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Krypto-User haben 2021 beinah 70 Millionen Dollar über „The Giving Block“ an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet

Von der Webseite von The Giving Block.

Die Krypto-Spenden-Plattform „The Giving Block“ veröffentlicht ihren Jahresbericht für 2021. Dieser zeigt, dass Krypto-User noch niemals so spendenfreudig waren wie im letzten Jahr. Das Spendengeschehen spiegelt zudem die Trends im Ökosystem.

2021 war ein bombastisches Jahr für Kryptowährungen – und auch für The Giving Block, eine Plattform, um Kryptowährungen für wohltätige Zwecke einzusammeln. Dies zeigt der vor kurzem veröffentlichte Jahresbericht.

The Giving Block stellt Spendenorganisationen ein Widget bereit, durch das diese es den Besuchern ihrer Webseiten erlauben können, Kryptowährungen zu spenden. Zudem veranstaltet The Giving Block diverse Spendenkampagnen. Insgesamt kamen so im Lauf des Jahres 2021 beinah 70 Millionen Dollar zusammen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein enormer Anstieg um 1.600 Prozent.

Bemerkenswert ist dabei die durchschnittliche Größe der Spenden mit mehr als 10.000 Dollar. Da die Durchschnittswerte bei Spenden gewöhnlich durch starke Ausreisser nach oben zustandekommen, ist anzunehmen, dass es einige sehr sehr großzügige Spenden gab.

Ein Spiegel des Ökosystems

Die Spendenbereitschaft spiegelte einige der Trends der Kryptoszene des vergangenen Jahres wieder.

So gelang es The Giving Block etwa, durch NFT-Projekte mehr als 12 Millionen Dollar einzusammeln. Das bestätigt, dass NFTs vermutlich der Trend 2021 waren.

Darüber hinaus hat Ethereum in der Summe der gespendeten Werte mit 30,79 Millionen Dollar erstmals Bitcoin überholt. Bitcoin war mit knapp 26 Millionen Dollar auf dem zweiten Platz, darauf folgten Stablecoins wie USDC (4,7 Mio.) und DAI (2,2 Mio). Diese hatten ein Jahr zuvor noch keine Rolle gespielt.

Danach folgten überraschenderweise die Kryptowährungen Flow (FLOW, 1,4 Mio.) und Solana (SOL, 1,2 Mio.). Bemerkenswert war auch das Spendenvolumen in Cardano (ADA, 408.000) und Litecoin (LTC, 339.000).

Unter den 70 akzeptierten Kryptowährungen und Token schaffte noch eine Handvoll weiterer den Sprung über die 100.000-Dollar-Marke: Bitcoin Cash, Algorand, Filecoin, Dogecoin, Shiba Inu, Tezos und Uniswap. Bei den meisten anderen blieb das Spendenvolumen sehr klein, oft unter 1.000 Dollar.

Die Großzügigkeit der Krypto-Investoren

Für die Plattform wurde 2021 ein Jahr des Durchbruchs. Das Rekordvolumen an Spenden übertraf alle Erwartungen.

Als Grund nennt The Giving Block den Bullrun, also den unerhörten Anstieg der Preise, der das Jahr mehr als alles andere geprägt hat. Man kann gerne davon ausgehen, dass unter denjenigen, die im Jahr 2021 mit Shitcoins, DeFi-Token und NFTs aus dem Nichts heraus ein Vermögen gemacht haben, viele sehr spendenfreudig waren; ebenso unter diejenigen, die durch frühe Investments in Ethereum oder andere Coins ihr Vermögen, das schon Anfang des Jahres beträchtlich war, noch vervielfältigt haben. Zum Teil könnte man ihnen unterstellen, sich durch Spenden von dem schlechten Gewissen freizukaufen, sich auf Kosten anderer Investoren eine goldene Nase verdient zu haben.

Aber auch die Integration von Stablecoins ins Widget sowie die Erweiterung von akzeptierten Kryptowährungen auf mittlerweile mehr als 70 gilt The Giving Block als Grund.

Ausschlaggebend dürfte aber der massive Anstieg von Wohltätigkeitsorganisationen gewesen sein, die Spenden in Kryptowährungen sammeln, indem sie das Widget von The Giving Block integrieren. 2020 waren dies etwa 100, Ende 2021 etwas mehr als 1.000.

Die Zahlen geben den Wohltätigkeitsorganisationen recht: Krypto-User waren extrem großzügig. Während eine durchschnittliche Spende im Internet kaum mehr als 100 Dollar beträgt, waren die durchschnittlichen Krypto-Spenden rund 100 Mal so hoch. Dies freilich dürfte eben auch damit zusammenhängen, dass viele Krypto-Investoren 2021 unsagbar reich wurden.

Daher schätzt The Giving Block, dass in Zukunft jede Wohltätigkeitsorganisation Krypto-Spenden akzeptieren und sich auch sehr darum bemühen wird, Spender in der Krypto-Szene zu finden.

Die Spitze am Ende des Jahres

Das Spendenvolumen nahm im Lauf des Jahres extrem zu. Während es im Januar noch etwa 300.000 Dollar betrug, sprang es im Dezember allein auf mehr als 20 Millionen Dollar.

Den Grund für die Spitze am Jahresende sieht The Giving Block mit im Erfolg der „Bag Season“. Das ist eine Spendenkampagne, die die Organisation jedes Jahr Ende November beginnt. Diese allein hat gut 2,4 Millionen Dollar eingespielt.

Aber auch neue Features der Plattform dürften ein Grund sein. So hat The Giving Block Ende des Jahres einige weitere Kryptowährungen integriert, etwa USDC und andere Stablecoins. Dies verbesserte die Voraussetzungen für Spender deutlich: Denn der Wechsel von USDC in Ether, sogar für den Zweck einer wohltätigen Spende, wäre ein steuerpflichtiges Ereignis. Indem die Plattform USDC akzeptierte, ersparte sie den Spendern dieses. Die Dollar-Token wurden so rasch zu einer der am häufigsten gespendeten Kryptowährungen.

Eine andere erfolgreiche, im November akzeptierte Währung wurde überraschenderweise Shiba Inu. Sie war im Dezember die viertstärkste Kryptowährung. Aber auch hier kann man eine Art Ablass am Werk vermuten, weil Shiba Inu im Jahr 2021 eine der wundersamsten und extremsten Preissteigerungen des Ökosystems erfahren hat.

Wofür Krypto-User spendeten

Darüber hinaus hat The Giving Block neue Spendenmodelle eingeführt. Etwa die „Cause Funds“ im November. Diese bündeln Non-Profit-Organisationen, die thematisch ähnliche Ziele verfolgen.

Die Cause Funds kamen relativ gut an und sammelten gut 400.000 Dollar ein. Ein zur selben Zeit gestarteter „Crypto Adoption Fund“ spielte mit 450.000 Dollar ein wenig mehr.

Der Cause Fund zeigt auch gut, wofür die Krypto-User spenden: Für Bildung (98.000 Dollar), Tierschutz (76.000 Dollar), Umweltschutz (60.000), Militär, Veteranen und Erste Hilfe (46.000) sowie Technologie und Wissenschaft (44.000).

Natürlich bildet dieser Fond nur einen relativ kleinen Teil der insgesamt eingegangenen Spenden ab: im Dezember 23 Prozent. Die restlichen 77 Prozent flossen dezentraler – über die Webseiten der Organisationen, die das Widget von The Giving Block benutzen.

Dennoch kann man annehmen, dass die Rangliste der Themen der Cause Fonds relativ stellvertretend für die Spendenbereitschaft der Krypto-Szene sind.

Über Christoph Bergmann (2354 Artikel)
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