Michael Saylor kauft den „Dip“ für fast zwei Milliarden Dollar
Und er macht es wieder: Strategy-CEO und Megabulle Michael Saylor kauft für 1,9 Milliarden Dollar weitere 22.000 Bitcoin. Doch der Effekt auf den Preis verpufft schneller, als Saylor „Laseraugen“ sagen kann.
Michael Saylor, der Boss von Strategy, ehemals MicroStrategy, und Inbegriff des Bitcoin-CEOs mit eisenharten Händen, hat einmal mehr zugeschlagen. Strategy hat für fast zwei Milliarden Dollar 22.048 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Preis von knapp 87.000 Dollar gekauft.

Damit hält Strategy nun 528.185 Bitcoin, insgesamt 35,63 Milliarden Dollar wert, und damit fast so viel wie Blackrock und mehr als halb so viel wie Satoshi Nakamoto.
Verschiedene Bitcoin-Medien schreiben zwar, Saylor habe „den Dip“ gekauft, also geschickt zu einem Zeitpunkt zugeschlagen, als der Preis gesunken war. Das stimmt zwar technisch, da der Kurs zuvor gefallen war – doch die Erholung, die eigentlich auf einen Dip folgen sollte, fehlt bisher. Saylor hat eine Zwei-Milliarden-Dollar-Bazooka gezündet, aber der Kurs hat noch nicht mal gezwinkert.
Besser hätte Saylor nicht demonstrieren können, wie niedergeschlagen der Markt ist. So, wie jemand, der depressiv ist, unfähig wird, Freude zu empfinden, kann ein Kurs im Bärenmarkt nicht auf positive Impulse reagieren. Er sieht nur, was schlecht ist, und das ist derzeit vor allem die unschöne großwirtschaftliche Lage in den USA.
Bei einem aktuellen Preis von etwa 83.400 Dollar ist Strategy mit dem letzten Kauf schon jetzt 4,3 Prozent oder fast 100 Millionen Dollar im Minus. Insgesamt ist es bei einem durchschnittichen Kaufpreis von 67,458 Dollar allerdings weiterhin fein im Plus, um gut acht Milliarden Dollar oder 23 Prozent.
Allerdings droht Strategy wegen dieses Gewinns eine nicht erhebliche Steuerforderung. Den der noch von Biden verabschiedete „Inflation Reduction Act“ führte eine 15-prozentige Steuer auf „book income“ von Unternehmen, also Buchgewinne, ein, sofern diese eine Milliarde Dollar überschreiten. Falls Trump dieses Gesetz nicht wieder rechtzeitig aufnimmt, kommen Buchverluste dem Unternehmen gerade recht.
Trotz der schwindenden Effekte seiner milliardenschweren Käufe bleibt Saylor unverdrossen bullisch. In einem Interview mit Coindesk meint er, Bitcoin habe die „Fluchtgeschwindigkeit“ erreicht. Das ist die Schwelle, ab der ein Körper, wie eine Rakete, der Gravitation eines Körpers entkommt. Der Start ist geglückt, was danach kommt, ist nicht mehr aufzuhalten.
Die USA werden, prophezeit Saylor, aggressiv daran arbeiten, zum globalen Krypto-Zentrum zu werden. Wenn dies so kommt, werden die anderen Länder keine andere Wahl haben, als Bitcoin als globale Kapitaleinheit anzunehmen. „Die Büchse der Pandora wurde bereits geöffnet.“
Bisher kann Saylor noch entspannt in den Bärenmarkt blicken. Denn die ersten Rückzahlungen der milliardenschweren Anleihen, durch die er Geld eingeholt hat, um Bitcoins zu kaufen, werden nicht vor dem Herbst 2027 fällig. Wenn Bitcoin bis dahin weiter sinkt, könnte er ab da an ein Problem bekommen, auch wenn es erst in den Jahren danach eskaliert.
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Kennt noch jemand die Fabel „Der Fuchs und die Trauben“ ?
Ich beziehe mich im Kommentar hauptsächlich auf die Angst, dass Strategy ab einem bestimmten Preis in Probleme kommt. Um die Details zu verstehen, kann man sich die Konstruktion der Convertible Bonds angucken, und das hier ist die bei weitem beste Erklärung, die ich gefunden habe: https://youtu.be/u3oT_IevEGU?si=XQi2SI56M6gJ3gpf
Das Thema ist etwas kompliziert und ist es absolut wert mal im Detail aufgeschlüsselt zu werden. Es ist zu einfach zu sagen, dass bei einem bestimmten Preis Strategy in Probleme kommt oder daß die Allianz SE „doof“ ist sich „0% Convertible Bonds von Strategy“ in die Bücher zu legen. Beispiele: Beide Seiten können auch vor Fälligkeit wandeln und das passiert laufend mit den alten Convertible Bonds, die tief im Geld sind. Schulden verschwinden so laufend und werden zu Eigenkapital. Oder: Saylor stattet die Bonds so aus, dass sie bei Erstnotierung erstmal einen Jump machen, so kommen sie dann erstmal in den Markt.