Neuigkeiten von Mt. Gox: Kein Grund für Hoffnung

Die Abwicklung einer Börse

Wir bleiben dran: Die Neuigkeiten rund um Mt. Gox. Als wir zum letzten Mal haben, hatte die Börse gerade “überraschenderweise” 200.000 “vergessene” Bitcoins entdeckt, die Polizei hatte Ermittlungen aufgenommen und ein Richter war den ungewöhnlichen Schritt gegangen, frustrierte Opfer eigene Ermittlungen in der Blockchain durchführen zu lassen. Seitdem hat Mt. Gox für mehrere weitere Schlagzeilen gesorgt. Für die geprellten Kunden dürften die Nachrichten eine Chronik der Entmutigung sein.

von Brandon Hurst

29. März: Die ehemaligen Angestellten von Mt. Gox plaudern aus dem Nähkästchen. Laut einem Bericht haben einige Mitarbeiter Mark Karpeles bereits vor zwei Jahren gewarnt, dass Kundengelder benutzt worden seien, um laufende Kosten zu decken – was de facto bedeutet, dass die Börse bereits seit 2012 ein Fractional Reserve System war. Da Mt. Gox kein Subjekt der Finanzregulierung ist, ist es unklar, wie das japanische Gesetz dazu steht.

Derselbe Bericht beschuldigte Karpeles darüber hinaus, große Geldbeträge für unnötige Ausgaben verschleudert zu haben: Ein Mietraum in einem Luxus-Büro-Gebäude in Tokio, in dem auch Google und Hula Büros haben, High-Tech-Spielzeuge wie ein Roboter und ein 3-D Drucker sowie eine aufgemotzte Rennversion des Honda Civic, importiert aus Großbritannien. Karpeles habe den Angestellten gegenüber bestritten, dass die Börse mehr ausgab als sie einnahm.

2. April: Karpeles wurde aufgefordert, am 17. April am US Gerichtshof für Insolvenzfälle Nord-Texas zu erscheinen um zu erklären, weshalb seine Börse Insolvenzschutz beantragt hat. Er lehnte ab und erklärte, er werde nicht in die USA reisen, bevor seine Anwälte die Folgen genau geklärt hätten.

10. April: Ein Hoffnungszeichen: Eine Gruppe von Investoren hat angeboten, die bankrotte Börse für die Summe von 1 Bitcon zu kaufen. Der tiefe Preise spiegelt die fehlende Transparenz von Mt. Gox wieder sowie die Unsicherheit, was die Börse wirklich wert ist: Wird jemals wieder jemand bei Gox handeln? Lassen sich die Kontakte und Netzwerke von Gox verwerten? Oder kaufen die Investoren einen Sack mit Schulden? Die Gruppe plant angeblich, die Börse wiederzueröffnen und die Hälfte der Erlöse durch Handelsgebühren beseitezulegen, um damit ehemalige Kunden und andere Kreditoren, die Geld verloren haben, zu entschädigen.

16 April: Mt. Gox postet ein Statement auf der Webseite, demzufolge das Bezirksgericht Tokio den Antrag auf “Zivile Rehabilitation” abgelehnt hat. Dies bedeutet, dass wenig Hoffnung besteht, dass die Börse unter einem neuen Namen wiedereröffnet wird, und dass die Anlagen stattdessen liquidiert werden. Kunden sollten wenig bis überhaupt keine Entschädigung erwarten.

Eventuell könnte man abschließend bemerken, dass sich das Bitcoin-Rad auch ohne Mt. Gox weiterdreht. Die große Börse ist gestorben und hat Platz für neue Börsen gemacht. Der Erfolg einer Wiederauflage dürfte äußerst gering sein, und vielleicht wird es am besten sein, Mt. Gox endgültig sterben zu lassen. Interessant wird es dennoch bleiben, wie die Abwicklung ablaufen wird. Wir wünschen allen, die etwas auf Mt. Gox verloren haben, dass es zu einer Lösung kommt, die sie zumindest zum Teil entschädigt, haben aber nicht allzu viel Hoffnung.

 

 

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