatz zur Süddeutschen sehr sachlich und informationsreich mit guten Gegenargumenten. Danke dafür.

  15. Wie wäre es, wenn beide Recht hätten? Bitcoin ist nicht tot, im Gegenteil, der Cryptobereich wird sich weiterentwickeln. Aber es kehrt etwas Realität ein und die Spinner werden ausselektiert. Und damit kann der KURS noch ganz gewaltig sinken, weil ganz viele Leute meinen, ihre Träume und Wünsche und Ideologien müssten automatisch zu einem steigenden Kurs führen und ewig ihre Coins gehalten haben. Es gibt ja auch Leute, die an Telekinese glauben….

  16. Ich habe den SZ-Artikel genossen. Das HODL-Video von Savas und Sido war ein klarer Indikator für die krasse Blase letztes Jahr, ein Artikel wie dieser zeigt an, dass wir ein Jahr später nun zumindest nah beim Boden sind. Gerne noch ein paar mehr davon. Bis alle raus sind, die gar nicht so genau wissen, warum sie eigentlich gekauft haben.

  17. Alleine deswegen wird sich btc durchsetzen:

  18. Die steigende BTC Dominanz spricht leider dagegen 😉 – https://blockchain-hero.com/btc-marktdominanz-steigt-trotz-baeren/

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