Newsticker

Mehr als 2,2 Millionen Dollar prorussische Kriegsspenden durch Kryptowährungen

"Toy Soldier". Bild von Simon Lee via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Blockchain-Analysen zeigen: Auch russische Soldaten, Milizen und Propagandisten werden durch Kryptowährungen finanziert. Das Volumen ist aber zu gering ist, um einen spürbaren Effekt zu haben.

Dass die Ukraine Spenden in Kryptowährungen erhält, um sich gegen Russland zu verteidigen, ist bereits bekannt. Vor kurzem zeigte der Blockchain-Analyst Chainalysis, dass auch russische Kriegshandlungen durch Bitcoin und andere Coins finanziert werden – wenn auch in erheblich geringerem Umfang.

Chainalyis hat 54 Organisationen untersucht, die über soziale Medien zu Spenden in Kryptowährungen aufrufen, um das russische Militär zu unterstützen. Diese Organistionjen haben laut Chainalysis mehr als 2,2 Millionen Dollar eingesammelt, vor allem Bitcoin und Ether sowie in geringerer Menge Tether, Litecoin und Dogecoin.

Ungefähr die Hälfte der Spenden geht an paramilitärische Milizen im Donbas, vor allem in Donezk und Luhansk. Beinah die Hälfte kommt von einer Gruppe, vier weitere stellen den Großteil des Restes.

Mit den Spenden finanzieren die Organisationen verschiedene Zwecke, von prorussischer Propaganda über Autoradios zu Dronen. Chainalysis belegt dies durch Bilder, die die Organisationen in den sozialen Medien gepostet haben. Das eine verspricht den Kauf einer Drone, das andere zeigt Verbandskästen, Funkgeräte, Autoradios, Matratzen und andere Ausrüstungsgegenstände.

In die Spendensammlung involviert sind auch mehrere Personen und Organisationen, die von den USA mit Finanzsanktionen belegt wurden. Etwa Alexander Zhuchkovsky, der über soziale Medien zu Spenden für die paramilitärischen Nazis der Russischen Reichsbewegung aufruft und das Project Terricon unterstützt, das für paramilitärische Milizen im Donbass Kryptogeld sammelt. Diese Organisation verwendet, erklärt Chainalysis, typische Methoden krimineller Akteure: Sie verschleiert die Blockchain-Spuren durch Mixer und wechselt die Coins auf der Börse Bitzlato aus Moskau, die seit 2019 in großem Volumen in Geldwäsche verwickelt ist.

Eine Organisation hat versucht, durch die Herausgabe einer NFT-Kollektion Geld zu sammeln. Doch die einschlägigen Marktplätze entfernten die NFTs vom Handel, bevor sie gekauft wurden.

Das Volumen der von Chainalysis identifizierten Blockchain-Transaktionen ist so klein, dass die Spenden für den Verlauf des Krieges vollkommen unbedeutend sind. Erstaunlich ist jedoch, dass es sie überhaupt gibt. Denn erst vor kurzem hat Russlands Präsident Wladimir Putin ein Gesetz unterschrieben, das es verbietet, Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu verwenden.

Das Gesetz ist kein vollständiges Verbot. Es erlaubt weiterhin, in Kryptowährungen zu investieren und mit ihnen zu handeln. Das Gesetz (hier im Original) verbietet lediglich „digitale finanzielle Assets zu überweisen oder zu akzeptieren im Tausch für Güter und Dienstleistungen …“. Damit sendet Russland verwirrende Signale, da das Land noch vor wenigen Monaten den „befreundeten Ländern“ angeboten hatte, Kryptowährungen als Bezahlungen für Öl und Gas anzunehmen.

Über Christoph Bergmann (2415 Artikel)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder ---

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: