Newsticker

Rekord: Mehr als 12.000 Unternehmen in Brasilien verwenden Kryptowährungen

In Brasilia, der Hauptstadt Brasiliens, findet man Regierungsbehörden wie die Steuerzentrale Receita Federal do Brasil (RFB). Auf dem Bild zu sehen die Kathedrale von Brasilia. Foto von Teófilo Baltor via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Eine neue Statistik der brasilianischen Steuerverwaltung zeigt: Mehr als 12.000 Unternehmen und 1,3 Millionen Individuen benutzen in einer steuerrelevanten Weise Krypotowährungen – vor allem Bitcoin und Tether (USDT).

Das brasilianische Bitcoin-Magazin Livecoins berichtet über eine neue Statistik der brasilianischen Steuerverwaltung Receita Federal do Brasil (RFB). Dieser zufolge hat die Anzahl an Unternehmen, die Kryptowährungen halten, im August einen neuen Rekord erreicht.

Seit 2019 verpflichtet die Steuerverwaltung Privatpersonen und Unternehmen, Krypto-Transaktionen unter bestimmten Bedingungen anzumelden. Dafür gibt es ein spezielles Formzular, die „declarações de criptomoedas“. Dies macht die statistische Auswertung relativ einfach, weshalb die brasilianische Steuerverwaltung fast perfekte Daten zur Verfügung stellt, um zu erkennen, wie weit Kryptowöhrungen in der Masse angekommen sind.

Eine Suche nach den Originaldaten blieb meinerseits allerdings erfolglos. Daher berufen wir uns hier auf die Angaben von Livecoins.

Die Summe der angemeldeten Kryptowerte ist demnach im Vergleich zum Juli etwas gesunken, von knapp 13,1 Milliarden auf gut 11 Milliarden Real, was etwa 2,5 bzw. 2,2 Milliarden Euro entspricht. Auch die Anzahl der Krypto-Steuererklärungen durch Individuen sank leicht, von 1,336 Millionen auf 1,3 Millionen. Gestiegen ist hingegen die Anzahl von Erklärungen durch juristische Personen wie Unternehmen. Sie erreichte mit 12.053 einen neuen Rekord.

Auffällig ist dabei, dass die Anzahl der juristischen Personen seit März 2022 einigermaßen konstant zwischen 10.000 und 12.000 bleibt, während die der Individuen von gut 300.000 im Frühjahr aus regelrecht explodiert ist.  Woran das liegt, ist schwer erklärbar. Eventuell gab es eine Änderung der Schwellenwerte.

Bild von Livecoins geteilt. CPF mein Individuen, CNPJ juristische Personen.

Interessanterweise vermeldet die RFB auch, welche Kryptowährungen angemeldet worden sind. Am häufigsten vertreten waren dabei Tether-Dollar (USDT) und Bitcoin, gefolgt von Ether (ETH), dem brasilianischen Stablecoin BRZ sowie Center-Dollar (USDC) und Decred (DCR). Mit deutlich weniger Volumen und Usern tauchen in den Top-10 auch Chiliz (CHZ), Ripple (XRP), Cardano (ADA) und Solana (SOL) auf.

Die Statistik schlüsselt nicht auf, welche Coins von Privatleuten verwendet werden und welche von Unternehmen. Allerdings zeigen die Daten einige klare Muster. So ist die Anzahl der Nutzer von USDT mit nicht ganz 80.000 sehr klein, die überwiesenen Werte hingegen mit 7,4 Milliarden BRL sehr hoch. Je Person oder Unternehmen sind das beinah 93.000 BRL (gut 18.000 Euro). Genau andersherum verhält es sich dagegen bei Bitcoin: Mehr als 2,1 Millionen Steuererklärungen vermelden Bitcoins-Transaktionen, doch mit gut 1,4 Milliarden BRL ist der Gesamtwert deutlich geringer als bei USDT. Je Erklärung wären dies 674 BRL.

Dasselbe Muster wiederholt sich bei Ethereum und USDC. Während Ethereum in 1,2 Millionen Steuererklärungen auftritt, aber  nur 580 Millionen BRL anmeldet, sind es bei den Center-Dollar nur 25.000 User und 430 Millionen BRL.

Mangels weiterer Daten sind Schlüsse daraus Spekulationen. Aber man könnte schlussfolgern, dass Stablecoins in Brasilien für große Transaktionen verwendet werden, eventuell eher von Unternehmen und eventuell von solchen, die Handel mit dem Ausland treiben, während Bitcoin eher eine Währung für Privatleute ist, die geringe Beträge in Bitcoin investieren und eventuell auch damit aktiv bezahlen.

Das aber sind Mutmaßungen. Was hingegen feststeht, ist, dass mehr als 12.000 Unternehmen in Brasilien in irgendeiner Form Kryptowährungen benutzen.

Über Christoph Bergmann (2408 Artikel)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder ---

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: