200 Millionen Dollar für das Bitcoin-Cash-Ökosystem

Roger Ver. Bild von OFFICIAL LEWEB PHOTOS via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Roger Vers Bitcoin.com ist sozusagen das Zentrum von Bitcoin Cash (BCH). Nun startet das Unternehmen einen 200-Millionen-Dollar-Fond, der in das Ökosystem von Bitcoin Cash investieren wird.

Bei einem Vortrag im Hauptquartier von Blockchain.info, der weiterhin größten Web-Wallet der Welt, hat Roger Ver einen gewaltigen Fonds für die Unterstützung von Bitcoin-Cash-Startups angekündigt.

Roger Vers Unternehmen Bitcoin.com wird ab 2020 200 Millionen Dollar in das Ökosystem von Bitcoin Cash investieren. Der Fonds wird sich auf “Lösungen um Zahlungen und nicht-treuhänderische Finanzdienstleistungen für Bitcoin Cash” fokusieren. Besonders begünstig sind Unternehmen, die alle Arten von Zahlungsdienstleistungen anbieten, von internationalen Überweisungen für Gastarbeiter über Lösungen für Händler zu wallets.

Bislang sind die Details des Fonds noch nicht klar. Es ist aber geplant, auch andere institutionelle Investoren aufzunehmen, die sich aus einem Portfolio vielversprechender Bitcoin-Cash-Startups aussuchen können, in welche sie investieren. Laut dem CEO von Bitcoin.com, Stefan Rust, gibt es mindestens 20 institutionelle Investmentfirmen, die mit der Vision von Bitcoin.com übereinstimmen. Einer der Hauptinvestoren dürfte aber Bitcoin.com-Gründer Roger Ver sein, der eigentlich als “Bitcoin Jesus” bekannt war, aber seit seiner starken Unterstützung von Bitcoin Cash auch zuweilen als “Bitcoin Judas” verschrieen ist.

Der Fonds beruht wohl darauf, dass Bitcoin.com, so CEO Rust, am Tag sechs bis acht Business-Pläne von Unternehmern erhält, die mit der Bitcoin-Cash-Blockchain arbeiten möchten. Nun hat Bitcoin.com die Ressourcen und das notwendige Personal, um diese Unternehmer zu unterstützen.

Damit stellt sich das Unternehmen noch mehr als ohnehin schon ins Zentrum des Bitcoin-Cash-Ökosystems. Abgesehen von dem sehr Bitcoin-Cash-freundlichen News-Bereich der Bitcoin.com-Webseite, bietet die Seite eine Wallet für Bitcoin Cash, verschenkt mit einem Faucet kleine Mengen an Bitcoin Cash, stellt eine Karte mit Akzeptanzstellen bereit, liefert Lösungen für Händler, die BCH akzeptieren wollen und hat einen Blockexplorer sowie zahlreiche Werkzeuge für Entwickler, die unter anderem Tools wie CashAddr, SLP-Token und mehr unterstützen. Kaufen kann man Bitcoin Cash schon seit langem auf Bitcoin.com; vor kurzem hat die Seite eine eigene Börse gestartet, auf der man verschiedene Kryptowährungen gegen Dollar und meist auch Bitcoin Cash handeln kann. In Zukunft soll diese Börse auch den Handel mit SLP-Token auf der Bitcoin-Cash-Blockchain unterstützen.

In der Bitcoin-Cash-Szene stößt die Nachricht vom 200-Millionen-Dollar-Fonds natürlich auf Begeisterung – weckt aber auch gleich Begehrlichkeiten und auch ein wenig Neid. Denn der Fonds wird explizit in das Ökosystem investieren, also in Unternehmen, die die Akzeptanz und Verbreitung von Bitcoin Cash stärken. Manche in der Community fordern aber einen stärkeren Fokus auf “Infrastruktur-Investment”, sprich: ein Investment in die Entwickler der BCH-Clients, vorwiegend Bitcoin ABC, aber auch BCHD und Bitcoin Unlimited.

Eigentlich hat Bitcoin.com bereits Gelder für die ABC-Entwickler um Amaury Sechet gesammelt. Dabei kam auch eine nicht zu vernachlässigende Summe heraus, doch es gab im Anschluss Probleme. Chefentwickler Amaury Sechet hat sich wohl geweigert, das Geld anzunehmen, weil die Identität der Spender nicht bekannt ist. Allgemein hat Amaury in den vergangenen Monaten alles getan, was möglich ist, um Roger Ver und Bitcoin.com gegen sich aufzubringen, beispielsweise durch öffentliche oder halböffentliche Beleidigungen und wiederholte Vorwürfe und Anschuldigungen. Dass sich Roger Ver und Bitcoin.com jetzt eher darauf konzentrieren, neue Startups im Ökosystem zu unterstützen anstelle der ABC-Entwickler, könnte eine Folge davon sein.

Für die dagegen, die versuchen, etwas auf Bitcoin Cash aufzubauen, dürfte der Fonds eine wundervolle Nachricht sein – verspricht er doch gute Aussichten, dass die eigene Arbeit ein Funding erhält.

Über Christoph Bergmann (1644 Beiträge)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder. Christoph hat vor kurzem ein Buch geschrieben: Bitcoin: Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes. Das Buch stellt Bitcoin in seiner ganzen Pracht dar. Ihr könnt es direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen - natürlich auch mit Bitcoin - oder auch per Amazon. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden in Bitcoin, Bitcoin Cash oder Bitcoin SV an die folgende Adresse: 1BergmanNpFqZwALMRe8GHJqGhtEFD3xMw. Wer will, kann uns auch Hier mit Lightning spenden. Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Wer dies privat machen möchte, sollte meinen PGP-Schlüssel verwenden.

3 Kommentare zu 200 Millionen Dollar für das Bitcoin-Cash-Ökosystem

  1. Der Fonds wird sich auf “Lösungen um Zahlungen und nicht-treuhänderische Finanzdienstleistungen für Bitcoin Cash” fokusieren. Besonders begünstig sind Unternehmen, die alle Arten von Zahlungsdienstleistungen anbieten, von internationalen Überweisungen für Gastarbeiter über Lösungen für Händler zu wallets.

    Einen Entwickler zu finden, der BCH in btcpayserver integriert, wäre ein guter Anfang. Die Integration ist trivial und dürfte inklusive Docker Images und Co. wenige Tage in Anspruch nehmen. Laut einem Hauptentwickler (Kukks) ist die fehlende Unterstützung von BCH und BSV keine politische, sondern schlichtweg darauf zurückzuführen, dass sie niemand (aus den jeweiligen Communities) implementiert hat. Mit diesen beiden Coins und vielleicht bald kommender ETH Unterstützung ist das mein Merchant Tool der Wahl, zumal es mittlerweile Lightning und endlich auch Monero unterstützt (finanziert von einem anonymen Spender aus der Monero Community).

    Für mich als externen Beobachter, der nicht mehr nennenswert in BTC, BCH oder BSV investiert ist, wirken Roger Ver’s Absichten weiterhin deutlich seriöser als Craig Wright’s oder die Blockstreams. Faketoshi versucht einen Personenkult um sich zu schaffen, die Mittel dabei sind ihm scheinbar egal und er bedient sich etlicher Lügen. Die Blockstream Jünger predigen weiterhin Wasser, saufen dann aber Wein und ihre proprietäre Liquid Chain hat vieles, was sie der Bitcoin Blockchain verwehren, wie z.B. schnellere Blöcke, mehr Kapazität und oh Wunder Confidential Transactions. Bei BCH sehe ich keine politische Hürde für mehr Privatsphäre, ohne die es meiner Meinung nach keine Mass Adoption geben wird, egal welches Projekt. Das Problem liegt eher darin, fähige Kryptographen und Entwickler um sich zu scharen… Geld ist dabei nur ein Argument und viele entsprechende Köpfe verlangen nicht mehr, als sie zum Leben brauchen, solange sie sich im “richtigen” Ökosystem wohlfühlen.

  2. Ein letztes Aufbegehren vor dem finalen Dahinschwinden in die Irrelevanz.

    BCash. LOL.

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