Edelcoin: Eine Kryptowährung gedeckt durch Industriemetalle
Edelcoin-Gründer Andreas Wiebe zu Besuch in einer Kupfermine in der Mongolei. Bildrechte vollständig bei Andreas Wiebe, für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt.
Frisch aus der Schweiz kommt der Edelcoin, die erste Kryptowährung, der verschiedene Industriemetalle unterliegen. Das Projekt hat die ersten Token im Wert von sechs Milliarden Dollar geprägt – und plant Großes. Der Gründer informiert uns über einige Details.
Wenn Andreas Wiebe erzählt, wie Edelcoin begann, holt er gerne etwas weiter aus. Der gebürtige Bonner, der heute in der Schweiz lebt, ist schon lange IT-Unternehmer. Er hat Suchmaschinen gebaut, früh mit KIs gearbeitet, einen Messenger entwickelt. Damit erhielt er nicht immer positive Medienberichte, die Wirtschaftswoche nannet seine Firma Hulbee 2012 als ein Beispiel für mutmaßliche Aktienmanipulation.
Bei all dem versteht sich Wiebe zugleich als Geschäftsmann wie als Idealist: „Wir bauen alternative Lösungen zu dem, was die Amerikaner bauen. Mit unserer Suchmaschine bieten wir einen Alternative zu Google, mit unseren Messengern zu Whatsapp. Auf dem Weg kamen wir auch zu Kryptowährungen.”

Andreas Wiebe im Metalllager unter Zürich. Bildrechte vollständig bei Andreas Wiebe, für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt.
Denn Andreas Wiebe hat eine eigene Interpretation von Bitcoin: „Ich bin überzeugt, dass das von BlackRock aufgesetzt wurde. Die haben erkannt, dass der Dollar nicht dauerhaft funktioniert, daher wird er fallen gelassen und durch Bitcoin ersetzt.“ Und wenn der Dollar fällt – dann fallen alle Währungen. „Wir erleben die große Enteignung, den großen Kollaps.
Und das ist die Stelle, an der Edelcoin ins Spiel kommt, eine von Wiebe und seinem Team aufgesetzte Kryptowährung. „Wir wollten eine Alternative aufbauen, die Sicherheit bringt. Und was ist sicher? Metalle sind für mich das einzige, das nachhaltig solide ist, weil sie immer nützlich sein werden.“
Kupfer und Nickel, Polygon und Ethereum
Anfangs sollte Edelcoin durch Edelmetalle wie Gold und Silber gedeckt werden. Daher der Name. Doch im Lauf der Planung änderte Wiebe seine Ansicht. „Mit Gold ist es nicht viel anders als mit Bitcoin, es ist volatil. Also haben wir einen Korb mit fünf Metallen geschaffen, die vor allem industriell eingesetzt werden.“
Den Großteil der Deckung von Edelcoin bilden Kupferisotope, dazu kommt eine gute Menge Nickel, und als Ergänzung ein wenig Radium. Es sind Metalle, so Wiebe, die im Zusammenhang mit der Chipherstellung nachgefragt werden.
Der Edelcoin wurde mittlerweile veröffentlicht. Er ist ein ERC-Token auf Polygon und Ethereum. Bisher gibt es Edelcoins im Wert von rund sechs Milliarden Dollar. Man kann sie auf den ersten Börsen handeln, wenn auch eher auf Nischenbörsen, und der Preis ist bisher weitgehend stabil. Allerdings sind rund 99 Prozent der Token auf zwei Adressen, was die Aussagekraft des Preises etwas schmälert.
Wer die Coins hat, kann sich die Edelmetalle physisch liefern lassen, auch wenn die Prozedur über einen Treuhänder etwas aufwändig ist.
Bald wird Wiebes Team auch eine eigene Wallet entwickeln, die dann auch mit Debit-Karten zu verbinden ist. Der Edelcoin, hofft der Gründer, wird dann europaweit für Zahlungen verwendet.
Ein schwindelerregender Kupferberg
Passenderweise hat Wiebe einen Investor gefunden, der auf einem gewaltigen Bestand dieser Metalle saß. Er hat sie eigentlich als Grundlage verwendet, damit Banken Hebelprodukte anbieten. Nun aber geht der Bedarf nach solchen Derivaten zurück, doch der Investor möchte die Metalle nicht verkaufen, sondern sucht eine neue Anwendung.
Edelcoin kommt hier fast zu passend: Die Industriemetalle werden über das Token liquide gemacht, ohne dass sie auf den Markt strömen und den Preis demolieren.
Genaue Angaben zur Größe des Bestandes nennen wir hier nicht. Aber er ist schwindelerregend groß, was je nach Perspektive gut oder schlecht ist. Es kann Edelcoin fragwürdig machen, da allein die Logistik auf eine kaum vorstellbare Weise aufwändig und teuer ist; es kann aber auch verdeutlichen, wie groß die Ambitionen von Edelcoin sind, und welches enorme Potenzial das Projekt hat.

Ein Tagebau zum Abbau von Industriemetallen. Bildrechte vollständig bei Andreas Wiebe, für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt.
Man kann es sich als eine Art von „Proof of Work“ vorstellen. So wie die Bitcoin-Miner durch Hashes beweisen, dass hinter Bitcoins Arbeit steckt, beweist es die Metall-Logistik hinter Edelcoin.
Und das Geschäftsmodell?
Eine etwas offene Frage ist jedoch noch, durch welches Geschäftsmodell Wiebe und seine Partner vorhaben, die Kosten zu decken. Schließlich ist die Lagerung einer solchen Menge hochwertiger Metalle nicht eben günstig.
„Unser Plan ist es, Erlöse aus dem Verkauf von Edelmetallen in Goldminen zu reinvestieren,“ erklärt er. „Das bietet den Nutzern, die ihre Edelcoins einlösen möchten, die Möglichkeit, auch Gold zu erhalten. Gleichzeitig generieren wir durch Transaktionsgebühren Einnahmen. Es ist ein solider Plan, der jedoch Geduld erfordert.“
Zunächst muss Wiebe investieren. Die Transportkosten wurden bereits gedeckt, doch für die Lagerung fallen monatlich beträchtliche Summen an, und auch die Technologie muss finanziert werden. Darüber hinaus nimmt die Regulierung viel Zeit und Ressourcen in Anspruch, insbesondere die Herausforderungen der MiCA, um die vollständige Zulassung für den EU-Markt zu erhalten. Eine Fintech-Lizenz über eine Whitelabel-Bank könnte helfen, das Produkt weiter zu verbessern.
Trotz der Herausforderungen setzt der Schweizer darauf, dass sich die Mühen und das Investment am Ende lohnen werden – durch eine digitale und stabile Währung, die eine Alternative zum Euro, Dollar und Bitcoin darstellt.
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Industriemetalle, wie Kupfer, sind viel volatiler als Gold und in einer Rezession, wenn die Nachfrage sinkt, sinkt der Preis schnell um 50%.
Das ist keine stabile Währung, sondern tokenisierte Metalle, die zusätzlich durch die Lagergebühren ständig Wert verlieren, ähnlich wie Rollverluste bei Futures.
Ja, das sehe ich ebenfalls so. 100% Zustimmung 🙂
Zentralisierte Shitcoin mit der Frau des Gründers als Finanzvorstand. Hat mit Bitcoin‘s Proof of Work gar nichts zu tun. Bitte korrigieren oder vielleicht besser sogar entfernen.
Die Couch Experten, die sind immer so lustig ☺️
Aber hier geht es um. KupferIsotope Und das ist was anderes. Genauso wie andere seltene Erden wie Caesium 133 davon gibt es weltweit etwa 1,3 t wie auch andere Metalle, die zu der Gruppe seltene Erden gehören. Solche Metalle verlieren nie an Wert.
Da gibt es einen Widerspruch im Artikel: Einerseits ist von „Kupferisotopen“ die Rede, von denen ja kleine Mengen schon einen großen Wert haben (der aber auch mit der Konjunktur schwankt), und andererseits wird von „riesigen Mengen“ gesprochen, mit „auf kaum vorstellbarer Weise aufwändige Logistik“.
Das ist alles sehr dubios. Was genau wird denn da gelagert, wie viel und wo genau ? – Ein seriöses Projekt würde diese Fragen sofort beantworten.
Christoph, du musst aufpassen, dass du nicht versehentlich Werbung für einen Betrug machst.
Wer hat bloß diesen Quatsch mit der „Gelddeckung“ erfunden?
Seit 1971 weiß doch eigentlich jeder, dass Geld keine Deckung braucht. Wenn interressiert das, wenn in irgend einem Tresor angeblich Tonnen von Gold oder sonst was liegen?
Geld braucht eine breite Akzeptanz und die gib es nur durch Vertrauen. Das hat Bitcoin doch mittlerweile hinreichend bewiesen. Bitcoin wird nachgefragt, weil er was wert ist. Und Bitcoin ist was wert, weil er nachgefragt wird. So einfach ist das.
Gibt es einen transparenten, geprüften Proof of Reserves? Ohne dies kann viel behauptet werden.
Wie sollen denn die Edelcoins mit Metallen gedeckt sein? Gibt es genügend Metalle um die 6 Mrd circulating Market Cap zu rechtfertigen? Und Total MC sind 25 Mrd (!).
Schau mal einen an , wie die Bitcoin-Sekte aktiv ist. Europa sucht nach Seltenenerden und „Jue“ und „Bitcoininvestor“ haben einfach Realitätsverlust!
Also bei mir leuchten alle Alarmglocken, wenn ich das durchlese.
Wie kann ich einem Token vertrauen, der durch etwas gedeckt ist, von dem ich nicht weiß, was genau in welcher Menge? Wie kann sich daraus ein Wert ableiten?
Wie Eddi schon sagt, entweder ich habe ein Wertpapier, welches ein Edelmetall oder von mir aus einen Korb von Edelmetallen mit genauer Mengenbestimmung abdeckt (z.B. Gold ETFs) oder ich habe Geld, welches alleine durch die Nachfrage / Nutzung seinen Wert erhält.
Die Deckung des Fiat-Geldes durch Gold hatte damals schon ihre Berechtigung, denn niemand hätte einem willkürlich gedrucktem Papiergeld Vertrauen geschenkt und durch die Deckung wurde es alimentiert…
Aha. Die Glocken leuchten und die Alarmlampen läuten dann wohl …
Bitoin sei heiße Luft und verschwindet bei Blackout, behauptet Edelcoin Gründer. Kann man nicht Ernst nehmen. https://www.tagblatt.ch/wirtschaft/ostschweiz/kryptowaehrung-egnacher-software-pionier-bringt-edelcoin-auf-den-markt-er-sagt-die-meisten-kryptowaehrungen-sind-einfach-luft-ld.2491957
Bitcoin wird nächstes Jahr liquidiert, dann schauen wir mal!
Auch bei mir klingeln die Alarmglocken laut. Ohne überprüfbare Deckung, erinnert es mich an die angeblich Gold gedeckten KaratGold Coins.
https://finance.yahoo.com/news/german-regulator-orders-karatgold-coin-215629734.html/
Steht doch alles auf der Webseite des Anbieters! Habe gerade selber geprüft! Alles ist geprüft! Leute, der Edelcoin ist geprüft und reguliert und untersteht der Finanzaufsicht!
Was soll man den von Bitcoinsekte erwarten. Die ganze Welt sucht nach Seltenen-Erden und wird so unprofessional über die Resourcen gesprochen!
Das kommt davon, wenn man während des Schreibens schon einen Satz weiter ist und sich vor dem Abschicken den eigenen Kommentar nicht durchliest… Verzeiht mir!
Nö 🙂
Die Webseite behauptet EDLC wäre ein Top 10 Stablecoins auf CMC. In Wirklichkeit nicht mal in den Top 25.
Auch die angebliche Sicherheit durch die Finanzaufsicht bedeutet praktisch nichts, va nicht dass es für die Deckung ausreichende Metalle gibt. Investoren in die Schweizer Envion, unter FINMA Aufsicht, verloren 100 Millionen $.
Don’t trust, verify.
Auf der Internetseite gibt es sogar einen Punkt „Audit“ und einen Punkt „Vault“:
Es soll eine regelmäßige, unabhängige Prüfung der Bestände geben und die sichere Lagerung soll durch eine Firma „mit sehr guter Reputation “ gesichert sein. Es werden aber weder die Audit-Firma noch die Firma, die die Lagerung sichert, genannt.
Das sind klare Warnzeichen für Betrug.
Allgemein von Kupferisotopen zu sprechen setzt voraus, dass diese Isotope isoliert vorliegen. Das macht bei den natürlich vorkommenden Cu63 und Cu65 eigentlich keinen Sinn. Die Kupferisotope von Cu58 bis Cu62 machen mit Halbwertszeiten bis maximal 3,3 Stunden keinen Sinn zu lagern und Cu66 bis Cu70 mit Halbwertzeiten von maximal 61,9 Stunden genausowenig. Nach einem Monat Lagerzeit braucht man da nichts mehr zu überprüfen. (Weil zumindest die eingelagerten Isotope nicht mehr vorliegen.)
Auch Radium würde ich mir nicht in das im Foto dargestellte Lager legen. Für das Radium und die genannten Kupferisotope müßte dann ein Lager für radioaktive Materialien existieren. Allein mit diesen Informationen ist das Ganze wenig glaubwürdig. Normales Kupfer und Nickel würde als Gebrauchsmetall Sinn machen. Dies sind bei Milliardenbeträge aber Mengen mit Lagerkosten und wie andere Teilnehmer schon gesagt haben mit hoher Volatilität der Preise.
Doch es gibt Anwendungen für CU63 und CU65 (… ChatGPT fragen), aber das sind sehr kleine Märkte und die Preise werden pro mg angegeben. Da fragt man sich wie jemand zu 25 Tonnen im Wert von 80 Milliarden kommt?
Naheliegend als Betrugsstrategie wäre es, eine kleine Menge reiner Isotope vorzuweisen, den großen Rest aber in Form von normalem Kupferpulver zu lagern, denn der Nachweis, dass etwas ein reines Isotop ist, ist sehr aufwändig.
Ich hoffe morgen wird nicht noch der neue Trump Coin hier „beworben“ 😉
Klare Sache: KAUFEN!
Könnte Bitcoin noch gefährlich werden, wenn alle ihre BTC zu Trump Coin swappen!
Bis Ende des Jahres wird er es wohl auch nicht schaffen, Bitcoin abzulösen.
Viel lustiger finde ich aktuell die Movements der frühen Coins (20 -30 Tage nach Launch von Bitcoin). Sind zwar nicht die Patoshi Cripple Mined Coins, aber wenn die mal in Bewegung kommen sollten, sind es über 5% des Supplies, die totgeglaubt waren.
Es ist schon faszinierend, zu erkunden, warum jemand gerade jetzt anrührt. Diese Person hat jetzt 15 Jahre ihre Coins gehalten, ohne sie zu bewegen…
Klaro!