Und wir haben … ein Triple Top!
Die Drei Zinnen, eine Gebirgsformation in den Dolomiten. Bild von Katty Fe via flickr.com. Lizenz: Creative Commons
Der Bitcoin-Preis schließt die Rally der letzten Monate mit einem seltenen Muster ab: einem Triple Top. Das Muster ist so schön, dass ihm sogar Andrej Kostolany etwas abgewinnen konnte, obwohl er von technischer Analyse eigentlich gar nichts hielt.
Ein Triple Top ist eigentlich selbsterklärend. Es besteht, erklärt Investopedia, „aus drei Spitzen und signalisiert, dass die Rally eines Assets vorbei ist und tiefere Preise im Anmarsch sein.“
Wie sein weniger seltener Bruder, das Double Top, ist das Triple Top damit eines der „bärischen“ Chart-Muster, also ein Signal für fallende Kurse.
Damit ein Triple Top gültig ist, muss es auf einen Aufwärtstrend folgend. Es besteht dann aus drei Spitzen in einer ähnlichen Höhe, üblicherweise maximal drei Prozent voneinander entfernt. Dies ist der Widerstand, der bei einem Triple Top gleich dreimal erfolglos getestet wird. Nach dem dritten Vesuch fällt der Preis unter die „Swing Lows“, also die Tiefpunkte nach den vorherigen zwei Spitzen. Wenn dies geschehen ist, ist das Triple Top vollendet.

Dollarpreis von Bitcoin nach tradingview.com.
Bei Bitcoin hat sich das Triple Top mustergültig materialisiert: Der Kurs war auf einer Rally, die ihn ab Februar von knapp 40.000 auf rund 66.000 Euro katapultierte. Die drei Tops lagen jeweils zwischen 66.000 und 67.000. Nach dem dritten Top fiel der Kurs unter die Swing Lows, die zwischen 58.000 und 60.000 Euro lagen. Sehr viel klarer kann ein Triple Top kaum mehr sein.
Das Muster zeigt, so die Investopedia weiter, „dass der Preis nicht in der Lage ist, die Gegend um die Spitze herum zu durchbohren. Es bedeutet, dass das Asset nach mehreren Versuchen nicht in der Lage ist, viele Käufer in dieser Preisspanne zu finden.“ Sobald dem Markt klar werde, dass der Kurs nicht in der Lage ist, über den Widerstand zu klettern, hat das Halten nur noch ein begrenztes Potenzial. Spekulative Investoren stoßen ab, technische Trader, die an Muster glauben, gehen aus Long-Positionen heraus und eröffnen Shorts.
Wie so oft ist die Analyse von Chartmustern nicht viel mehr als Kaffeesatzleserei oder Horoskope. Sie bilden keine Naturgesetze ab, wie naturwissenschaftliche Kurven, sondern im allerbesten Fall Trends der Schwarmzintelligenz der Märkte.
Wie der Börsenguru Andrej Kostolany sagte: Charts, die in die Zukunft fortgeschrieben werden, sind Dichtung. Wer sich von Mustern leiten lässt, begehe „Geldmord“. Eine echte Aussagekraft gewährte Kostolany nur wenigen Mustern, darunter dem „M“ in einer Aufwärtsbewegung:
„Wenn aber der Chart einige Male die Forme eines M zeigt, dann bedeutet dies einen Plafond, das heißt einen Hochkurs, den man nicht mehr durchstoßen kann. Denn wahrscheinlich wird ein größeres Quantum der Aktie zum Verkauf angeboten, und solange dieser Hahn nicht zugedreht wird, kann der Kurs nicht steigen.“
Und genau diese Formation haben wir – ein Kurs, der wiederholt an einer Spitze abprallt. Es gibt offenbar eine Schwelle, über die der Preis derzeit nicht hinauswill, weil jemand einen Hahn aufdreht und Bitcoins auf den Markt wirft. Normalerweise reagiert der Markt bereits beim zweiten Top, doch dieses Mal hat er die dritte Bestätigung gebraucht, um seine Erwartung zu verändern.
Anders sieht es übrigens bei anderen Kryptowährungen aus, etwa Ethereum oder Solana.

Der Dollarkurs von Solana, ebenfalls von Tradingview
Solana bildet ein sauberes Double-Top mit der letzten Spitze Anfang April bei 187 Euro, und ist seitdem fortlaufend und massiv gefallen, auf nun nur noch 124 Euro.

Der Dollarkurs von Ethereum, ebenfalls von Tradingview
Ethereum dagegen erreichte schon im März ein einzelnes Top bei gut 3.700 Euro, fiel danach, bildete noch ein Double-Top bei etwa 3.400 Euro – und bricht seitdem ein. Derzeit steht Ethereum mit etwa 2.800 Euro etwa am Tiefpunkt seitdem die Rally Ende Februar Fahrt aufnahm.
Damit haben wir also sowohl bei Bitcoin als auch zwei der größten anderen Kryptowährungen jeweils abgeschlossene bärische Kursmuster. Inwieweit sich diese fortsetzen, also das erfüllen, was ihnen zugeschrieben wird – das ist natürlich pure Spekulation und Dichtung.
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Deine Analyse hier hat ja auch gezeigt, dass das nächste Maximum 1-1.5 Jahre nach dem Halving kommt. Ich denkejetzt dümpelt es erstmal auf 60k USD rum, vielleicht noch ein letzter kurzer Sturz nach 55k. Dann geht es vielleicht in so 2 Monaten wieder höher.
Auch wenn ich voll und ganz bei Christoph bin,….dieses HAlfing ist das Erste nach der …. neuerlichen indirekten Verzahnung zum Dollar und jetzt auch Yuan Anlegermarkt …. ich persönlich denke das das einen extremen Kursabsturz wie es ihn nach den vergangenen Halfing-Preisrallys gab, weniger wahrscheinlich macht – d.h. ich denke nicht das wir in absehbarer Zeit Preise um 20k wieder sehen werden.