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Blockchain.com drohen 270 Millionen Dollar Verluste durch Three Arrows Capital (3AC)

Die "Red Arrows" der britischen Luftwaffe. Bild von Adrian Snood via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Auch eines der ältesten Krypto-Startups verlieh Geld an 3AC. Doch der Chef von Blockchain.com versichert, dass sein Unternehmen den Ausfall unbeschadet wegsteckt.

Die Kreise werden weiter. Stück für Stück zeigt sich, wie viele Krypto-Unternehmen vom Zahlungsausfall des Krypto-Hedge-Funds Three Arrows Capital (3AC) betroffen sind. Das jüngste Opfer ist Blockchain.com, eine der ältesten Online-Wallets überhaupt.

Im Zuge der Insolvenzabwicklung von 3AC offenbart sich, dass viele Forderungen schlicht nicht mehr bedient werden können. Die Verluste von Blockchain.com belaufen sich vermutlich, schreibt CEO Peter Smith in einem Brief an die Teilhaber, „auf etwa 270 Millionen Dollar in Kryptowährungen und Dollar-Darlehen.“

Blockchain.com habe, erklärt Smith, mehr als 700 Millionen Dollar in Kryptowährungen von Blockchain.com geliehen und zurück erhalten. Dies könnte mit erklären, wie Blockchain.com sein „Earn-Programm“ finanziert hat. Wie viele andere Plattformen erlaubte Blockchain.com es seinen Usern, verschiedene Kryptowährungen und Stablecoins großzügig zu verzinsen. Erwirtschaftet wurden diese Zinsen offenbar unter anderem durch Darlehen an 3AC.

Smith wirft 3AC nun vor, die Krypto-Industrie als ganzes betrogen zu haben. Blockchain.com werde den Hedge Fund mit allem, was das Recht ermögliche, zur Verantwortung ziehen. Allerdings macht er sich nicht allzu viele Illusionen, dass der pleite gegangene Fonds noch nennenswerte Summen zurückzahlen kann.

Für sein Unternehmen ist der Zahlungsausfall jedoch verkraftbar. Das Unternehmen „bleibt liquide und zahlungsfähig, und kein Kunde wird betroffen sein.“ Eine weitere von Coindesk befragte Quelle bestätigt dies. Sie habe nicht das Gefühl, „dass es irgendeinen Stress in dem Unternehmen gibt.“

Blockchain.com wurde bereits 2011 gegründet und gehört mit etwa Bitcoin.de zu den ältesten Krypto-Startups überhaupt. Das Unternehmen war als blockchain.info vor allem für seine grandiosen Charts und Diagramme bekannt, und stellte eine der allerersten Webwallets zur Verfügung, bei der die User ihre privaten Schlüssel selbst verwalten. Im Laufe der Zeit hat Blockchain.com sein Geschäftsmodell deutlich ausgeweitet, vor allem durch die Integration zahlreicher anderer Kryptowährungen.

Indem die Woge, die von der Insolvenz von 3AC ausgeht, nun bei Blockchain.com ankommt, zeigt sie, wie weit verbreitet das Darlehenswesen im Krypto-Ökosystem war. Kaum ein Unternehmen konnte widerstehen, seinen Usern Zinsen auszuzahlen, indem es deren Geld an andere Firmen verlieh. Besser als eine Krypto-Wallet ist eben eine Krypto-Wallet, die Zinsen macht. Dies ging lange gut, da Unternehmen wie 3AC im langen Krypto- und DeFi-Sommer hochprofitabel waren und auch großzügige Zinssätze bedienen konnten. Als sich der Trend jedoch wendete und der Winter im Krypto-Universum Einzug hielt, platzten zahlreiche Geschäftsmodelle und 3AC offenbarte ein kaum existentes Risikomanagement.

Dass Blockchain.com diese Breitseite aber kaum beschadet übersteht, zeigt noch etwas anderes: Das Krypto-Ökosystem ist auch nach dem schon lange anhaltenden Abwärtstrend zu großen Teilen weiter stabil aufgestellt. Die Welle der 3AC-Insolvenz könnte nun langsam verebben.

Über Christoph Bergmann (2402 Artikel)
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