Endlich Mikropayment: Börsenmedien AG und SatoshiPay planen, Content per Klick zu verkaufen

Der Berliner Mikropayment-Provider SatoshiPay hat die Börsenmedien AG überzeugt. Der Herausgeber von etwa Der Aktionär kauft sich in das Startup ein und verspricht, dass Leser in Zukunft Premium-Inhalte stückweise per Klick kaufen können. Stellar Lumens, die Währung, die SatoshiPay benutzt, schießt ob der Nachricht steil nach oben.

Hervorragende Nachrichten von SatoshiPay. Mit der Börsenmedien AG kauft sich ein weiteres Medienunternehmen in das Berliner Startup ein. Das Medienhaus ist vor allem für sein Magazin “Der Aktionär” bekannt. Wie viel die 5 Prozent, die die Börsenmedien AG nun an SatoshiPay besitzt, gekostet haben, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.

Viel interessanter ist aber ein anderer Teil der Meldung: Die beiden Unternehmen arbeiten “intensiv daran, die Bezahllösung von SatoshiPay in die Plattformen der Börsenmedien AG zu integrieren.” Die Nutzer werden “in Zukunft mit der SatoshiPay-Wallet einzelne Premium-Inhalte mit nur einem Klick zahlen können.” Im Hintergrund arbeite die “Blockchain-Technologie, die Zahlungen ohne Intermediär und mit Transaktionskosten von weit unter 1 ct direkt vom Endgerät des Nutzers an die Rechteinhaber sendet.” Unterstützt wird die Partnerschaft durch die Stellar Foundation. Sie stellt den SatoshiPay-Nutzern ein kostenloses Startguthaben von Stellar Lumens (XLM) zur Verfügung, das diese für die Inhalte der Börsenmedien AG verwenden können.

Bernd Förtsch, der Gründer und Geschäftsführer des Medienhauses, erklärt, was ihn zu diesem Schritt bewegt hat: „Inhalte sind im Netz entweder gratis und durch Werbung finanziert oder kostenpflichtig – dann müssen die Leser Abos abschließen oder sich mit Paywalls auseinandersetzen“. Zwischen diesen beiden Optionen klaffe eine Lücke: “Extrem günstige und komfortabel zu erwerbende Inhalte.” Die Software von SatoshiPay sei “das Missing Link, das diese Lücke schließt.” Sie macht möglich, per API das digitale Bezahlen mit Lumen als Button auf einer Webseite zu platzieren. Ein User, der angemeldet ist, muss nur klicken, um zum Beispiel einen Artikel zu Ende zu lesen. Das System kann zur Basis jeder denkbarer Art von Micro- und Nanopayment werden.

Die Börsenmedien AG könnte aber erst der Anfang sein. Denn Ende Januar hat SatoshiPay einen viel größeren Partner gefunden: Die Axel Springer SE, eines der größten Medienhäuser Europas. Springer und SatoshiPay wollen gemeinsam Paid Content, bezahlt mit Stellar, zum Leser bringen. Weitere Details sind aber nicht bekannt.

Es könnte funktionieren: Die Leser bekommen ein Startguthaben in Lumen, um die Hürden für den Einstieg zu verringern, und können dann sehen, wie es ist, für Content zu bezahlen. Irgendeiner muss anfangen, und ein Börsenverlag könnte dafür gut geeignet sein. Wenn es dann zu den Springer-Medien geht, könnte es den “Tipping Point” überschreiten – und es normal machen, dass Online-Leser sich einzelne Artikel atomar kaufen.

Für Stellar, die Währung, auf der SatoshiPay läuft, ist das natürlich eine großartige Nachricht. Der Kurs stieg von etwa 2180 Satoshi (8 Cent) je XLM am vergangenen Donnerstag auf beinah 2800 Satoshi (10 Cent). Während sich die anderen Währungen eher seitwärts bewegen, ist der Lumen um 20 Prozent gestiegen.

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7 Kommentare zu Endlich Mikropayment: Börsenmedien AG und SatoshiPay planen, Content per Klick zu verkaufen

  1. Peter Neuer // 11. March 2019 um 13:20 // Reply

    Kann man bei Satoshipay auch mit Satoshis zahlen ?

    • Nein, leider nicht.

      “A few months ago it became evident that Bitcoin’s original vision of a peer-to-peer electronic cash system is no longer viable for everyday transactions. Due to its wild success, stalling scalability measures and the subsequent network congestions, minimum amounts that can be sent over the Bitcoin network and transaction fees rose from under a cent to several EUR/USD per transaction. For SatoshiPay this meant we could no longer wait for Bitcoin to scale, but needed to look for a new blockchain or distributed ledger to migrate our nanopayment system to.”

      View at Medium.com

      • Peter Neuer // 11. March 2019 um 14:05 //

        Warum sind sie dann nicht zu BCH uebergegangen ?

      • Weiß ich nicht, hätte ich interessanter gefunden. Wenn ich spekulieren würde, würde ich sagen, dass Stellar den Vorteil hatte, dass es zur Integration nicht einen Shitstorm der BTC-Maximalisten gab, die alles, was “bcash” gut findet, mit Häme überziehen. Aber wenn es dich interessiert, solltest du bei SatoshiPay direkt nachfragen. Zu mir hat Meinhard nur mal gemeint, Stellar sei perfekt für ihre Ansprüche.

      • Peter Neuer // 12. March 2019 um 12:05 //

        Da haste ja gerade noch mal die Kurve bekommen und die BTC Freunde wieder als Schuldige entlarvt. Hatte mich schon gewundert.

  2. Für BTC-Maximalisten ist alles ausser BTC ein Shitcoin, daher denke ich nicht, dass das der Grund war.

  3. Der Grund, dass es nicht BCH oder BSV wurde, dürfte der Ruf als Scam sein. Der Mainstream (z.B. Twitter CEO Jack Dorsey) lebt immer noch in der BTC Denkbubble.

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