El Salvador schlägt vor, internationale Zahlungen in Bitcoin zu begleichen …
Der Izalco, ein Vulkan in El Salvador. Bild von Angela Rucker via wikipedia, Lizenz: Öffentliche Domäne
… und ist auf gutem Weg, sich mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu einigen. Dort scheint ein Umdenken zu Bitcoin stattzufinden. Zumindest im Ansatz.
Sich zu irren ist nur eine Etappe auf dem Weg zur Erkenntnis. Wer meint, er irre sich niemals, wird niemals aus dem Sumpf des Irrtums herausfinden.
Der Internatinale Währungsfonds (IWF), seines Zeichens eines der wichtigsten Organe des globalen Währungssystems, hat El Salvador vielfach gescholten, kritisiert und mit Konsequenzen bedroht, wenn es an seiner Bitcoin-Strategie festhält.
Präsident Nayib Bukele ließ sich davon nicht beeindrucken. Er hatte 2021 Bitcoin per Gesetz zum offiziellen Zahlungsmittel gemacht und eine nationale Bitcoin-Reserve gegründet. Allen Unkenrufen zum Trotz ging das Land nicht pleite, sondern steht heute in den reinen Wirtschaftsdaten stärker da als je zuvor. Wenn Bitcoin nicht die Lösung ist, dann ist es zumindest auch nicht das Problem.
Das scheint mittlerweile auch der IWF zu akzeptieren. Er gab kürzlich ein Statement zum Verlauf monatlicher Verhandlungen mit der Regierung von El Salvador über neue Kredite und Maßnahmen – und die Töne zu Bitcoin wurden auffallend moderat: Man habe „Fortschritte gemacht“ für ein Programm, das vom IWF unterstützt wird, um „die öffentlichen Finanzen zu stärken, die Bankreserve zu boosten, Transparenz und Governance zu verbessern und die Risiken durch Bitcoin zu minimieren.“
Insgesamt spricht der IWF El Salvador bei allen Punkten gute Fortschritte und Bemühungen zu. Was Bitcoin angeht, räumt er ein, dass „viele der Risiken sich noch nicht materialisiert haben.“ Es gebe jedoch „eine gemeinsame Anerkennung, dass weitere Bemühungen notwendig sind, um die Transparenz zu erheben und potenzielle Risiken für die fiskalische und finanzielle Stabilität abzumildern.“
Man kann zwar kaum von heller Begeisterung sprechen, doch alles in allem hat sich der Ton des IWF deutlich gewandelt. Vor allem aber ebnen El Salvador und der IWF derzeit eine Blaupause für die ordentliche Integration von Bitcoin ins Staatswesen.
Die Bitcoin-Reserven El Salvadors
Auch wenn Bitcoin in El Salvador nicht so weitläufig zirkuliert, wie viele es erwartet hatten, erweist sich die Bitcoin-Strategie als Erfolg.
Präsident Bukele blieb seinem Versprechen treu, jeden Tag einen Bitcoin zu kaufen, weshalb der Chart mit den Bitcoin-Beständen des Landes wie ein diagonal aufwärts steigender Sägezahn aussieht.
Mittlerweile verfügt El Salvador über 5.840,76 Bitcoin, was etwa 335 Millionen Dollar entspricht. Bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von 43.746 Dollar ist das Land mit rund 35 Prozent im Plus. Es hat also, auf dem Papier, einen Gewinn von gut 110 Millionen Dollar gemacht.
Die Risiken um Bitcoin haben sich damit nicht nur „nicht materialisiert“, wie der IWF es ausdrückt – Bitcoin hat die finanziellen Reserven des Landes gestärkt und hilft ihm damit auch, die mit dem IWF vereinbarten Ziele zu erreichen.
Aber El Salvador versucht, Bitcoin auch darüber hinaus zu nutzen – nämlich im internationalen Handel.
Bitcoin für Importe
Vor kurzem hat die Regierung von El Salvador offenbar Russland vorgeschlagen, den gegenseitigen Handel in Bitcoins auszugleichen. Sowohl Russland als auch die Ukraine ringen derzeit, so ein russischer Diplomat, darum, das Land auf ihre Seite zu ziehen, während El Salvador es vorzieht, neutral zu bleiben.
Der Handel zwischen den beiden Ländern war in den Jahren vor dem Beginn des Angriffskrieges sprunghaft angestiegen, von 6 Millionen Dollar 2018 auf angeblich 100 Millionen Dollar vor der Invasion. Seitdem ist er jedoch wegen der Sanktionen drastisch eingebrochen.
Zwar blieben die russischen Exporte nach El Salvador auf demselben Niveau, doch „die Importe sind auf beinahe Null gefallen“, so der Diplomat. Sowohl russische als auch salvadorianische Unternehmen würden dies gerne ändern, haben aber Probleme wegen des Dollars, der in El Salvador die offizielle Währung ist. Unternehmen des Landes wollen in Dollar bezahlt werden, und dies kann Russland wegen der Sanktionen nicht.
„Als Alternative bietet El Salvador an, Kryptowährungen im Handel zu verwenden“, genauer: Bitcoin. Doch Russland lehnt dies ab. „In unserem Land ist Bitcoin nicht so weit verbreitet, daher schauen wir nach anderen Wegen, den Handel wiederzubeleben.“ Der Diplomat meint, es sei „ideal“, eine Bank in El Salvador zu gründen, „die Transaktionen in verschiedenen Währungen prozessiert, Yuan, Rupie, Rubel.“ Doch El Salvador halte an seiner Verbindung zum Dollar und zu europäischen und US-amerikanischen Banken fest und schrecke daher vor einem solchen Schritt zurück.
Die Finanzsanktionen schmerzen offenbar, und Russland möchte die offensichtliche Antwort, Bitcoin oder andere Kryptowährungen, nicht akzeptieren.
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In Russland wurde am 30.07.2024 ein Gesetz verabschiedet, das es Unternehmen erlaubt, Kryptowährungen für den internationalen Handel zu nutzen. Durch den Einsatz der digitalen Assets sollen russische Firmen leichter die Sanktionen umgehen können, die der Westen im Rahmen des Ukrainekriegs verhängt hat.
Das Gesetz soll im September in Kraft treten.
Bukele ist mutig und könnte tatsächlich in die Geschichte eingehen.
Natürlich wird das nicht ohne Widerstand passieren,falls die Handel mit Russland oder China ect in Bitcoin abwickeln.
Die USA und die EU lassen sich sicher nicht von einem Zwergenstaat auf der Nase rumtanzen.
Das sollte Bukele bewusst sein sonst wird aus Mut Übermut.
Ich finde es sehr interessant, dass Russland selbst Bitcoin nicht erwägt zu nutzen, bzw dies auch noch nicht wirklich kann. Ein Schreckgespenst (Sanktionsvermeidung über Krypto) weniger, dass sich an die Wand malen lässt.
Der Ball für die schnelle Kryptoadoption liegt sicher eher im Feld der Schwellen- und Entwicklungsländer. Und das ist eine sehr positive Entwicklung.
Sehr treffend. Das beobachten sicher auch viele Länder mit einem ähnlichen Status wie El Salvador.
Daher: sehr ermutigende Nachrichten!
Es ist eine interessante Entwicklung, insbesondere wenn es um Handel mit Russland geht, denn dort hat man Kryptowährungen bisher maximal eingeschränkt, weil man sie kaum kontrollieren kann. Bei transparenten Ledgern wie Bitcoin oder Tether (egal welche Chain) sieht man zwar durchaus die Geldflüsse, aber da die Hashrate mittlerweile vom Westen dominiert wird, können diese auch nur von diesen und nicht von Russland zensiert werden. Wo finden porenzielle Nutzer entsprechende Liquidität?
Bei Bukele bin ich mir nicht ganz sicher… Er hat die Kriminalität zwar weitgehend unter Kontrolle gebracht, aber man hört viele Stimmen, dass auch Unschuldige eingesperrt wurden, ohne Gerichtsverfahren. Er führt das Land weitgehend autokratisch und umgibt sich mit Idioten wie einem Max Kaiser… Das Vulkan-Mining kommt nicht voran, war wahrscheinlich eher PR als irgendwas sonst und die Bitcoin-Ökonomie kommt auch nicht wirklich in Fahrt. Rein theoretisch ist im Falle El Salvadors der Umstieg auf Bitcoin kein großer, denn sie hatten ohnehin keine eigene Währung mit all den Geldpolitischen Möglichkeiten, sondern den Dollar. Ist halt Gambling für ein paar Millionen Einwohner, denn Bitcoin kann auch locker wieder unter 10k stürzen oder auf über 100k gehen. Die Downside ist aber imho gravierdener als die Upside…
Wishful Thinking. Nur weil der IWF etwas toleriert, ist es falsch zu behaupten, dieser würde aktiv an einer Bitcoin Integration arbeiten oder interessiert sein.
Naja, tolerieren ist schonmal ein ganzer großer Step forward.
Bisher hat der IWF den Schritt von ElSalvador eher ziemlich aktiv abgelehnt und mit Abwertungen gedroht.
Das sie vorsichtig bleiben ist aber erstmal auch verständlich, schliesslich ist das Ganze nach wie vor ein Experiment.
Ein Autokraft der von über 80 Prozent gewählt worden ist.Der kann durchaus ein bisschen diktatorischer auftreten,nimmt ihm da keiner übel im eigenen Land und wir bei uns hier müssen uns deswegen keine Sorgen machen.
Und Paul wartet immer noch, dass Bitcoin unter 10.000 geht,dann kauft er sich vielleicht ein wenig.
Max Keiser der „Idiot“ hat schon seit 2010 welche,so dumm kann der nicht sein,wie du dir wünschst.
Nein, ich habe meinen ersten Bitcoin für 15 Dollar gekauft, um es im Ecommerce zu testen. Danach deutlich teurer, aber mittlerweile bin ich raus, denn es hat mit dem Ursprungsgedanken nichts mehr zu tun. Ich würde Bitcoin nachkaufen, wenn ich es nutzen könnte, ohne überwacht zu werden. Die letzten zehn+ Jahre waren leider gegenläufig und Bitcoin ist ein Shitasset der Wallstreet geworden anstatt digitales Bargeld.
Na dann bist du hier ja genau richtig, Paul,im Bitcoinblog,muhahahahaha.
Exakt. Allerdings berichtet Christoph nicht mehr exklusiv über Bitcoin wofür ihn manche als Shitcoinblog diffamieren. Im Vergleich zu den meisten Medien hat er durchaus einen Weitblick, anstatt mit Scheuklappen durch die Welt zu marschieren…
Ich bin mir jedenfalls relativ sicher, dass Bitcoin seinem letzten Lebenszyklus nahe kommt. Es könnte noch kurzfristig über 100k gehen, aber es wird definitiv unter 10k gehen. Wie gesagt, ist mir eigentlich egal, denn ich bin kein Gambler und werde weder HODLn (long) noch shorten.
Wieso bist du hier im Blog?
Wenn ich gern Schnitzel esse und mich bei den Veganern rumtreibe,dann müsste ich mich vielleicht mal selbst hinterfragen,oder?
Da es hier eben nicht ausschliesslich um BTC geht wie Paul vorher geschrieben hat, ist er zumindest schon mal nicht falsch.
Ich nehme an er versucht wenn moeglich ohne Scheuklappen durch die Welt zu marschieren.
Dein Vergleich macht uebrigens umgekehrt mehr Sinn.
Denn ein Schnitzelesser kann durchaus vegane Gerichte schmackhaft und lecker finden.
Das eine schliesst das andere nicht aus.
Umgekehrt wirds allerdings schwer.