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Lightning: Kapazität übersteigt 2.000 Bitcoin

Ein Blitz schlägt ein. Bild von Kent Rasmussen via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Endlich: Das Lightning-Netzwerk wächst. Mehr Nodes, mehr Channels, und, vor allem: mehr Bitcoins. Dabei zeichnet sich ein interessanter Trend ab: Die User scheinen Lightning zunehmend zu vertrauen. Wird es doch noch etwas mit dem Offchain-Netzwerk?

Über Lightning wird viel geschrieben. Den einen ist das Offchain-Netzwerk für Bitcoin der Heilsbringer für die vollkommene Skalierung, den anderen ein verkopftes Konzept, das in Wirklichkeit niemals funktionieren kann. Die Wahrheit ist vielleicht irgendwo dazwischen.

Nachdem das Netzwerk lange stagniert hat, gibt es nun erfreuliche Nachrichten: Es wächst. Und zwar rapide. Nichts verdeutlicht das so sehr wie ein Chart der Anzahl von Payment-Channels und der gesamten Kapazität in Bitcoin:

Channels und Kapazität im Lightning-Netzwerk nach TxStats.com

Zunächst ist Lightning rasch gewachsen, nachdem das Netzwerk Anfang 2018 live ging. Doch schon im Frühjahr 2019 erreichte es einen ersten Höhepunkt, um nach einem milden Abfall für beinah zwei Jahre zu stagnieren. Erst ab Februar 2021 zeichnete sich ein klarer Trend zu weiterem Wachstum ab. Vor allem die Kapazität in Bitcoin zeigt dies, indem sie von rund 1.000 BTC auf gut 2.000 BTC gestiegen ist. Sie explodiert förmlich.

Zwei weitere Charts illustrieren diesen Trend:

Anzahl der Knoten des Lightning-Netzwerks nach Bitcoin Visuals

Hier sehen wir die Anzahl der Knoten im Lightning-Netzwerk. Anders als die Kapazität hat diese niemals aufgehört, zu wachsen. Es gab offenbar eine lange andauernde Phase des Experimentierens, in denen Leute zwar Knoten eingerichtet haben, aber sich noch nicht trauten, diesen auch viel Geld anzuvertrauen. Lightning erweckte die Neugier, aber kein Vertrauen. Seit dem Frühjahr 2021 hat sich dieser Trend umgekehrt: Die Kapazität des Netzwerks steigt deutlich schneller als die Anzahl der Knoten.

Lightning-Kapazität, in BTC und Dollar, nach Bitcoin Visuals.

Schließlich haben wir hier noch einmal die Kapzität des Netzwerks in einem anderen Chart. Nicht erstaunlich ist, dass die Kapazität in Dollar mit dem Anstieg des Preises auch in der zweiten Hälfte 2020 anstieg, während Lightning eher stagnierte. Interessant hingegen ist, dass Lightning seit etwa April dem Preisverlauf entgegenläuft – der Preis fällt, doch die Kapazität in Lightning wächst. Es dürfte schwer sein, ein optimistischeres Signal zu produzieren.

Sehr deutlich zu sehen ist hier auch, dass sich das Wachstum von Lightning derzeit rapide beschleunigt.

Woran liegt es? Das ist schwer zu sagen. Eventuell hat der Trend zu Lightning-Zahlungen in El Salvador sowie die Ernennung von Bitcoin zum offiziellen Zahlungsmittel in dem zentralamerikanischen Land einen Beitrag geleistet; eventuell funktioniert Lightning durch die kontinuierliche Fortentwicklung immer besser; eventuell wurde schlichtweg eine Art Tipping-Punkt erreicht, der Lightning – noch in kleinen Kreisen – zum Standard macht, etwa für internationale Überweisungen.

Aber ist das „wieso?“ wirklich wichtig? Was zählt, ist, dass Lightning wächst. Denn wenn ein Netzwerk wächst, greifen die Netzwerkeffekte – es wird nicht nur größer, sondern auch besser; es hat nicht nur mehr Teilnehmer, sondern funktioniert für jeden Teilnehmer besser. Ob Lightning damit schon „gewonnen“ hat, kann man bezweifeln. Aber es ist auf einem guten Weg.

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30 Kommentare zu Lightning: Kapazität übersteigt 2.000 Bitcoin

  1. Paul Janowitz // 28. Juli 2021 um 14:50 // Antworten

    Als jemand, der mit Lightning nie wirklich warm geworden ist, finde ich das eine erfrischend erfreuliche Nachricht im sonstigen Dschungel von immer neuen größtenteils unnützen Token usw.

    Die Killeranwendung von Blockchain ist nunmal Geld. Und solange das nicht zuverlässig funktioniert und sich etabliert, sehe ich kaum Zukunft für die ganzen gehypten Wollmilchsauprojekte, die am Ende meistens nur Pump&Dumps sind.

    Gerade aus Sicht von Merchants ist eingehende Liquidität ein ziemlich großes Problem, welches dazu meist auch Mittel bindet, die der Volatilität unterliegen und Buchhalter nicht gerade begeistert sind, wenn sie damit konfrontiert werden. Rebalancing von Channels kann auch nervtötend sein, oft auch weil die einzelnen Implementierungen weiterhin nicht zu 100% zusammenarbeiten.

    Da ich aktuell selbst keinen Bitcoin, geschweige denn Lightning Node mehr betreibe, würde ich mich allerdings über fundiertere Informationen freuen, als die schnöde Anzahl an Channels und der Gesamtkapazität dieser. Hat jemand in letzter Zeit getestet, wie gut oder schlecht das Routing für verschiedene Beträge funktioniert? Hierbei wäre ein Versuch mit mindestens 4 Nodes / Channels interessant, zwei davon mit den stark zentralisierten Hubs wie Bitfinex, ACINQ oder Bluewallet verbunden, zwei eher dezentralisiert mit eher kleinen Teilnehmern. Da Fees bei Lightning kaum eine Rolle spielen, wäre es interessant, wie zuverlässig eine Route für verschiedene Beträge und Channel Setups (zentralisiert oder dezentralisiert) funktoniert. Von Merchants bekomme ich leider nur wenig Feedback dazu, denn ob der Kunde den Bezahlvorgang wegen mangelnder Routen abgebrochen hat oder aus sonstigen Gründen, ist kaum zu erfassen.

    • Frag‘ doch mal bzgl. des Routings bei Rene Pickhardt nach. Er gab neulich ein paar Einblicke beim What Bitcoin Did – Podcast. Andreas Antonopoulos scheint von den neuen Ansätzen ebenfalls überzeugt zu sein.
      https://www.whatbitcoindid.com/podcast/mastering-lightning

    • Moin Paul!
      Wieso glaubst du nicht, dass smart contracts die Killer Anwendung der Blockchain werden?
      Da Bitcoin deflationär angelegt ist, dürfte es aus marktwirtschaftlichen Gründen kaum als Geld funktionieren, oder?

      Grüße
      Sebastian

      • Kranich // 29. Juli 2021 um 11:44 //

        Hallo Sebastian,
        dem Markt, bzw. der Marktwirtschaft, ist es ziemlich egal ob dessen Akteure mit einem inflationären oder deflationären Tauschmittel hantieren. Von daher würde BTC durchaus als Geld funktionieren. Langfristig macht es wenig Unterschied, lediglich kurzfristig nimmt es der Politik die Möglichkeit auf den Markt gesteuert einzuwirken. Weil Politiker eher kurzfristig in Legislaturperioden denken, wird ein deflationäres Geldsystem daher stets misstrauisch beäugt. Lieber schiebt man Probleme auf die lange Bank. Gold hatte als Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel durchaus seine Funktion erfüllt. Im elektronischen Zeitalter ergänzt BTC nun dessen Funktion noch um die Funktion als Recheneinheit. Die Geschichte lehrt, dass Gewaltenteilung schon stets etwas Positives hatte. Deshalb sollte man der Politik auch keine Entscheidungsgewalt über unser Tauschmittelsystem geben. Sie kann gerne vorgeben in welcher Form wann wie viel an Steuern zu entrichten sind, aber mehr bitte nicht. Gerade dies hat man durch die Unabhängigkeit der Zentralbanken versucht zu gewährleisten, doch leider wird diese Unabhängigkeit Schritt für Schritt wieder aufgeweicht.
        Während also Geld, bzw. Bitcoin, von seiner Unabhängigkeit lebt, fallen meiner Meinung nach Smart-Contracts eher unter die jeweilige politische Regulierungsverantwortung. Je nach Vertragsgestaltung lassen sich daraus unterschiedliche steuerrechtliche Konsequenzen ableiten. Smart-Contracts haben durchaus das Potenzial signifikante Umwälzungen in der Finanzwirtschaft und im gesamten ökonomischen System zu bewirken. Allerdings nicht grundlegend und wohl auch nicht ohne den jeweiligen politischen Segen von ganz oben 😉

      • Paul Janowitz // 29. Juli 2021 um 16:59 //

        Die deflationäre Eigenschaft von Bitcoin ist tatsächlich ein ziemlicher Show-Stopper, wenn es um rege genutztes Geld geht und das ist auch ein Grund, warum ich keinen Bitcoin oder eben sogar Lightning Node mehr betreibe. Geld sollte tatsächlich zumindest geringfügig inflationär sein und ich verweise gerne auf das Wörgler Freigeldexperiment (welches extrem inflationär war), welches leider viel zu früh beendet werden musste, als dass man langfristige Schlüsse ziehen könnte. Die meisten Kryptowährungen sind langfristig deflationär (aktuell ist Bitcoin noch recht stark inflationär) und selbst diejenigen, die eine langfristige Emission vorsehen, haben diese meist an eine fixe Größe und nicht an einen Prozentsatz gekoppelt, siehe Dogecoin, Monero, Grin usw. – am Beispiel Monero ist die Emission aktuell mit ~1,2% jährlich unter der von Bitcoin (~1,7%), sinkt aber kontinuierlich auf das Minimum von 0,3 XMR pro Minute und damit ~0,8% beginnend Mitte 2022. Mit den Jahren summieren sich die 0,8% zur gesamten Geldmenge und sie sinkt entsprechend nach ~15 Jahren auf 0,7% usw. – während immer mal wieder jemand seine Coins bzw. Schlüssel dazu verliert, wahrscheinlich sind also selbst 1% Inflation schon real deflationär.

        Smart Contracts sind in 99% der Fälle ziemlich „unsmart“ und meist auch auf externe Quellen angewiesen, die Custody erfordern — Oracles. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass man das Grundprotokoll noch so gut gestalten kann, sei es Bitcoin oder Ethereum, spätestens nach dem DAO Hack, der schließlich zur ETH/ETC Abspaltung geführt hat, wissen wir, dass so ein Smart Contract von jedem Deppen aufgesetzt werden kann und in der Regel von niemandem mit entsprechender Kompetenz geprüft wird. Anders sieht es bei den grundlegenden Protokollen aus, insbesondere denen, die komplett auf FLOSS setzen wie Bitcoin oder Monero, denn diese werden durch etliche Leute kritisch gegengeprüft, im Falle Moneros bekommen größere Änderungen sogar mehrere Audits von mehreren externe Dienstleistern, die bisher jeweils von der Community bezahlt wurden.

        Sprich: Wenn wir es nicht hinbekommen, „simplen“ Wertetransfer auf der Blockchain zu etablieren, mache ich mir keinerlei Illusionen, dass sich irgendetwas anderes auf dezentralen Ledgern etabliert. Hier und da wird es zentralisierte Lösungen geben, wie z.B. Lieferketten & Co., aber das ist nicht der (von mir) erhoffte Durchbruch. Was Bitcoin noch nicht geschafft hat, ist Skalierbarkeit, Privatsphäre und Fungibilität. Ethereum als Leuchtturmprojekt von Smart Contracts bringt alle drei Probleme auch mit, etliche Ethereum „Killer“ sind eher im Bereich Scam zu verorten und geben meist auch noch den letzten Hauch an Dezentralisierung für mehr Skalierbarkeit auf. Das Haven Protocol (ein dezentraler, auf Privatsphäre fokussierter Stablecoin) hat kürzlich auch sehr „schön“ gezeigt, wie wichtig eine solide Basis im Protokoll ist, denn auch wenn es in großen Teilen auf Monero Code basiert, wurden etliche Schwachstellen, insbesondere bei der „Real World“ Schnittstelle / Oracles und im damit verbundenen Coin Burning / Minting. Schon ziemlich beeindruckend, aber solange selbst Monero den Spagat zwischen Skalierbarkeit und Privatsphäre für einfachen Wertetransfer noch nicht perfekt gelöst hat, sehe ich kaum Chancen für komplexere Anwendungen. Und transparente Blockchains für Smart Contracts zu nutzen halte ich für eine sehr schlechte Idee, mir fallen extrem wenige sinnvolle Anwendungen dafür ein, denn für die aktuell gehypten DeFi Anwendungen ist die Transparenz wohl eher ein Übel, das man in der Aussicht auf schnelle Profite ausblendet. Ähnlich sieht es mit NFTs aus und von Anwendungen mit richtig privaten Daten wie z.B. dem Gesundheitssektor will ich gar nicht sprechen.

      • Kranich // 30. Juli 2021 um 0:32 //

        „Die deflationäre Eigenschaft von Bitcoin ist tatsächlich ein ziemlicher Show-Stopper, wenn es um rege genutztes Geld geht“

        Da stimme ich mit der Aussage von Paul leider nicht ganz überein. Man kann sich noch so sehr darüber streiten ob 1% Inflation auf der „Base-Chain“ (zugrundeliegender Wertspeicher) besser ist als 0,5% Deflation, oder nicht. Am Ende ist es viel entscheidender, wie die Marktteilnehmer damit im Zahlungssystem umgehen. Auch wenn ich das nicht unbedingt begrüßen würde, so wäre es jedoch durchaus vorstellbar, dass irgendwann auch auf BTC lautende Schuldverschreibungen als Zahlungsmittel akzeptiert würden. Das wäre dann ziemlich analog zur derzeitigen Geldschöpfung durch die Banken. Dabei können wenig kontrollierte inflationäre oder deflationäre Tendenzen entstehen, welche den Effekt von +/- 1% Inflation bei dem eigentlich zugrundeliegenden Wertspeicher bei Weitem übersteigen würden (z.B. Änderung der Mindestreserve oder „Bank-Run“).

      • Paul Janowitz // 30. Juli 2021 um 7:43 //

        Kranich, unsere Wirtschaft basiert auf immer höherem Konsum und eine deflationäre Währung verhindert diesen, denn wenn ich morgen potenziell mehr für das gleiche Geld bekomme, habe ich einen starken Anreiz, es zu horten.
        Die Schuldscheine, von denen Du schreibst, sind heute bei Krypto gang und gäbe, zum einen bei allen Custodial Wallets, von denen nicht alle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine volle Deckung aufweisen, das selbe gilt für mehr oder weniger dubiose Börsen, auch ein Bitfinex hat Tether in der Not aus dem Hut gezaubert, nachdem sie einen großen Teil der Kundengelder in einem „Hack“ verloren haben.

        Das Wörgler Freigeld/Schwundgeld ist wirklich jedem zu empfehlen, der sich mit Kryptowährungen und dem Geldsystem als solches auseinandersetzt, Einstieg z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6rgler_Schwundgeld oder „Wunder von Wörgl“ bei Youtube suchen, dazu gibt es einen Spielfilm aber auch einige mehr oder weniger gelungene Dokus.
        Nach der Weltwirtschaftskrise war die Geldpolitik von Deflation geprägt, weil man höllische Angst vor Inflation hatte und das führte zu großen Problemen, denn private Ausgaben wurden so niedrig wie möglich gehalten und der Staat hatte Probleme, die öffentlichen Ausgaben zu stemmen. Das lokal sehr begrenzte Experiment hat dann eine Parallelwährung herausgegeben, gekoppelt an den Schilling, aber monatlich durch Wertmarken erneuerbar, jeweils 1% des Wertes. Schätzungen haben ergeben, dass in den 14 Monaten, in dem das Experiment lief, das Geld durchschnittlich 400 Mal ausgegeben wurde, was ziemlich beachtlich ist. Man könnte das zwar auch so interpretieren, dass man bei parallelen Geldsystemen dazu tendiert, das „schlechte“ auszugeben und das bessere zu horten, HODL-Maxis sind ja eindeutig überzeugt und tun dies seit Jahren, auch wenn die Verwendung als Geld im Vergleich zu Fiat kaum möglich ist, der Glaube allein reichte scheinbar für immer neue Blasen…

        Ein Geld „lebt“ aber durch dessen Nutzung und ich vermisse beim Bitcoin Experiment tatsächlich eine solche, gerade in Staaten, deren eigenes Geldsystem wie damals in der Weltwirtschaftskrise hyperinflationär ist, sei es Venezuela, Simbabwe oder Argentinien. Die Volatilität mag eine große Rolle spielen, denn auch wenn der Bolivar täglich ein paar Prozent verliert, sind diese relativ konstant und das Brot kostet eventuell diese paar Prozent mehr, aber nicht gleich doppelt so viel auf einen Schlag. Allerdings bin ich ziemlich überzeugt davon, dass der Zugang zu kompliziert und teuer ist, dazu die Angst vor staatlichem Eingriff, sei es der Abschaltung des Internets. Gerade in Venezuela gab es ein interessantes Projekt, Locha Mesh – welches Bitcoin, Monero und Chat in einem dezentralen Netz ohne Internet vereinen sollte, aber leider ist das scheinbar ins Stocken gekommen, denn auf der Seite kann man weiterhin nur vorbestellen und deren Github Repo ist seit Monaten still. So ein Gerät für 200 USD kann sich der durchschnittliche Bürger wahrscheinlich auch nicht leisten… Aber scheinbar gibt es deutlich größere Hürden, denn auch Airdrops von Dash oder BCH durch Roger Ver haben meines Wissens keinerlei Durchbruch gebracht.

      • Naja, muss nicht so sein. Bei Elektonik gab es sehr lange eine starke Deflation, und die hat den Markt erst richtig geschaffen. Nun zieht bei Elektonikzeug die Inflation wieder ein, und das ist erst mal ziemlich übel für alle (Zocker, Autobauer etc.)

        Bitcoin wird doch genutzt: Weiterhin Darknetmarkets – warum hat da Monero trotz der deutlichen Vorteile nicht übernommen? – Ransomware, Internationale Überweisungen (Nigeria, El Salvador, Venezuela), als Inflationsschutz (Venezuela, Türkei) und als Zahlungsmittel zwischen Krypto-Börsen. Das ist doch einiges, oder?

      • Paul Janowitz // 30. Juli 2021 um 10:01 //

        Im Eifer des Gefechts über deflationäres Geld allgemein habe ich das Hauptproblem, welches ich bei Bitcoins schwindenden Block Rewards kommen sehe… Die Vergütung der Miner, die am Ende die Sicherheit des Systems sind.

        Aktuell bekommt ein Miner für einen gefundenen Block 6,25 BTC + Fees aus allen Transaktionen, die er aufgenommen hat. Die Summe der Fees ist aktuell meist um die 0,01 BTC, kommt selten auf 0,1 BTC (Stichprobe letzte ~100 Blöcke) und macht damit meistens lediglich weniger als 1% aus. In „besten“ Zeiten bei vollem Mempool, als man Transaktionen kaum unter 10$ durchbekommen hat, lag dieser Wert bei ~1 BTC. Ein Miner bekommt also aktuell ca. 250.000 USD Coinbase Reward + ein paar Krümel aus den Fees. Um die selbe Sicherheit des Netzwerks aufrecht zu erhalten, müssten Transaktionsgebühren komplett übernehmen, sobald der Base Reward irgendwann gegen Null geht. Das sind bei im Schnitt unter 2.000 Transaktionen pro Block über 100 Dollar pro Transaktion, unabhängig vom Kurs (denn der spielt nur so lange eine Rolle wie der Base Reward den größten Teil ausmacht). Das kann man wenden wie man will, aber über kurz oder lang werden etliche Miner ihre Hardware abschalten, zumindest bis der Mempool mit entsprechend hochpreisigen Transaktionsgebühren gefüllt ist und ich vermute, Blöcke werden das 10-Minuten Target immer unzuverlässiger erreichen. Abgesehen davon, dass eine Fee von 100$ selbst zum Eröffnen und Setteln eines Lightning Channels für die meisten Teilnehmer absurd hoch sein dürfte, zieht LN potenziell, wenn es mal funktioniert, Transaktionen von der Chain ab. Eine „gesunde“ und nachvollziehbare Geldinflation von sagen wir mal 2% hielt ich für sinnvoll, um die Geldnutzung anzuregen, vielleicht sogar 3% um verlorene Coins aufzufangen, das wäre deutlich unter den ~13% beim Wörgler Experiment, aber dürfte imho ausreichen und würde dazu auch zur Sicherheit der Chain beitragen, ganz ohne Gebührenexplosionen, denn die (Haupt-)Gebühr wäre eben in der Inflation beinhaltet und betrifft sowohl diejenigen, die HODLn wie auch diejenigen, die es tatsächlich als Geld nutzen und damit eigentlich den Wert schaffen.

        Wird auf jeden Fall spannend, wahrscheinlich noch nicht beim nächsten Halving 2024, aber womöglich 2028 schon, denn dann ist der Block Reward nur noch bei ~1,56 BTC. Um die Sicherheit des Netzwerks zumindest auf aktuellem Niveau zu halten, muss der Kurs bis dahin also bei knapp 200k liegen, oder die Gebühren deutlich steigen, und das mit konstanter Nachfrage und nicht Peaks von bis zu x1.000 wie wir sie bisher sehen.

      • Michael W. // 30. Juli 2021 um 11:22 //

        Ich schätze auch im Hartgeld hat sich über die letzten Jahre einiges geändert. Ich bin kein Experte,aber ich denke wie so oft lässt sich extrem schwer vorhersagen welche Handlung welche Auswirkung haben wird.Ist halt keine exakte Wissenschaft.
        https://twitter.com/jsblokland/status/1420848586435223555

      • Paul Janowitz // 30. Juli 2021 um 12:55 //

        @Michael W.
        Interessanter Chart, aber es ist wahrscheinlich nicht verwunderlich, dass sich bei der extremen Geldmengenschöpfung die Umlaufgeschwindigkeit deutlich verringert, denn das Gießkannenprinzip, welches wir sehen, kommt eben auch bei denen an (und am Ende vielleicht vor allem bei diesen), die ohnehin nicht wissen, was sie mit ihrem Geld anfangen sollen. Es ist auch interessant, dass z.B. Apple Unmengen an Barreserven hält, ohne diese z.B. in Aktienmärkte zu stecken, diese müssen also intern noch überbewerteter / inflationär gesehen werden als Fiat. Microstrategy und Tesla sind eher als PR-Stunts zu verorten und ich bin tatsächlich auf die Quartalszahlen von Tesla gespannt, die in den nächsten 1-2 Wochen kommen sollten, ob Musk so ein verbissener HODLer ist wie Saylor, oder ob er als Zocker bereits Profite realisiert hat, nachdem er das Maximum an seinem Einfluss auf die Allgemeinheit ausgenutzt hat.

      • Paul Janowitz // 30. Juli 2021 um 15:44 //

        Lieber Christoph, abgesehen davon, dass man hier auf Antworten von Antworten nicht mehr direkt antworten kann, womit ich mich abgefunden habe, warum erscheint eine neuere Antwort von Dir vor meinen älteren?

        Interessante These mit der Elektronik, ist wahrscheinlich größtenteils an mir vorbeigegangen, maximal habe ich gehört, dass die hiesige Autobranche keine Chips mehr bekommt. Angesichts dessen, wie viele Steuerungsgeräte mein Auto mittlerweile hat (ja, ich schraube gern noch selbst), wundere ich mich, dass solch einfache Komponenten nicht Konzernintern entwickelt und produziert werden, wahrscheinlich ist es das selbe Problem wie mit den Batteriezellen… Ein Steuergerät für die Scheibenwischer kann nicht soooo hoch komplex sein, dass man das nicht selbst hinbekommt. Kostet als Ersatzteil dann aber gerne mehrere Hundert Euro, EK geschätzt unter 1€. Die Lieferbarkeit von Grafikkarten war schon vor knapp 30 Jahren, als ich noch „Chip“, „PC-Welt“, „c’t“ und Co. lesen musste, weil es keine entsprechenden Online Publikationen gab (man durfte sich glücklich schätzen, überhaupt einen Zugang zum Netz zu haben), war zumindest bei den neuesten Generationen sehr beschränkt. Natürlich verschlimmert die Nachfrage jenseits der Zockerszene bei jeder Krypto-Blase die Nachfrage, weil die Goldgräberstimmung losgeht… Im professionellen Bereich bei CPUs und sonstigen Komponenten (abgesehen von Grafikkarten) sehe ich keinerlei Shortage. Moores Law ist m.E. immer noch intakt, vor allem wenn man sich die neuen ARM-basierten Prozessoren ansieht wie z.B. Apples M1 und dessen Leistung pro Watt.

        Hingegen sehe ich ehrlich gesagt wenig reale Nutzung von Bitcoin abseits von Trading, welches lediglich der Spekulation dient. Ich kenne ehrlich gesagt keinen, der noch eine mobile Wallet aktiv nutzt (was schon mal besser war), von Merchants höre ich keine Erfolgsgeschichten, auch nachdem sie z.B. PayPal „verloren“ haben. Ja, Ransomware wird teilweise noch in Bitcoin bezahlt, wie kürzlich bei der Pipeline, denn das wurde trotz 10 oder 20% Rabatt bei Bezahlung per Monero scheinbar ermittlungsbehördlich angeordnet, dass die Zahlung in Bitcoin läuft. Und natürlich mache ich mir auch oder insbesondere Sorgen um die Adoption von Monero, die vor ca. einem Jahr einen deutlichen Boost erfahren hat, der vor einigen Wochen „abgeflacht“ ist und eine viel zu reguläre Pattern gezeigt hat, die am Wochenende abflacht. Das ist wohl das „Grundrauschen“, welches durch Märkte und andere Merchants generiert wird… Trotzdem stellt sich die Frage, was zu den Peaks von bis zu x2 davor und auch jetzt geführt hat. Ist halt mit einer ziemlich verschlüsselten Blockchain ziemlich schwierig zu erfassen, aber die Charts lassen Anomalien vor einigen Wochen und seit knapp einer Woche erahnen…
        https://bitinfocharts.com/de/comparison/monero-transactions.html#6m

        Ich arbeite aktuell an einigen Projekten mit, die Monero Payments präferieren, meist durch Rabatte. Die meisten davon akzeptieren aber auch Bitcoin (ohne Rabatt), manche sogar Lightning (was einigen wegen der inbound Liquidity zu viel ist). Leider gibt es noch zu wenige Merchants, die es sich erlauben können, Krypto-only zu gehen, denn Paypal & Co. machen doch weiterhin den meisten Umsatz aus.

      • Kranich // 30. Juli 2021 um 17:26 //

        Paul, ich gebe dir ja recht, dass für den Fall von BTC eine leichte Inflation zur langfristigen Absicherung der Blockchain empfehlenswert sein könnte. Wer weiß, dies wird mit einer irgendwann notwendigen Hardfork (Quantensicherheit, Timestamp-Overflow) bestimmt auch noch diskutiert werden. Das hat aber nichts mit einer prinzipiellen Eignung als Zahlungsmittel zu tun.
        Ich denke auch, dass Geschäftsbanken ihre Felle aktuell davonschwimmen sehen. Eigentlich ermuntern sie die EZB einen digitalen Euro einzuführen, auf der anderen Seite wollen sie aber nicht, dass ihre Kundengelder dann direkt bei den EZB-ansässigen Wallets vewahrt werden. Ich könnte mir deshalb sehr gut vorstellen, dass für die Banken eine neue Rolle als Lightning-Liquidity-Provider attraktiv wäre. Vielleicht finden die lokalen Bezahlvorgänge später dann weiterhin mit den lokalen CBDCs statt, jedoch der internationale Zahlungsverkehr und die mittelfristige Kapitalanlage könnte dann über custodial Lightning-BTC stattfinden.

      • Paul Janowitz // 30. Juli 2021 um 21:48 //

        Wer weiß, dies wird mit einer irgendwann notwendigen Hardfork (Quantensicherheit, Timestamp-Overflow) bestimmt auch noch diskutiert werden.

        Lieber Kranich, ich wünschte mir das wirklich von ganzem Herzen. Es ist nämlich nicht so, dass ich besessen von Monero bin, denn ich halte weniger als ein Durchschnittsbürger im Jahr verdient. Warum? Ich wollte immer Neutralität bewahren und vor allem die Freiheit genießen, welche die Core Developer oder Profiteure einer Technologie nicht mehr haben. Leider bin ich nach den Blocksize Kriegen und Hard Forks nicht mehr guter Dinge, dass z.B. eine dauerhafte Emission entgegen der 21M durchsetzbar wäre, denn die 21 ist etwas, was anders als die Blocksize ein „heiliges“ Grundprinzip ist und selbst bei der Blocksize konnte man keine sinnvolle Mehrheit finden. Quantencomputing ist eine komplett andere Ebene und falls diese mit signifikanten Methoden auftauchen sollten (unwahrscheinlich innerhalb der nächsten 10 Jahre), wird höchstwahrscheinlich eine Mehrheit für eine Hard Fork eines neuen Algos gefunden werden.
        Interessante Gedankengänge zu Geschäftsbanken, aber ich sehe langfristig leider keine Überlebenschance für diese, falls sich Kryptowährungen durchsetzen, sogar staatliche Coins. Ich muss mittlerweile für mein Girokonto eine Gebühr bezahlen und will nicht unbedingt wechseln, weil ich in der Vergangenheit für Trading kriminalisiert wurde, bis hin zu einer Hausdurchsuchung, nach knapp 2 Jahren wurde das Verfahren dann eingestellt, das ist nicht eben cool, aber es härtet wohl ab. Das übliche Fractional Reserve Banking funktioniert einfach nicht mit endlichen Kryptowährungen und damit ist das Geschäftsmodell der Banken unwiderruflich obsolet.

      • Kranich // 30. Juli 2021 um 23:50 //

        Lieber Paul, ich glaube wir teilen eine gemeinsame Abneigung gegen das derzeit etablierte Bankensystem 😉
        Ein System welches jahrzehntelang Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Betrug (Cum-Ex, Cum-Cum) und exorbitante Bonuszahlungen ermöglicht, sollte nicht mit dem Finger auf einen „Neuankömmling“ wie Krypto zeigen. Bitcoin empfinde ich gerade wegen seiner noch sehr kurzen Vergangenheit, jedoch nicht als so statisch und unbeweglich wie es von dir manchmal dargestellt wird. Ein Jahrzehnt ist ein Wimpernschlag für das was Bitcoin noch vor sich haben möchte. In 25 Jahren wird eine andere Community, unter anderen technologischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen, zu anderen Lösungsansätzen kommen als wir uns heute vorstellen können. Was jedoch auch in Zukunft Bestand haben dürfte, ist die Trägheit der meisten Menschen sich mit den eigenen finanziellen Belangen auseinanderzusetzen (von den Zockern mal abgesehen). Wer in Geld lediglich ein Mittel zum Zweck sieht, wird auch in Zukunft Bankdienstleistungen in Anspruch nehmen wollen. Die Banken der Zukunft heißen dann eben Coinbase, Nuri, Solaris oder vielleicht auch Amazon Pay. Dass Banken einen Existenzberechtigung finden werden, liegt außerdem im Interesse der meisten Staaten, da Banken sich weitaus einfacher regulieren lassen, als die durch Persönlichkeitsrechte geschützten Bürger.

      • Paul Janowitz // 31. Juli 2021 um 10:36 //

        Ja, wir sind uns in der Tat ziemlich einig, und Deine Aussicht mag begründet sein und wahrscheinlich eintreffen, dennoch halte ich diesen Zustand für einen Zwischenschritt zu immer weiterer Verbreitung von Non-Custodial Lösungen mit besser werdendem UX und mehr Selbstverantwortung für den Einzelnen…

        Die Banken der Zukunft heißen dann eben Coinbase, Nuri, Solaris oder vielleicht auch Amazon Pay. Dass Banken einen Existenzberechtigung finden werden, liegt außerdem im Interesse der meisten Staaten, da Banken sich weitaus einfacher regulieren lassen, als die durch Persönlichkeitsrechte geschützten Bürger.

        Der letzte Teilsatz ist ein Wunschdenken, denn wäre es real hätten wir keine Diskussionen um Vorratsdatenspeicherung oder eben „Privacy Enhanced Currencies“ wie Monero, gemäß des groß angekündigten GDPR dürfte eine transparente Blockchain ein viel größeres Problem sein, denn sobald darauf ein persönliches Datum landet, ist es anders als vom Gesetzgeber gewollt, unlöschbar und ich bin mir ziemlich sicher, dass dies gegen einzelne Nodebetreiber noch vor Gericht landen wird. Ab 02. August kommt man auch nicht um den Fingerabdruck im Personalausweis herum, für den Reisepass gilt das bereits seit 2007, biometrische Bilder dazu, die Frage ist nur noch wann die DNA Einzug halten wird, höchstwahrscheinlich nicht mehr ob. Die Maskenpflicht war eine willkommene Verschnaufpause der automatisierten Massenüberwachung (insbesondere in Metropolen wie Shanghai oder auch London), die nicht darauf vorbereitet war. Die Systeme wurden afaik aber mittlerweile auch auf die Statur und Bewegungsmuster ausgeweitet, sodass man davon ausgehen kann, dass sie bei fehlender Maske noch viel genauer geworden sind, da sie zusätzliche Parameter haben. Kurz zusammengefasst: Orwell.

  2. Gunnar Eberlein // 30. Juli 2021 um 23:51 // Antworten

    Laut Desiree Dickerson von Lightning Labs beträgt der maximale Durchsatz im Lightning Network bereits heute 25 Millionen Transaktionen pro Sekunde (gegenüber sieben in der Blockchain). Nach allem was man aus den verschiedenen Podcasts heraushört, sind sowohl Abwicklungsgeschwindigkeit als auch Zuverlässigkeit sehr hoch. Für mich sind diese Aussagen durchaus glaubhaft, da Strike sonst in El Salvador nicht so erfolgreich gewesen wäre.

    Die Zukunft sieht rosarot aus, zumal Renee Pickhardt eine Routingstrategie ausgegraben hat – das sogenannte Pickhardt Payment – mit der sich sehr hohe Beträge von mehr als einem Bitcoin in hunderte Einzeltransaktionen aufgesplittet zuverlässig übertragen lassen. Es sind noch etliche weitere Verbesserungen in der Pipeline. Z.B. eltoo, channel factories, trampoline routing. Mit einiger Sicherheit wird man für jedes auftauchende Problem eine Lösung finden. Wir sind noch ganz am Anfang.

    • Paul Janowitz // 31. Juli 2021 um 11:18 // Antworten

      Lieber Gunnar, in der Theorie funktionieren Dinge anders als in der Praxis, eine Transaktion über mehrere Channel zu routen und mit allen Hops zu finalisieren beansprucht alleine durch das heutige Routing des Internets jeweils zig Millisekunden (die Lichtgeschwindigkeit bei Glasfaser ist leider noch nicht übertroffen), zur Finalisierung kann man also von mehreren Sekunden ausgehen, inklusive der Suche nach einer passenden Route. Alle Hops sind dabei erstmal mehr oder weniger geblockt, da sich die Channel Balance verändert. Wenn Du von „heute“ sprichst, dann sind das eher Trinkgeldbeträge, die überhaupt zuverlässig eine Route finden und selbst bei heutigen 60.000 Channels und angenommenen 4 Hops pro Route wären bei optimaler Routenbildung (die es nicht gibt) maximal 15.000 Transaktionen gleichzeitig möglich, ich würde optimistisch gesehen eher von 1/10 davon ausgehen und bei mehreren Sekunden sind wir dann ganz schnell unter 1.000 pro Sekunde. Immer noch ordentlich, aber eben nicht rosarot gefärbt. Wenn man sich die Topologie des Netzwerks ansieht, die um wenige Hubs herum wächst, die in die meisten Routen eingebunden sind, steigt die Anzahl der möglichen Transaktionen nicht analog zur Größe des Netzwerks, denn die Hubs werden zum Flaschenhals (und zum single Point of Failure und/oder Überwachung). Ich bin ja ein Fan von Dezentralisierung und Lightning bietet einen durchaus guten Ansatz (wenn auch mit den Nachteilen der Interaktion des Empfängers), aber was sich leider abzeichnet, ist eine Hubbildung, die ich problematisch sehe. Multipath Payments sind auf jeden Fall ein sehr guter Schritt und ich hoffe, dass diese die Routenfindung jenseits von Micropayments ermöglichen werden, wahrscheinlich werde ich mich demnächst sogar zu einem erneuten Test verleiten lassen…

      • Gunnar Eberlein // 31. Juli 2021 um 22:20 //

        Danke für ausführlichen Erläuterungen, Paul. Die Angabe vom Durchsatz stammt von Lightning Labs. Vermutlich hat man dort die Anzahl der Enduser-Kanäle mit einem in der Praxis realisierbaren Durchsatz von ca. 50 Transaktionen pro Sekunde multipliziert. Bei 100.000 angeschlossenen User-Kanälen wären wir damit schon bei 5 Millionen. Dazu kommt noch der von den custodial Wallets (z.B. bluewallet) beigesteuerte Durchsatz, der noch sehr viel größer sein dürfte. Die Netz-internen Trunk Channels werden mit Sicherheit eine sehr hohe Datenrate verkraften und müssen damit nicht zwangsläufig zum Flaschenhals werden. Das ist ja beim Internet auch nicht der Fall.

        Das Routing ist noch stark verbesserungsbedürftig. Das war beim Internet aber genauso, wo man vor Jahrzehnten mit RIP angefangen hat. Erst Jahre später wurden leistungsfähigere Routingverfahren entwickelt. Der größte Schwachpunkt beim Lightning Routing zurzeit ist wohl, dass nur die Gesamtkapazität eines Kanals propagiert wird, nicht aber eine (zumindest grobe) richtungsabhängige Kapazität. Das sollte sich aber durch intelligentere Verfahren lösen lassen. Vielleicht führen die zentralen Hubs aber auch ein preemptives Rebalancing durch, so das die Trunc Channels immer in beiden Richtungen ausreichend Liquidität haben.

      • Hast Lightning schon mal ausprobiert? Bzw wann?
        Hab grad gestern eine Lightning Überweisung von >400€ gemacht und die ist beim ersten Versuch durchgegangen.

        Klar schafft das Netzwerk derzeit keine Millionen Überweisungen pro Sekunde.. Weil der Bedarf auch nicht hier ist.
        Sollte es wirklich mal dazu kommen wird das Netzwerk viel größer sein und zu optimieren gibt es da sicher auch noch einiges.
        Sowas passiert ja nicht plötzlich von heute auf morgen.

  3. Danke lieber Paul und Kranich für die interessanten Ausführungen. Paul hat meine Meinung, dass Bitciun als Realgeld flächendeckend eingesetzt werden kann, leider gefestigt. ABER: Warum spekulieren? Wenn alles glatt läuft, werden wir in ein paar Wochen erste hard facts aus El Salvador zur Realnutzung von Bitcoin geliefert bekommen. Da bin ich wirklich gespannt.

    • …dass Bitcoin NICHT als Realgeld eingesetzt werden kann…

      • Das Bitcoin deflationär ist, sehe ich anders. Es werden ständig Bitcoin gemined – also ist es per Definition erst mal inflationär- auch wenn schwächer als der Euro.
        Auch waren historisch betrachtet Zeiten mit wenig Inflation die stabilsten in der Wirtschaftsgeschichte. Es kam gar nicht erst zu großen Blasen und Crashs und es waren Zeiten des Aufschwungs. Siehe Bundesrepublik in den 70er und 80er. Oder auch Amerika in Zeiten der Goldpreisbindung bis 1912 (erst die Gründung der FED hat zur größten Crash der Wirtschaftsgeschichte 1929 geführt, da sie beliebig Kredite zur Verfügung gestellt hatte und im Crash falsch reagiert hat.) Auch die Weltkriege sind erst tatsächlich zu Weltkriegen geworden, da man auf einmal per Inflation Unmenge an Geld drucken konnte. Vorher gab es Kriegssteuern – da waren die Kriege schnell vorbei.

      • Kranich // 2. August 2021 um 11:28 //

        Da gebe ich @Je vollkommen Recht. Häufig wird argumentiert, dass ohne Geldmengenausweitung keine wirtschaftlichen Schieflagen korrigiert werden könnten. Das mag in Einzelfällen wie der jetzigen Pandemie auch teilweise so sein. Aber in der Mehrzahl der Fälle erlaubt eine willkürliche Geldmengenausweitung den Regierungen ihre Positionen notfalls auch gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen, z.B. um sinnlose Kriege zu führen. Dies kann nur durch eine absolute Unabhängigkeit der Zentralbank oder eben durch die Unabhängigkeit einer globalen Weltwährung, z.B. Bitcoin, verhindert werden.
        PoS-Coins, welche über eine größtenteils statische Verteilung der Staking-Power verfügen, sind aus meiner Sicht leider weniger „unabhängig“ als energieverschlingende PoW-Coins. Der Energieverbrauch rechtfertigt keine hundert PoW-Coins, aber vielleicht durchaus 2 bis 3 und eine davon ist und bleibt Bitcoin 🙂

  4. Paul Janowitz // 3. August 2021 um 12:02 // Antworten

    Das wurden jetzt zu viele Antworten, die direkt oder indirekt meine Kommentare betreffen, deswegen hier gesammelt ein paar Antworten, wer lesefaul ist, einfach ignorieren 😉

    @Gunnar
    Klar, vielleicht bin ich zu pessimistisch oder ungeduldig, aber nach mehreren Jahren sehe ich leider noch keine wirklich grundlegenden Verbesserungen im Lightning Network, bis auf Multichannel Routing (aber ist das schon online?). Ich werde irgendwann die nächsten Wochen einen Test starten und ein paar Lightning Wallets testen. Vor allem bei eingehender Liquidität ist man scheinbar sehr stark auf große Hubs angewiesen (Börsen, die Auszahlungen per LN anbieten, Channel Anbieter wie Bitrefill) oder bestenfalls auf persönliche Beziehungen zu anderen Betreibern, die einem ggf. eingehende Liquidität verschaffen.

    Die vollständige Digitalisierung des Zahlungsverkehrs geschieht gerade jetzt, einige Jahre zurück und einige Jahre in der Zukunft. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, entscheidet sich für die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte, wie diese aussehen wird und ob die Gesellschaft VISA, Mastercard, PayPal, Stripe & Co. nutzen wird oder ob sich vielleicht doch noch eine oder mehrere Kryptowährungen durchsetzen können. In durchdigitalisierten Gesellschaften wie z.B. in den skandinavischen Ländern sehe ich die Hürde viel höher, denn „es funktioniert“ bereits so, andererseits ist natürlich schon eine gewisse technische Hürde genommen, die in Deutschland noch durchaus präsent ist…

    Auch an den Generationenwechsel, wie von Kranich angekündigt, mag ich kaum glauben, denn die meisten einflussreichen Leute im Bitcoin Ökosystem sind noch relativ jung und ich vermute, sie werden wie Politiker bis zum „Umfallen“ auf ihre Positionen pochen. Eine dezentrale Governance, die wirklich wünschenswert wäre, ist ein ziemlich komplexes Unterfangen, wie man (nicht nur) an z.B. Decred sieht, denn gerade bei Open Source setzt sich sonst nicht zuletzt der lauteste/fanatischste aber nicht unbedingt kompetenteste Teilnehmer durch, sei es z.B. ein Luke DashJr. Lightning ist zum Glück dezentraler „organisiert“, aber das erschwert eben auch die Implementierung neuer Features, denn die einzelnen Implementierungen sind oft nicht zu 100% kompatibel, was im schlimmsten Fall den Verlust von Funds bedeuten kann. Man muss die Spezifikation des Protokolls an sich also irgendwo zentral verwalten, wie z.B. das Whitepaper (welches kürzlich Schlagzeilen gemacht hat, weil CSW gerichtlich durchgesetzt hat, dass es nicht von bitcoin.org gehostet werden darf, der aktuelle Hostmaster hat sich nicht dagegen gewehrt) oder leider eher die Referenzimplementierung in Form von bitcoind, denn das Whitepaper ist mittlerweile tatsächlich weit davon entfernt… Je komplexer die Spezifikation an sich wird, was auf Lightning im Vergleich zum „simplen“ Bitcoin mit Sicherheit zutrifft, desto schwieriger wird die Zusammenarbeit verschiedener Implementierungen. Das hat man bei Ethereum gesehen, was zu einer (temporären, nicht ETC) Hard-Fork geführt hat, das sieht man immer wieder bei PDF Dateien, die eigentlich den Anspruch des „digitalen Drucks“ hatten und trotzdem verschieden angezeigt werden, das kommende Problem sehe ich auch mittlerweile bei Monero mit Atomic Swaps mit Bitcoin (die bereits funktionieren, sogar ohne Schnorr bei Bitcoin) oder auch Multisig Implementierungen, die man leider nicht komplett OnChain abbilden kann.

    @Dani
    Ja, aber mein letzter Test des LN ist schon ein paar Monate her, meistens fragt man mich nach eingehender Liquidität und den meisten Merchants ist das zu kompliziert, deswegen habe ich selbst auch keinen Node mehr laufen, noch nichtmal einen Bitcoin Node, denn der wurde mir irgendwann zu fett für meine 512GB SSD neben der Monero Blockchain. Will das aber demnächst wieder Mal in Angriff nehmen…

    @Je
    Derzeit beträgt die Inflation bei Bitcoin etwa ~1,7% jährlich, davor deutlich mehr. Ich spreche auch nicht von heute, denn eine Adoption ist kaum absehbar, wenn man sich die Trägheit der letzten Jahre vor Augen setzt. Ab 2024 ist die Inflation dann bei ~0,8%, ab 2028 eben ~0,4%, bis sie beim über…übernächsten Halving komplett weg ist und Transaktionsgebühren OnChain die Sicherheit des Netzwerks garantieren müssen.

    @Kranich
    Im Bezug auf PoS vs. PoW Coins gebe ich Dir Recht, dass ersteres nicht für mehr als Spielgeld taugt und nach ähnlich wenigen Runden wie die meisten Monopoly Spiele enden wird. Bei PoW ist die Sache etwas komplexer, denn zum einen sind tatsächlich keine 100 Coins notwendig, die sich kaum voneinander unterscheiden, aber es gibt zumindest verschiedene technische Ansätze, wie beliebig viele PoW Coins nebeneinander existieren können… Sei es Merged-Mining, ASICs, Spezialisierung auf GPU oder CPU… Ich bin Verfechter der letzteren, nachdem ich mich vor ein paar Jahren eingehend mit der Thematik beschäftigt habe, als Moneros Cryptonight Algorithmus von (versteckt agierenden Bitmain) ASICs beherrscht wurde und zuerst kleine „Durchbrecher“ alle 6 Monate implementiert wurden, bis tatsächlich RandomX herausgekommen ist, was „schon“ seit zwei Jahren hält. Sollten sich die aktuellen CPU-Designs nicht Grundlegend (z.B. QC) ändern, sehe ich das mittlerweile aber entspannt, denn ein optimaler ASIC für RandomX ist eine moderne CPU.

  5. @Je und @Paul:
    > Derzeit beträgt die Inflation bei Bitcoin etwa ~1,7% jährlich, davor deutlich mehr. Ich spreche auch nicht von heute, denn eine Adoption ist kaum absehbar, wenn man sich die Trägheit der letzten Jahre vor Augen setzt.

    Zwar ist es vollkommen richtig, das Bitcoin bezüglich der Geldmenge inflationär ist. Vom Start an noch bis zu dem Erreichen der 21M Grenze.

    Aber in Wirklichkeit hilft dieser Blickwinkel nicht viel. Den gleichzeitigen Kaufkraftverlust, den man mit einer inflationären Währung aus den 1920ern assoziert, gibt es bei Bitcoin nicht, da sich der Wert von Bitcoin mit jedem Bullenmarkt um ein Wesentliches mehr vergrössert, als die Bitcoininflation im gleichen Zeitraum an Wert frisst. Insofern verhält sich Bitcoin eigentlich schon jetzt eher wie ein sehr deflationäres Asset, was bedeutet das die Kaufkraft über die Jahre steigt, was paradoxerweise einen Anreiz dafür setzt das mehr an Kaufkraft gar nicht erst einzusetzen.

    Aus meiner Sicht aber ein guter dringend nötiger Anreiz, da man dann viel eher nur verkonsumiert, was man auch wirklich braucht.

    • Paul Janowitz // 3. August 2021 um 13:51 // Antworten

      Lieber Andi,
      ich bin dem Gedanken, nur das zu konsumieren, was man wirklich braucht gar nicht fern, aber unsere Gesellschaft lässt sich nicht mal eben ~100 Jahre zurückdrehen. Früher hat ein Kilo Fleisch locker einen oder mehrere Tageslöhne gekostet, heute durch die „Optimierung“ der Massenhaltung nicht einmal einen Stundenlohn. Wenn man sich ansieht, wie billig Gebrauchtwaren verhökert werden müssen, weil sie sonst niemand nimmt, ist das beängstigend. Bei intimen Kleidungsstücken kann ich das noch irgendwie verstehen, aber z.B. bei Büchern? „Gebraucht“, also gelesen nur noch unter 1/10 Wert?

      Unsere Marktwirtschaft basiert leider auf schnelllebigem Konsum und daran wird sich so schnell nichts ändern. Aber ja, vielleicht ist Bitcoin und die damit entstandene Szene ein guter Ansatz, das wieder zu ändern. Nur wie gesagt, ich würde mich mit deflationären Währungen auseinandersetzen, Wörgl ist da eben ein (vielleicht sehr lokales und spezifisches) Beispiel, wie man die daraus resultierende Krise (ziemlich erfolgreich) bekämpft hat…

  6. Lieber Paul,
    ich denke auch, wir werden die Gesellschaft nicht um 100 Jahre zurückdrehen – oder dies überhaupt nur ansatzweise wollen. Ein deflationäres Asset setzt allerdings wesentlich wirksamere Anreize zum smarten Einsatz von Resourcen, als das die allgemeine soziale Moral vermag. Allem Public Shaming in sozialen und sonstigen Medien zum Trotz, geht es im öffentlichen Diskurs im Wesentlichen immer noch nur um das Einsparen von Plastikstrohhalmen.

    Zum Glück ist ja niemand dazu gezwungen ein deflationäres Asset zu hodln, wenn er den schnellen Luxus vorzieht. Nur wird was allgemein eine vernünftige Entscheidung ist, besser mit einer auch im persönlichen Bereich vernünftigen Entscheidung in Einklang gebracht. So können wir z.B. auch die in vielen aktuellen Problemen verborgene „Tragedy of the Commons“ IMHO gut vermeiden.

    Wörgl war sicher ein sehr wirksames Beispiel für ein Ankurbeln von Wirtschaft in Zeiten der Weltwirtschaftskrise, was ähnlich auch das mittlerweile in der Politik sehr verbreitete keynesianischen Modell verfolgt (dort ist mehr Konsum das Patendrezept).

    Wirksamkeit ist für mich auch sehr wichtig, aber nicht der alleinige Masstab, für das was man tut.

    Jede Zeit hat ihre eigenen Probleme und ihre eigenen Ziele, die ggfls. ganz neue Mittel und Massnahmen erfordern.

    Angesichts einer mittlerweile stark erhöhten Wahrscheinlichkeit für empfindliche Störung oder Zerstörung unserer Wirtschaft durch Fluten, Brände und andere Wetterphänomäne erscheint mir eine Abkühlung der prä-Covid ziemlich überhitzten Weltwirtschaft eher das aktuelle Gebot der Stunde. Covid hat eine erste Abkühlung gebracht. Diese wird nicht sehr lange anhalten.

    • Paul Janowitz // 3. August 2021 um 20:40 // Antworten

      Dem kann ich im Großen und Ganzen zustimmen und ich bin eher ein Außenseiter in der Bitcoin/Kryptoszene mit einer solchen Meinung, zumindest wenn man nach öffentlicher Wahrnehmung urteilt.

      Ich sehe ehrlich gesagt dauerhaft keine zwei Parallelwährungen, das hat afaik in der Geschichte noch nie auf Dauer funktioniert. Entweder Bitcoin oder eine andere Kryptowährung setzt sich durch oder wird für immer ein Nischendasein haben, welches eben zum größten Teil zum Spielball von Spekulanten wird. Das Greshamsche Gesetz wirkt nur solange, wie der Zufluss vom schlechten Geld aufrecht erhalten werden kann und falls sich eine oder mehrere Kryptowährungen durchsetzen, werden immer mehr Arbeitnehmer statt Fiat eben diese nachfragen. Falls dies irgendwann Bitcoin sein sollte, was ich leider nicht mehr glaube, wäre das dann eine deflationäre Währung. Bisher gibt es historisch afaik kein einziges Beispiel, dass eine solche über wenigstens mehrere Jahre funktioniert hätte… Die „gemäßigt“ inflationären Pfund, Dollar oder auch Euro scheinen zumindest Generationen zu überdauern.

      Eine extreme Ausprägung, viel radikaler als die Österreichische Schule ist der Anarchokapitalismus, der eben behauptet, dass alle Probleme der Menschheit vom Markt geregelt werden…

      • Andi Maar // 3. August 2021 um 22:42 //

        > Dem kann ich im Großen und Ganzen zustimmen und ich bin eher ein Außenseiter in der Bitcoin/Kryptoszene mit einer solchen Meinung, zumindest wenn man nach öffentlicher Wahrnehmung urteilt.

        Ob Du ein Aussenseiter bist, weiss ich gar nicht, eher jemand der sich tiefere Gedanken macht als die Meisten. Aber wenn Du einer wärst, sind wir jetzt in jedem Fall schonmal zwei. Ich bin sicher, hier im Forum sind noch mehr 🙂

        > Ich sehe ehrlich gesagt dauerhaft keine zwei Parallelwährungen, das hat afaik in der Geschichte noch nie auf Dauer funktioniert.

        Kann sein, dass Krypto noch große Konsolidierungen sehen wird. Greshams Gestzt, wenn ich es richtig verstanden habe, gilt aber nur, wenn der Kurs zwischen zwei Währungen (z.B. regulatorisch) festgesetzt wird, und nicht der Markt den Kurs bestimmen kann.

        Allerdings ist der nationalstaatliche Blick und der auf Krypto als Ersatz für nationalstaatliche Währungen meines Erachtens auch viel zu eng. Das Kryptoökosystem spielt in jedem Fall global in ganz vielen Bereichen eine zunehmende Rolle. Selbst wenn Bitcoin scheitern sollte, was ich nicht glaube, ist Krypto damit noch lange nicht gescheitert.

        Krypto ist einerseits so etwas wie die Währung (oder das Schmiermittel) des globalen Internets, nicht eines Staates, und andereseits dient es dazu die Geschäftsfelder diverser Branchen liquider zu ökonomisieren als es vorher überhaupt möglich war und damit neue Märkte zu erreichen, bzw zu bilden.

        Die einen wollen den Datenfluss zwischen Maschinen ökonomisieren. Die anderen etwas für die Shared Economy tun. Für die einen sind viele und schnelle Transaktionen wichtig, für andere eher dass alles garantiert stabil und sicher bleibt.

        An einigen Stellen (z.B. Lieferketten) geht es um Transparenz, wieder woanders geht es stärker um Confidentiality. Das alles braucht unterschiedliche Lösungen. Und es gibt noch zahlreiche Nischen, die erforscht werden können.

        Insofern bin ich da aktuell noch ganz entspannt.

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