„Es gibt eigentlich keine kompletten Laien auf der Veranstaltung“

Tobias Worzyk. Volle Bildrechte Tobias Worzyk, Verwendung für Bitcoinblog.de gestattet.

In einer Woche findet in Hamburg die DISTRIBUTE statt, die „Hands on Blockchain conference“. Die Präsenz von Vertretern aus der Wirtschaft ist beeindruckend, inhaltlich geht es weniger um die Finanzrevolution, sondern eher pragmatisch um Blockchain-Technologie im Einsatz für Unternehmen. Veranstalter Tobias Worzyk erzählt uns ein wenig mehr über die Veranstaltung.

Konferenzen wie die DISTRIBUTE, die kommende Woche am Donnerstag und Freitag in Hamburg stattfindet, sind nicht ganz unkontrovers in der Bitcoin-Szene. Denn anstatt dass die Vertreter von Kryptowährungen von ihrer Arbeit mit Blockchains berichten, stehen hier vor allem Vertreter von Unternehmen auf der Bühne, von der Commerzbank, der Börse Stuttgart, BMW, der Bahn oder E.ON, und erzählen davon, welche Erfahrungen sie mit Blockchains gemacht haben. Macht das nicht gerade die, die eigentlich am meisten zu sagen hätten, zu einer Minderheit?

Tobias kommentiert das damit, dass es „eine Vielzahl Konferenzen“ gebe, „auf denen sich die Vertreter der verschiedensten Coins tummeln und dort eine rosige Zukunft für die Wirtschaft und Gesellschaft ‚predigen‘. Fair enough.“ Das sei aber nicht das, was er mit der DISTRIBUTE erreichen wolle: „Wir wollen uns davon abgrenzen und aufzeigen, was HEUTE passiert bzw. relevant ist.“ Dies umfasst für ihn unter anderem regulatorische und rechtliche Fragestellungen wie auch „Unternehmen, die bereits konkrete Projekte im Einsatz haben.“

Spannend am Themenbereich Blockchain ist für Tobias, dass er „extrem facettenreich“ ist und „sich nicht nur aus einem Blickwinkel betrachten“ lässt. Es gibt auf der einen Seite Implikationen für den Finanzsektor, auf der anderen neue „Business Cases, die durch den Einsatz der Technologie erst möglich werden, etwa DAOs oder DApps.“ Interessant findet Tobias auch, wie „existierende Unternehmen versuchen, die Technologie zu adaptieren und damit bestehende Prozesse komplett auf den Kopf stellen.“

Die DISTRIBUTE findet 2019 zum dritten Mal statt. Daher haben Tobias und sein Team bereits Erfahrung mit der Organisation, und „durch die bereits entstandene Reputation hatten wir auch keine Probleme damit, hochwertige Speaker zu gewinnen.“ Im Vergleich zum Vorjahr fällt ihm aber auf, dass sich „die Spreu vom Weizen“ trennt. „Dieses Jahr werden wir fast ausschließlich Teilnehmer vor Ort haben, die sich professionell mit dem Thema Blockchain beschäftigen. 2017 und 2018 hatten wir dagegen einen hohen Anteil an Privatbesuchern, die sich unter anderem über Investmentmöglichkeiten schlau machen wollten. Insofern kann man sagen, dass sich die Veranstaltung professionalisiert, ohne hoffentlich den fast familiären Charakter der letzten Jahre zu verlieren.“

Einen ähnlichen Trend macht er beim Umgang der Unternehmen mit Blockchain-Technologie aus: Einerseits „setzt aktuell ein wenig Ernüchterung ein nach dem überbordenden Hype im letzten Jahr.“ Die vielen Blockchain-Projekte der Wirtschaft sind durch einen Realitätscheck gegangen, nun zeige sich, „wo sich der Einsatz von Blockchain-Technologie TATSÄCHLICH lohnt.“ Dieser Prozess war, so Tobias, notwendig für den langfristigen Erfolg der Technologie. Die konkreten Anwendungsfälle, die sich dabei herausgeperlt haben, kann man auf der DISTRIBUTE in Augenschein nehmen.

Er selbst freut sich vor allem auf „Diskussionen zum Facebook Projekt Libra und auf die Ausführungen von Bitbond, Lindenpartners und stokr zum Themenfels ‚STOs‘, weil letzteres die Finanzierung von jungen Unternehmen revolutionieren könnte.“ Gespannt ist Tobias auch auf „den Vortrag von Martin Würmli, der als Verwaltungschef der Stadt Zug maßgeblich am Erfolg des ‚Cryptovalley‘ beteiligt war.“ Ebenso wie den Präsentationen blickt er aber den Pausen entgegen, in denen „man mit den Speakern und den anderen Teilnehmern die Themen, die vorher präsentiert wurden, ausführlich – und gerne auch mal konrovers – diskutieren kann.“ Ihm gefällt es, dass die Gespräche dabei schnell ein hohes Niveau erreichen, weil es „eigentlich keine kompletten Laien auf der Veranstaltung“ gebe.

Klingt schon gut, oder? Ich auf jeden Fall freue mich, nächste Woche auf der DISTRIBUTE zu sein. Wenn jemand von euch auch hinmöchte, kann er sich mit dem Aktions-Code BTCBLOGD2019 auf der Webseite anmelden und bekommt 30 Prozent Rabatt aufs Ticket.

Über Christoph Bergmann (1543 Beiträge)
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8 Kommentare zu „Es gibt eigentlich keine kompletten Laien auf der Veranstaltung“

  1. Christoph, klar du setzt die Termine nicht selber fest, aber ich finde es schade, wenn mein Lieblingsblog 3 von 4 letzten Themen komplett irgendwelchen Konferenzen / Werbung widmet.

    Dann zumindest kennzeichnen und ich weiß, dass ich den Scheiss nicht lesen muss.

    • Ja, ist diese Woche etwas viel, sorry.

      Ich freu‘ mich übrigens jedesmal, wenn ich in Berlin an der nach dir benannten Brücke vorbeifahre 🙂

      • Haha, nett zu hören! Aber die schreibt sich übrigens falsch, mit Doppel-N 😛

        Ich freue mich auf mehr technische & politische Beiträge!

      • Hehe, Tippfehler beim Brückenbau 🙂

        Nächste Woche wird’s ein wenig eng, wegen Distribute, die ist ja Do und Freitag, und Mo ist ein Meetup in Stgtt … aber wird schon für ein paar Posts reichen

      • Falls Du zur ProgPow / RandomX Thematik etwas planst, melde Dich per Mail. Ab Montag hab ich die Kinder in den Ferien und habe Zeit und kann gerne etwas beisteuern 😉
        Howard Chu, der RandomX aktuell managed und dieses mit RandomJS eigentlich initiiert hat ist übrigens eine ziemlich spannende Persönlichkeit, der für die NASA gearbeitet und dieser schonmal den Arsch gerettet hat… https://www.facebook.com/notes/howard-chu/my-space-shuttle-story-for-catherine/109922698035/
        Auch LMDB geht auf seine Kappe, welches deutlich besser performt als LevelDB, interessanterweise kam auch erst zu Monero als man ihn nach der LMDB Technologie angefragt hat und ist dann – ähnlich wie ich – hängengeblieben. Er ist aber wahrscheinlich ein 10x oder 100x Programmierer, den Amaury Sechet gerade für Bitcoin Cash sucht und die bekommt man wie schon früher zu EOS und Co. geschrieben nicht für Geld, sondern nur für Ideologie…

  2. Es gibt fast jede Woche hochwertige Konferenzen, über die du teilweise auch berichtest. Aber wenn in San Francisco die Bitcoin 2019 passiert und du stattdessen Werbung für eine Blockchain-Buzzword-Veranstaltung, die mit den tollen Pausen wirbt, ist das schon schade. Du verschwendest damit deine Zeit und auch die Zeit deiner Leser.

    • Ach ja, die Blockchain 2019. Darüber gibt es bestimmt auch etwas zu berichten. Aber vieles davon ist ja ständig Thema hier … die Distribute finde ich interessant, weil da eben die mittlerweile mehrjährige Beschäftigung von großen Unternehmen mit „Blockchain“ (buzzwords) eine Art Bilanz zieht, und weil es Themen sind, die ansonsten eher abseits liegen.

  3. @Cliff: Wir werben mit tollen Speakern und (für Privatbesucher) günstigen Preisen. Die Pausen sind bei uns allerdings auch meistens toll, weil wir ganz wunderbare, sehr bewanderte Blockchain-Enthusiasten als Teilnehmer haben 🙂 Viele Grüße aus Hamburg (Tobias, Veranstalter der DISTRIBUTE 2019)

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