Die Bitcoin-Techtage in München

München hat faszinierende U-Bahnsteige. Bild von Sylvester S. via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Am 12. und 13. Februar finden in München die „Bitcoin-Techtage“ statt. Eine Reihe hochkarätiger Referenten hält technisch tiefgehende Vorträge und führt durch Workshops. Die Veranstaltung ist in dieser Form in Deutschland einmalig.

Wenn man sich das Programm der Bitcoin-Techtage anschaut, ist es schwer, zu entscheiden, worauf man sich mehr freuen soll: Die Vorträge über Lightning und Payment-Channels? Die zu selbstgebauten Hardware-Wallets, Onchain-Vaults und Privacy? Oder eher auf das Diskussions-Panel über die gegenwärtigen Herausforderungen für Bitcoin – oder auf die Workshops zu Hardwarewallets und Full Nodes am zweiten Tag?

So hochkarätig wie das Programm sind die Sprecher. Diese sind unter anderem Daniel Kraft (Core), Rene Pickhardt (Lightning), Bob McElrath (Blockchain-Forscher) und Adam Ficsor (Wassabi-Wallet).

Ein solches Event gab es in Deutschland noch nicht. Die bisherigen Konferenzen haben meistens versucht, einen Gemischtwarenladen der Kryptowährungs- und Blockchain-Branche aufzustellen, der es Vertretern verschiedener Währungen wie auch Blockchain-Projekten erlaubt hat, sich zu präsentieren und leicht oberflächlich über ihre Projekte, Technologie und Wirtschaft vorzutragen. Solche Formate sind gut, um einen Überblick über das mittlerweile doch breit gefächerte Ökosystem zu verschaffen. Tiefe ist hingegen kaum zu erwarten.

In München wird es dagegen am 12. und 13. Februar mächtig in die Tiefe gehen. Das Programm zeigt zugleich Glorie und Tragik der derzeitigen Entwicklung. Es ist stark auf Lightning oder andere Payment-Channels fixiert: Fünf von neun Vorträgen widmen sich diesem Thema. Das veranschaulicht, wie groß der Enthusiasmus in der Entwickler-Community für Lightning ist, die diesen Weg geschlossen und mit viel Energie geht. Dabei lassen sie das längst nicht ausgeschöpfte Potential von „onchain“ jedoch weitgehend links liegen und erhöhen die Schwelle für Anfänger, um Bitcoin zu begreifen.

Trotz dieses Einwandes: Die Bitcoin-Techtage sind das spannendste Bitcoin-Event, das es seit langem in Deutschland gibt. Es beginnt am Dienstag-Nachmittag, 13 Uhr, im JetBrains Event Space, in der Elsenheimerstraße 47A, und endet um etwa 22.30 Uhr. Die Workshops am nächsten Tag gehen von zehn bis 18 Uhr und finden in den Büros von MaibornWolff in der Theresienhöhe 13 statt.

Über Christoph Bergmann (1542 Beiträge)
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7 Kommentare zu Die Bitcoin-Techtage in München

  1. Falls Du vor Ort bist, wäre eine Berichterstattung insbesondere zu „Vaults“ und Privacy interessant. Beides halte ich für mehr oder weniger unmöglich, aber extra nach München zu reisen, um bei zwei Vorträgen zu kommentieren ist mir dann doch zu viel.
    Interessant übrigens, dass ein auf Open Source fokussiertes Event auf einen externen Anbieter für das (kostenlose) Ticketing setzt, der wiederum auf externe Dienstleister für Payments setzen, von denen zumindest einer Bitcoin unterstützt…

    Open Source gestützte Hardware Nodes sind in meinen Augen ein Schritt in die richtige Richtung, wobei für Hot Wallets tatsächlich Open Source Hardware wünschenswert wäre, insbesondere nach https://www.heise.de/security/meldung/Winzige-Spionage-Chips-aus-China-Was-dafuer-spricht-und-was-dagegen-4182159.html
    Wobei „Open Source“ auch komplett „open“ bedeuten sollte und man die Platine ggf. mit einem Sollbild auf „Fremdkörper“ untersuchen könnte. Alternativ wäre vielleicht ein Tool, welches tatsächlich „Stress“testing durchführt und für alle Routinen penibel genaue Abläufe als Unit-Tests vorhält. Alles leider noch ziemlich weit entfernt, die meiste Open Source Software hat noch nichtmal reproduzierbare Builds und könnte wie Closed Source kompromittiert sein…

  2. Bitcoin Munich Meetup // 28. Januar 2019 um 18:09 // Antwort

    Vielen Dank Christoph für die Verbreitung!

    Ich glaub ein paar technische/“tiefergehende“ Treffen gab’s bereits durchaus in Deutschland, meist allerdings für Ethereum-Etnwickler, nicht so stark fokussiert auf Bitcoin und Lightning.

    Und ja, Lightning is where it’s at im Moment. Nächstes Mal gibt’s vielleicht mehr onchain. 😉

    • Und ja, Lightning is where it’s at im Moment. Nächstes Mal gibt’s vielleicht mehr onchain. 😉

      Come on, Ihr als Münchner hättet ein klares Zeichen für Bitcoin/Blockchain setzen können. Eintritt per Bitcoin (oder anderer Kryptowährung, aber das hätte ich nichtmal erwartet) kostenlos. Per Paypal oder VISA/MC z.B. 5 Euro. So wie es aktuell umgesetzt ist ist es halt scheisse.

      • Bei einem kostenlosen Event darüber meckern, dass es nichts kostet? Muss man erstmal drauf kommen.

      • Bitcoin Munich Meetup // 29. Januar 2019 um 18:33 //

        Man kann BTCPay Server kann man einbinden bei pretix. Könnten wir natürlich noch machen „because we can“.

        Am besten wär natürlich eine self-hosted Lösung, aber da ist es schwierig, etwas zu finden, wenn man potenziell auch Fiat annehmen will. Eine Option für Enterprise-Tickets war in der Diskussion (wenn Firma zahlt, dann kostet es halt [mehr], das gibt’s beim Chaos Communication Congress auch), aber Firmen würden dann eh nicht Bitcoin/Lightning verwenden.

        Weil der Event umsonst ist (dank den gesponsorten Locations), werden wir aber stattdessen vielleicht noch ankündigen, wenn die Leute unbedingt was spenden wollen, dann sollen sie das doch direkt tun an die Vortragenden und Projekte, die sie gut finden. Damit nehmen wir uns selber quasi raus als Mittelsmänner. 😉

        Diese Konferenz war ursprünglich nur als normales Meetup geplant, ist dann aber quasi hocheskaliert und wir hatten schnell viel mehr Speakers als nur für einen Abend, weil nach der Advancing Bitcoin Konferenz in London viele von denen in Europa unterwegs sind. Der Workshop mit Stepan war auch schon länger geplant, und dann wurde klar, dass man das am besten miteinander verknüpft, da für so einen Event technisch interessierte und fähige Leute dann eher auch von weiter her anreisen würden.

      • @Bitcoin Munich Meetup
        Vielen Dank für die Erklärung, stark!
        Meine Wortwahl war vielleicht etwas zu harsch, aber so erreicht man Menschen am ehesten in der heutigen Zeit.

        Falls Ihr mit der Integration eines Bitcoin oder Monero Full Nodes für Zahlungen Probleme habt, könnt Ihr Euch sicher an Christoph wenden oder auch an mich (Nachname at Gmail) und für non-Profit Projekte wie dieses helfe ich gerne auch unentgeltlich.

        Das Event an sich finde ich sehr spannend, aber wie gesagt nach München anreisen ist doch ein ziemlicher Aufwand, zumal ich zwei Kinder betreuen muss…

        Wenn es um Firmen geht und deren Finanzabteilungen, wirken Rabatte Wunder. Wenn ein Finanzer statt 300 Euro nur 200 Euro für ein Standardticket bezahlen soll, weil er Bitcoin nutzt, werden das viele von ihnen machen und sich ein Bitcoin Wallet, Exchange Account anlegen etc. Man muss sie eben dazu „erziehen“…

  3. Rolf Faisst // 29. Januar 2019 um 17:14 // Antwort

    Ich finde das Event Spitzenklasse für Deutschland ! Vor allem wird es auch dabei helfen , die Bitcoin Adaption in unserem Land voran zu bringen. Es tut sich was .

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