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Die Bitcoin-Zitadelle: Endlich wieder eine Bitcoin-Konferenz!

Schloss Burgscheidungen, Gemälde von Theodor Hennicke, aus der Sammlung Alexander Duncker. Das Bild ist gemeinfrei, mehr Infos auf Wikipedia.

Anfang August wird im ersten deutschen Bitcoin-Schloss die Konferenz „Bitcoin-Zitadelle“ stattfinden. Nach der Zwangspause durch Corona giert die Szene danach, sich wieder zu treffen. Karten sind rar, aber unsere Leser können ein Ticket für die Konferenz gewinnen, die auch Hackday, Workshop und Party ist.

Bitcoiner sind besessen von der Idee der Zitadelle. Diese Besessenheit begann mit einem Reddit-Post eines angeblichen Zeitreisenden von 2025: Die Welt versinke in Chaos, das Geld kollabiere zusammen, nur Bitcoiner erhielten ihre Werte, und um sich vor Neid und Gewalt zu schützen, verbunkerten sie sich in Bitcoin-Zitadellen, die rund um den Globus entstehen.

Natürlich ist das Post Fiktion. Aber für Bitcoiner und deren Hang zu dystopischem Optimismus wurde es Inspiriation, und so ging die Zitadelle in den festen Ideenkanon der Szene ein. In Deutschland haben einige Bitcoiner das sachsen-anhaltinische Barockschlösschen Burgscheidungen gekauft oder gepachtet, was, wenn man historisch einige Augen zudrückt, als erste deutsche Bitcoin-Zitadelle gelten darf.

In diesem Schloss findet vom 6. bis 8. August die erste deutsche Bitcoin-Konferenz seit der zweiten Corona-Welle statt – die erste, seitdem der Kurs Ende 2020 in den Überbullen-Modus gegangen ist, die erste, seitdem der Bärenmarkt begann, die, sagen wir es so: Erste Konferenz eines für Bitcoin neues Zeitalters.

Das Programm wird von Maximalismus dominiert. Es geht nur um: Bitcoin, Bitcoin, Bitcoin.

Titus Gebel bringt Bitcoin-Zitadellen mit seinem Plan freier Privatstädte zusammen; Oliver Gugger von Lightning Labs und Rene Pickhardt sprechen über das Lightning-Netzwerk, Jonas Nick von Blockstream über den „Schnorr-Zoo“, der mit Taproot bei Bitcoin einzieht. Alex von Frankenberg vom High-Tech Gründerfonds erklärt, warum Bitcoin „der dominante Standard“ ist, während der Rechtsanwalt Thomas Nägele über die Bitcoin-Regulierung in Liechtenstein doziert.

Mit Dennis Reimann und Markus vom 21-Podcast sowie dem Gigi tragen drei Mitglieder der digitalen, die Toxizität als Auszeichnung verstehenden, Bitcoin-Propaganda-Brigade vor. Holger Rehm vom Blockchain-Center referiert dagegen über Bitcoin-Charts, während sich mit Kristina Walcker-Meyer die Geschäftsführerin von Nuri, ehemals Bitwala, vorstellt. Und Wirtschaftsprofessor Gunther Schnabl bringt mit einem Vortrag über den Wettbewerb der Währungen auch ökonomisch-akademische Expertise ins Schloss.

Daneben gibt es einige Panels, Workshops zu Lightning und Hardware-Wallets, eine Kunstaktion, ein Barbeque, eine Party und einiges mehr. Das ganze wirkt wie eine Mischung aus Konferenz, Klassentreffen und Hackday.

Für diejenigen von euch, bei denen nun der Hunger nach der Veranstaltung erwacht ist, habe ich allerdings eine schlechte Nachricht: Ihr seid nicht die einzigen. Die Lust darauf, andere Bitcoiner zu treffen, ist in der deutschen Szene gewaltig. Alle Tickets sind ausverkauft, die Wartelisten sind voll. Ihr könnt euch anmelden, vielleicht habt ihr eine Chance. Aber für die 200 Karten gibt es bereits mehr als 340 Bewerber.

Ab der kommenden Woche versteigern die Veranstalter ein paar Tickets auf scarce.city, einem Art Aktionshaus, das mit dem Lightning-Netzwerk verbunden wird. Ladet euch schon mal eine Lightning-Wallet runter, z. B. Phoenix, die BlueWallet oder Electrum, ladet eure Channels auf, so dass auch einige hundert Euro durchgehen, und folgt der Bitcoin-Zitadelle auf Twitter, um live mitzubekommen, wenn die Versteigerungen losgehen.

Für einen unter euch habe ich auch eine gute Nachricht: Ich konnte ein Freiticket sichern. Mangels besserer Ideen vergebe ich es einfach an denjenigen von euch, der mir am schnellsten und klarsten in 140 Zeichen und eigenen Worten erklärt, weshalb Schloss Burgscheidungen im architektonischen Sinn KEINE Zitadelle ist. Einfach eine kurze Mail an christoph.bergmann@mailbox.org.

Ermöglicht wird die Konferenz von einer Reihe exquisiter Sponsoren aus der deutschen Bitcoin-Branche. Besonders erwähnenswert sind Pocketbitcoin, ein Service, der Banküberweisungen automatisch in Bitcoins wechselt, Nuri, das Bankkonto mit Bitcoin-Wallet, sowie Shopinbit, Europas größer Bitcoin-Store mit mehr als 250.000 Produkten. Daneben haben auch Aprycot, Shift Crypto und Lastbit dazu beigetragen, die Konferenz zu ermöglichen.

P.S.: Wer es nicht zur Zitadelle schafft, sei es wegen Mangels an Zeit oder eines Tickets, hat Anfang September die Chance, sich dennoch mit Gleichgesinnten in Schloss Burgscheidungen zu treffen. Denn vom 3. bis zum 5. September wird das CCS21 stattfinden, das Crypto Castle Symposium. Das Motto ist „unDystopia – Dissolve your walls“, was perfekt den oben angesprochenen dystopischen Optimismus der Bitcoiner zum Ausdruck bringt. Da es ein Symposium ist, könnt ihr Paper oder Plakate einreichen, um eingeladen zu werden. Die Webseite ist zwar noch offline, aber will, kann schon mal an fbarreiro@cryptocastlesymposium.com per Mail schreiben.

Über Christoph Bergmann (2119 Artikel)
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2 Kommentare zu Die Bitcoin-Zitadelle: Endlich wieder eine Bitcoin-Konferenz!

  1. „Dystopischer Optimismus“ ist eine geniale und passende Wortschöpfung, aber wie bei den amerikanischen Preppern finde ich diese Haltung sehr unsozial.

  2. Vergesst nicht die Mallorca Blockchain Days (auf der Insel gibt es auch Zitadellen en masse 🙂
    https://mallorcablockchaindays.com/

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