Twitter Mitgründer Jack Dorsey kündigt an, Open-Source-Entwickler für Bitcoin zu finanzieren

Es ist kein Geheimnis, dass Jack Dorsey, der Gründer von Twitter und der Zahlungsapp Cash App, ein Fan von Bitcoin ist. Mit dem Versprechen, dass seine Firma Square 3-4 Bitcoin- und Kryptoentwickler bezahlen wird, damit diese in Open Source an ihren eigenen Projekten arbeiten, wird er endgültig zum größten Bitcoin-Patron dieses Jahres.

„#BitcoinTwitter und #CryptoTwitter“, beginnt Jack Dorsey eine Tweet-Serie, „Square heuert 3-4 Krypto-Entwickler und einen Designer an, damit sie in Vollzeit Open-Source-Beiträge zum Bitcoin- und Krypto-Ökosystem leisten.“

Die Entwickler können von überall her arbeiten, so Dorsey, und auch gerne in Bitcoin bezahlt werden. Sehr interessant ist die Bemerkung, dass sie „direkt an mich berichten“, was bedeutet, dass der Twitter-Mitgründer eine aktive, konzeptionelle Rolle in der Entwicklung einnehmen will. Krypto ist Chefsache.

Dann erklärt Dorsey, wie er auf die Idee kam: Er habe in der letzten Woche Mike Brock, den Krypto-Chefentwickler von Square, der Firma hinter Cash App, gefragt, was „das wichtigste ist, was wir für die Bitcoin Community tun können“. Brock hat geantwortet, dies sei es, „Leute zu bezahlen, die das breitere Krypto-Ökosystem besser machen.“ Für Jack Dorsey klang das sofort plausibel, „also machen wir es.“

Die Initiative wird vollkommen unabhängig von Geschäftsinteressen sein. „Diese Leute werden sich vollständig darauf konzentrieren, was am besten für die Krypto-Community und individuelle ökonomische Ermächtigung ist, anstatt auf die kommerziellen Absichten von Square.“ Alle Resultate, die aus der Arbeit hervorgehen, werden offen und frei sein. Square haben eine Menge von der Open Source Szene erhalten, und noch nicht genug zurück gegeben. Die Unterstützung der Bitcoin- und Krypto-Entwickler sei ein kleines Dankeschön, das zudem mit den Geschäftsinteressen von Square harmonisiert. Diese seien „ein besser zugängliches globales Finanzsystem für das Internet.“

Ein Designer ist dabei, weil Jack Dorsey meint, dass „das ein unterfinanzierter Bereich im Krypto-Ökosystem“ sei. „Gute Designer helfen, mehr Leuten schneller und besser Zugang zu dieser Technologie zu verschaffen.“ Und Dorsey „liebt diese Technologie und Community.“ Letztere sei von starken Prinzipien geleitet, zielorientiert, ihrer Zeit voraus und „… durchgeknallt. Genauso wie das frühe Internet.“ Seine Tweet-Serie schließt er mit einer Aufforderung ab: „Trägst du derzeit umsonst und in deiner Freizeit zu Bitcoin-Core oder anderen Projekten im Krypto-Ökosystem bei? Wir wollen dich dafür bezahlen, es in Vollzeit zu machen. Schick‘ uns eine DM. Danke.“

Diese Initiative toppt lediglich, was von Dorsey in den letzten Wochen und Monaten immer wieder zu hören ist. So hat er bereits in das Lightning-Startup Lighntning Labs investiert, hat am Lightning-Fackellauf teilgenommen, davon geschwärmt, per Tippin.me auf Twitter Lightning-Bitcoins zu verschenken, und hat Bilder getweetet, wie er einen Full Node von Casa aufsetzt. Als Cogründer der Firma Square, die für die USA die Zahlungsapp „Cash App“ entwickelt, hat er Ende 2017 dafür gesorgt, dass die User mit der App auch Bitcoins kaufen können. Dorsey hat bereits angekündigt, dass die App auch Lightning implementieren wird. Er selbst benutzt die Software auch; vor kurzem hat er gesagt, er sei an sein Kauflimit von 10.000 Dollar je Woche gestoßen, was bedeutet: Dorsey kauft je Woche Bitcoins für 10.000 Dollar.

Der Wert dieser lauten, schwärmerischen und idealistischen Unterstützung von Jack Dorsey kann gar nicht überschätzt werden. Dorsey ist ein aktiver Tech-Investor, eine Legende und ein Guru im Silicon Valley, ein Mega-Influencer der Digitalisierung. Dass jemand von seinem Kaliber nicht nur auf den Krypto-Zug aufspringt, sondern auch noch die Werte von Open Source und einem offenen Geldsystem propagiert, dürfte ein gewaltiger Gewinn für Bitcoin und die Bewegung dahinter sein.

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5 Kommentare zu Twitter Mitgründer Jack Dorsey kündigt an, Open-Source-Entwickler für Bitcoin zu finanzieren

  1. Sehr begrüßenswerter Schritt, auch wenn ich von Dorseys eigenem Cryptowissen wenig halte und er im Prinzip Antonopoulos nachplappert, das was ich gesehen habe. Egal, Funding für Open Source ist wichtig und richtig und am Ende ist es egal, woher das Funding stammt, so lange das Projekt selbst darüber bestimmen kann, wofür es verwendet wird. Die digitale (und nicht nur – siehe Open Hardware, Open Source Economy etc.) Welt wird durch jedes Open Source Projekt ein Stück freier. „Unser“ Open Source Geld-System bekommen wir irgendwann hoffentlich auch durchgeboxt, ob das am Ende Bitcoin ist oder nicht, wird sich zeigen, aber jedes proprietäre / Closed Source System werde ich zumindest boykottieren, dafür habe ich schon zu viel Kraft in die Bewegung gesteckt…

    Ich bin sehr gespannt auf das Auswahlverfahren, könnte mir vorstellen, dass es ziemlich viele Bewerber geben wird…

  2. Tut nix zur Sache // 22. März 2019 um 10:29 // Antworten

    Bleiben wir bei der Wahrheit. Dorsey ist höchst umstritten, er maßt sich an Twitter und Square gleichzeitig in Teilzeit zu leiten und er macht beides eher schlecht als recht. Manch einer hält ihn für größenwahnsinnig. Passt zu Bitcoin.

    • Ist doch egal, wenn er Open Source / Crypto Entwicklung Kohle zustecken möchte (die er vielleicht mit viel Glück) mit seinen Projekten „verdient“ hat. Bei ein paar fähigen Entwicklern, die sich damit aus einem Konzern verabschieden und einem Open Source Projekt widmen können, ist sie wahrscheinlich ohnehin besser aufgehoben. TOR wird unter anderem auch vom US Militär und einigen Regierungsbehörden gesponsort… Das Geld von denen wäre woanders bestimmt auch für andere weniger positive Dinge verschwendet worden, wenn sie es nicht an das TOR Projekt überwiesen hätten.
      Das Problem würde erst anfangen, wenn er aktiv in die Beschlüsse eingreifen würde, aber da er ja wie Du sagst eh schon sehr eingespannt ist, gehe ich Mal nicht so sehr davon aus.

    • Wieso ist er umstritten?

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