Ist das noch clever oder schon korrupt?

Benjamin Lawsky hat seinen Job als Superintendant der New Yorker Finanzaufsicht an den Nagel gehängt – und eine Firma gegründet. Ein wenig spanisch ist das schon.

Ben Lawsky, 45, hat sich während einer vierjährigen Amtszeit als Superintendant der New Yorker Finanzaufsicht den Ruf eines harten Hundes erarbeitet, der unerbittlich und unkorrumpierbar den Banken das Leben schwer macht. Dabei hat er auch verschiedene Großbanken wie die BNP Paribas zu hohen Strafen verdonnert. Für die Bitcoin-Szene wichtiger war jedoch, dass Lawsky die New Yorker BitLizenz initiiert hat, ein Gesetz, das seit bald einem Jahr kurz vor der Vollendung steht, aber immer noch in diskutiert und überarbeitet wird, da die Bitcoin-Branche einstimmig der Meinung ist, dass die BitLizenz so schwer zu kriegen und zu halten ist, dass sie Startups kurzerhand unmöglich macht.

Kurz vor der Vollendung des von ihm maßgeblich geschaffenen Gesetzes ist Lawsky zurückgetreten. Um den Vorwurf der „revolving door“ (Drehtür von der Politik in die Wirtschaft) von vorneherein zurückzuweisen, wechselt er nicht in eine Kanzlei oder Agentur oder Bank, sonder macht sich selbständig. Lawsky möchte Unternehmen beraten. Themen sind etwa die Cyber-Sicherheit oder digitale Währungen wie Bitcoin sein. Dass der Vater des Gesetzes nach dessen Verabschiedung die betroffenen Unternehmen berät, wie sie das Gesetz einhalten, ist nicht direkt eine Drehtüre, sondern etwas anderes, das beinah noch korrupter wirkt. Aber die Beobachter erkennen keinen Interessenskonflikt. Lawsky wurde mit allen angebrachten Ehren aus seinem Amt verabschiedet.

Über Christoph Bergmann (1464 Beiträge)
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Ein Kommentar zu Ist das noch clever oder schon korrupt?

  1. Ist doch schön gelöst. Ein Gesetz verabschieden, dass schön kompliziert ist und dann eine Firma aufmachen die einen dabei unterstützt es zu verstehen oder zu umgehen.

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