Das Maximalistenstadl erklärt dem Journalismus den Krieg

Meat. Bild von Winfried Mosler via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Bitcoin hat ein Problem – nämlich den Fanatismus einiger seiner Fans. Sie entfachen im Internet einen Trollkrieg, und eine Konferenz in Dallas entblößt, wie ein Teil der sogenannten „Bitcoin-Maximalisten“ tickt. Das ist ziemlich schockierend.

Begeisterung ist klasse. Die Welt wäre nichts ohne sie, und keine große Sache ist jemals entstanden, ohne dass sich Menschen für sie begeistert haben. Aber auch bei Begeisterung macht das Maß das Gift. Zuviel davon kann zu Fanatismus und Besessenheit mutieren, und das ist viel zu oft der Boden, auf dem Ignoranz und Hass gedeihen.

Über die Bitcoin-Maximalisten haben wir hier schon öfter geschrieben. Das sind oft Leute, die die ehrenwerte und gut begründbare Position vertreten, dass Bitcoin das bessere Geld ist und es keinen Sinn ergibt, das eine Geld für die Welt in hunderte von Altcoins zu zersplittern. Das ist eine vollkommen legitime Perspektive. Allerdings gibt es unter ihnen auch einige Fanatiker. Für diese wird Bitcoin eine Religion, und aus dem Fanatismus erwächst oft Hass und Verachtung gegen die anderen. Weil dieser Teil der Bitcoin-Maximalisten im Internet oft extrem aggressiv auftritt, werden seine Vertreter auch „Toxikalisten“ genannt.

Dieser Teil der Maximalisten teilt bestimmte Glaubenssätze: Bitcoin wird unvermeidlich das Fiatgeld ablösen. Altcoins und Blockchain-Technologie sind pauschal Betrug. Die Bitcoin-Core-Roadmap sowie die in ihr ausgedrückten Werte sind heilig. Diese und viele weitere Glaubenssätze gelten als eisenharte Fakten. Im Internet raufen sich die Toxikalisten gerne zusammen, um über diejenigen herzufallen, die diese Fakten leugnen.

Am letzten Wochenende trafen sich nun einige Maximalisten in Dallas, Texas, auf der Bitblockboom-Konferenz. Dort haben sie sich in ihren Überzeugungen bestätigt, gemeinsam Häme auf Shitcoiner und andere Ungläubige geschüttet und natürlich ganz viel Fleisch verputzt.

Das Nakamoto Institute

Organisiert wurde die Bitblockboom von Pierre Rochard und Michael Goldstein vom Nakamoto-Institute. Das ist eigentlich nur eine Webseite, die die Texte von Satoshi sammelt und früher mal interessante Blogposts hatte.

Bild von Paul Keller via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Nachdem aber der Mitgründer und Blogautor Daniel Krawicz sich erst für Bitcoin Cash, dann für Bitcoin SV erwärmt hat, haben Pierre und Michael ihn rausgeworfen. Denn im Nakamoto Institute gibt es keinen Platz für Häretiker, und Pierre und Michael nehmen das sehr ernst.

Die Bitblockboom wurde von ihnen als die einzige echte US-Konferenz für Maximalisten beworben. Sie wartete mit ein paar prominenten Sprechern auf: Neben Pierre und Michael etwa Jimmy Song (der ziemlich teure, aber nachgefragte Bitcoin-Kurse anbietet), Saifedean Amous (der Autor des Bitcoin Standard) und Tone Vays (Youtuber und Konferenz-Tingler). Die meisten der Sprecher waren aber eher mäßig bekannte Podcaster, die sich eben auf Bitcoin fixieren. Aus der Wirtschaft war lediglich Blockstream als bedeutendes Unternehmen vertreten.

Das grosse Fressen

Man sollte diese Konferenz nicht falsch verstehen. Es ging nicht darum, Wissen auszutauschen oder Standpunkte zu diskutieren. Der Zweck war ausschließlich, sich gegenseitig im Glauben zu bekräftigen und Massen an Steaks zu vertilgen.

Falls man eine Karikatur des typischen Bitcoiners sucht, findet man sie auf der Bitblockboom. Die Konferenz wirkt wie eine Parodie der gängigen Klischees. Aber sie ist trotz einiger ironisierender Untertöne ebenso ernst gemeint wie die Obsession mit Fleisch. Saifedean Amous, der Autor des Bitcoin Standards, erklärt etwa, weshalb die Fiat-Gesellschaften nur Müll essen – Brot und Gemüse – während die Bitcoiner sich richtig ernähren. Denn wenn kein Tier dafür gestorben ist, dass man sich etwas in den Mund schiebt, macht man etwas falsch. Aber keine Sorge – Bitcoin wird das richten.

Sektenbuilding für Maximalisten

Der größte Teil der Konferenz war ein lustiges und harmloses Maximalistenstadl. Gruselig wurde es jedoch mit dem Talk von Goldstein vom Nakamoto Institute. Goldstein instruiert die Zuhörer, wie man Bitcoin „mit Memes zum Mond“ bringt. Mich hat dieser Vortrag getriggert, weil ich darin eine bösartige und gefährliche Geisteshaltung sehe. Möglich, dass ich es damit übertreibe, aber lasst es mich zusammenfassen.

Goldstein teilt er die Menschheit in drei Gruppen – Bitcoiner, Präcoiner und No-Coiner – und präsentiert Anweisungen, wie die Mitglieder dieser Gruppen zu behandeln sind.

1) Die Bitcoiner sind die „In-Group“, die geistige Heimat. Hier begegnet man sich auf Augenhöhe, kann zusammenarbeiten und auch diskutieren. „Debatten, das passiert mit anderen Bitcoin-Maximalisten“ und ist nur möglich, wenn man von vorneherein im Grundsatz übereinstimmt.

Bitcoiner sind gehalten, sich vor schädlichen Außeneinflüssen zu schützen und sich gegen die Argumente der anderen zu immunisieren. Es ist „wichtig, eine Echokammer zu haben. Es erlaubt dir, eine Gruppe von Menschen heranzuziehen, mit denen du Ideen teilen kannst.“

Bild von David J via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

2) Die Präcoiner sind Menschen, die in Zukunft unvermeidlich Bitcoiner sein werden. Sie sind freundlich an Bitcoin heranzuführen. „Wir formen die Gesellschaft der kommenden Jahrhunderte, und wir müssen unsere Botschaft in die Welt bringen“. Memes helfen, die Botschaft einfach zu halten, etwa „Numbers go up“ oder „Orange coin good“.

Gute Bitcoiner sollen „gnadenlos Propaganda betreiben, jeden Tag. Pumpt es raus. Das ist gut für Bitcoin … alles, was du ausstrahlst, sollte gut für Bitcoin sein.“ Dabei sollen sich Bitcoiner auch nicht scheuen, überzogene Versprechungen zu machen. „Wir sollten immer aus einer bullischen Situation agieren. Man soll niemals davor zurückschrecken, die Möglichkeiten zu ihrer logischen Extremposition zu treiben …“. Bitcoin soll als Lösung für alles beworben werden, was ja für die Bitcoin-Maximalisten keine Übertreibung, sondern eine Wahrheit ist. Um es mit einem Meme zu sagen: “Bitcon fixes this.”

3) Die Nocoiner schließlich sind die Feinde. Sie sind Menschen, die weder Bitcoiner sind, noch von diesen lernen wollen. Sie müssen „zerschmettert“ werden, denn „sie unterstützen ein massiv destruktives ökonomisches System. Zeige keine Gnade. Sie verdienen absolut keine Gnade. Sie sind bezahlte Shills. Nett zu sein, kostet Energie. Warum sollten sie das verdienen? Warum sollte ich diese Energie aufbringen? Diese Leute sind Feinde. Sie verdienen nichts als extreme Verachtung. Man sollte sie den Schmerz spüren lassen.“

Neben den Nocoinern zählen auch die „Shitcoiner und Journalisten – ganz besonders die Journalisten“ zu den Feinden. Sie „verdienen nicht mehr, als getrollt zu werden. Im Grund wird jeder, der kein blaues Häkchen auf Twitter hat, solange die harte Hand des absoluten Trollens zu spüren bekommen, bis seine Unschuld bewiesen ist.“ Denn es gibt „keinen Rund, sich um jemanden zu bemühen, der nicht willig ist, deine Position auf eine gute, systematische und logische Weise zu verstehen.“

Ok. Muss ich wirklich begründen, weshalb mich diese Botschaft bestürzt?

Isoliert die Sünder

Manchmal wird gesagt, das sei ein Witz gewesen. Oder eine Ironie, die nur Bitcoin-Maximalisten verstehen. Tatsächlich ist es aber ernst gemeint.

Wie ernst, zeigte eine kurze Episode auf Twitter, die der Konferenz folgte. Pierre Rochard vom Nakamoto Institute begann eine Wutkampagne gegen Mike Dudas, dem Herausgeber des Magazins The Block. Amüsanterweise bekennt sich Dudas selbst zum Bitcoin-Maximalisten.

Es ging so los: Ein Kerl namens Joshua Davis hat über Twitter ein Meme gepostet, das Pierre Rochards Gesicht mit den Symptomen für eine durch Alkohol ausgelöste geistige Krankheit vergleicht. Geschmacklos, aber man dürfte von den Meistern aggressiver Memes erwarten, dass sie derben Spaß verstehen.

Machen sie aber nicht. Denn das Trollen der Bitcoin-Maximalisten ist „ethisch“: Sie bewahren die Präcoiner davor, Geld an die Shitcoiner zu verlieren. Joshua dagegen hat „beleidigend“ getrollt. Das ist etwas vollkommen anderes.

Bild von Maria Eklind via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Man hört das immer wieder als Rechtfertigung. Die Bitcoin Maximalisten verhalten sich so toxisch, weil sie andere Leute davor bewahren wollen, auf Betrüger reinzufallen. Daher beschimpfen sie jeden Altcoins als Betrug oder Shitcoin, ohne es nötig zu haben, jemals vor konkreten Betrüger zu warnen. Damit arbeiten sie vor allem denen zu, die Leuten mit Pyramidenspielen und so weiter wirklich Geld aus der Tasche ziehen. Denn wenn alles Betrug ist, ist nichts Betrug. Wenn Ethereum Betrug ist – dann kann man sich auch gleich in BitConnect einkaufen, oder?

Davis – der ironischerweise eine Plattform betreibt, um die Opfer von ICO-Betrügern zu entschädigen – wurde so weit getrollt, dass er seinen Twitter-Account privat gestellt hat, so dass nur noch bestätigte Follower lesen können. Danach stürzten sich Rochard, Goldstein und ihre Anhänger auf Dudas, weil der, irgendwie, mal in gutem Kontakt mit Davis gestanden hatte. Also wurde Dudas von einer Horde von Trollen belagert, die auch versuchen, seine Mitarbeiter davon zu überzeugen, dass TheBlock besser ohne Dudas wäre.

Es reicht eben nicht, die Sünder anzugreifen. Man muss auch ihre Freunde und Familien angreifen, so dass sich niemand mehr traut, sie zu unterstützen, sobald sie auf einer roten Liste stehen. Die Feinde müssen sozial isoliert werden.

Alle haben Angst vor der Minderheit

Man könnte all das als einen Ausfall einer kleinen, radikalen Minderheit verstehen. Es gibt immer und überall Fanatiker, und es ist deren gutes Recht, fanatisch zu sein.

Der absolute Großteil der Bitcoin-Szene besteht aus vernünftigen, besonnenen, klugen Menschen; nur eine winzige Minderheit unserer Leser ist Bitcoin-Maximalist, und die meisten Maximalisten, die ich kenne, halten nichts davon, so toxisch zu agieren. Sie vertreten, wie gesagt, eine vernünftige Position und stehen sachlich und höflich für diese ein.

Bild von Roger Nelson via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Allerdings sollte man die Toxikalisten auch nicht unterschätzen. So habe ich etwa auf Twitter unter einigen mir bekannten vernünftigen Maximalisten gefragt, wie sie zu dem Vortrag stehen. Bisher habe ich noch keinen gefunden, der ernsthaft ablehnt. Generell haben die Maximalisten – die eine durchaus ehrenwerte Position vertreten – viel zu viel Toleranz für ihre eigene radikale Minderheit. Man findet bei ihnen sehr viel Zustimmung von Goldsteins Präsentation, aber nur in absoluten Ausnahmefällen eine entschiedene Ablehnung.

Decrypt.io ist eines der wenigen Krypto-Medien, die es wagen, sich gegen die Toxikalisten zu stellen. Es schreibt einen amüsanten Artikel über das Maximalistenstadl. Darin erfährt man auch, dass die Journalisten keinen Bitcoin-Promi gefunden haben, der kommentieren wollte – aus Angst vor der Vergeltung der Trolle. Ich kann das bestätigen; Trolle kontrollieren mit, was ich hier schreiben kann, und ich habe schon von mehreren CEOs der Branche im privaten Dinge gehört, die sie aus Furcht vor den Rufmord-Kampagnen der Maximalisten niemals öffentlich sagen würden.

Die Toxikalisten und Trolle beherrschen den öffentlichen Diskurs viel stärker, als wir uns eingestehen wollen. Es wurde im Lauf der letzten Jahre ok, zu zensieren, zu beleidigen und zu trollen; Rufmord zu betreiben und die Debatte zu manipulieren. Die Bitcoin-Community wurde Stück für Stück desensibilisiert, bis das Trollen schließlich sogar zur Ehre wurde. Viele derjenigen, die sich als Toxikalisten mit Loyalität zu einem Team besonders hervorgetan haben, wurden berühmt oder bekamen gute Jobs. Es gibt innerhalb der “Teams” – das ist vor allem BTC, aber auch andere Kryptowährungen – so gut wie keine Sensibilität dafür, wenn es zur Radikalität in den eigenen Reihen kommt.

Es gibt Gruppen, organisiert oder unorganisiert, die konzertiert und durchaus erfolgreich den öffentlichen Diskurs manipulieren und beherrschen. Trollen funktioniert, so traurig das auch sein mag – solange man die Trolle gewähren lässt.

Über Christoph Bergmann (1629 Beiträge)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder. Christoph hat vor kurzem ein Buch geschrieben: Bitcoin: Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes. Das Buch stellt Bitcoin in seiner ganzen Pracht dar. Ihr könnt es direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen - natürlich auch mit Bitcoin - oder auch per Amazon. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden in Bitcoin, Bitcoin Cash oder Bitcoin SV an die folgende Adresse: 1BergmanNpFqZwALMRe8GHJqGhtEFD3xMw. Wer will, kann uns auch Hier mit Lightning spenden. Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Wer dies privat machen möchte, sollte meinen PGP-Schlüssel verwenden.

27 Kommentare zu Das Maximalistenstadl erklärt dem Journalismus den Krieg

  1. Peter Neuer // 23. August 2019 um 15:13 // Reply

    Das war doch mal ein erfrischender Hetzartikel. +1000

  2. Na, spricht ja vielleicht doch dafür das Bitcoin eine Erfindung der CIA war

  3. Schöne Bilder von schönem Fleisch. Gemüse ist nun mal keine Ernährung, das haben zig Studien belegt und das Fleisch im Lidl ist natürlich nicht high-grade. Geldproduktion und Speisekarten hängen zusammen wegen der Kaufkraft die entweder zu oder abnimmt. Unter inflation essen Menschen Plastik. (Kein scherz, passiert in Venezuela). Unter Deflation kònnen sich Menschen auch high grade beef leisten.

    Der Autor hat keinen Humor und durchblickt die Materie nicht.

    • Welche Studien haben belegt, das Gemüse keine Ernährung ist? Alle Studien die ich kenne sagen das Gegenteil, im (für Fleisch) besten Fall, dass ein gemäßigter Konsum von unverarbeitetem Fleisch keine schädlichen Folgen hat.

      Ich habe Humor, aber es ist halt nicht alles lustig.

  4. Ich war auch mal 4 Jahre Vegetarier, wollte halt ein guter Mensch werden.
    Zu einem richtigen Ekel bin ich geworden, habe die Fleischesser für ihre “Dummheit” verachtet.
    Deshalb esse ich nun wieder Fleisch 🙂
    Was diese Bitcoinmaximalisten angeht, nun ja, da kann man nur mit dem Kopf schütteln.
    Danke für den interessanten Artikel.

    • Ja, lol, der Vegetarismus hat auch Grenzen. Der Faktor “Laune” wurde in der Ernährungslehre wahrscheinlich noch nicht genügend betrachtet 🙂

      Was mich halt stört, ist dieses Feiern des ständigen Fleischessens.

  5. “Es gibt Gruppen, organisiert oder unorganisiert, die konzertiert und durchaus erfolgreich den öffentlichen Diskurs manipulieren und beherrschen.”

    Das trifft mittlerweile leider auf fast alle Bereiche zu. Bitcoin ist da keine Ausnahme.
    Da kann man nur versuchen selbst möglichst rational zu bleiben – auch wenn das manchmal schwerfällt.

  6. wenn sinnvolle, freiheitsorientierte Innovationen solch einer systematischen Repression / Bekämpfung ausgesetzt sind, wie es hierzulande z.B. mit Blick auf Bitcoin auch der Fall ist, wundert es mich persönlich nicht, wenn sich wie in dem Fall hier Menschen radikalisieren. Ergo: Jeder bekommt, was er bestellt. Mich erschreckt und überrascht das nicht im geringsten.

  7. Schöne Fleischfotos!
    Aber der Maximalismus / Extremismus ist auch der Grund, warum ich größtmöglich raus aus Bitcoin bin, denn jede Anregung wird von diesen Idioten z.B. auf Twitter in hunderten Tweets zerschmettert, ohne überhaupt darüber nachzudenken, wonach sie Dich auch direkt bannen, ohne dass Du eine Möglichkeit hättest, zu antworten. Mein Twitter Profil heißt mittlerweile nicht umsonst “Paul Janowitz, noob blocked by all extremists”. Auf /r/bitcoin wird man auch direkt gebannt, wenn man technische Fragen stellt, scheinbar sind dort “when Lambo” Fragen willkommener. Das hat mit Open Source / Open Mind leider nur noch wenig zu tun und technisch versierte Fragen zu Bitcoin landen dann auch mitunter im Monero Reddit, weil sie dort wenigstens besprochen werden, ohne gelöscht zu werden: https://www.reddit.com/r/Monero/comments/ctc3li/claims_about_privacy_fungibility_and_lightning/

    Auch wenn ich mich schon immer für größere Blöcke eingesetzt habe, konnte ich irgendwie mit keinem der BCH/BSV Hard Forks warm werden, da die Community fehlt… Übrigens auch z.B. in Zcash und IOTA, wo jegliche kritische (technische) Nachfrage entweder sofort zensiert wird oder bis zur Unsichtbarkeit downgevoted wird. Bei Monero gibts regelmäßig wöchentlich einen “Skeptischen Sonntag” und allgemein spricht man Probleme direkt an und versucht sie dann in der Community zu beheben. Bitcoin hat dagegen nur noch seine Maximalisten und mehr oder weniger blinde “Investoren”, beides schmelzt gespürt nach und nach weg, obwohl, letzteres nicht wirklich…

  8. Leider scheinst Du manchmal eben auch nur die Schreihälse mitzukriegen.

    Momentan gibt es eine Reihe an neuen Meetups, die von dem seit Jahren stattfindenen BitDevs Meetup in New York inspiriert sind. Ohne Geschrei, dafur mich technischer Tiefe: https://bitdevs.org/

    Und gute, sachliche Konferenzen gibt es auch zuhauf. Die sind dann aber eben auch nicht sonderlich kontrovers oder reißerisch.

    • Gib mal bitte ein paar Beispiele, möglichst mit Vorträgen, die man sich ansehen kann. Persönlich sehe ich bei Bitcoin keinerlei Entwicklung auf dem Base Layer, ohne den auch jegliche Second Layer Entwicklungen obsolet sind.

      • Warum ist die Videoaufzeichnung nicht im Artikel verlinkt?

        Der Vortrag ist sehr unterhaltsam und diesem Schmähartikel weit überlegen.

        Hier der Link:

        Der Autor Christoph Bergmann fühlt sich wahrscheinlich gekränkt weil Maximalisten nicht auf Journalisten eingehen, die nicht dazu in der Lage sind eine sachliche Debatte zu führen. Als Bcash-Fan, Altcoin-Apologet und Craig-Wright-Verehrer sollte man sich Christoph vielleicht fragen ob das Problem nicht doch bei ihm liegt?

        Sehr schade dass hier so gehetzt wird.

      • Danke für den Kommentar. Abgesehen von Ad Hominems – inwieweit habe ich den Talk falsch verstanden? Und was konkret in dem Artikel ist “Hetze”? Würde mich beides interessieren.

      • Das Video ist eigentlich der perfekte Beleg für die Selbstbeweihräucherung der Szene, ohne irgendetwas beizutragen. Es ist tatsächlich vergleichbar mit einer Messe in der Kirche, die bestenfalls unschädlich ist, aber seit tausenden Jahren nichts neues beiträgt, trotzdem gehen die Lemminge hin.

  9. Man sollte hier nicht vergessen, dass der Maximalismus Begriff von Vitalik kam und die Bitcoiner ihn zur Entkräftung einfach angenommen haben.

    Die Debatten zud Skalierung wurden schon längst geführt, mit dem Ergebniss dass alle die größere Blöcke wollen jedetzeit BCH nutzen können.

    Eine dezentrale Blockchain lässt sich nicht skalieren ohne Sicherheit einzubüßen. Darum ist Bitcoin auf Sicherheit und second-layer Lösungen eingestellt. Dass das Außenstehenden maximalistisch oder gar toxisch erscheint ist möglich ändert aber nichts and den Tatsachen. Zahlungen wird es mit Bitcoin erst geben wenn Leute Bitcoin ausgeben. Jeder der Saifedeans Buch gelesen hat oder sich mit der Österreichischen Schule auskennt wird seine Bitcoin wohl noch eine Weile halten.

  10. peter neuer // 24. August 2019 um 14:33 // Reply

    Diese Bitcoiner sind foll gemein, ganz ganz pöhse. Die sagen immer zu meinem Shitcoin das er ein Shitcoin ist. Das ist so gemein ey. Und die machen Memes und so. foll fies. Und Fleisch essen die. Warum kann man die nicht einfach töten? Die Welt ist sooooooo schrecklich.

  11. Die Bitcoin-Maximalisten scheinen gute Lobbyarbeit zu leisten. Sogar der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland scheint schon infiltriert zu sein. Tagesschau Chefsprecher Jan Hofer hatte ausgeplaudert seine Honorare in Bitcoin (BTC) zu beziehen. Außerdem scheint er wohl seine Immobilie abstoßen zu wollen, um weiter in BTC investiert zu sein. Mehr Details im Video.

    • Wer regelmäßig Nachrichten schaut und nicht unter Totalidiotie leidet, der weiss, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland in der Tat von etwas Schlimmen infiltriert wurde. Bitcoinmaximalisten gehören jedoch nicht dazu, aufgrund ihres verschwindend geringen politischen Einflusses und der geringen Relevanz von Kryptowährungen an sich. Ich werde es nicht weiter ausführen, da es vom Thema des Blogs abschweift.

  12. Starker Artikel! Du hast Recht, dass eine übertriebene Bitcoin Begeisterung bei einigen bis zu Hass und Ignoranz geführt hat. Diese Hasskultur ist entschieden abzulehnen.

    Gut, dass du dein Wort gegen die Trolle erhebst.

  13. peter neuer // 24. August 2019 um 19:43 // Reply

    Ich hasse Hass.

  14. Wow, ich lese diesen Blog seit Jahren, habe noch nie kommentiert. Aber diese Haltung finde ich klasse, danke, Christoph!
    Wie positionieren sich denn eigentlich die core-devs zu diesem Toxikalismus? Kannst du dazu etwas sagen?

    • Danke.

      Core Devs: Halten sich von Politik zurück. Teilweise auch toxikalistisch, sind aber halt in der Lage, dass die Toxikalisten die Core-Devs für heilig halten und jeden anprangern, der sie kritisiert. Ist vermutlich schwierig, das entschieden kritisch zu sehen. Matt Corallo hat mal vor ein paar Monaten ein sehr klares Statement gegen die toxische Bitcoin-Kultur abgegeben.

    • Ganz ehrlich? Gibt es bei Bitcoin noch Core “Entwickler”? Wie wir kürzlich beim Litecoin Artikel festgestellt haben, ist die Protokollentwicklung für die meisten “Holder” eher nebensächlich und dann braucht man auch keine Entwickler. Die Leute bei Bitcoin Core sind eher Handelsvertreter, aber dafür machen sie einen denkbar schlechten Job, denn nach 10 Jahren Bitcoin ist die Adoption eher stagnierend. Bitcoin ist im Kryptoumfeld (die Scams mal ausgenommen) das Projekt, welches sich am wenigsten weiterentwickelt, der Marketcap ist nur noch durch Netzwerkeffekte zu erklären und dass für “Investoren” Krypto=Bitcoin ist und falls sie ihr Portfolio diversifizieren möchten, eben bei Bitcoin landen. Ich vermute, 90% aller Bitcoin involvierten haben Bitcoin noch nie selbst benutzt, geschweige denn haben sie eine Ahnung von der Technologie und halten sie auf der Börse oder gar virtuell wie eToro und Co. Man könnte sagen, das ist nach 10 Jahren ziemlich frustrierend…

  15. Danke für deine Auflkärungsarbeit!
    Für den interessierte Laien mit Tagesjob u. begrenzter Freizeit dürfte es nahezu unmöglich sein die vielen verschiedenen Interessen und Positionen einzuordnen. Wenn man die hässlichen Verwerfungen von Extremisten nicht einordnen kann sucht man als Laie ziemlich schnell das Weite. Dein Blog leistet hier echt was einmaliges und gibt für den deutschsprachigen Raum die eigentlich einzige brauchbare Hilfe zur Einordnung!
    Ich sag mal Herzlichst Danke an dieser Stelle.

    P.S.
    Ryan Charles (Bitcoin Developer, Moneybutton) hat Anfang des Jahres ein meines Erachtens hilfreiches Video zu diesem Thema auf YouTube gestellt wo er die trollenden Kommentare zu einem vorangegangenen Video kommentiert und einordnet. Das war für mich so ein Schlüsselmoment … ich hatte bis dahin irgendwie nicht wirklich realisiert wie die Wirkmechanismen sind um konstruktive Akteure praktisch kaltzustellen, Massenmeinungen zu beeinflussen und offenen Diskurs unmöglich zu machen.


    Blockchain archive of Twitter comments:
    https://bico.media/35699b7d739410d9347155793442362c220fd4e150fe0862f54c0ba11b3593c1.pdf

    • Ryan Charles (Bitcoin Developer, Moneybutton)

      Während seine Twitter Erfahrungen durchaus Substanz haben und ich diese ähnlich erlebt habe, finde ich es schade, dass er genauso polarisiert wie die Core Deppen. Moneybutton nur für SV zu entwickeln ist eben Polarisierung, lass doch die Leute selbst entscheiden, was sie nutzen wollen… Ich könnte es sogar noch verstehen, wenn es OnChain wäre, aber ist es nicht.

  16. @curtf, danke für dieses Video!

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