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Mt.Gox-Konkursverwalter kündigt Rückzahlungen an – Bitcoin-Kurs bricht ein

Nach vielen Jahren ist es nun soweit: Die Bitcoins, die aus der kollabierten Börse Mt. Gox geborgen wurden, fließen demnächst an die User zurück. Der Markt findet das nicht so toll.

Hoppla. Das war eine Kerze, leider in der falschen Farbe, nicht fröhlich grün, sondern bitter rot. Innerhalb weniger Minuten fiel der Bitcoin-Kurs von 63.000 auf 61.000 Dollar, im Lauf einiger Stunden sogar von 64.000 Dollar, also um rund fünf Prozent.

Solche Bewegungen geschehen selten ohne Grund, doch selten lag der Grund so offen vor: Der Konkursverwalter von Mt. Gox hat, nach jahrelangem Warten, die Auszahlung der geborgenen Bitcoins (sowie Bitcoin Cash) angekündigt.

Nachdem es dem Verwalter der Anfang 2014 spektakulär pleite gegangenen Börse gelungen war, rund 141.000 Bitcoins zu bergen, hat er „die Rückzahlungen der Bitcoin und Bitcoin Cash“ vorbereitet. Dieser Vorgang ging so endlos lange, mit Dutzenden Mails und Ankündigungen, dass man schon fast glauben mochte, er werde niemals abgeschlossen werden. Doch „nun sind diese Vorbereitungen abgeschlossen, und der Verwalter wird die Rückzahlungen in Bitcoin und Bitcoin Cash“ anstoßen. Dies wird bereits ab Juli 2024 geschehen.

141.000 Bitcoins sind, nach aktuellen Preisen, (noch) knapp neun Milliarden Dollar. Dieser Betrag war dem Markt mehr als zehn Jahre vorenthalten, da er auf den Wallets der Konkursverwaltung geruht hat, was, wenn es um die Geldmenge geht, nicht viel anders als ein relativ großer ETF ist. Freilich, Microstrategy hält mit mehr als 200.000, Blackrock mit gut 300.000 und Grayscale mit fast 280.000 Bitcoins noch mehr. Doch bereits Fidelity, Herausgeber eines der größten Bitcoin-ETFs, liegt mit 168.000 Bitcoin nicht so weit von der Summe der Mt. Gox-Coins weg.

141.000 Bitcoins entsprechen derzeit mehr als dem, was die Bitcoin-Miner in 10 Monaten schürfen; es ist fast so viel, wie das Halving die Jahresproduktion neuer Bitcoins reduziert hat. Es handelt sich um einen jener Beträge, die zu groß sind, um tatsächlich eingepreist zu werden, ein Faktor mit einer ähnlichen harten, fundamentalen Relevanz wie ein Anstieg der Zinsen. Es ist kaum denkbar, dass er den Kurs nicht beeinflussen wird, und zwar nicht nur durch die rote Kerze des Schocks der Ankündigung, sondern auf einer tieferen, mechanischen, zäheren Ebene.

Ob und wie es jedoch kommt, hängt maßgeblich davon ab, wie die Leute, die Bitcoins erhalten, damit umgehen. Viele werden Early Adopter sein, die schon 2013 oder früher auf Mt. Gox gehandelt haben, und nur wenige von ihnen werden alle ihre Coins auf der Börse gelassen haben. Man darf davon ausgehen, dass sie nicht auf die Rückzahlung angewiesen sind, um ihre Miete zu bezahlen, und dass viele von ihnen vermutlich gerne bereit sind, sie einfach in der Wallet zu halten. Doch all das ist offen und wird sich ab Juli langsam klären. Klar ist jedoch, dass heute ein neuer, eher negativer Faktor eintraf, der den Markt fast zwingend prägen wird.


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4 Kommentare zu Mt.Gox-Konkursverwalter kündigt Rückzahlungen an – Bitcoin-Kurs bricht ein

  1. Nicht die Nachrichten machen die Kurse sondern die Kurse machen die „Nachrichten“(Andre Kostolany)

  2. Christoph // 24. Juni 2024 um 19:42 //

    Wie bei den letzten 3 Ankündigungen wird nichts passieren. Es eird nur ein Teil der Summe jetzt ausbezahlt und dieser wohl auch nicht innerhalb eines Tages. Davon wiederum wird höchstens 50% verkauft werden – und das wieder nicht alles gleichzeitig. Natürlich macht theoretisch jeder Coin irgend einen Unterschied, aber es wird garantiert nicht dramatisch.

  3. Philipp // 27. Juni 2024 um 20:10 //

    Also ich habe meine MtGox Auszahlung bereits im Dezember 2023 erhalten, genauso wie viele andere Nutzer, die mit dem Verfahren einverstanden waren. Nur so als Info…

  4. Philipp // 28. Juni 2024 um 9:06 //

    Also ich habe meine Auszahlung bereits im Dezember 2023 erhalten, genau wie viele andere Nutzer auch, die dem Verfahren zugestimmt haben. Nur so als Info…

Kommentare sind deaktiviert.

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