Bitcoin.de führt Option für SEPA-Echtzeitüberweisungen ein

Bitcoin.de führt eine Option ein, um bei Verkaufsangeboten die Verwendung von SEPA-Echtzeitüberweisungen zu unterstützen. Dies wird den Kauf von Bitcoins erheblich beschleunigen – insbesondere im europaweiten Handel.

Die meisten Menschen sind es gewohnt, dass Banküberweisungen gut einen Werktag dauern. Allerdings befindet sich der Europäische SEPA-Zahlungsraum im Umbruch. Schon seit 2017 beginnen die Banken, SEPA-Instant-Payments – zu Deutsch: Echtzeitüberweisungen – einzuführen. Mit dieser Methode dauern Banküberweisungen nur einige Sekunden.

Viele Kunden von Bitcoin.de haben bereits nachgefragt, ob der große deutsche Marktplatz für den Handel mit Kryptowährungen auch Echtzeitüberweisungen unterstützt. Seit gestern ist die korrekte Antwort auf diese Frage: Ja. Bitcoin.de bietet eine Option für Echtzeitüberweisungen, falls die Bank des Kunden diesen Service anbietet. Zunächst ist diese Option nur für ausgesuchte Banken freigeschaltet, in den kommenden Wochen werden schrittweise weitere Banken hinzugefügt.

Wer ein Verkaufsangebot anlegt und eine Bank hat, die Echtzeitüberweisungen unterstützt, wird die Option vorfinden, auch Echtzeitüberweisungen anzunehmen.

Für User wird die neue, schnellere Handelsoption folgendermaßen ablaufen: Sie können in ihren Verkaufsangeboten für Bitcoin, Ethereum, Bitcoin Cash, Bitcoin Gold und Bitcoin SV die Option der “SEPA-Echtzeitüberweisung” anbieten. Diese wird auf dem Marktplatz gesondert ausgezeichnet und dürfte für die Käufer besonders attraktiv sein, da diese damit rechnen können, die erworbenen Kryptowährungen früher zu erhalten. Denn wenn das Angebot per Echtzeitüberweisung angenommen wird, verkürzen sich die Fristen rund um den Handel: Die Zahlungsanweisung ist innerhalb von 30 Minuten zu bestätigen, der Eingang der Zahlung innerhalb von 18 Stunden anstatt wie bei normalen SEPA-Überweisungen 36 Stunden.

Falls die Bank, mit der man sich angemeldet hat, Echtzeitüberweisungen zulässt, wird der User auf den Marktplatz ein neues Symbol vorfinden: Eine blaue Uhr.

Zunächst sind Echtzeitüberweisungen nur für Verkaufsangebote freigeschaltet. Denn bei diesen löst der Käufer die Echtzeitüberweisung unmittelbar aus, woraufhin der Verkäufer noch einige Stunden Zeit hat, um den Zahlungseingang zu bestätigen. Bei einem Kaufangebot hingegen, mit dem ein User anbietet, eine Kryptowährung zu erwerben, wird er per E-Mail über die Annahme des Angebots informiert, um dann die Überweisung auszulösen. Dies wird die Beschleunigung durch Echtzeitüberweisungen deutlich geringer machen. Daher bietet Bitcoin.de zu diesem Zeitpunkt noch keine Echtzeitüberweisungen für Kaufangebote an.

Echtzeitüberweisungen sind derzeit von den Banken auf 15.000 Euro begrenzt. Am 1. Juli 2020 wird diese Schwelle jedoch auf 100.000 Euro erhöht werden. Das Verfahren erfreut sich einer großen Beliebtheit bei vielen europäischer Banken. Es sind vermutlich weit mehr als 1.000 Banken in Europa, die bereits Echtzeitüberweisungen anbieten, allein in Deutschland sind es deutlich mehr als 100. Sparkassen und Volksbanken bieten Echtzeitüberweisungen fast überall an, aber auch die Deutsche Bank, die BayernLB, die Commerzbank, die Postbank, Wüstenrot und viele andere erlauben die schnelleren Zahlungen. Manche der Banken haben Echtzeitüberweisungen nur passiv, d.h. nur für den Empfang integriert, andere verlangen einen kleinen Aufpreis für diese Zahlungsart.

Vor allem für Kunden von Bitcoin.de, die nicht den Expresshandel nutzen können oder wollen, bieten die Echtzeitüberweisungen einen erheblichen Vorteil. Angebote ohne Expresshandel, werden teilweise als “Angebote zweiter Klasse” wahrgenommen, da es länger dauert, bis der Handel abgeschlossen ist. Durch Echtzeitüberweisungen wird dieser Nachteil zumindest für Verkaufsangebote deutlich reduziert. Anders gesagt: Es wird schneller gehen, Bitcoins zu kaufen.

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15 Kommentare zu Bitcoin.de führt Option für SEPA-Echtzeitüberweisungen ein

  1. Echtzeitüberweisungen sind derzeit von den Banken auf 15.000 Euro begrenzt. Am 1. Juli 2020 wird diese Schwelle jedoch auf 100.000 Euro erhöht werden. Das Verfahren erfreut sich einer großen Beliebtheit bei vielen europäischer Banken.

    Aus eigener Erfahrung würde ich jedem dringend raten, ein Zweitkonto für den P2P Krypto-Handel auf Marktplätzen zu nutzen, denn es gibt sehr viel Fraud, insbesondere im grenzüberschreitendem Bankenverkehr.

  2. Geistplan.de // 17. November 2019 um 9:07 // Reply

    Sehr gute Nachrichten! So hat man mehr Unabhängigkeit. Bin mal gespannt, wie gut es sich langfristig in der Praxis erweist. Wie ist das mit dem “instant pay” für BTCs, macht da generell jede Bank mit – oder muss man da eine Erlaubnis einholen?

    • Banken können bei diesem System mitmachen, müssen aber nicht. Oft verlangen sie extra Gebühren, wie z.B. die Berliner Sparkasse 25 Cent pro Echtzeitüberweisung. Bei manchen Banken kostet das bis zu knapp einem Euro, manche machen es entgeltfrei… Und manche machen gar nicht mit an diesem System und die Überweisung braucht 1-3 Werktage, in denen die Banken mit deinem Geld “arbeiten” können. Bei entsprechender Größe summieren sich die offenen Beträge durchaus zu einem ziemlich großen Pool, den die Banken dauerhaft nutzen können, da immer neue Aufträge nachkommen…

  3. Maik Richter // 17. November 2019 um 18:05 // Reply

    5 Jahre zu spät. Habe ich 2013 mit denen rumgeärgert. Braucht kein Mensch.

  4. Maik Richter // 19. November 2019 um 15:53 // Reply

    Damit hat das nichts zu tun, sondern mit dem P2P Modell das Bitcoin.de als einzige Börse verfolgt. Allen anderen Börsen erfüllen ihren Zweck Paul. Bitcoin.de nicht. Da kannst du”kaufen” und einen paar Tage später soll der Käufer dir die Coins schicken wenn der Kurs gestiegen ist. Macht er natürlich nicht und Bitcoin.de zuckt mit den Schultern.

    Ein selten dämliches Konzept!

    • Paul Janowitz // 19. November 2019 um 16:43 // Reply

      Das Konzept verhindert die Notwendigkeit einer Bankenlizenz, da man höchstens Coins der Kunden hält, nie aber Fiat. Aber ja, es bringt viele Nachteile mit, unter anderem auch, dass man Geld von / an wildfremde Leute verschickt und unter Umständen Trades auch platzen.

      Kennst Du denn eine einzige Börse in Deutschland, die Trades direkt abwickelt? Die gibt es meines Wissens nicht und nicht nur Bitfinex, sondern auch regulierte Börsen wie Kraken haben durchaus Probleme mit ihren Banken (und akzeptieren mittlerweile z.B. keine FinTech Startup Banken wie Revolut, N26 & Co.).

      • Serpens66 // 13. December 2019 um 19:25 //

        “Kennst Du denn eine einzige Börse in Deutschland, die Trades direkt abwickelt?”
        Seit kurzem die Börse Stuttgart selbst mit bsdex.de 😉

  5. Kurze Frage ich habe eine Mail erhalten das ich noch ein Guthaben habe und es „einlösen „ soll. Wo und wie genau kann ich das tun??? Oder ist das nur ein Fake???

    Lg Nicole

  6. Maik Richter // 21. November 2019 um 13:19 // Reply

    “Kennst Du denn eine einzige Börse in Deutschland, die Trades direkt abwickelt? ”

    Mir ist neben Bitcoin.de keine weiter deutsche Kryptobörse bekannt. Kennst du eine? Kraken hat wenigstens die Anbindung über Fidor. Das dauert 1 Tag und dann ist das Geld da.

    “Die gibt es meines Wissens nicht und nicht nur Bitfinex, sondern auch regulierte Börsen wie Kraken haben durchaus Probleme mit ihren Banken”

    Hab mit Kraken in der Hinsicht noch nie Probleme gehabt. Und bei anderen Börsen auch nicht. Bitcoin.de ist nur ein Marktplatz wo du “kaufen” oder “verkaufen” kannst und mit etwas Glück bekommst du deine Coins oder auch nicht. Ganz toll und sehr professionell :/

  7. Maik Richter // 22. November 2019 um 3:25 // Reply

    Alternativen sind rar? Ich weiss nicht wovon du redest. Ich habe vor Kraken jahrelang Bitstamp benutzt und auch hier funktionierten Deposits und Withdrawals jahrelang blitzschnell und ohne Probleme.

  8. Der Hauptgrund, weshalb Express bevorzugt wird ist nicht unbedingt die Schnelligkeit, sondern die Automatisierung. Man kann sich hier 100% sicher sein, dass der Trade nicht storniert wird. Bei SEPA und auch bei Echtzeit SEPA hat man dieses (besonders bei fallenden Kursen schon sehr hohe, geschätzt 20%) Risiko, dass der Trade storniert wird.

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