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Russland bietet an, Öl und Gas mit Bitcoin zu bezahlen

Russischer Öltanker vor Arkhangelsk. Bild von Alexxx Malev via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Russland verlangt vom Westen, für Öl und Gas in Rubel zu bezahlen – und bietet den „freundlichen“ Ländern an, in anderen Währungen zu bezahlen. Unter anderem in Bitcoin.

Bekanntlich hat Russland auf eine eigenartige, aber naheliegende Weise auf die Sanktionen des Westens reagiert: Die „unfreundlichen“ Länder müssen für Öl- und Gaslieferungen entweder in Gold oder Rubel bezahlen.

„Wenn sie kaufen wollen, lasst sie uns entweder in einer harten Währung bezahlen, was für uns Gold ist, oder so, dass es für uns bequem ist, was unsere nationale Währung ist,“ erklärte Pavel Zavalny, Vorsitzender des Ausschusses für Energie der Duma, auf einer Pressekonferenz. „Warum sollten wir für ihre Währung handeln? Das ist so, als würde die Währung für uns zu Bonbon-Papier werden. Wir müssen echte materielle Ressourcen liefern, während wir dafür nicht bezahlt werden.“

Irgendwie ist das nachvollziehbar, und irgendwie zeigt sich nun auch, dass Europa nicht bereit ist, Rubel zu kaufen, weshalb uns vermutlich bald das Gas ausgehen wird.

Aber nicht darum geht es hier. Es geht vielmehr um das, was Zavalny an die „freundlichen“ Länder gerichtet sagt.

Seit dem Krieg unterscheid Russland die Welt in freundliche und unfreundliche Nationen. Die unfreundlichen Nationen sind die, die den Angriffskrieg gegen die Ukraine mit Sanktionen beantworten. Es sind die folgenden Länder: Albanien, Andorra, Australien, Großbritannien, die Mitgliedstaaten der EU, Island, Kanada, Liechtenstein, Mikronesien, Monaco, Neuseeland, Norwegen, Südkorea, San Marino, Nord-Makedonien, Singapur, die USA, Taiwan, die Ukraine, Montegenro, die Schweiz und Japan. Diese Länder müssen also künftig in Rubel oder Gold bezahlen, sofern sie russisches Gas kaufen wollen.

Und der Rest der Welt, die „freundlichen“ Länder? „Um über sie zu reden,“ so Zavalny, „wir schlagen China schon seit langem vor, auf nationale Währungen umzusteigen, Rubel und Yuan. Mit der Türkei werden es Lira und Rubel seit. Die Sets der Währungen können unterschiedlich sein, das ist ganz normal.“ Und dann fügte er das hinzu, was Bitcoiner seitdem auf eine merkwürdige Weise elektrisiert: „Wir können auch mit Bitcoins handeln.“

Ob und inwieweit das nun mehr ist als eine Parole, ist natürlich unklar. China hat Bitcoin verboten und wird kaum in Bitcoin bezahlen wollen, und die meisten Länder, wie die Türkei, werden wohl froh sein, wenn ihre Währung als Zahlungsmittel für russische Rohstoffe aufgewertet wird.

Klar ist aber, dass sich Russland stärker für Bitcoin öffnet, als dies den meisten friedliebenden Bitcoinern recht ist. So treibt Russland schon seit einiger Zeit die Legalisierung von Kryptowährungen voran, und selbst Wladimir Putin zeigte sich offen dafür, dass Kryptowährungen „vielleicht die Zukunft“ seien. Beim Tauziehen um die Regulierung hat sich das eher offene Wirtschaftsministerium gegen die Zentralbank durchgesetzt, die Bitcoin lieber gestern als heute verboten sähe. Nun schreitet, dem Kriege zum Trotz, die Ausbildung eines rechtlichen Rahmens unter Federführung des Finanzministeriums voran.

Premierminister Mikhail Mishustin sagte vergangenen Freitag, die Regierung habe den vorliegenden Vorschlag gründlich geprüft. Er sagte, es sei „natürlich notwendig“, digitale Währungen in das Finanzsystem des Landes zu integrieren. Inwieweit er damit aber tatsächlich freie Kryptowährungen wie Bitcoin meint, ist nicht ganz eindeutig.


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3 Kommentare zu Russland bietet an, Öl und Gas mit Bitcoin zu bezahlen

  1. Durch die Förderung von Gas, Kohle und Erdöl erwärmen sich die Permafrostgebiete.
    Russland wird absaufen-und nicht wegen Wodka.
    Sieg für die Ukraine. Fuck Putin die Ratte!( Gesperrt von der “ Community“ der Piraten Partei)

    • Bisschen weniger mit Greenpeace Pressemitteilungen bilden und etwas mehr Econ Bücher, Blogs usw. konsumieren.

  2. Russland wird absaufen ? lol
    Träum weiter ^^

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