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„Bitcoin to the Moon“ in Miami

Aaron Koenig (rechts) amüsiert sich vorzüglich auf der Blockchain Week. Bild von Aaron, alle Rechte bei ihm.

Der Autor und Kryptoexperte Aaron Koenig hat die Blockchain Week in der aufstrebenden Krypto-Metropole Miami besucht. Aus deutscher Perspektive liest sich sein Bericht wie aus einer anderen Welt.

von Aaron Koenig

Während in Europa und vielen Staaten der USA die „Corona“-Maßnahmen der Regierungen die Grundrechte der Menschen einschränken und Bitcoin-Konferenzen und andere Events unmöglich machen, ist die Lage in Florida sehr viel entspannter. Hier sind die Restaurants, Bars und Cafés offen, und von „Coronoia“ ist nichts zu merken.

Auch die Miami Blockchain Week konnte in diesem Jahr stattfinden, zum zweiten Mal seit 2020 als offizielle, vom Bürgermeister der Stadt unterstützte Veranstaltungsreihe. Ihr Hauptevent, die North American Bitcoin Conference, fand leider nur online statt – es gibt wohl nichts Langweiligeres als Online-Konferenzen – so dass die Blockchain Week diesmal deutlich kleiner ausfiel als im Jahr zuvor.

Dennoch hat sich meine Reise nach Miami absolut gelohnt, sie hat mir viele neue Kontakte und großartige Erfahrungen gebracht. Während Flüge von Europa in die USA nach wie vor verboten sind, ist die Einreise von Mexiko, wo ich zur Zeit lebe, problemlos möglich. Auch der notorisch unzuverlässige Corona-Test war erst ab dem 26. Januar staatlich vorgeschrieben, also erst einen Tag nach Beginn der Blockchain Week.

Die Woche beginnt mit dem Crypto Monday, einem wöchentlichen Meetup der Crypto-Szene, das „wegen Corona“ für einige Zeit ausgesetzt war und ab jetzt wieder regelmäßig stattfindet. Daher findet es besonders großen Zuspruch. Rund 150 Crypto-Enthusiasten sind ins FilmGate in Downtown Miami gekommen, das normalerweise unabhängige Filmemacher unterstützt und ein Studio betreibt.

Panel auf dem Crypto Monday

Eryka Gemma alias „Bank of Eryka“, eine der Hauptfiguren der Bitcoin-Szene von Miami, moderiert ein Panel, bei dem sich alles um eben diese dreht. Neben zwei Local Heroes sitzt mit Tone Vays auch eine Bitcoin-Celebrity aus New York auf dem Panel, der wie so viele New Yorker und Kalifornier nach Miami ziehen wird. Mehr und mehr entwickelt sich die Metropole Floridas zum Hot Spot der Kryptoszene der USA.

„New York ist tot“, sagt der ehemalige Wall-Street-Händler Tone Vays. „Und ich werde meine Konferenz Unconfiscatable aus Las Vegas nach Miami umsiedeln“, was ihm großen Applaus des sehr lokalpatriotischen Publikums einbringt.

Fast alle in der Bitcoin-Szene Miamis Aktive sind nicht Zugereiste, wie in New York, San Francisco oder Berlin üblich, sondern tatsächlich in der Stadt an der Südspitze Floridas aufgewachsen. Lange Zeit war Miami hauptsächlich als Ferienort, Shoppingparadies und Zufluchtsort für Kuba-Flüchtlinge bekannt, hatte aber weder eine nennenswerte Tech- noch Kunstszene aufzuweisen.

Das hat sich bereits in den letzten Jahren allmählich gewandelt, zum Beispiel mit der wichtigen Kunstmesse Art Basel Miami und der North American Bitcoin Conference, die seit 2014 jedes Jahr im Januar in Miami stattfindet. Auch die gute Steuerpolitik Floridas, wo die State Tax 0% beträgt, macht einen Umzug in den Sunshine State attraktiv. Die restriktive Politik der Regierungen von New York und Kalifornien haben diesen Trend gen Südosten noch einmal deutlich beschleunigt.

Besonders deutlich wird dies bei einem Insidertreffen in einer Villa im Nobelstadteil Brickell, zu dem Eryka eingeladen hat. Ein kleiner Kreis von rund 30 Personen trifft sich hier, um sich zu vernetzen und gegenseitig zu unterstützen. Investoren treffen auf Start-Ups, VR-Experten auf Videoproduzenten – ein hochkarätiges Business-Speed-Dating, bei dem sich alles um Krypto, FinTech und Virtual Reality dreht. Auch hier sind einige potenzielle Neuankömmlinge anwesend, die prompt mit einem guten Immobilien-Agent bekannt gemacht werden. Alle sind sich einig: Miami is the place to be.

Street Art in Miamis Künstlerviertel Wynwood

Im Künstlerviertel Wynwood findet neben einigen Workshops zu Themen wie Web-3-Development oder Schutz der Privatsphäre der wichtigste Event der Blockchain Week statt, die Crypto Art & XR Show. Noch vor wenigen Jahren war Wynwood ein heruntergekommenes, gefährliches Viertel. Mittlerweile gibt es hier viele Galerien, Bars und Restaurants, und überall kann man großartige Street Art bewundern.

Hier befindet sich auch der Bitmining Market, eine Mischung aus Fachgeschäft für Mining-Equipment, Bar und Bitcoin Embassy, in dem der Event am Freitagabend stattfindet. Sein Gründer Gabriel Rodriguez kommt aus Venezuela und betreibt dort Bitcoin-Mining-Anlagen im großen Stil. Das ist wegen der niedrigen Strompreise sehr lukrativ, man darf sich nur nicht von der korrupten Polizei erwischen lassen, oder muss die richtigen Leute kennen.

Portraits von Kryptoikonen, geschaffen von Max Cryptohead

Schon während der Art Basel Miami im Dezember fand hier ein Crypto Art Event namens BitBasel statt, bei dem ich neben Gabriel auch Scott Spiegel kennengelernt habe, der die Miami Blockchain Week organisiert. Meinen Vorschlag, zur Blockchain Week eine Ausstellung mit Portraits der wichtigsten Crypto-Pioniere zu organisieren, nahmen beide begeistert auf.

Und so bin ich an diesem Freitag zu Gast auf der Miami Blockchain Week und zeige Portraits von Kryptohelden wie Satoshi Nakamoto, Nick Szabo oder Andreas Antonopoulos, die der Künstler Max Cryptohead per Photoshop erstellt hat. Man kann sie als Non Fungible Token auf Ethereum-Basis kaufen, und dann ausdrucken und an die Wand hängen, so wie wir es in Wynwood getan haben.

Crypto Art Show im Bitmining Market

Zum Einstieg zeigt der Künstler Johnny Dollar ausgewählte Crypto Artworks aus aller Welt, außerdem gibt es eine Präsentation über Virtual Reality, bei der Vicenza Sorrentino von Vivid Reality das Konzept von Hybrid Assets vorstellt, also zum Beispiel Immobilien, die es sowohl in der realen als auch der virtuellen Welt gibt.

Kunst im virtuellen Raum

Als krönenden Abschluss des gut besuchten Abends singen Eryka Gemma und Annalese Abreu, zwei der wichtigsten Aktivisten der Crypto-Szene Miamis, die Bitcoin-Hymne „Bitcoin to the Moon“. Das ist eine textlich angepasste Version des Klassikers „Fly me to the Moon“, der besonders durch Frank Sinatra bekannt geworden ist. Auch bei unserer UNCHAIN-Konferenz in Hamburg, Berlin und Frankfurt wurde sie schon des öfteren angestimmt.

Hier ein kleines Video, auf dem die Atmosphäre des Events ganz gut rüberkommt:

Über Christoph Bergmann (2120 Artikel)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder --- Christoph hat vor kurzem ein Buch geschrieben: Bitcoin: Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes. Das Buch stellt Bitcoin in seiner ganzen Pracht dar. Ihr könnt es direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen - natürlich auch mit Bitcoin - oder auch per Amazon. --- Natürlich freuen wir uns auch über Spenden in Bitcoin, Bitcoin Cash oder Bitcoin SV an die folgende Adresse: 1BergmanNpFqZwALMRe8GHJqGhtEFD3xMw --- Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Für verschlüsselte Nachrichten nutzt bitte meinen PGP-Schlüssel --- Auf Telegram! könnt ihr unsere News abonnieren.

47 Kommentare zu „Bitcoin to the Moon“ in Miami

  1. Interessanter Bericht von einem möglichen Superspreader-Event. Hoffentlich haben die Teilnehmer Glück gehabt!

    • Aaron Koenig // 4. Februar 2021 um 14:11 // Antworten

      Ja, sie sind zum Glück NICHT vom gefährlichen Coronoia-Virus infiziert, der in Europa grassiert und die Gehirne der Menschen auffrisst.

  2. Ich habe ja nichts prinzipiell gegen solche Berichte.
    „Auch der notorisch unzuverlässige Corona-Test…“
    Aber muss man Leuten welche sowas von sich geben wirklich eine Plattform bieten?

    • Naja, ich möchte anderen Autoren nicht ihre Meinung verbieten. Hatten hier beim Bericht zur UNCHAIN auch einen Autor, der die gegensätzliche Meinung dazu vertreten hat.

      Soweit ich es verstanden habe, besteht aber ein weitgehender Konsens, dass der PCR-Test unzuverlässig ist, oder?

      • Michael W. // 4. Februar 2021 um 13:31 //

        Das wäre mir neu. Definiere unzuverlässig, Quellen für die Aussage?

      • Unzuverlässig meint eine hohe Rate an false positives und false negatives. Das ist doch schon relativ lange bekannt, oder? Ob da jetzt ein „notorisch“ im Text nötig gewesen ist, und ob ein unzuverlässiger Test besser ist als gar kein Test, sei mal dahingestellt. Ich selbst hätte es differenzierter formuliert (wenn überhaupt).

      • Michael W. // 4. Februar 2021 um 13:47 //

        Ja dann geht aber die Definitionsfrage weiter. Ab welchem Wert ist ein false positive oder negative hoch? Dann müsste man unterscheiden beim false negative hängt zB viel von der Qualität der Probeentnahme ab, also nicht am „Test“ an und für sich.
        https://www.ndr.de/nachrichten/info/57-Coronavirus-Update-Goldstandard-bleibt-der-PCR-Test,podcastcoronavirus244.html

      • Nach vielen Jahren ist dies das erste Kommentar deinerseits, Christoph, was mich wirklich erstaunt. Diverse Trolle und ihre unkontrollierten Auswürfe sind schnell ignoriert, aber deine Aussage ist dann doch irritierend. Selbst nach dreimaligen Lesen hielt ich es noch für einen Tippfehler.. Weitläufiger Konsens dürfte das Gegenteil sein.

      • Ich vermute, es hängt davon ab, wie man „unzuverlässig“ definiert. Nachdem ich mich nach dem spontan geschriebenen Kommentar informiert habe – und auch andere mich hier informiert haben – weiß ich, dass ich die Hintergründe im Großen und Ganzen richtig verstanden habe, aber die Bezeichnung „unzuverlässig“ und gar „notorisch unzuverlässig“ wohl zu subjektiv und stark ist.

        Das liegt auch daran, dass mich die ganze Lage zunehmend verärgert. Das muss ich zugeben. Es ist vermutlich nicht gut, das hier zu schreiben, aber ich möchte es auch mal sagen:

        Ich wohne in Bayern. In meinem Landkreis wurde kurz vor Weihnachten die Ausgangssperre ab 21 Uhr aktiviert, da 7-Tage-Inzidenz > 200. Mittlerweile ist die Inzidenz bei etwa 50, aber wir haben immer noch eine Ausgangssperren, da Bayern aus BaWü ein sehr merkwürdiges Verständnis von Solidarität importiert hat. Mir ist nicht bekannt, dass andere Bundesländer, die keine Ausgangssperren haben, sich besser machen.

        Vor etwa 3 Wochen wurde in Bayern dann die FFP2-Pflicht im Einzelhandel verhängt. Ich finde das nicht trivial, will hier aber nicht zu tief in die Gründe gehen. Bei dem Beschluss wurde ein Ziel von 7-Tage-Inzidenz unter 50 genannt. Wir haben das hier etwa, andere Landkreise sind schon weit drunter. Die Zahlen aus anderen Bundesländern, die Einkaufen mit Alltagsmaske gestatten, zeigen keinen signifikanten Effekt. Dennoch gilt die FFP2-Pflicht weiterhin.

        In beiden Fällen wurden mit großer Selbstverständlichkeit Freiheiten kassiert, weil eine Handvoll Politiker mit bestenfalls halbwissenschaftler Begründung dachten, dies würde ihnen helfen, „die Zahlen“ zu senken. Meinetwegen, Corona ist gefährlich, man muss versuchen, so viele Menschen wie möglich zu schützen, und wenn man darauf warten, richtiges Wissen zu haben, kann es schon zu spät sein. Aber die genommenen Freiheiten sollten in einer demokratisch-freiheitlichen Gesellschaft mit derselben Selbstverständlichkeit aufgenblicklich und diskussionslos wieder gewährt werden, wenn a) das bei der Begründung genannte Ziel erreicht, b) der bei der Begründung genannte Anlass verschwunden ist oder c) es keinen Hinweis darauf gibt, dass die Freiheit das Infektionsgeschehen in signifikanter Weise anfeuert.

        Sowohl bei den FFP2-Masken als auch den Ausgangssperren ist aber nur eines selbstverständlich: Dass auch bei Verschwinden des Anlasses / Erreichen des Zieles sowie dem Fehlen des Nachweises der Nützlichkeit es nicht einmal zur Debatte steht, die Freiheiten wieder einzusetzen.

        Das führt bei mir zu Ärger, Unmut, Sorge um die Zukunft und zur traurigen Vermutung, dass Freiheit ein fragiler Zustand ist und unsere Gesellschaft mental-politisch auf einen dauerhaften Zustand zusteuert, der in der Geschichte eher die Normalität war – Unfreiheit.

        Glücklichweise geht es hier auf dem Blog nicht um dieses leidige Thema. Darum werde ich dazu auch nichts mehr sagen und bitte darum, Diskussionen dazu woanders auszutragen.

      • Michael W. // 5. Februar 2021 um 11:19 //

        Ich weiss, wir sollten aufhören. 😉
        Ich kann all deine Punkte absolut verstehen. Als Schweizer mit Verwandtschaft in Bayern umso mehr. Das meinte ich ja auch, mit der absolut ungenügenden Reaktion der Politiker. Anhand der Zahlen in verschiedenen europäischen Ländern kann man ja auch sehen, dass bis zu einem gewissen Grad, unterschiedliche Massnahmen nicht wirklich mehr einen grossen Unterschied aus machen. FFP2 statt normale Maske ist einer der schwachsinnigen Punkte (evtl. sogar Kontraproduktiv). Ausgangssperren wie in Bayern kann ich genau so wenig nachvollziehen. Am meisten hilft nach wie vor reduzierte individuelle Mobilität. Da leider der Wille der „Bevölkerung“/Arbeitgeber, das zu machen/ermöglichen beschränkt ist, kann der Staat da drauf nur noch mit einem Hammer einwirken. Der Hammer trifft immer viele, die es nicht verdient hätten. Schlussendlich ist es eine Zerreissprobe für die Solidarität in der Gesellschaft.
        Erfolgreich waren nur folgende Länder:
        – Asiatische mit Maximalüberwachung (wollen wir nicht)
        – Australien/Neuseeland mit zero-covid Strategie. Hätten wir gekonnt, falls über den Sommer eine europäische Lösung ausgearbeitet worden wäre.

        Bei uns war es nun halt ein hin und her, Massnahmen, die gerade reichen um den kompletten Zusammenbruch des Gesundheitswesen zu verhindern. Das war für die Bevölkerung natürlich viel belastender wie in den erfolgreichen Länder. Das dauernde Geschreie der Einen nach mehr, der Anderen nach weniger staatlichen Interventionen. Zum Glück sind wir jetzt mit den Impfungen und Wetter-effekt hier langsam auf dem Weg raus aus den härtesten Massnahmen.

        Trotzdem allen Betroffenen noch gutes Durchhalten in den nächsten Wochen…

      • Danke. Ja, besser wir hören auf, auch wenn man da noch ewig weitermachen könnte … frohes Durchhalten!

    • Jetzt ist die Corona Meinungspolizei auch hier angekommen?
      Der Herr war auf einer Bitcoin Konferenz und hat davon berichtet. nur weil das nicht in Ihr Corona Weltbild passt bedeutet das nicht das man „solchen Leuten“ die Plattform streichen soll.
      Was für eine Einstellung, zum kotzen einfach.

    • Ja, muss man. Leute, die solche Kommentare wie du schreiben, gehören hingegen umgehend in Coronoia-Quarantäne.

  3. „Aaron Koenig amüsiert sich vorzüglich auf der Blockchain Week“.
    Das ist schön für Herrn Koenig.

    „Während Flüge von Europa in die USA nach wie vor verboten sind, ist die Einreise von Mexiko, wo ich zur Zeit lebe, problemlos möglich. Auch der notorisch unzuverlässige Corona-Test war erst ab dem 26. Januar staatlich vorgeschrieben, also erst einen Tag nach Beginn der Blockchain Week.“
    Nicht nur Blockchain Experte jetzt auch Virus-/ Pandemie Experte (notorisch unzuverlässige Corona-Test).

    Man muss nicht alles machen was nicht verboten ist. Meine Meinung dazu.

  4. Man muss kein „Pandemie-Experte“ sein um festzustellen, dass hier keine Pandemie vorliegt und die Zwangsmaßnahmen der Regierungen deutlich mehr Schaden anrichten als der relativ harmlose Virus. Gefährlich ist nur der von Politikern und Medien verbreitete Angst-Virus.

    • Man muss auch kein Experte sein um zu verstehen, dass diese „Zwangsmaßnahmen“ die Pandemie einschränken und schlimmeres verhindern. Einzig gefählich ist nur die verbreitete Verharmlosung und Halbwissen.

    • Ich bin auch nicht mit allen politischen Entscheidungen d’accord, die zu dem Thema getroffen wurden.

      Jetzt auf der Zielgeraden haben allerdings ein paar wenige Wochen mehr durchhalten einen großen positiven Effekt. Ab März steht der Frühling vor der Tür und gleichzeitig wird die Impfquote signifikant ansteigen. Da wird dem Reproduktionsfaktor von 2 zusätzlichen Seiten zu Leibe gerückt.

      Öffnet man jetzt zu früh / zu viel, handelt man sich quasi in letzter Minute wirklich noch eine signifikante dritte Welle ein (die neuen Virusvarianten werden sich auch ohne Lockerungen noch im Februar bemerkbar machen). Nochmalige Rückschritte in der Pandemie wären kaum verkraftbar, weder für die Familien, noch für die betroffenen Teile der Wirtschaft, dann lieber jetzt 2 Wochen länger durchhalten.

      Letzten Sommer hätte man imho mehr zulassen können und es dann damit im Winter einfacher gehabt, weil eben schon eine gewisse Hintergrundimmunität vorhanden gewesen wäre. Das kann man im vielgescholtenen Schweden gerade beobachten. Dort ist das meiste weiterhin geöffnet (Fitnessstudios, Gastronomie, KiTas, Grundschulen…), die Infektionszahlen gehen ebenso wie bei uns zurück, und das Krankheitsgeschehen im bisherigen Winterhalbjahr liegt sogar trotz der vergleichsweise laschen Maßnahmen etwas unter dem in Deutschland.

  5. Wer so unreflektiert die Regierungspropaganda zur „Pandemie“ nachplappert, glaubt wahrscheinlich auch, dass der Euro eine ganz tolle Währung und der Bitcoin gefährlich ist. Prüft mal die Fakten und denkt selbst nach.

    • „Prüft mal die Fakten und denkt selbst nach.“
      Lieblingsargument von denen, welchen diese Fähigkeit abhanden gekommen ist und selektiv alles glauben was in ihr Weltbild passt.

  6. @hodlcoptr Woher weißt du denn, dass Hannes „unreflektiert die Regierungspropaganda … nachplappert“? Vielleicht hat er ja sich ja seine eigenen Gedanken gemacht und kommt trotzdem zu der oben getätigten Aussage. Hälst du das für möglich? Oder ist man deiner Meinung nach automatisch der „Propaganda“ verfallen nur weil anders über das Virus denkt als du?

  7. Sehr schade, dass es nun auch in diesem Blog nicht mehr über Bitcoin geht. Hätte mir mehr erwartet. Schuster bleib bei deinen Leisten.

  8. Das einzig „gerechte“ an diesem Virus ist ihm ist es egal was der Mensch denkt oder nicht und warum sobald er (der Virus) die Change hat infiziert er den Menschen ob der jetzt daran glaubt oder nicht spielt keine Rolle. In einem bin ich mir 100% sicher, ich möchte auf keine Intensivstation deswegen ich möchte nicht beatmet werden müssen und täglich gewendet werden auch wenn es noch so eine süße Krankenschwester tut. Und ich denke die ca. 250.000 Tote in USA würden mir zustimmen wenn sie nicht gestorben wären.

  9. Hallo Christoph,

    nur kurz, da leider OT: unter Medizinern ist der „weitläufige Konsens“, dass Sensitivität und Spezifität des PCR-Tests sehr hoch sind und das beste ist, was es derzeit zur Sicherung bzw. Ausschluss einer aktuellen Infektion gibt. Dass ein Virus-Nachweis uU falsch negativ ist, wenn das Virus noch keine Zeit hatte, sich zu vermehren, wird als selbstverständlich vorausgesetzt.

    Vielen Dank übrigens für deine sehr interessanten und (ansonsten) sehr verlässlichen Beiträge!
    Matthias

    • Ja, danke, etwa so habe ich es auch verstanden. Ob man das „unzuverlässig“ nennt oder nicht, ist wohl Definitionssache, oder?

      • „unzuverlässig“ finde ich persönlich zu abwertend, aber wie dem auch sei: wenn man ein Haar erst lange in der Suppe suchen muss, bevor man es spalten kann, dann ist das wohl ein Kompliment an den Koch 😉

  10. Es zieht sich ein Graben durch unser Land, der uns spaltet. Und er wird immer tiefer. Er zieht sich durch Familien und spaltet sogar Freunde.

    Es ist der Graben zwischen den Corona-Maßnahmen-Befürwortern und den Corona-Maßnamen-Kritikern.

    Und er zieht auch durch den Bitcoin-Blog…
    Es ist kein sachlich vernünftiges Gespräch/Diskussion mehr möglich.

    Schade eigentlich…

    • Das ist etwas schwarz-weiss denken, aber natürlich stimmt es teilweise. Früher konzentrierten sich Extremisten-Meinungen halt auf verschiedene Themen. Jetzt ist alles auf Corona eingeschossen.
      Schwarz-weiss finde ich aber deshalb nicht ganz zutreffend. Weil man kann ja Corona für gefährlich halten, und trotzdem finden dass unsere Regierungen sehr schlecht reagiert haben. Bloss weil ich mir sicher bin, dass das Virus gefährlich ist, heisst ja nicht dass ich den Umgang unserer Regierung blind befürworte. Aber das wird einem halt dann oft gleich unterstellt.

      • Ja, irgendwie fehlt da die Differenzierung. Auf der einen Seite wird denen, die das Virus für gefährlich halten, unterstellt, blind hinter der Regierung zu stehen, und auf der anderen wird denen, die Regierung kritisieren, unterstellt, Corona zu verharmlosen. Und am Ende trifft das auch etwa zu, zumindest wenn es sich im INternet zu Zielgruppen verengt …

    • Ja, das ist eine grässliche Tendenz. Verrückterweise war diese Kluft schon fast am ersten Tag da, und wurde seit immer nur tiefer und tiefer …

  11. Besonders bitter ist es, wenn der Riss durch Familie und Ehe geht ….

  12. Schön, daß man hier noch verschiedene Meinungen zulässt. Aber schon erstaunlich welch eine Kommentarflut man durch eine Randnotiz abseits vom eigentlichen Thema entfachen kann. Finde den Begriff Coronoia übrigens ganz keck.
    Bin der Virus-Sache jedoch schon etwas überdrüssig, obwohl ich glaube, sie uns noch lange begleiten wird. Diskussionen auf Arbeit, Familie ober im Freundeskreis führe ich jedenfalls so gut wie gar nicht darüber. Bin da schon zu abgestumpft. Die Zählweise der Infizierten/Toten, die geleakten Panikpapiere der Regierung, der Test den Drosten selbst vor einigen Jahren kritisch sah … jetzt lassen mich selbst Mutanten emotionslos. Ich versuch halt die Familie einigermaßen durch die Sache zu mogeln, ohne uns großartig Repressalien einzuhandeln. Hab sogar eine akzeptable Methode gefunden die Maske auf Arbeit zu tragen. Die Stoffmaske obenrum fest über der Nase gebunden, unterhalb aber sehr locker.
    Dadurch kann die Pendelluft seitwärts und unten widerstandslos entweichen. Jetzt sind jedoch die medizinischen Masken vorgeschrieben. Der Gummizug scherzt aber nach einigen Stunden an den Ohren und man bekommt weniger frische Luft durch den engen Sitz. Nase oben rauskucken lassen ist jedoch sehr verräterisch. Hab mir jetzt die medizinische Maske unter die Stoffmaske fixert und kann wieder alles bequem baumeln lassen. Außerdem hält die Maske ewig, da die kaum nass wird. Auf Nachfragen antworte ich mit „double mask, der neue Trend aus USA – auch Joe Biden macht es“. Somit nehme ich gleich jeden Covideur den Wind aus den Segeln.

    • Paul Janowitz // 6. Februar 2021 um 11:18 // Antworten

      Lieber Hans, ich glaube bei dem Thema sind wir alle mittlerweile „etwas“ müde, weil es so allgegenwärtig ist.

      Ich bin da auch ziemlich gespalten, denn einerseits freut es mich, dass solche Events noch stattfinden können (insbesondere da wir die Monerokon letztes Jahr streichen mussten und auch bis Dato kein Ersatz geplant ist), andererseits macht es mich sogar etwas neidisch oder ärgert mich sogar, wenn man es komplett verharmlost und sich z.B. freut, dass der obligatorische Test erst einen Tag später eingeführt wurde.

      Einerseits bekomme ich ziemlich viel mit, was im Krankenhaus abläuft, da meine Frau seit 5 Monaten auf einer Covid-19 Station im Einsatz ist und trotz aller Hygienemaßnahmen wie ständige FFP2/3 Maske sich auch fast alle in der Belegschaft bereits damit infiziert haben, einige sogar einen schweren Verlauf hatten, obwohl sie eigentlich nicht zur Risikogruppe gehören. Das zeigt ziemlich deutlich, wie schnell das Infektionsgeschehen entgleiten und das Gesundheitssystem an seine Grenzen bringen kann. Ganz abgesehen von den Zuständen und dem Personalmangel bereits Jahre vor der Pandemie…
      Ich bin aber auch ganz froh, dass wir schon „durch“ sind, denn kurz vor Weihnachten hatte meine Frau Symptome und wurde dann auch tatsächlich positiv getestet (sowohl Schnelltest als auch PCR), auch wenn sie die Wochen zuvor immer negativ war, so schlecht scheinen die PCR Tests also nicht zu sein, wenn sie entsprechend gedeutet werden. Wir waren dann zwei Wochen über Weihnachten in Quarantäne, eine Isolierung haben wir aber nicht durchgeführt, mit zwei Kindern über Weihnachten wäre das ziemlich unmöglich gewesen, ich hatte wenn überhaupt sehr milde Symptome, da eh Quarantäne hab ich mich aber nicht testen lassen, aber mehr Exposure geht nicht, also ist das Thema für mich erstmal durch.

      Was mich dennoch ärgert, sind eindeutige Fehlentscheidungen in der Politik, die dazu geführt haben, dass man plötzlich doch von der zweiten Welle überrascht war, keinen gezielten Schutz für Risikogruppen (die bereits bekannt waren) organisiert hat und dann die gesamte Bevölkerung in Geiselhaft nehmen musste. Auf Homeschooling haben sich die Schulbehörden praktisch auch nicht vorbereitet und die meisten Systeme funktionieren bis heute nicht rund, auch wieder abgesehen davon wie sinnvoll sich das bei Grundschülern überhaupt umsetzen lässt. An vielen Schulen gibt es lediglich Arbeitsblätter und 1x wöchentlich ein kurzes Telefonat mit dem Lehrer, Bildung auf 3. Welt Niveau und als Eltern muss man sich jetzt nicht unbedingt in Virologie, sondern Pädagogik fortbilden und den Schulstoff auffrischen…
      Für Bildung hats halt wieder mal nicht gereicht, während man Reisekonzerne und Provinzflughäfen rettet. Auch die ganzen Einzelhändler, Friseure, Gastronomen, Theaterleute, Schausteller usw. können einem nur Leid tun, denn von den Novemberhilfen sind auch im Februar die wenigsten bereits genehmigt worden.

      Man kann unsere Politik in etwa zusammenfassen, dass sie seit einem Jahr im Dunkeln rumstochert und lediglich akute Bugs „irgendwie“ gepatcht werden. Man kann nur neidisch nach Australien oder weite Teile Asiens blicken, die kurzfristig deutlich energischer vorgeprescht sind, dafür jetzt praktisch ohne Einschränkungen leben können.

      Weniger Emotionen und mehr Sachlichkeit würde der Debatte helfen und zumindest diejenigen, die aus ideologischen Gründen bei Kryptowährungen sind, sind eher liberal (damit meine ich nicht die Partei) und freiheitsliebend und sollten den Sinn freiheitsberaubender Maßnahmen hinterfragen. Dazu gehören eindeutig Sperrstunden, Umkreis-Bewegungseinschränkungen, willkürliche Schließung von Einzelhändlern (Weinhändler darf öffnen, Schuhhändler nicht), Onlinehandel vs. Offlinehandel (stationäre Geschäfte dürfen noch nichtmal Take-away aber Amazon darf munter liefern und der Bote potenziell Kontakt zu 100en Menschen), FFP2 Maskenpflicht (die von Laien zu 90% falsch getragen werden) und aus meiner Sicht auch Kita-/Schulschließungen (denn diejenigen, die es praktisch gar nicht betrifft werden in Geiselhaft genommen und haben am stärksten darunter zu leiden).

  13. Word.
    Kann alles unterschreiben. Zum Glück sind wir in der Schweiz von den krassesten dieser Massnahmen verschont geblieben.

  14. Als ich das Denken erlernte, war §1 „Die Gedanken sind frei.“

    Dann kamen plötzlich die „politisch korrekten“ Aussagen und damit das genau so zu denken. Perfekte Zensurschere im eigenen Kopf.

    Und jetzt noch eins drauf: Entweder Mainstream-Covid-Nachplabber-Meinung oder Covidiot, Verschwörungssonstwas, Rechter Reichsbürger… Was weiß ich nicht noch alles.

    Und nun das Schlimmste: Plötzlich schlägt jeder auf jeden ein, aus purer Angst, von so’nem Arsch mit Corona infiziert zu werden.

    Ich hab‘ meine Coronaerkrankung hinter mir. Es war die mildeste Erkältung, die ich in meinem ganzen Leben hatte. Einzig zwei Wochen hat es gedauert und ich gehöre altersbedingt zur Hochrisikogruppe und nun bin ich … naturgeimpft. Und vor allem: wieder angstfrei.

  15. Einen so schönen u. interessanten Beitrag durch den ganzen Corona-Sch…so zu zerreden und in eine derart fraglich-bedenkliche Ecke zu stellen, halte ich persönlich für äußerst bedauerlich. Mögen sich die ganzen Schisser und Angsthasen am besten eingraben/ selbst isolieren/ monatlich impfen lassen, am besten aber zum Mond oder Mars fliegen lassen… Dort sind sie wenigstens sicher!! Und die anderen sind sicher vor ihnen.Vielleicht bringt sie Elon Musk dahin. Ich werde mal anfragen.

  16. So, nun da sich jeder über das Thema „Corona“ ausgekotzt hat, hoffe ich, wir können in den folgenden Artikeln wieder zu Bitcoin zurückkehren.

  17. Deutschland, ein Neidland. Hier wird sogar beneidet, wenn sich Menschen amüsieren und es Ihnen gut geht und sich dabei NICHT an irgendwas rötlichem infizieren. Leute, kommt Mal klar mit Euch selber.

  18. … geneidet
    …. tötlichem

  19. Wer gern „Superspreader“ für unseren neuen Newsletter, den Smart Bitcoin Investor, werden möchte, melde sich bitte hier an:
    http://smartbitcoininvestor.com/superspreaders-wanted/

  20. Auf der Seite vom Bundesgesetzblatt, also bgbl.de unter dem kostenlosen Zugang -> Bundesgesetzblatt 1 -> 2020-> Nr.48, findet man die Verordnung über die Verlängerung der Corona Maßnahmen bis zum 31.12.2021
    Ich war erstaunt, dass diese Verordnung schon am 20 Oktober 2020 festgelegt wurde.

    Hier der Link, falls jemand zweifelt: https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl120s2258.pdf%27%5D__1612729479334

    Auf dem Handy ging die Seite bei mir nicht, am PC kein problem.

  21. Ein schöner Artikel über die Gemeinschaft und das Lebensgefühl welches mit „Crypto“ einhergeht (hier mal vom Standpunkt Miami). Das zeigt mir, es gibt noch Freiheit und die damit verbundene Entwicklung des Geistes.

    Danke aus Berlin für die Berichterstattung (ist alles immer nicht selbstverständlich), ich nehme rege daran teil!

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