Britischer Finanzminister will London zur Bitcoin-Welthauptstadt machen

"George Osborne 0482am" von altogetherfool via flickr.com. Lizenz: Creative Commons 2.0

Laut dem Guardian will Goerge Osborne London zur Hauptstadt des Bitcoin-Handels machen. Der britische Schatzkanzler hat erklärt, dass das Finanz- und Wirtschaftsministerium eine Untersuchung beginnt, die bis Herbst die Chancen und Gefahren der virtuellen Währung untersuchen soll. Das Ziel: zu klären, wie London zum Zentrum virtueller Währungen werden kann.

Stellen Sie sich bitte mal vor, es gebe in Deutschland einen Bitcoin ATM, und Wolfgang Schäuble würde dort Bitcoins kaufen und sich dabei fotografieren lassen. Falls Sie denken, das sei irre, sollten Sie mal auf die britische Insel schauen. Dort hat heute George Osborne, Schatzmeister seiner Majestät Queen Elisabeth II. und damit britischer Finanzminister, bei einem ATM der Marke Robocoin Bitcoins gekauft. Vor laufender Kamera, vermutlich auf der Einweihung von Innovate Finance in Canary Wharf, einem Bürokomplex auf der Londoner Isle of Dogs, das nach der City das zweite Londoner Finanzzentrum von Weltrang ist.

"Canary Wharf" von Dave Straven via flickr.com. Lizenz: Creative Commons 2.0

“Canary Wharf” von Dave Straven via flickr.com. Lizenz: Creative Commons 2.0

Osborne hat bei der Eröffnung des Branchenverbandes Innovate Finance angekündigt, dass “Her Majesty’s Treasury”, also das britische Finanz- und Wirtschaftsministerium, ein Review begonnen habe, um die Risiken und Chancen virtueller Währungen zu ermitteln und zu prüfen, wie London zum globalen Zentrum des Handels mit virtuellen Währungen werden könne. Die Studie soll bis Herbst die Rolle von Kryptowährungen in der Wirtschaft beleuchten, was ein Teil eines Programms der Regierung ist, das Innovationen in der Finanzwirtschaft beflügeln soll.

Innovation Finance; Banken, Bitcoin, Politik

Der Fairness halber sei erwähnt, dass es in Osbornes Rede vor allem nicht um den Bitcoin ging, sondern um Innovation im Finanzwesen im Allgemeinen. Auch das Innovate Finance ist keine Lobbygruppe virtueller Währungen, sondern der “Fintech”, also der technologiegetriebenen Finanzinnovation, wieder im Allgemeinen. Zu den 50 Gründungsmitgliedern gehören allerdings neben traditionellen Giganten des Finanzwesen wie HSBC, Lloyd, Mastercard, Santander, Visa und Barclays auch IT-Unternehmen wie IBM oder das soziale Trading-Netz eToro – und auch drei Bitcoin-Unternehmen: Coinfloor (eine Londoner Börse), Elliptic (ein Lagerer virtueller Währungen, der diese auch  versichert) und GoCoin (ein Zahlungsdienstleister für Bitcoins, Litecoins und Dogecoins).

Zusammengefasst: Eine Industriegruppe aus traditionellen Banken, der IT-Branche und Bitcoin-Unternehmen bildet sich mit dem Segen des Wirtschafts- und Finanzministers. Nicht schlecht.

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3 Kommentare zu Britischer Finanzminister will London zur Bitcoin-Welthauptstadt machen

  1. Was zum Teufel ist eine Bitcoin Welthauptstadt? Kann man das essen?

  2. Richard Jelinek // 11. August 2014 um 11:39 // Reply

    Da tragen wir aber ziemlich dick auf – Herr Bergmann – oder etwa nicht? In der Rede des FInanzministers wird Bitcoin mit keinem einzigen Wort erwähnt. Wörtlich sagt er – und hier @Heinz aufgepasst – “We can make London the FinTec capital of the world.”

    Ich vermute Welthauptstadt ist durchaus eine gute Übersetzung von “capital of the world”. Nur von Bitcoin ist halt leider NICHT die Rede.

    • ich muss zugeben, dass mich das Fehlen von Bitcoin in den wörtlichen Zitaten im Guardian irritiert hat. Aber – aber – ich halte den Guardian für eine durchaus seriöse Quelle – vielleicht sogar für eine der seriösesten Zeitungen in Europa – und dort stand eben auch “Bitcoin Capital” etc. darin.

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