Wie der reichste Mann der Welt Bitcoin disst, zum Boss von Dogecoin wird und eine totgeglaubte Diskussion wiedererweckt

Elon Musk. Bild von Ninian Reid via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Manche Leute sind auf Twitter eine wahre Naturgewalt. Dem Tesla-Chef Elon Musk gelang es am Wochenende, mit einigen Tweets einen Sturm in der Twitter-Szene zu entfachen. Es geht dabei um den Stromverbrauch von Bitcoin, die Skalierbarkeit von Kryptowährungen – und, natürlich: Dogecoin.

Zwischen Johannes und Judas liegt oft nur eine Handvoll Tweets. Diese uralte Regel gilt auch für den angeblich reichsten Mann der Welt – für Elon Musk, Mitgründer von PayPal, Boss von Tesla und seit dem massiven Investment seiner Firma in Bitcoin auch ein Held im Krypto-Ökosystem.

Ein Held unter Bitcoinern – bis Ende vergangener Woche. Am Donnerstag begann nämlich ein Beziehungsstreit zwischen Elon Musk und der Szene, und er folgte dem üblichen Schema solcher Streitereien: Er begann harmlos mit der einen Sache, sprang dann, bevor irgendetwas geklärt war, zum nächsten Thema über, stürzte sich ohne Not auf eine Grundsatzdiskussion und eskalierte schließlich so sehr, dass nur noch Scherben übrig blieben.

Als Auftakt: Strom, Kohle, Klima

Als Auftakt tweetete Elon Musk einen Screenshot mit einem Text:

Tesla akzeptiere nicht länger Bitcoins für den Kauf von E-Autos. Man sei besorgt wegen der rasant wachsenden Nutzung fossiler Energien für das Mining. Zwar seien Krytowährungen weiterhin eine grandiose Idee, doch dies dürfe nicht mit einem derart hohen Preis für die Umwelt einhergehen.

Tesla verkaufe keine seiner Bitcoins und habe vor, die Kryptowährung wieder für Transaktionen zu verwenden – jedoch erst, wenn das Mining grüner geworden sei. Man werde sich zudem für andere Kryptowährungen öffnen, welche weniger Energie je Transaktion verbrauchen.

Unter Bitcoinern löste dieser Tweet Verwirrung aus. Es ist nämlich nicht so, dass das eine besonders neue Info wäre. Dass Bitcoin klimaschädlich sei pfeiffen seit Jahren alle Spatzen von allen Mediendächern. Hat Elon Musk das erst jetzt gehört? Und warum steht in dem Text so vieles, das einfach nur falsch ist?

Es ist natürlich blanker Unsinn, den Energiebedarf je Transaktion zu berechnen; der Anteil von Bitcoin am globalen CO2-Ausstoß ist natürlich verschwindend gering; und natürlich weiß auch Elon Musk, dass das Bitcoin-Mining helfen kann, die Energiewende zu vollenden.

Warum also?

Man könnte vermuten, dass Elon Musk auf die Shareholder von Tesla reagiert und empörte Kunden besänftigt. Dass ein grünes Vorzeigeunternehmen wie Tesla in der Öffentlichkeit kein leichtes Spiel damit hat, sich auf Bitcoin einzulassen, war von vorneherein klar. Die Angriffsfläche ist zu groß und zu offensichtlich, die Stigmatisierung als „Klimakiller“ zu einfach, und die Gegenargumentation zu komplex.

Als Bitcoiner könnte man nun registrieren, dass Elon Musk so handeln muss. Man könnte sein Angebot annehmen – und ernsthaft darüber nachdenken, wie man den CO2-Ausstoss des Bitcoin-Minings senken kann. Genügend Kapital sollte vorhanden und die Unterstützung von Tesla gegeben sein. Nie standen die Chancen so gut, die Klima-Problematik zu lösen.

Aber natürlich haben die Bitcoiner nicht so reagiert. Sie warfen Elon Musk die übliche Mischung aus Belehrungen, Beschuldigungen und Beleidigungen entgegen, welche sie so reichlich für Kritiker parat halten.

Dies allerdings war nur der Anfang.

Lieber der Erste bei Doge, als der Zweite bei Bitcoin

Denn schon einen Tag später setzte Elon Musk einen nicht minder kontroversen Tweet hinterher:

Er arbeite mit den Entwicklern von Dogecoin, um die Effizienz der Transaktionen zu verbessern. Kurz darauf erklärt Musk, er unterstütze die Dogecoin-Entwickler schon seit Monaten.

Darin liegt natürlich Dynamit. Elon Musk wird zum Gönner von Dogecoin. Er ist, frei nach Cäsar, lieber der Erste bei Dogecoin als der Zweite bei Bitcoin. Er will eine Währung, die ihm untersteht, und die er so formen kann, wie er es für richtig hält.

Und mit Dogecoin hat er nicht die schlechteste Wahl getroffen: Der Coin ist seit 2014 stabil, ist technisch wenig experimentell, hat ein starkes Meme und überzeugte User, und keine sturköpfig-störenden Entwickler, die sich den Ambitionen von Elon Musk in den Weg stellen könnten.

Der perfekte Coin für eine Übernahme – und der perfekte Coin, um große Ambitionen zu verwirklichen?

Die Bitcoin-Szene reagierte erneut spektisch und teilweise spöttisch bis beleidigend. Dass sich Musk für Dogecopin entscheidet, den Coin, in den am wenigsten Entwicklung geflossen ist, darf man gerne als Schlag in die Magengrube aller Techniker werten

Aber noch dahin blieb das Verhältnis zwischen Elon und den Bitcoinern einigermaßen heil. Das jedoch sollte sich zügig ändern …

Einfach mal die Blöcke größer machen …

Denn kurz darauf überschritt der Ingenieur aber die roteste aller roten Linien. Er erläuterte, wie er Dogecoin verbessern wolle:

Idealerweise beschleunige Dogecoin die Blockproduktion um das Zehnfache, erhöhe die Blockgröße um das Zehnfache, und senke die Gebühren um das Hundertfache.

Denn wenn das Transaktionsvolumen hundertfach steige und die Gebühren hundertfach sinken, dann blieben die vereinnahmten Gebühren dieselben. Und das, ein hohes Volumen und geringe Gebühren – genau das brauche eine Währung für die ganze Welt.

Das war es dann also. Man kann Bitcoins Energieverbrauch kritisieren. Gerne! Man kann aufhören, Bitcoins im Verkauf zu akzeptieren. Man kann sogar mit Dogecoin zum Gönner einer alternativen Währung werden. Alles in Ordnung! Aber zu behaupten, man können eine Kryptowährung skalieren, indem man größere Blöcke erlaubt: Das geht überhaupt nicht!

Wir hatten das Thema von 2015 bis 2018 in den Blocksize-Kriegen um die Skalierbarkeit. Diese haben damit geendet, dass Bitcoin bei kleinen Blöcken blieb, dass Skalierung (irgendwann) über Lightning oder andere Offchain-Verfahren laufen muss – etwa die Sidechain von PayPal -, dass Bitcoin vor allem ein dezentrales digitales Gold und die Eignung als Zahlungsmittel nachrangig ist; und dass all dies als eine Wahrheit zu gelten hat, die nicht subjektiv, sondern naturwissenschaftlich-objektiv, mehr Naturgesetz als Überzeugung ist, weshalb jeder, der sie nicht teilt, entweder dumm ist oder maliziöse Absichten hegt.

Es folgte, unvermeidbar, eine Flut an Belehrungen, Beschuldigungen und Beleidigungen. Ein paar zufällig ausgewählte Antworten von einigermaßen bekannten Bitcoinern:

Dem Podcaster Peter McCormack fiel schließlich nichts besseres ein, als Elon Musk den „perfekten Troll“ zu nennen – jemand, bei dem man nicht wisse, ob er trolle oder nicht.

Vielleicht trolle Elon ja, wenn er armselig informiert Bitcoin kritisiere und Dogecoin unterstütze – aber vielleicht trolle er auch nicht und meine das tatsächlich ernst. Für diesen Fall doziert Peter: Doge sei ein Meme, ein Witz ohne Entwickler oder echten Nutzen, und die Blocksize-Debatte, die Elon Musk da wieder eröffne: sie sei lange vorbei, eindeutig und glasklar entschieden. Bitcoin sei die einzige dezentrale Kryptowährung, die echte Zwecke erfülle.

Irgendwann, in dieser Flut an Belehrungen und Beleidigungen, hat es Elon Musk wohl gereicht. „Widerliche Threads wie dieser erwecken in mir den Wunsch, alles auf Doge zu setzen“, antwortet er Peter McCormack. Bitcoin, so der Tesla-Boss, sei „hochgradig zentralisiert“, da eine Handvoll von Minern die Hashrate kontrolliere. Erst kürzlich habe eine einzelne Kohlemine, die in Xinjian geflutet wurde, die Hashrate um 35 Prozent abstürzen lassen. „Klingt das ‚dezentral‘ für dich?“

Streit ist kein Nullsummenspiel!

Ihr dürft nun genau einmal raten, was er damit auslöste.

Habt ihr euren Tipp abgegeben?

Richtig, was sonst: Es gab noch mehr Belehrungen, noch mehr Beschuldigungen, noch mehr Beleidigungen. Elon solle lernen, dass Miner und Pools nicht dasselbe seien; er solle sich über das Lightning-Netzwerk informieren; er, der Egomane, wolle alles kontrollieren und verstehe Bitcoin nicht; er werde gar zum Roger Ver von Dogecoin, demonstriere, wie wenig Ahnung er vom Thema habe, oder, einfach und direkt: „Fick dich Elon, du nervst!“

Und wie so oft – Scherben von der einen plus Scherben von der anderen Seite ergeben mehr als die Summe der Scherben. Sich zu streiten ist kein Nullsummenspiel! Als jemand sagte, er würde es nach all dem Hass verstehen, wenn Elon alle Bitcoins von Tesla verkauft, nur um es der Szene heimzuzahlen, antwortete Elon mit „In der Tat“. Er stellte aber auch klar, dass Tesla (noch) keinen einzigen Bitcoin verkauft habe.

Aber, pfff — will Elon den Bitcoiner wirklich damit drohen, Schluss zu machen? Das kann nur eine Reaktion nach sich ziehen, wie der Twitter-Account des Bitcoin-Magazins Citadel21 vorführte:

Elon solle doch seine Bitcoins verkaufen, und die von Tesla auch gleich mit. Bitcoin brauche ihn nicht, sondern lache über sein aufgeblasenes Ego. Er werde das irgendwann auch lernen. Aber jetzt, jetzt solle er sich zum Teufel nochmal verpissen und alle seine Coins verkaufen. Er sei sie gar nicht wert. Andere sammelten sie dankbar ein. Und so weiter.

Wir könnte an der Stelle natürlich noch lange durch diesen Sumpf an Vorwürfen und Gegenvorwürfen waten, und wir könnten natürlich noch all jene hochgradig peinlichen Versuche der Altcoiner erwähnen, Elon Musk ihren Lieblingscoin zu verkaufen: IOTA, Ripple, Bitcoin SV (BSV), Bitcoin Cash, Nano, Stellar – kaum eine Community konnte es sich verkneifen, sich dem Tesla-Boss anzubieten, obwohl der sich offensichtlich schon längst entschieden hatte.

Wir könnten, wie gesagt, noch lange auf diesem Twitter-Drama herumreiten. Aber stattdessen versuchen wir, ein paar Lektionen daraus zu ziehen. Was sagt all das nun aus?

Drei Lektionen

Erstens ist der Energieverbrauch von Bitcoin ein Problem für die Öffentlichkeit, trotz all der exzellenten Argumente, weshalb das Mining kein Problem fürs Klima ist. Der Zusammenhang ist so bestechend einfach, dass sich ihm jemand wie Elon Musk nicht entziehen kann. Wenn man will, dass Bitcoin öffentlich akzeptiert wird, besteht Handlungsbedarf – unabhängig davon, was die Wahrheit ist.

Zweitens ist Dogecoin nun der Coin von Elon Musk, der nicht nur der vermutlich reichste Mann der Welt ist, sondern als Mitgründer von PayPal auch viel übers Zahlungswesen weiß. Damit dürfte Dogecoin nicht so schnell wieder in der Versenkung verschwinden, wie er aus dieser hervorgestiegen ist, sondern hat gute Chancen, dauerhaft einer der Top-Coins zu bleiben.

Drittens ist die Blocksize-Debatte nicht so sehr vorbei, wie viele sich das wünschen. Wir sehen das auch daran, wenn die Binance Smart Chain (BSC) mehr und mehr zur Konkurrenz von Ethereum wird, wenn alle Versuche, die User zu „Second-Layer-Lösungen“ zu treiben, zu Lightning oder Rollups, an den Usern scheitern. Und wir sehen das nun bei Elon Musk. „Sein“ Coin, Dogecoin, wird nun womöglich zum neuen Flaggschiff der Big Blocker – und verleiht einem eigentlich schon abgeschlossenen Drama eine überraschende Zugabe.

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28 Kommentare zu Wie der reichste Mann der Welt Bitcoin disst, zum Boss von Dogecoin wird und eine totgeglaubte Diskussion wiedererweckt

  1. Passend zum Thema:
    POW Coins Energie/TX Verbrauch im Vergleich
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  2. was muß es im Leben stinkelangweilig sein, wenn man wirklich so gut wie alles erreicht und sich erfüllt/gekauft hat… und dann erhält er plötzlich die ungeteilte Aufmerksamkeit von zahllosen Cryptonoob-Lemmingen, die ihn sogleich zu ihrem neuen McAfee küren und hirnlos, panisch und verlustreich spontan jedem seiner Crypto-„Experten“-Tweets hinterhertraden. :p

    Der Typ sollte sich echt lieber mal um seine sich-selbst-crashenden und reihenweise spontan-selbstentzündeten Tesla-Schrottkisten kümmern als um „Crypto“.

  3. Multi-Akademiker // 17. Mai 2021 um 14:49 // Antworten

    Vielleicht sollte Elon – ein Staatsbürger der USA – in der Bundesrepublik Deutschland am trockensten Ort in West Brandenburg OHNE Baugenehmigung einfach so ein Gehäuse aufbauen kann um ein Milliarden von GigaJoule Energie Umsetzendes Produkt (ein durchschnittliches Auto benötigt ca 3, 7 GJ Energieumwandlung) auszuliefern.
    Man muss, um den Sachverhalt fachliche korrekt zu beurteilen, die ansässigen geodätischen Institutionen konsultieren…
    Es brennt hier übrigens oft und viele Tiere sind aufgrund der Trockenheit fast komplett ausgestorben..

    Um jetzt nach dem Energieumwandlungsbetrag von BTC zu schreien, wäre es zuerst einmal empfehlenswert die „sozialen Netzwerke“ und die Google Serverfarmen abzuschalten und zu sehen, wie hoch die Einsparungen durch einfaches Weglassen von Nichtrelevanter Spassgesellschaft ist.

  4. Multi-Akademiker // 17. Mai 2021 um 14:55 // Antworten

    Korrektur:
    Elon sollte sich erstmal öffentlich erklären WIE er ohne Baugenehmigung ohne Furcht vor der behördlichen Abrissbirne in fremden Land bauen konnte. Ein Bürger der BRD dürfte das nicht (der Wald besteht bei weitem NICHT nur aus Bäumen).
    Wandelnde dauerhaft überwachte fahrende Computer mag der gebildete Bürger eher weniger, das nur als freundlicher Hinweis..

    Würde das in den USA ein deutscher Unternehmer tun, wären in unter 12 Stunden der Heimatschutz unter Vollbewaffnung freundlich zugegen.

    Das war der Korrektur Nachtrag.

    • Das wird Elon Musk nicht öffentlich erklären, weil das außer Dir sowieso jeder verstanden hat. Dir erkläre ich es: Elon Musk ist reich.

  5. Terastrike // 17. Mai 2021 um 15:26 // Antworten

    Das ist ein grandiose Zusammenfassung der kompletten Debatte. ich bin begeistert, so gut habe ich das auf keiner anderen Webseite gelesen. Meinen Dank für diese brillante Darstellung.

    • Multi-Akademiker // 18. Mai 2021 um 10:56 // Antworten

      Erstens „Sie “ statt „Du“ und zweitens nach dem Studium der Personen-nahen Literaturen (auch seiner eigenen) ist Elon nicht „reich“.
      Wer wirklich mal sich wohlhabend bezeichnen kann waren die Brüder Albrecht, die Brüder Siemens und die frühen Vanderbilt… und andere.

      Es handelt sich bei Elon um Buchgelder. Einen Gegenwert ist schwer auszumachen.

    • @Terrastrike. Ich kann mich da nur anschliessen. 🙂
      Lustig auch der Seitenhieb auf die dogmatischen Small-Blocker und ihre fanatische Anhängerschaft. Für mich immer noch schwer zu verstehen, wie die Small-Blocker-Crypto-Elite es geschafft hatte, die Mehrheit der Durchschnittsuser so zu überzeugen.

  6. Wer weiss, er könnte mit solchen Nachrichten und Verhalten auch einfach einen vorübergehenden Kursrutsch provoziert haben um seinesgleichen einen schönen Einstiegsmoment zu bescheren.
    Bewusst war ihm das sicherlich.

    Erst Milliarden investieren und 2 Monate später dann plötzlich so. Das passt doch alles nicht zusammen.

    Der Typ ist in meinen Augen ein falscher Fünfziger.

  7. „Sometimes I just like to talk smack.“ (Elon Musk auf Clubhouse, 31.01.21) (https://www.youtube.com/watch?v=4_qxJEsvvSA)

    • Multi-Akademiker // 18. Mai 2021 um 11:00 // Antworten

      Hier der Hinweis auf seine eigenen Literaturen könnten den Persönlichkeitstyp offenbaren.

      Soviel sei gesagt:
      Einen Persönlichkeittypen gleichen Kalibers duldet er aus verständlichlichen Gründen NICHT.

      Welche grundständigen echten inhaltsbepackten Ausbildungen besitz er bzw hat er erfolgreich durchlaufen?

  8. Vielleicht stellt der folgende Ansatz keinen großen Wurf dar, aber würde es nicht bereits helfen den Block-Reward um den Faktor 5 bis 10 zu senken, um dadurch den Anreiz zum energiehungrigen Mining zu reduzieren. Außerdem könnte so die Zeit bis zum Erreichen des Total Supply (21 Mio.) gestreckt werden. Dadurch läge später auch keine so große „Last“ auf den Transaktionsgebühren, um die Sicherheit des Netzwerkes zu gewährleisten.

  9. FleischLego // 17. Mai 2021 um 17:47 // Antworten

    Peinlich finde ich vor allem wie die Bitcoin Gemeinschaft Musk erst als großen Fürsprecher willkommen heißt und ihn später nachdem er offenkundig beraten wurde, dass Bitcoin ein paar schlechte Parameter aufweist wie den Energieverbrauch und die hohen Transaktionskosten, dann empört mit einem Shitstorm überzieht. Darf man denn Bitcoin nicht hinterfragen? Hatte der Erfinder nicht ursprünglich Peer to Peer electronic Cash auf seinem Whitepaper stehen? Das ist es doch heute nun wirklich nicht mehr. Ich bin selbst kein großer Musk Fan aber der diametrale Wechsel der Zuneigung von BTC Fans gegenüber ihm ausgelöst durch seine validen Fragen, das ist kindisch.

    • Tim Leiser // 17. Mai 2021 um 19:26 // Antworten

      Es ist schlicht nicht glaubwürdig, dass Mr. Musk Monate lang mit BTC geliebäugelt hat, ihm aber diese Diskussion entgangen ist. Und wenn er dann beraten wurde, er nicht erfahren haben will, dass bereits 75% des Mining’s regenerativ passieren.

      Ich bin wirklich voll Hochachtung für die Leistungen dieses Mannes. Und natürlich hat es mich gefreut, dass er mit TESLA in BTC eingestiegen ist. Aber hier hat er sich offenbar für das Image entschieden.

  10. Selbstverständlich darf Elon Bitcoin kritisieren. Und selbstverständlich darf man auch Elon Musk kritisieren.
    Nur wenn die gegenseitigen Beleidigungen unter der Gürtellinie anfangen, das ist dann immer der Moment, wo ich aufhöre, genauer zuzuhören.

  11. Und scheinbar geht das auch anderen so. Elons Tweet hat den Kurs von Doge diesmal nicht wesentlich und auch nicht nachhaltig beeinflusst. Weder nach oben noch nach unten.

  12. Tim Leiser // 17. Mai 2021 um 19:21 // Antworten

    Nu ja. Ich hätte gehofft er steigt ins Mining ein. Als Produzent von PV-Anlagen, Chips und eigener Abnehmer könnte er den Überschuss an jeder seiner Fabriken sinnvoll für das Mining nutzen.

    Aber was soll’s: der Kurs ist bis 42.000 Dollar ohne TESLA gekommen. Da ist er jetzt wieder. Ich denke die Elon-Fanboys werden jetzt aus dem Markt geschwemmt sein, weil sie denken, dass BTC ohne den Erlöser nicht leben kann. Ich bin seit Anfang 2017 Hodler und ziemlich gelassen.

  13. Elon Musk ist vielleicht von seinen mächtigen Freunden daran erinnert worden, dass sein Reichtum fast ausschließlich auf staatlichen Marktinterventionen beruht (Abgriff von hohen Subventionen, CO2-Zertifikatehandel, Verbot von Verbrennerautos, etc.). Wie kann er da Bitcoin unterstützen, das die größte Bedrohung für die herrschende Elite darstellt, da es die Trennung von Staat und Geldwesen impliziert. Sein Freund Jack Ma ist ein mahnendes Beispiel, was passieren kann, wenn man zu unvorsichtig wird …

    • Das ist doch ganz einfach: Bitcoin ist KEINE Bedrohung für die herrschende Elite. Bitcoin ist nicht Monero. Die Bitcoin-Gemeinde kennt kein noch dringenderes Bedürfnis als sich allen Regeln der herrschenden Elite zu unterwerfen.

      • Michael. // 18. Mai 2021 um 11:18 //

        Wer die Funktionsweise des Fiat-Geldsystems verstanden hat und die staatliche Antwort der Entwicklung eines digitalen Zentralbankgelds verfolgt, der weiß, dass Bitcoin als Bedrohung wahrgenommen wird. Kleine Coins wie Monero dienen doch eher dazu, gewisse Kreise mit Drogen, Waffen und Kinderpornos zu versorgen. Da unterwirft sich die Bitcoin-Gemeinde sicherlich dankbar den herrschenden Regeln und freut sich, dass dieser Teil zu Monero abgewandert ist.

      • Shiro // 19. Mai 2021 um 3:43 //

        Bitcoin wird als nichts weiter als ein Schritt hin zum digitalen Zentralbankgeld wahrgenommen. Private Kryptowährungen dürfen die Konzpte ausprobieren und wenn die staatlichen Kryptowährungen kommen, dann werden die privaten eliminiert.

      • Michael. // 19. Mai 2021 um 9:52 //

        @Shiro: Was Du beschreibst, ist ein mögliches, sehr trauriges Szenario. Deshalb ist es auch so wichtig, möglichst vielen Menschen den fundamentalen Unterschied zwischen Bitcoin und digitalem Zentralbankgeld zu erklären. Es geht hier um nicht weniger als den Unterschied zwischen Freiheit und Sklaverei. So wie Big Tech heute Menschen mit der falschen Meinung digital vernichtet, so kann morgen der Staat das digitale Zentralbankgeld dazu nutzen, Dir „per Knopfdruck“ vorzuschreiben, was Du kaufen, denken und tun darfst.

    • Multi-Akademiker // 18. Mai 2021 um 11:03 // Antworten

      Das sehe ich genauso (immer „Holder“, zu gerne schon früher, aber ich wusste nicht um den BTC).

      Die IDEE DAHINTER ist das wichtigste Argument.

  14. Eine Währung, die sich so stark durch die Aussagen bzw. Aktionen einer einzigen Firma beeinflussen lässt, ist vielleicht keine richtige Währung.
    Was würde erst passieren durch eine gezielte, Kampagne mehrerer gewichtiger Akteure…

  15. Christoph Schlussfolgerungen daraus am Ende des Artikels finde ich aber interessant – vor allem die Erste:
    > Erstens ist der Energieverbrauch von Bitcoin ein Problem für die Öffentlichkeit, trotz all der exzellenten Argumente, weshalb das Mining kein Problem fürs Klima ist.

    Viele Ideen, dass Bitcoin grün werden könnte oder bereits ist, erscheinen tatsächlich erstmal für viele wie graue Theorie oder blosses Marketing der Kryptoszene.
    Zum einen weil dezentrale Umsetzungen einer Idee viel viel schlechter messbar sind, als zentrale.
    Zum anderen weil die Branche der Erneuerbaren ein ähnliches Image Problem damit haben dürfte, wie Elon Musk. Man mag etwas, dass das Image hat, ein Klimakiller zu sein, kaum seinen potentielle Investoren zumuten, selbst wenn man selbst die Idee für umsetzbar und gut hält.

    Im Prinzip kann man aber die Idee aus https://bitcoinblog.de/2021/04/22/bitcoin-mining-als-voraussetzung-fur-eine-vollstandige-energiewende/ auch im Kleinen umsetzen. D.h. die Überschussenergie der Photovoltaikanlage und/oder einer Kleinwindkraftanlage auf dem Dach oder im Garten führt schneller zur Armortisierung dieser, wenn ich damit einen Miner im Keller betreibe.

    Wenn ich das dann nur für den Miner nutze, ist der Strom natürlich noch lange nicht grün.

    Aber Erstens führt die höhere Nachfrage mittelfristig dazu, dass die Anlagen auch für andere Anlagenbetreiber günstiger werden.
    Und Zweitens überleg ich mir vielleicht, ob ich meinen Kühlschrank -statt mit Strom für 12-13 cent aus dem öffentlichen Netz – mit Strom aus meiner eigenen Anlage füttere, die mich nach der Armortisierung fast nichts mehr kostet. Somit nutze ich den Strom dann auch nicht ausschliesslich fürs Mining.
    Drittens sind so ausgestattete Haushalte robuster gegen Stromausfälle des öffentlichen Stromnetzes.
    Und Viertens, wenn viele so etwas machen, spricht sich vielleicht auch bei den Investoren der Erneuerbaren rum, dass das eine auch gute Idee für große Stromparks ist. Der Dezentralität an sich stehen die Erneuerbaren bereits heute sehr positiv gegenüber.

    Solche Gedanken finde ich persönlich interessanter, als Theorien welche Lobby hier wen wie beeinflusst hat.

  16. Alfred Tezlaff // 17. Mai 2021 um 20:56 // Antworten

    Ich würde mir keinen Dogecoin anschaffen, der auf Elon Musk hört wie eine braver Hund. Elan Musk ist einfach zu sprunghaft, am nächsten Tag wird eine gegenteilige Meinung vertreten und im Wesentlichen mit dem BTC Front-Running zum Schaden vieler Investoren betrieben. Elan Musk machte als großer Wal mit dem BTC durch seine bisher nach den BTC basierten Käufen von Tesla-Fahrzeugen nachgelagerten BTC-Verkäufe Millionen US$ Gewinn und kann damit seine Tesla-Fabriken wie auch durch den Verkauf von CO2-Kontigenten subventionieren.

    Nachdem er zu viel Druck von Linken bekommen hat, die nicht beliebige vermehrbare Währungen gar nicht mögen, macht er den BTC schlecht damit er durch die vielen Lemminge am Dogecoin die nächsten großen Gewinne scheffeln kann.

    Ich kaufe daher keine Dogecoin. Denn eine Währung ist nur so vertrauensvoll, wie die Leute die dahinter stehen. Dogecoin ist daher keinen Pfifferling wert.

    • Das Elon Musk so sprunghaft ist, ist eigentlich weniger das Problem. Eher ist es das Problem, dass es noch so viele Gläubige zentraler Koryphäen gibt, die blind den Ansagen aus der Ideenzentrale folgen. Elon Musk selber macht sich da ja eher lustig drüber, indem er fast offensichtlich nur seinem eigenen Vorteil folgt.

      Je breiter Krypto aufgestellt ist, desto weniger wird so etwas eine Rolle spielen. Das zeigt, dass es immer noch eine sehr frühen Phase ist, über das der hohe Preis und Marktkapitalisierung, als eigentlich nur softer Indikator, leider sehr hinweg täuschen.

  17. Alfred Tezlaff // 22. Mai 2021 um 23:05 // Antworten

    Genauso wie ich von Elon Musk keinen Dogcoin kaufen würde, würde ich auch keinen Tesla PKW kaufen. Denn wer garantiert mir, das Elon Musk meinen PKW einfach Over the Air stilllegt, genauso wie er auch heute schon einfach gekaufte Features wieder abschaltet bzw. gestern BTC akzeptiert, heute wieder nicht ?

    Ohnehin hat man den Einruck, das Elon Musk seine Tesla-Werke nur zum Schein betreibt, um mit ganz anderen Dingen viel Geld zu verdienen: Mit dem Verkauf von CO2-Zertifikaten oder dem BTC jeweils auf Kosten der Allgemeinheit, d.h. der Steuerzahler, der Investoren. Denn nenennswerte Gewinne machen seine Werke nicht. Einen Elektromotor mit einem Akku und etwas Pastik drumherum kombinieren kann man in Asien billiger bzw. können angestammte Autobauer effektiver.

    Was fehlt ist, eine Regulierung, die verhindert, das einzelne Investoren Schindluder mit Crypto-Währungen treiben, indem sie riesige Mengen in kurzer Zeit heimlich kaufen, oder Versprechungen über den BTC tätigen, die dann nach kurzer Zeit ohne Vorankündigung wieder gecancelt werden. Wer derartige Versprechungen in diesem Ausmaß macht, sollte sich dann auch aus Gründen des Investorenschutzes mindestens 1 Jahr lang daran halten.

    Darüberhinaus wird der BTC wie auch andere rechenintensive Crypto-Währungen niemals besondere Höhen erklimmen, da z.B. ein Bitcoin im Wert von 100000US$ bedeuten würde, das es sich für chinesische Miner mit Stromkosten von 8.5 Cent/kWh lohnen würde, bis zu knapp 100000 US$ / 0,085Cent/kWh = 1176 MWh !! im Mittel für die Findung eines neuen Bitcoin-Codes zu investieren. Das wird jedoch keine Regierung mitmachen und daher den Bitcoin verbieten oder Unternehmen sanktionieren, um so die Grundlage für das Mining von vornherein zu beseitigen.

    Darüberhinaus stellt der Bitcoin zwar ein nicht beliebig vermehrbares Gut da, die Inflationierung der Cryptowährung findet jedoch über die Anzahl der verschiedenen Crpytowährungen statt – zum derzeitigen Zeitpunkt fast 9000 verschiedene.

    Fazit: BTC und ähnlich gestrickte Produkte eigenen sich nicht als Wertaufbewahrung, da ihnen permanent durch staatliche Verbote ein Totalverlustrisiko anhaftet und eine einzelne Cryptowährung langfristig mit einem Käuferschwund zu kämpfen hat, da fast beliebig viele neue Cryptowährungen erfunden werden können bzw. die Konvertierung von elektronischen Euros in BTC und zurück einfach von der EZB, der FED, etc. unterbunden werden kann.

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